
Libeccio - im Bann des Windes
Kriminalroman
Friede Westerholt(Author)
verlag hnb(Editor)
hnb-verlag
1st Edition
Published on 28. April 2015
Book
184 pages
978-3-943018-83-7 (ISBN)
Description
Die Anwältin Lea und ihr Lebensgefährte Stefano verbringen zu Hause einen Feierabend wie viele andere. Als die Kommissare Zocchi und Santoro wenige Stunden später zu ihrer Wohnung gerufen werden, liegt Stefano tot in der Tür. Die Nachforschungen drehen sich wie in einem Strudel anfänglich in langsamen, großen Kreisen um die Hauptverdächtigen, um die Beamten schließlich mitzureißen in ein immer dichter werdendes Spinnennetz aus unausgesprochenen Ängsten und heimlichen Sehnsüchten, aus Liebe, Wut, Auflehnung und Schuld. Der Libeccio, ein schwüler Herbstwind, macht die Menschen in der alten Hafenstadt Genua unruhig und spült ans Tageslicht, was lange geschlafen hatte .
More details
Language
German
Product notice
Unsewn / adhesive bound
Dimensions
Height: 210 cm
Width: 140 cm
Weight
180 gr
ISBN-13
978-3-943018-83-7 (9783943018837)
Schweitzer Classification
Persons
Friede Westerholt, 1961 in Gießen geboren, lebte, studierte und arbeitete zwanzig Jahre lang in Genua und drei Jahre in Caracas, bevor sie 1993 nach Deutschland zurückkehrte, wo sie als Kindheitspädagogin und wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist. Nach einigen Fachpublikationen ist "Libeccio - im Bann des Windes" ihr erster Roman.
Content
Bereits vor dem Wohnhaus deuteten weitere Streifenwagen und uniformierte Beamte auf den Tatort hin. Im Hausflur standen der Hausmeister Serrantoni, seine Frau und einige andere Hausbewohner. Sie tauschten ihre wenigen Informationen untereinander aus und ergänzten sie durch Spekulationen, was wohl vorgefallen war.
Im Eingangsbereich der Wohnung von Stefano Balocco und Lea Sandner im ersten Stock herrschte geschäftiges Treiben im grellen Licht einer Baulampe. Zwei weitere Beamte standen bei der Absperrung, und auf dem Boden an der Türschwelle machten weiße Markierungen auf Spuren aufmerksam.
Der Tote Stefano Balocco lag im Inneren der Wohnung links neben der Eingangstür auf dem Rücken, seine Brust war voller Blut. Wie am frühen Abend trug er eine Cordhose, eine Strickjacke und Pantoffeln.
Hauptkommissar Zocchi grüßte die Streifenpolizisten, die mit der Spurensicherung beschäftigten Kollegen der KTU und Luigi Rusca, den Gerichtsmediziner, mit dem er seit vielen Jahren per du war und der sich gerade über den Toten gebeugt hatte. Er bat um einen kurzen Bericht für sein Team.
Der Streifenpolizist erklärte, die Lebensgefährtin des Opfers, die den Notruf abgesetzt hatte, habe wohl noch versucht, ihren Partner zu reanimieren. "Der Notarzt konnte beim Eintreffen aber nur noch seinen Tod feststellen."
Rusca, der etwas unausgeschlafen und verknautscht wirkte, ergänzte: "Viel kann ich euch natürlich noch nicht sagen, Marco, aber ich würde davon ausgehen, dass der Messerstich in die Brust direkt das Herz verletzt hat und tödlich war."
Der Kollege der KTU ergänzte: "Die Brieftasche des Opfers haben wir noch nicht gefunden, und auch von der Tatwaffe fehlt bisher jede Spur. Es gibt keine Anzeichen für einen Einbruch. An der Haustür sind erwartungsgemäß sehr viele, teilweise verwischte Fingerabdrücke, auf dem kleinen Klingelknopf dagegen leider keine verwertbaren. Die Tür stand beim Eintreffen des Krankenwagens und der ersten Streife offen, und so wie das Opfer daliegt, kann man sie öffnen und schließen, ohne die Leiche zu berühren. Die Verteilung des Blutes deutet darauf hin, dass das Opfer hier getötet und danach nur noch geringfügig bewegt wurde."
