
Spo(r)t on
Best practices aus dem Sport für den Unternehmensalltag
Sarah Wolff(Author)
4Wölffe Verlag
1st Edition
Published on 27. September 2022
Book
Paperback/Softback
116 pages
978-3-910427-00-6 (ISBN)
Description
Ratgeber: Praxiserprobte Tipps aus dem Sport werden in handlungsorientierte Tipps für die Unternehmenswelt übertragen. Wertvolle Ideen für Führungskräfte, Mitarbeitende und Unternehmenslenker/innen.
Kurzweilig teilt Sarah Wolff ihre Erfahrungen, die sie aus dem Sport in den Unternehmensalltag überträgt. Übersichtlich gibt sie Tipps zum Recruiting, Employer Branding, zur Unternehmenskultur, zur Führung, zur Weiterentwicklung, zur Arbeitsweise, zum Teambuilding
Kurzweilig teilt Sarah Wolff ihre Erfahrungen, die sie aus dem Sport in den Unternehmensalltag überträgt. Übersichtlich gibt sie Tipps zum Recruiting, Employer Branding, zur Unternehmenskultur, zur Führung, zur Weiterentwicklung, zur Arbeitsweise, zum Teambuilding
Reviews / Votes
"Als ich dieses kraftvolle Buch von Sarah Wolff las, war ich wirklich beeindruckt. Es ist ihr hervorragend gelungen, praxiserprobte Tipps aus dem Sport in handlungsorientierte Tipps für die Unternehmenswelt zu übertragen. Hier können Führungskräfte ebenso viele wertvolle Ideen für sich mitnehmen wie Mitarbeitende und Unternehmenslenker. Spot an für einen starken Ratgeber."Frank Rebmann, Buchautor und Geschäftsführer der Stärkentrainer GmbH
More details
Edition
1. Auflage
Language
German
Place of publication
Stuttgart
Germany
Target group
Professional and scholarly
College/higher education
Young adult
Adult education
Mitarbeitende aus dem Bereich Human Resources, Führungkräfte, Geschäftsführer, Vorstände, Unternehmenslenker, Mitarbeitende
Product notice
Unsewn / adhesive bound
Illustrations
1
36 s/w Abbildungen, 1 farbige Abbildung
Schwarz-weiß Figuren mit Businessoutfit, Tennis- und Sportoutfit. Figuren in unterschiedlichen Situationen im Sport
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 14.6 cm
Weight
164 gr
ISBN-13
978-3-910427-00-6 (9783910427006)
Schweitzer Classification
Person
Author
Head of Human Resources, Dipl-Oec., Tennistrainerin
Sarah Wolff trainiert seit 1989 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Tennis. Seit 1999 ist die Diplomökonomin in den Bereichen Human Resources, Organisationsentwicklung, Qualitätsmanagement in leitender Funktion tätig, derzeit Head of Human Resources in einem mittelständischen Unternehmen.
Sarah Wolff trainiert seit 1989 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Tennis. Seit 1999 ist die Diplomökonomin in den Bereichen Human Resources, Organisationsentwicklung, Qualitätsmanagement in leitender Funktion tätig, derzeit Head of Human Resources in einem mittelständischen Unternehmen.
