
Hampton Court
Roman
Menno ter Braak(Author)
Verlag Vertaal & Verlaat
Published on 1. January 2011
Book
Paperback/Softback
141 pages
978-3-86840-006-9 (ISBN)
Description
Im ziellosen Rauschen der Fontäne von Hampton Court erfährt Andreas Laan die völlige Fremdheit und Leere seines Daseins in einer absurden Welt. Er sieht und hört sich selbst als Teilnehmer des Geschehens von außen zu, er misstraut den Selbstverständlichkeiten, sucht das volle Licht auf die Dinge. Nirgendwo gehört er mehr absolut hin. Die konventionelle Normalität des kleinbürgerlichen Provinzialismus wird notwendiger Fluchtpunkt des Überlebens, eine gepanzerte Maske, die vor dem zweiten Bewusstsein abschirmt.
"Jetzt fühlte Andreas, dass dem wartenden Bild nicht länger zu widerstehen war. Es war geduldig gewesen, es hatte stillgehalten und sich nicht in den Vordrgrund gedrängt. Nun kam es, Besitz zu ergreifen von seinem ganzen Gehirnkasten. Er gab sich ihm hin, es war nichts daran zu ändern. Mit einem Satz war es gegenwärtig, triumphierend und grausam. Der gründe Rasenplatz bei Hampton Court. Überall Tische mit großen Sonnenschirmen, hier und da Menschen, irgendwelche. Er an einem der Tische, mit zwei Sandwiches vor sich, einem mit Räuscherschinken, einem mit Kochschinken. Im Hintergrund das Schloss mit seinen bizarren, manchmal lächerlichen Linien. Er saß da und tat nichts als starren."
"Jetzt fühlte Andreas, dass dem wartenden Bild nicht länger zu widerstehen war. Es war geduldig gewesen, es hatte stillgehalten und sich nicht in den Vordrgrund gedrängt. Nun kam es, Besitz zu ergreifen von seinem ganzen Gehirnkasten. Er gab sich ihm hin, es war nichts daran zu ändern. Mit einem Satz war es gegenwärtig, triumphierend und grausam. Der gründe Rasenplatz bei Hampton Court. Überall Tische mit großen Sonnenschirmen, hier und da Menschen, irgendwelche. Er an einem der Tische, mit zwei Sandwiches vor sich, einem mit Räuscherschinken, einem mit Kochschinken. Im Hintergrund das Schloss mit seinen bizarren, manchmal lächerlichen Linien. Er saß da und tat nichts als starren."
More details
Series
Language
German
Target group
Young adult
Philosophisch und politisch besonders interessierte Leser
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 15 cm
Weight
310 gr
ISBN-13
978-3-86840-006-9 (9783868400069)
Schweitzer Classification
Persons
Author
Menno ter Braak, wurde am 26.1.1902 als Sohn des Arztes Hendrik ter Braak und der Geertruida Huizinga in Eibergen geboren. Unter seinen taufgesinnten mennonitischen Vorfahren waren viele Prediger, mütterlicherseits ist er verwandt mit dem berühmten Historiker Johan Huizinga (Herbst des Mittelalters). Menno selbst promovierte mit einer in Deutsch geschriebenen geschichtlichen Dissertation über Kaiser Otto III.
Väterlicherseits war der introvertierte Menno ter Braak mit der Neigung zu Depressionen belastet. Sowohl sein Großvater als auch sein Vater nahmen sich wie er später selbst das Leben. Seine Mutter war demgegenüber extrovertiert, sozial und politisch aktiv, aber emotional stark unterkühlt und konnte ihre Gefühle nie direkt äußern. Sein Zuhause blieb ohne Wärme und war charakterisiert durch eine Atmosphäre des verbalen Schlagabtausches. Menno wurde wie seine Geschwister zum Wohnen und zur Ausbildung aus dem Arzthaushalt zu Verwandten geschickt. Er wuchs in der kleinen Handelsstadt Tiel am Waal auf. Von seinen Pflegeeltern übernahm er den Hang zur auffällig vornehmen und modischen Kleidung und zum Mondänen, mit dem er sich früh von den Dorfkindern elitär absetzte. Die ersten Gymnasialklassen schloss er als Klassenbester ab. In der anschließenden pubertären Rebellion gegen jede feste Ordnung sah er auch später ein nie überholtes Modell für das Leben überhaupt. Früh brach er mit der liberalen Religion vom lieben, schlaffen Gott, die sein Elternhaus kennzeichnete (Abschied vom Domineeland ).