"Was wissen wir über das Opfer?", fragte Zocchi in die Runde, und der Streifenpolizist fuhr fort:
"Es handelt sich um Stefano Balocco, fünfzig Jahre alt, Versicherungskaufmann. Seine Lebensgefährtin heißt Lea Sandner, sie sitzt mit einer Beamtin in einem der hinteren Zimmer der Wohnung. Sie hat erzählt, Balocco habe sich vor fast drei Jahren von seiner Ex-Frau getrennt und kürzlich die Scheidung eingereicht. Seine beiden Kinder, ein neunzehnjähriger Junge und ein einundzwanzigjähriges Mädchen, leben beide in Mailand. Frau Sandner hat auch angegeben, dass sie seit zwei Jahren zusammen waren und Anfang des Jahres diese Wohnung gemeinsam bezogen hatten."
"Ist sie ansprechbar?", fragte Zocchi.
"Ich denke, ja", sagte Rusca. "Sie ist mit einer Streifenpolizistin im Arbeitszimmer des Opfers, ganz hinten am Ende des Ganges."
"Commissario Santoro", bat Zocchi, "könnten Sie dann bitte mit Antonella Moresco die Nachbarn befragen? Ich möchte mich noch kurz am Tatort umsehen und dann mit Frau Sandner sprechen."
Im Eingangsbereich der Wohnung von Stefano Balocco und Lea Sandner im ersten Stock herrschte geschäftiges Treiben im grellen Licht einer Baulampe. Zwei weitere Beamte standen bei der Absperrung, und auf dem Boden an der Türschwelle machten weiße Markierungen auf Spuren aufmerksam.
Der Tote Stefano Balocco lag im Inneren der Wohnung links neben der Eingangstür auf dem Rücken, seine Brust war voller Blut. Wie am frühen Abend trug er eine Cordhose, eine Strickjacke und Pantoffeln.
Hauptkommissar Zocchi grüßte die Streifenpolizisten, die mit der Spurensicherung beschäftigten Kollegen der KTU und Luigi Rusca, den Gerichtsmediziner, mit dem er seit vielen Jahren per du war und der sich gerade über den Toten gebeugt hatte. Er bat um einen kurzen Bericht für sein Team.
Der Streifenpolizist erklärte, die Lebensgefährtin des Opfers, die den Notruf abgesetzt hatte, habe wohl noch versucht, ihren Partner zu reanimieren. "Der Notarzt konnte beim Eintreffen aber nur noch seinen Tod feststellen."
Rusca, der etwas unausgeschlafen und verknautscht wirkte, ergänzte: "Viel kann ich euch natürlich noch nicht sagen, Marco, aber ich würde davon ausgehen, dass der Messerstich in die Brust direkt das Herz verletzt hat und tödlich war."
Der Kollege der KTU ergänzte: "Die Brieftasche des Opfers haben wir noch nicht gefunden, und auch von der Tatwaffe fehlt bisher jede Spur. Es gibt keine Anzeichen für einen Einbruch. An der Haustür sind erwartungsgemäß sehr viele, teilweise verwischte Fingerabdrücke, auf dem kleinen Klingelknopf dagegen leider keine verwertbaren. Die Tür stand beim Eintreffen des Krankenwagens und der ersten Streife offen, und so wie das Opfer daliegt, kann man sie öffnen und schließen, ohne die Leiche zu berühren. Die Verteilung des Blutes deutet darauf hin, dass das Opfer hier getötet und danach nur noch geringfügig bewegt wurde."
"Was wissen wir über das Opfer?", fragte Zocchi in die Runde, und der Streifenpolizist fuhr fort:
"Es handelt sich um Stefano Balocco, fünfzig Jahre alt, Versicherungskaufmann. Seine Lebensgefährtin heißt Lea Sandner, sie sitzt mit einer Beamtin in einem der hinteren Zimmer der Wohnung. Sie hat erzählt, Balocco habe sich vor fast drei Jahren von seiner Ex-Frau getrennt und kürzlich die Scheidung eingereicht. Seine beiden Kinder, ein neunzehnjähriger Junge und ein einundzwanzigjähriges Mädchen, leben beide in Mailand. Frau Sandner hat auch angegeben, dass sie seit zwei Jahren zusammen waren und Anfang des Jahres diese Wohnung gemeinsam bezogen hatten."
"Ist sie ansprechbar?", fragte Zocchi.
"Ich denke, ja", sagte Rusca. "Sie ist mit einer Streifenpolizistin im Arbeitszimmer des Opfers, ganz hinten am Ende des Ganges."
"Commissario Santoro", bat Zocchi, "könnten Sie dann bitte mit Antonella Moresco die Nachbarn befragen? Ich möchte mich noch kurz am Tatort umsehen und dann mit Frau Sandner sprechen."