Content
Inhalt
1. Der richtige Sport - der richtige Job 6
2. Vielfalt - Zauberwort breite Grundlagen 9
3. Der richtige Verein - das richtige Unternehmen 15
4. Einstieg in den Sport - Einstieg in die Berufswelt 19
5. Trainer - Führungskraft: One size fits all versus individuell? 25
6. Die Wurzeln des Erfolgs 29
7. Grundlagenausbildung und Stärkenorientierung 31
8. Trainer - Coach - Führungskraft: Wer passt sich wie an? 35
9. Funktionäre 37
10. Weiterentwicklung - Analyse des Status quo 39
11. Lernen am Erfolg 42
12. Komfortzone - Lern-/Wachstums-/Entwicklungszone - Panikzone 45
13. Orientierung an den Stärken 47
14. Lernkanäle - oder: wie verstehen wir uns? 51
15. Flow-Prinzip nach Mihály Csíkszentmihályi 53
16. Mentaltraining: Punkt für Punkt 56
17. Mentaltraining: Jederzeit die Wende 60
18. Mentaltraining: Konzentration auf das Hier und Jetzt 63
19. Mentaltraining: Visualisierung 66
20. Mentaltraining: Vertrauen 69
21. Die richtige Einstellung 72
22. Frustrationstoleranz 74
23. Schnelle Anpassungsfähigkeit 75
24. Bei Vorteil den Punkt machen 78
25. Bei Einstand den Punkt machen 79
26. Ausdauer 81
27. Aufwärmen 83
28. Nachbereitung 86
29. Belastung und Erholung 87
30. Lifetime-Training 92
31. Feedback 93
32. Team 95
33. Lifetime-Tennis - Lifetime-Unternehmen 99
34. Tipps zum Recruiting/Employer Branding auf einen Blick 103
35. Tipps zur Unternehmenskultur auf einen Blick 105
36. Tipps zur Führung auf einen Blick 106
37. Tipps zur Weiterentwicklung auf einen Blick 108
38. Tipps zur Arbeitsweise auf einen Blick 111
39. Tipps zum Team/zur Teamzusammensetzung auf einen Blick 114
Abkürzungen 116
1. Der richtige Sport - der richtige Job 6
2. Vielfalt - Zauberwort breite Grundlagen 9
3. Der richtige Verein - das richtige Unternehmen 15
4. Einstieg in den Sport - Einstieg in die Berufswelt 19
5. Trainer - Führungskraft: One size fits all versus individuell? 25
6. Die Wurzeln des Erfolgs 29
7. Grundlagenausbildung und Stärkenorientierung 31
8. Trainer - Coach - Führungskraft: Wer passt sich wie an? 35
9. Funktionäre 37
10. Weiterentwicklung - Analyse des Status quo 39
11. Lernen am Erfolg 42
12. Komfortzone - Lern-/Wachstums-/Entwicklungszone - Panikzone 45
13. Orientierung an den Stärken 47
14. Lernkanäle - oder: wie verstehen wir uns? 51
15. Flow-Prinzip nach Mihály Csíkszentmihályi 53
16. Mentaltraining: Punkt für Punkt 56
17. Mentaltraining: Jederzeit die Wende 60
18. Mentaltraining: Konzentration auf das Hier und Jetzt 63
19. Mentaltraining: Visualisierung 66
20. Mentaltraining: Vertrauen 69
21. Die richtige Einstellung 72
22. Frustrationstoleranz 74
23. Schnelle Anpassungsfähigkeit 75
24. Bei Vorteil den Punkt machen 78
25. Bei Einstand den Punkt machen 79
26. Ausdauer 81
27. Aufwärmen 83
28. Nachbereitung 86
29. Belastung und Erholung 87
30. Lifetime-Training 92
31. Feedback 93
32. Team 95
33. Lifetime-Tennis - Lifetime-Unternehmen 99
34. Tipps zum Recruiting/Employer Branding auf einen Blick 103
35. Tipps zur Unternehmenskultur auf einen Blick 105
36. Tipps zur Führung auf einen Blick 106
37. Tipps zur Weiterentwicklung auf einen Blick 108
38. Tipps zur Arbeitsweise auf einen Blick 111
39. Tipps zum Team/zur Teamzusammensetzung auf einen Blick 114
Abkürzungen 116
29. Belastung und Erholung
Die Waage von Belastung und Erholung im Sport
Beim Superkompensationsprinzip8 geht es darum, wie sich meine Leistungsfähigkeit und mein Leistungsniveau im Zeitablauf verändert. Bezogen auf den Sport geht es um eine Leistungssteigerung, die durch einen ausgewogenen Wechsel aus Belastung und Erholung herbeigeführt wird.
In einer Abwandlung des Gedankens des Superkompensations-
prinzips gehe ich im Lebenszyklus des Arbeitslebens als zusätzlichem Aspekt von einer Wiedererlangung und Erhaltung der Leistungsfähigkeit aus.
Wir befinden uns am Schnittpunkt der X-und Y-Achse, Punkt 0/0. Jaron beginnt ein intensives Match. Zunächst ist er noch fit, rennt nach jedem Ball und kann selbst druckvolle Bälle spielen. Das Match ist intensiv, er rennt von rechts nach links, vor und zurück. Mit zunehmender Matchdauer ermüdet er. Nach dem Match ist er am Tiefpunkt seiner Leistungsfähigkeit. Nun beginnt seine Erholungsphase. Nach einer kurzen Nachbesprechung mit seinem Trainer Max ruht er sich aus, isst und trinkt etwas, dehnt sich, duscht sich, setzt sich. Er geht früh ins Bett und ist am nächsten Tag bereits wieder ganz gut erholt. Nach einem weiteren Tag Pause ist er wieder völlig fit und
sogar noch fitter als zuvor.