Früh engagierte sich Menno ter Braak radikal politisch-literarisch als Mitarbeiter der örtlichen Schülerzeitung nach dem Prinzip "alles oder nichts". Obwohl vom Ritus der Aufnahme in das Studentencorps geflüchtet, der ihn in barbarischer Form seine physische Unterlegenheit fühlen ließ, wurde er später anerkanntes Mitglied der Verbindung und Mitarbeiter der satirischen Korpszeitung Propria Cures, in der schon sein literarisches Vorbild Slauerhoff (in dt. Übersetzung vertreten im VVV-Verlag mit Schaum und Asche ) mitgearbeitet hatte. Seine Negativität war stets konstruktiv gerichtet: Um neue, unbekannte Wege zu finden, muss man alte Mauern einreißen. Mittel war für ihn der literarisch-politische Essay in polemischer Haltung, in dem er sich zu einem anerkannten Meister mit großem Einfluss auf eine ganze Generation von jungen Journalisten entwickelte. An oberster Stelle stand für ihn die individuelle Freiheit. Sehr früh bekämpfte er dabei den italienischen und deutschen Faschismus und wurde in den 30-er-Jahren zu einer der bekanntesten Gallions-Figuren des Antifaschismus. Während er zeitweise aufgrund der Betonung eines (elitären) Individualismus der Demokratie in kultureller Hinsicht kritisch gegenüber stand, weil für ihn ein Paradox zwischen gewährter individueller Freiheit und deren Gefährdung durch "Gleichmacherei" bestand, war doch die entschiedene öffentliche Parteinahme für die politische Demokratie im Kampf gegen Hitler und den Nationalsozialismus für ihn ohne Alternative. Sozialistische Tendenzen lehnte er allerdings als kollektivistisch strikt ab.
Ter Braak galt als besonders prüde, ja antisexuell. Seine Beziehung zu Ine Sjoukes scheiterte 1922 angeblich noch am katholischen Glauben der Frau. Danach hatte er ein Verhältnis zu der zehn Jahre älteren verheirateten Frau Planten-Koch, die drei Kinder hatte und die er als "echte Mutter" verehrte, wobei ihn die Umstände dieses Verhältnisses zugleich abstießen und anzogen. Obwohl es eine körperlich-intime Beziehung wohl nie wurde, gelang ihm sehr lange keine Distanzierung. Eine freundschaftliche Beziehung entwickelte Ter Braak zu Carry van Bruggen, deren Roman Eva (dt. Rückenwind des Verlangens im VVV-Verlag) er 1928 enthusiastisch rezensierte, wobei er die gelungene Synthese der Frau als Intellektuelle, Liebhaberin und Mutter bei van Bruggen pries. 1929 verlobte er sich mit einer 18-jährigen Schülerin, die allerdings früh bei ihm die Abwesenheit von Erotik feststellen musste. Unversöhnliche Anschauungen über die Freiheit in der Liebe und eine Buch-Widmung an seine vormals angebetete
ISNI: 0000 0001 1035 3748 GND: 118659685
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Translation
Jürgen Sternsdorff,
geboren 1944 in Leer, studierte Germanistik, Geschichte und Sozialwissenschaften an den Universitäten Tübingen, Münster, Hamburg und Marburg und legte 1974 sein erstes Staatsexamen ab. Der Autor arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Marburg und promovierte mit einer Biographie zur Wissenschaftsgeschichte der Germanistik. Nach einer Ausbildung als wissenschaftlicher Bibliothekar in Bremen und Frankfurt und dem zweiten Staatsexamen für das Lehramt war er in der Erwachsenenbildung in Ostfriesland und als Lehrer an Gymnasien in Vorpommern und Hessen tätig. In dieser Zeit schloss er eine Zusatzausbildung zum Religionslehrer ab.
ISNI: 0000 0001 1061 8531
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