
Bürgerliche Netzwerke
Städtisches Vereinswesen als soziale Struktur - Halle im Deutschen Kaiserreich
Daniel Watermann(Author)
Vandenhoeck & Ruprecht (Publisher)
1st Edition
Published on 12. June 2017
Book
Hardback
365 pages
978-3-525-36853-4 (ISBN)
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Description
Die Frage nach der Beschaffenheit und Rolle des deutschen Bürgertums im 19. und 20. Jahrhundert hat seit den 1980er Jahren die sozial- und kulturgeschichtliche Forschung bewegt und eine immense Literaturfülle produziert - indes: Weder die Untersuchung gemeinsamer sozioökonomischer Klassenlagen noch Studien zu geteilten kulturellen Normen, Werten und Praktiken konnte eine befriedigende Antwort geben. Zu amorph und disparat schien das Bürgertum.
Die Studie von Daniel Watermann beschreitet einen neuen Weg. Mit der in den Geschichtswissenschaften innovativen Methode der Sozialen Netzwerkanalyse wird das gesamte Vereinswesen einer Stadt im Deutschen Kaiserreich dahingehend erforscht, welche Gruppen soziale Beziehungen miteinander eingingen. Ausgangspunkt für diese Analyse ist die Annahme, dass von einer Sozialformation Bürgertum nur dann sinnvoll gesprochen werden kann, wenn seine Angehörigen nicht nur durch eine gemeinsame Klassenlage, etwa als Wirtschafts-, Bildungsbürger oder höhere Beamte kennzeichnet waren, sondern reale Beziehungen zwischen diesen Gruppen ihr entscheidendes Charakteristikum bilden.
Mittels netzwerkanalytischer und sozialstatistischer Methoden konnte nicht nur die Existenz eines eng verbundenen Bürgertums nachgewiesen werden. Vielmehr wurde ersichtlich, dass das Bürgertum durch seine Stellung in den wohltätigen, religiösen und politischen Vereinen der Stadt nach wie vor eine zentrale Position einnahm und den maßgeblichen Bezugspunkt für die anderen Sozialgruppen darstellte. Zudem verdichteten sich seine Netzwerke zum Ende der Kaiserreichszeit noch. Die Annahme einer Auflösung oder einer Krise des Bürgertums vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs sollte daher wesentlich differenzierter betrachtet werden.
Die Studie von Daniel Watermann beschreitet einen neuen Weg. Mit der in den Geschichtswissenschaften innovativen Methode der Sozialen Netzwerkanalyse wird das gesamte Vereinswesen einer Stadt im Deutschen Kaiserreich dahingehend erforscht, welche Gruppen soziale Beziehungen miteinander eingingen. Ausgangspunkt für diese Analyse ist die Annahme, dass von einer Sozialformation Bürgertum nur dann sinnvoll gesprochen werden kann, wenn seine Angehörigen nicht nur durch eine gemeinsame Klassenlage, etwa als Wirtschafts-, Bildungsbürger oder höhere Beamte kennzeichnet waren, sondern reale Beziehungen zwischen diesen Gruppen ihr entscheidendes Charakteristikum bilden.
Mittels netzwerkanalytischer und sozialstatistischer Methoden konnte nicht nur die Existenz eines eng verbundenen Bürgertums nachgewiesen werden. Vielmehr wurde ersichtlich, dass das Bürgertum durch seine Stellung in den wohltätigen, religiösen und politischen Vereinen der Stadt nach wie vor eine zentrale Position einnahm und den maßgeblichen Bezugspunkt für die anderen Sozialgruppen darstellte. Zudem verdichteten sich seine Netzwerke zum Ende der Kaiserreichszeit noch. Die Annahme einer Auflösung oder einer Krise des Bürgertums vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs sollte daher wesentlich differenzierter betrachtet werden.
More details
Series
Thesis
Doctoral thesis
Universität Halle-Wittenberg
Language
German
Place of publication
Göttingen
Germany
Product notice
sewn/stitched
Cloth over boards
Illustrations
36
36 Tabellen
mit 16 farb. Netzwerkkarten, 5 Schaubildern und 36 Tabellen
Dimensions
Height: 23.7 cm
Width: 16 cm
Thickness: 2.9 cm
Weight
721 gr
ISBN-13
978-3-525-36853-4 (9783525368534)
Schweitzer Classification
Other editions
Additional editions

Daniel Watermann
Bürgerliche Netzwerke
Städtisches Vereinswesen als soziale Struktur - Halle im Deutschen Kaiserreich
E-Book
06/2017
1st Edition
Vandenhoeck & Ruprecht
€79.00
Available for download
Persons
Author
Dr. Daniel Watermann ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Series Editor
Manfred Hettling war bis 2021 Professor für Neuere Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ist Mitherausgeber von "Bürgertum. Neue Folge"; 2015 und 2022/23 war er Gastprofessor an der Universität Tokio.
Prof. Dr. Paul Nolte ist Professor für Neuere Geschichte mit dem Schwerpunkt Zeitgeschichte an der Freien Universität Berlin.