Im Sport findet ein Wechsel zwischen Belastung und Pause statt. Dies ist dem geschuldet, dass man nach körperlicher Verausgabung "einfach nicht mehr kann". Wird die Pause zu sehr verkürzt und weiter trainiert, ist man in den Einheiten weniger leistungsfähig, die Verletzungsgefahr erhöht sich, die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit dauert länger. Man gerät in das sogenannte Übertraining.
Belastung und Erholung im Büroalltag
Im Büroalltag ist die mentale Beanspruchung weniger zu merken. Es ist selbstverständlicher mehrere Stunden, ggf. abends und am Wochenende zu arbeiten und dabei zu kurze oder sogar gar keine Pausen zu machen. Wir kommen zunehmend in den Status des Übertrainings, schleichend, ohne es zu merken. In den letzten Jahren höre ich öfter als zu Beginn meines Berufslebens das Wort Burn-Out.
Haben Sie schon mal 8 Stunden am Stück gearbeitet? Und haben Sie schon mal 8 Stunden am Stück Sport gemacht, ohne Pause?
In den vielen Gesprächen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement9, die ich in den letzten Jahren führte, stellte ich fest, dass es meist nicht nur eine einzelne Belastung ist, dass jemand krankheitsbedingt ausfällt. Meist sind es 3 Faktoren, manchmal 2 intensive Faktoren. Die Faktoren liegen meist im privaten Umfeld, z.B. Pflege von Angehörigen, Kinderbetreuung in Verbindung mit Arbeit, eine eigene Erkrankung, für deren Genesung aufgrund der Arbeit und der Pflege oder der Betreuung zu wenig Zeit investiert wird.
Was bedeutet das für das Arbeitsleben? Ich halte mir den Wechsel zwischen Belastung und Pause vor Augen. Ich halte meine Mittagspausen ein. In den Mittagspausen sprechen wir bewusst nicht über Arbeitsthemen, sondern über Privates, Politik, aktuelle Ereignisse, Sport oder zu was wir Lust haben, oder welches Thema zufällig aufkommt.
Ich achte mittlerweile sehr gut darauf, meine Arbeitszeiten in Summe einzuhalten, so dass der Gesamtmix aus Arbeit und privatem Lebensbereich ausgeglichen ist. Dabei vereinbare ich sehr flexibel alle Lebensbereiche und alle Lebensbereiche nehmen dies glücklicherweise an. Ich habe früher beim Tennis gelernt und vielfach trainiert "zu sein, wo ich bin", d.h. beim Match die Konzentration auf den Platz zu richten. Wir haben bewusst trainiert, Ablenkungen "weg zu konzentrieren". Sprich, wenn jemand vorbeigelaufen ist, sich am Platzrand jemand unterhalten hat, vielleicht jemand versucht hat, mich mit Kommentaren aus dem Spiel zu bringen, habe ich dies nicht wahrgenommen und nicht darauf reagiert. Dies hilft, mich voll auf das zu konzentrieren, was ich gerade tue. Beim Tennis und bei der Arbeit im Büro. Ich bin, wo ich bin. Wenn ich mit meiner Familie zusammen bin, bin ich mit meiner Familie zusammen. Wenn ich meinem Kind vorlese, lese ich ihm vor, und weiß, was in dem Buch drinsteht. Wenn ich Tennis spiele, spiele ich Tennis. Wenn ich mich mit meinen Freunden unterhalte, bin ich konzentriert auf das, was sie mir erzählen.
Es gab eine Zeit, da hat meine Arbeit überhandgenommen. Über Jahre wurden zu viel Volumen und zu viele Aufgaben reingekippt. Wir haben das mit einem sehr guten Team (meine Kollegin Meike nannte es unser Hochleistungsteam) weggesteckt, lange weggesteckt. Wir haben die Aufgaben immer wieder geschafft, wir haben Neues sehr gut integriert und implementiert mit der Konsequenz, dass Weiteres bei uns abgeladen wurde.
Meine sämtlichen Versuche, die Diskrepanz zwischen Eingangsvolumen und Kapazitäten zu schildern und für Abhilfe zu sorgen, wurden von Vorgesetztenseite ignoriert. Der Gedanke, die Dinge liegen zu lassen, ist schwer umsetzbar, wenn sowohl man selbst als auch die Teammitglieder so gepolt sind, Möglichkeiten zu finden, Ergebnisse zu liefern, Unmögliches möglich zu machen und über sich selbst hinauszuwachsen.
