Zeichen in die Nacht
Gedichte
Barbara Zeizinger(Author)
Wiesenburg (Publisher)
Published in October 2002
Book
Hardback
76 pages
978-3-932497-77-3 (ISBN)
Description
Es ist nicht unbedingt vorteilhaft über den Autor eines Buches wenig oder gar nichts zu wissen. Nun, über Barbara Zeizinger weiß ich echt wenig. Jahrgang 1949, Lehrerin und sie befindet sich (zumindest) in künstlerischem Zwiegespräch mit Ulrich Muders, Jahrgang 1959. Beide leben in Darmstadt. Muders Graphiken, hervorragende, surrealistisch/kubistisch verwurzelte Werke hel-fen ein wenig, die "Zeichen in die Nacht" - Symbolismen einer bewegten, vielleicht sogar sturmgepeitschten Seele - zu beleuchten. Es ist aber alles - und es ist gut so. Für Barbara Zeizinger sprechen nur ihre Gedichte.
Der Komponist Cord Meijering schrieb einige Zeilen über diese Poesie auf der Rückseite des Umschlages. Zutreffend, aber literaturkritisch nicht auswertbar. "Sanfte Ironie", "Rhythmische Präzision", "Märchenhaftigkeit im Tonfall" stimmen zwar, sind aber nur Tugenden der Formsprache. Inhaltlich ist diese Poesie auf den ersten Blick vor allem introvertiert, ist sie aber auch nicht. Sie ist verschlüsselt, symbolhaft. Man vermutet dahinter eine Autorin, die entweder in einer Diktatur gelebt hat, oder in einem Umfeld mit drohender Missgunst und Unverständnis für Sehnsüchtige, gleich welcher Art.
Sie hat aber Sehnsüchte. Sehnsucht u. a. nach einem zuverlässigen Partner, menschlich, auch erotisch, aber auch - künstlerisch sogar VOR ALLEM - nach einer zuverlässigen Welt. Doch die Welt scheint unzuverlässig zu sein. Viele Zeichen deuten in die Nacht! HINEIN! Wohin wir
eventuell tatsächlich driften. Das fühlt - wenn ich ihre Gedichte richtig deute - diese empfind-same Poetin. Eine - wie sie - die den russischen Namen "Ljudmila Ulitzkaja" (Klassenfahrt) so präzise vom cyrillischen umschreiben kann, muss direkt oder indirekt eine Berührung mit Unfreiheiten gehabt haben und erkennt Entwicklungen, die in neue Unfreiheiten führen. "Kaspar" - offensichtlich ein Lieblingsgedicht von ihr - spricht dafür, aber auch die Gedichte "Geschichtsbewusstsein", "Ziselierte Zeit" oder "Zirkus".
Das Gedicht "Zirkus" ist ein Meisterwerk der Dichtung.
"In der Nacht
springen Worte
ins ungespannte Netz.
Dort liegen sie
betäubt bis zum Morgen.
Dann wird das Seil
neu gespannt."
Die Warnungen, Mahnungen des klaren Geistes nützen also wenig, die Mechanismen der Gesell-schaft laufen - fehlerhaft programmiert - weiter. Beschrieben ist der Weltzirkus, der, Gott sei gelobt, der Barmherzige, nicht nur politische und gesellschaftliche Dramen vorrätig hat, sondern auch feine, leise, aber motivierte Klänge der Harfe, wie Barbara Zeizingers Poesie.
Imre Máté
Budapest/München
Der Komponist Cord Meijering schrieb einige Zeilen über diese Poesie auf der Rückseite des Umschlages. Zutreffend, aber literaturkritisch nicht auswertbar. "Sanfte Ironie", "Rhythmische Präzision", "Märchenhaftigkeit im Tonfall" stimmen zwar, sind aber nur Tugenden der Formsprache. Inhaltlich ist diese Poesie auf den ersten Blick vor allem introvertiert, ist sie aber auch nicht. Sie ist verschlüsselt, symbolhaft. Man vermutet dahinter eine Autorin, die entweder in einer Diktatur gelebt hat, oder in einem Umfeld mit drohender Missgunst und Unverständnis für Sehnsüchtige, gleich welcher Art.
Sie hat aber Sehnsüchte. Sehnsucht u. a. nach einem zuverlässigen Partner, menschlich, auch erotisch, aber auch - künstlerisch sogar VOR ALLEM - nach einer zuverlässigen Welt. Doch die Welt scheint unzuverlässig zu sein. Viele Zeichen deuten in die Nacht! HINEIN! Wohin wir
eventuell tatsächlich driften. Das fühlt - wenn ich ihre Gedichte richtig deute - diese empfind-same Poetin. Eine - wie sie - die den russischen Namen "Ljudmila Ulitzkaja" (Klassenfahrt) so präzise vom cyrillischen umschreiben kann, muss direkt oder indirekt eine Berührung mit Unfreiheiten gehabt haben und erkennt Entwicklungen, die in neue Unfreiheiten führen. "Kaspar" - offensichtlich ein Lieblingsgedicht von ihr - spricht dafür, aber auch die Gedichte "Geschichtsbewusstsein", "Ziselierte Zeit" oder "Zirkus".
Das Gedicht "Zirkus" ist ein Meisterwerk der Dichtung.
"In der Nacht
springen Worte
ins ungespannte Netz.
Dort liegen sie
betäubt bis zum Morgen.
Dann wird das Seil
neu gespannt."
Die Warnungen, Mahnungen des klaren Geistes nützen also wenig, die Mechanismen der Gesell-schaft laufen - fehlerhaft programmiert - weiter. Beschrieben ist der Weltzirkus, der, Gott sei gelobt, der Barmherzige, nicht nur politische und gesellschaftliche Dramen vorrätig hat, sondern auch feine, leise, aber motivierte Klänge der Harfe, wie Barbara Zeizingers Poesie.
Imre Máté
Budapest/München
More details
Language
Other
Illustrations
Ill.
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 14 cm
ISBN-13
978-3-932497-77-3 (9783932497773)
Schweitzer Classification