
Über das Zaudern
Joseph Vogl(Author)
diaphanes (Publisher)
2nd Edition
Published on 1. October 2007
Book
Pamphlet
128 pages
978-3-03734-020-2 (ISBN)
Article exhausted; check for reprint
Description
Der Band dokumentiert die erweiterte Fassung der Antrittsvorlesung Joseph Vogls an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ausgehend von Freuds 'Moses des Michelangelo' entwickelt Vogl nicht nur eine Theorie des Zauderns, sondern stellt ein veritables Zaudersystem vor. Die Zauderfunktion tritt als kontrapunktischer Begleiter einer das Abendland prägenden Geschichte der Tat in Erscheinung. Dies lässt sich über die 'Orestie' und Schillers 'Wallenstein' bis zu den 'Titanen' des Zauderns im 19. und 20. Jahrhundert verfolgen - ob es nun Melvilles Bartleby ist oder Musils 'Mann ohne Eigenschaften'.
Das Zaudern ist dabei keineswegs als simple Suspension des Handelns zu begreifen. Vielmehr markiert es die Schwelle zwischen Handeln und Nichthandeln, an der sich ein Zwischenraum reiner schöpferischer Potenz und Kontingenz auftut. In Form unrealisierter Varianten, die sich gleich einer 'Dunstschicht' um das Ereignis legen, lässt sich das systematische Zaudern methodisch für ein historisches und ästhetisches Untersuchungsprogramm reklamieren. Es erweist sich als Methode der Komplikation, mittels derer sowohl historisches als auch diskursives Geschehen auf seinen Nullpunkt zurückgeführt und in seiner Setzungsgewalt revidiert werden kann. Als Welthaltung, als Geste der Infragestellung werden das Zaudern und seine Pause schließlich zum Stützpunkt, zum Operationsfeld des Diskurses selbst.
Das Zaudern ist dabei keineswegs als simple Suspension des Handelns zu begreifen. Vielmehr markiert es die Schwelle zwischen Handeln und Nichthandeln, an der sich ein Zwischenraum reiner schöpferischer Potenz und Kontingenz auftut. In Form unrealisierter Varianten, die sich gleich einer 'Dunstschicht' um das Ereignis legen, lässt sich das systematische Zaudern methodisch für ein historisches und ästhetisches Untersuchungsprogramm reklamieren. Es erweist sich als Methode der Komplikation, mittels derer sowohl historisches als auch diskursives Geschehen auf seinen Nullpunkt zurückgeführt und in seiner Setzungsgewalt revidiert werden kann. Als Welthaltung, als Geste der Infragestellung werden das Zaudern und seine Pause schließlich zum Stützpunkt, zum Operationsfeld des Diskurses selbst.
Reviews / Votes
'Joseph Vogl schreibt eine Ode an das Zaudern - die Schattenseite der Tat. Denn wer nicht innehält, tilgt die Möglichkeit, dass alles auch anders sein könnte.' Ines Kappert, taz'Beinahe alles, was Vogl schreibt, elektrisiert - wie jetzt sein kleiner Versuch übers richtige Denken.' Christian Geyer, FAZ
'Das kleine Buch hält zwischen Nachdenken, Ratlosigkeit und Handeln so konzentriert die Schwebe, dass man es als exemplarisches Zaudern ansehen kann.' Elisabeth von Thadden, Die ZEIT
'The small book poises with such concentration between reflection, perplexity and action that you could consider it to be an exemplary hesitation.' Die ZEIT
'An ode to hesitation - the dark side of action. After all, those who never pause for a moment efface the possibility that everything could be different.' die tageszeitung
'Almost everything Vogl writes is electrifying - just like this little essay on proper thinking.' Frankfurter Allgemeine Zeitung
More details
Series
Language
German
Place of publication
Germany
Dimensions
Height: 17.5 cm
Width: 12.5 cm
Weight
140 gr
ISBN-13
978-3-03734-020-2 (9783037340202)
Schweitzer Classification
Other editions
New editions

Person
Author
Joseph Vogl ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literatur: Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Visiting Professor an der Princeton University, USA. Er lehrte u.a. an der Bauhaus-Universität in Weimar und der Ludwig-Maximilians-Universität in München und hat zahlreiche Monographien und Artikel veröffentlicht. Für seine Übersetzungen von Schlüsselwerken der neueren französischen Philosophie (darunter Gilles Deleuze: Differenz und Wiederholung, J.-F. Lyotard: Der Widerstreit) erhielt er 1988 den Übersetzerpreis zur Förderung der deutsch-französischen Beziehungen.
ISNI: 0000 0001 0914 2564 GND: 134045920
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