Von "Nein-Sagen-Können" hören und lesen wir in einem solchen Zusammenhang häufig. Die Erwartungshaltung ist ein Thema. Die Frage ist, wie hoch der Druck ist, der auf uns ausgeübt wird, und wie viel Druck meinen wir wird auf uns ausgeübt.
Was können Sie für sich selbst tun? Kommunizieren Sie Ihre Grenzen, sagen Sie, wozu Sie bereit sind, seien Sie im Gegenzug flexibel, passen Sie sich an. Im Durchschnitt sollte es für alle Beteiligten passen. Eine 40-Stunden-Arbeit z.B. kann in der einen Woche eine 50-Stunden-Woche sein, in einer anderen Woche dafür eine 30-Stunden-Woche.
Familie und gute Freunde sind wichtig. Diese verzeihen viel. Überlegen Sie, was Ihnen wichtig ist. An was erinnern Sie sich vom letzten Jahr? An den letzten Vertrag, den Sie geschrieben haben, oder vielleicht den Spaziergang mit Ihrem Mann oder Ihrer Frau?
Ich halte ein Plädoyer für die Arbeit mit Belastung und Pause, da sie mit einem Ausgleich viel ausgeruhter und mit neuen Ideen an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren.
Was können Sie als Arbeitgeber, als Vorgesetzter dazu beitragen?
Leben Sie es vor, dass eine Arbeitszeit gibt, in der wir uns voll reinhängen und was erreichen, Ergebnisse liefern, Ideen entwickeln, das Unternehmen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, uns selbst weiterbringen. In den Arbeitspausen essen wir, schlafen wir, treffen uns mit Freunden, gehen unseren Hobbies nach, ziehen uns zurück und lesen ein Buch. Leben Sie den wichtigen Wechsel vor, gestatten Sie diesen, fordern Sie diesen ein, wenn Sie merken, dass jemand rund um die Uhr für die Arbeit da ist.
Bieten Sie als Arbeitgeber Flexibilität im Sinne von Vereinbarkeit der Tätigkeit, der Aufgaben und der privaten Lebensführung (Familie, Hobbies, Pflegesituationen, Überbrückung von Krankheiten der Kinder u.ä.), entlasten Sie in Summe die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Flexibles Arbeiten umfangreich gedacht, z.B. als Jahresarbeitszeit im Rahmen der Möglichkeiten der Arbeitszeitgesetze und nicht im Sinne von Flexibilität jenseits der eigenen Wochenarbeitszeit.
Ist das Vertrauen geschaffen, besteht ein Geben und Nehmen und wird dies von allen gefühlt so gelebt, wird ggf. die private Situation erläutert, was das Verständnis erhöht. Individuelle Lösungen werden gefunden im Arbeits-Lebens-Zyklus, z.B. für die Zeiten von Kita-Streiks, Schulschließungen usw.
In Summe bleiben wir auf einem viel höheren Leistungsniveau und durch die Impulse, die wir aus den unterschiedlichen Bereichen erhalten, entstehen neue, kreative Wege.
Tipps auf einen Blick
Unternehmenskultur leben, in der Pausen in Ordnung und sogar vorgesehen sind
Belastungssituationen im Blick halten und individuelle, situationsbezogene Maßnahmen ergreifen, diese zu entlasten. Beziehen Sie das Feedback der Kollegen ein, die die Jobs ausführen
Schaffung einer vertrauensvollen Arbeitsumgebung, so dass Sie die Gesamtsituation Ihrer Beschäftigten abschätzen und bei der Arbeitsverteilung beachten können
Die Waage von Belastung und Erholung im Sport
Beim Superkompensationsprinzip8 geht es darum, wie sich meine Leistungsfähigkeit und mein Leistungsniveau im Zeitablauf verändert. Bezogen auf den Sport geht es um eine Leistungssteigerung, die durch einen ausgewogenen Wechsel aus Belastung und Erholung herbeigeführt wird.
In einer Abwandlung des Gedankens des Superkompensations-
prinzips gehe ich im Lebenszyklus des Arbeitslebens als zusätzlichem Aspekt von einer Wiedererlangung und Erhaltung der Leistungsfähigkeit aus.
Wir befinden uns am Schnittpunkt der X-und Y-Achse, Punkt 0/0. Jaron beginnt ein intensives Match. Zunächst ist er noch fit, rennt nach jedem Ball und kann selbst druckvolle Bälle spielen. Das Match ist intensiv, er rennt von rechts nach links, vor und zurück. Mit zunehmender Matchdauer ermüdet er. Nach dem Match ist er am Tiefpunkt seiner Leistungsfähigkeit. Nun beginnt seine Erholungsphase. Nach einer kurzen Nachbesprechung mit seinem Trainer Max ruht er sich aus, isst und trinkt etwas, dehnt sich, duscht sich, setzt sich. Er geht früh ins Bett und ist am nächsten Tag bereits wieder ganz gut erholt. Nach einem weiteren Tag Pause ist er wieder völlig fit und
sogar noch fitter als zuvor.
Im Sport findet ein Wechsel zwischen Belastung und Pause statt. Dies ist dem geschuldet, dass man nach körperlicher Verausgabung "einfach nicht mehr kann". Wird die Pause zu sehr verkürzt und weiter trainiert, ist man in den Einheiten weniger leistungsfähig, die Verletzungsgefahr erhöht sich, die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit dauert länger. Man gerät in das sogenannte Übertraining.
Belastung und Erholung im Büroalltag
Im Büroalltag ist die mentale Beanspruchung weniger zu merken. Es ist selbstverständlicher mehrere Stunden, ggf. abends und am Wochenende zu arbeiten und dabei zu kurze oder sogar gar keine Pausen zu machen. Wir kommen zunehmend in den Status des Übertrainings, schleichend, ohne es zu merken. In den letzten Jahren höre ich öfter als zu Beginn meines Berufslebens das Wort Burn-Out.
Haben Sie schon mal 8 Stunden am Stück gearbeitet? Und haben Sie schon mal 8 Stunden am Stück Sport gemacht, ohne Pause?
In den vielen Gesprächen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement9, die ich in den letzten Jahren führte, stellte ich fest, dass es meist nicht nur eine einzelne Belastung ist, dass jemand krankheitsbedingt ausfällt. Meist sind es 3 Faktoren, manchmal 2 intensive Faktoren. Die Faktoren liegen meist im privaten Umfeld, z.B. Pflege von Angehörigen, Kinderbetreuung in Verbindung mit Arbeit, eine eigene Erkrankung, für deren Genesung aufgrund der Arbeit und der Pflege oder der Betreuung zu wenig Zeit investiert wird.
Was bedeutet das für das Arbeitsleben? Ich halte mir den Wechsel zwischen Belastung und Pause vor Augen. Ich halte meine Mittagspausen ein. In den Mittagspausen sprechen wir bewusst nicht über Arbeitsthemen, sondern über Privates, Politik, aktuelle Ereignisse, Sport oder zu was wir Lust haben, oder welches Thema zufällig aufkommt.
Ich achte mittlerweile sehr gut darauf, meine Arbeitszeiten in Summe einzuhalten, so dass der Gesamtmix aus Arbeit und privatem Lebensbereich ausgeglichen ist. Dabei vereinbare ich sehr flexibel alle Lebensbereiche und alle Lebensbereiche nehmen dies glücklicherweise an. Ich habe früher beim Tennis gelernt und vielfach trainiert "zu sein, wo ich bin", d.h. beim Match die Konzentration auf den Platz zu richten. Wir haben bewusst trainiert, Ablenkungen "weg zu konzentrieren". Sprich, wenn jemand vorbeigelaufen ist, sich am Platzrand jemand unterhalten hat, vielleicht jemand versucht hat, mich mit Kommentaren aus dem Spiel zu bringen, habe ich dies nicht wahrgenommen und nicht darauf reagiert. Dies hilft, mich voll auf das zu konzentrieren, was ich gerade tue. Beim Tennis und bei der Arbeit im Büro. Ich bin, wo ich bin. Wenn ich mit meiner Familie zusammen bin, bin ich mit meiner Familie zusammen. Wenn ich meinem Kind vorlese, lese ich ihm vor, und weiß, was in dem Buch drinsteht. Wenn ich Tennis spiele, spiele ich Tennis. Wenn ich mich mit meinen Freunden unterhalte, bin ich konzentriert auf das, was sie mir erzählen.
Es gab eine Zeit, da hat meine Arbeit überhandgenommen. Über Jahre wurden zu viel Volumen und zu viele Aufgaben reingekippt. Wir haben das mit einem sehr guten Team (meine Kollegin Meike nannte es unser Hochleistungsteam) weggesteckt, lange weggesteckt. Wir haben die Aufgaben immer wieder geschafft, wir haben Neues sehr gut integriert und implementiert mit der Konsequenz, dass Weiteres bei uns abgeladen wurde.
Meine sämtlichen Versuche, die Diskrepanz zwischen Eingangsvolumen und Kapazitäten zu schildern und für Abhilfe zu sorgen, wurden von Vorgesetztenseite ignoriert. Der Gedanke, die Dinge liegen zu lassen, ist schwer umsetzbar, wenn sowohl man selbst als auch die Teammitglieder so gepolt sind, Möglichkeiten zu finden, Ergebnisse zu liefern, Unmögliches möglich zu machen und über sich selbst hinauszuwachsen.
Von "Nein-Sagen-Können" hören und lesen wir in einem solchen Zusammenhang häufig. Die Erwartungshaltung ist ein Thema. Die Frage ist, wie hoch der Druck ist, der auf uns ausgeübt wird, und wie viel Druck meinen wir wird auf uns ausgeübt.
Was können Sie für sich selbst tun? Kommunizieren Sie Ihre Grenzen, sagen Sie, wozu Sie bereit sind, seien Sie im Gegenzug flexibel, passen Sie sich an. Im Durchschnitt sollte es für alle Beteiligten passen. Eine 40-Stunden-Arbeit z.B. kann in der einen Woche eine 50-Stunden-Woche sein, in einer anderen Woche dafür eine 30-Stunden-Woche.
Familie und gute Freunde sind wichtig. Diese verzeihen viel. Überlegen Sie, was Ihnen wichtig ist. An was erinnern Sie sich vom letzten Jahr? An den letzten Vertrag, den Sie geschrieben haben, oder vielleicht den Spaziergang mit Ihrem Mann oder Ihrer Frau?
Ich halte ein Plädoyer für die Arbeit mit Belastung und Pause, da sie mit einem Ausgleich viel ausgeruhter und mit neuen Ideen an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren.
Was können Sie als Arbeitgeber, als Vorgesetzter dazu beitragen?
Leben Sie es vor, dass eine Arbeitszeit gibt, in der wir uns voll reinhängen und was erreichen, Ergebnisse liefern, Ideen entwickeln, das Unternehmen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, uns selbst weiterbringen. In den Arbeitspausen essen wir, schlafen wir, treffen uns mit Freunden, gehen unseren Hobbies nach, ziehen uns zurück und lesen ein Buch. Leben Sie den wichtigen Wechsel vor, gestatten Sie diesen, fordern Sie diesen ein, wenn Sie merken, dass jemand rund um die Uhr für die Arbeit da ist.
Bieten Sie als Arbeitgeber Flexibilität im Sinne von Vereinbarkeit der Tätigkeit, der Aufgaben und der privaten Lebensführung (Familie, Hobbies, Pflegesituationen, Überbrückung von Krankheiten der Kinder u.ä.), entlasten Sie in Summe die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Flexibles Arbeiten umfangreich gedacht, z.B. als Jahresarbeitszeit im Rahmen der Möglichkeiten der Arbeitszeitgesetze und nicht im Sinne von Flexibilität jenseits der eigenen Wochenarbeitszeit.
Ist das Vertrauen geschaffen, besteht ein Geben und Nehmen und wird dies von allen gefühlt so gelebt, wird ggf. die private Situation erläutert, was das Verständnis erhöht. Individuelle Lösungen werden gefunden im Arbeits-Lebens-Zyklus, z.B. für die Zeiten von Kita-Streiks, Schulschließungen usw.
In Summe bleiben wir auf einem viel höheren Leistungsniveau und durch die Impulse, die wir aus den unterschiedlichen Bereichen erhalten, entstehen neue, kreative Wege.
Tipps auf einen Blick
Unternehmenskultur leben, in der Pausen in Ordnung und sogar vorgesehen sind
Belastungssituationen im Blick halten und individuelle, situationsbezogene Maßnahmen ergreifen, diese zu entlasten. Beziehen Sie das Feedback der Kollegen ein, die die Jobs ausführen
Schaffung einer vertrauensvollen Arbeitsumgebung, so dass Sie die Gesamtsituation Ihrer Beschäftigten abschätzen und bei der Arbeitsverteilung beachten können