Stromzeit
Erinnerungen an das Kinderheim Schloss Beuggen 14.08.1967 - 15.10.1970
Andreas Völker(Author)
Lauber, Christian (Publisher)
Published on 1. August 2011
Book
Paperback/Softback
304 pages
978-3-942066-03-7 (ISBN)
Description
Eine Autobiografie. Tatsachenbericht aus dem ehemaligen evaangelischen Kinderheim Schloss Beuggen.
Deutschland, Ende der 1960er Jahre. Jugendliche, Hippies und Studenten brechen mit der Kriegsgeneration, revoltieren gegen Autoritäten und kämpfen für ihre Freiheit. Sie hören Rockmusik, tragen lange Haare und suchen nach einem neuen, von gesellschafltichen Tabus und Zwängen befreiten Leben.
Doch im evangelischen Kinderheim "Schloss Beuggen" in Rheinfelden bei Lörrach werden die Kinder von ihren religiös-fanatischen Erziehern von diesen Entwicklungen abgeschnitten. Mit brutaler Strenge, körperlicher und psychischer Gewalt sollen sie zu "gläubigen, anständigen" Menschen "erzogen" werden.
Andreas Völker war von August 1967 bis Oktober 1970 in jenem Heim untergebracht und schildert in diesem autobiografischen Bericht seine erschütternden Erfahrungen. Dieses offenherzige, berührende Zeugnis über die damalige Situation in einem deutschen Kinderheim erzählt zugleich die spannenden und abenteuerlichen Erfahrungen eines Jungen an der Schwelle zwischen Kindheit und Jugend.
Deutschland, Ende der 1960er Jahre. Jugendliche, Hippies und Studenten brechen mit der Kriegsgeneration, revoltieren gegen Autoritäten und kämpfen für ihre Freiheit. Sie hören Rockmusik, tragen lange Haare und suchen nach einem neuen, von gesellschafltichen Tabus und Zwängen befreiten Leben.
Doch im evangelischen Kinderheim "Schloss Beuggen" in Rheinfelden bei Lörrach werden die Kinder von ihren religiös-fanatischen Erziehern von diesen Entwicklungen abgeschnitten. Mit brutaler Strenge, körperlicher und psychischer Gewalt sollen sie zu "gläubigen, anständigen" Menschen "erzogen" werden.
Andreas Völker war von August 1967 bis Oktober 1970 in jenem Heim untergebracht und schildert in diesem autobiografischen Bericht seine erschütternden Erfahrungen. Dieses offenherzige, berührende Zeugnis über die damalige Situation in einem deutschen Kinderheim erzählt zugleich die spannenden und abenteuerlichen Erfahrungen eines Jungen an der Schwelle zwischen Kindheit und Jugend.
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Andreas Völker: StromzeitErinnerungen an das Kinderheim Schloss Beuggen Christian Kretz bruchsal.org - Netzzeitung für BruchsalSamstag, 30. Juli 2011 - 18:43 Ein Eintauchen in die dumpfe Vor-68er Atmosphäre eines kirchlichen Kinderheims verlangt Andreas Völkers autobiografischer Bericht "Stromzeit" seinem Leser ab. Man gerät bei der Lektüre unweigerlich in den emotionalen Strudel ebenso abwegiger wie brutaler Erziehungsmethoden der späten 60er sowie der ausweglosen Verzweiflung des Protagonisten und seiner Leidensgenossen. Nicht nur die religiös verbrämten systematischen Misshandlungen von Schutzbefohlenen im evangelischen Kinderheim Schloss Beuggen machen betroffen, auch die völlig unkritische Haltung einer weitgehend obrigkeitshörigen Öffentlichkeit öffnet die Augen für die Abgründe einer Zeit, in der körperliche Züchtigung und seelische Grausamkeit zum anerkannten pädagogischen Instrumentarium gehörten und gutgläubige Eltern ihre eigenen Kinder ohne zu hinterfragen an zweifelhafte Autoritäten, oft auch im Schatten des Kirchturms, auslieferten. Die vielleicht naheliegende Annahme, "Stromzeit" sei nicht mehr als die private Abrechnung des Autors mit einer verhassten Institution und ihren Repräsentanten, greift zu kurz, wenn man sieht, wie schonungslos der Autor durchgängig mit seiner eigenen Person umgeht. Nichts erweckt hier auch nur den Eindruck einer Verharmlosung, von der Schilderung des eigenen aggressiven Verhaltens über die vor Angst verpinkelte Hose bis hin zu den homosexuellen Tätlichkeiten mit anderen Insassen. Umso authentischer und damit eindringlicher wirken da die Übergriffe der sogenannten Erzieher in Schloss Beuggen auf ihre Zöglinge. Fast hat man das Gefühl, man stumpfe beim Lesen gemeinsam mit dem Ich-Erzähler ab gegenüber oftmals unglaublich sadistischen Strafen, die die Jugendlichen zu Kadavergehorsam erziehen sollen. Zum Erreichen dieses Ziels verstoßen die Pädagogen in Schloss Beuggen gegen nahezu jedes Prinzip der Menschlichkeit, wenn sie beispielsweise beanstandetes Fehlverhalten nicht nur offen anprangern und abstrafen, sondern Einzelne in der Gruppe gezielt sozial ächten und die Solidarität der Jugendlichen systematisch unterbinden. Man ertappt sich beim Lesen gar dabei, wie man auf immer weitere Steigerungen, auf immer drakonischere Strafen in dieser rechtsfreien, nach oben offenen Gewaltspirale regelrecht wartet. Welche Auswirkungen solche Gewalt und Willkür auf einen jungen Menschen hat, lässt sich bei der Lektüre erahnen. Dabei analysiert Völker nicht, er interpretiert nicht, er beschreibt. Schreiben nicht als Anklage, Schreiben als Therapie. Die literarische Form des Berichts überlässt die Deutung und Bewertung des Geschehens dem Leser und intensiviert so die Botschaft."Stromzeit" ist eines jener Bücher, die man nicht mehr aus der Hand legt, wenn man sie erst einmal begonnen hat, auch wenn man selbst kaum mehr die allerletzten unseligen Auswüchse der beschriebenen Epoche am eigenen Leib erlebt hat. Der einfache Sprachduktus und der umgangssprachliche Ton wirken authentisch und tragen zur Eindringlichkeit des Werks bei, das an vielen Stellen unter die Haut geht. Fazit: Ein Zeitdokument, das den Segen der 68er-Umwälzungen gewissermaßen in nucleo verstehen lässt.Quelle: http://www.bruchsal.org/story/andreas-v%C3%B6lker-stromzeitMore details
Language
German
Place of publication
Germany
Target group
Alle die interessiert sind an:<BR>- Pädagogik<BR>- Heimerziehung (in den 1960er und 1970er Jahren)<BR>- Entwicklung vom Kind zum Jugendlichen<BR>- Geschichte deutscher Kinderheime in den 1960er und 1970er Jahren<BR>- Autobiografien<BR>- Kinderheim Schloss Beuggen bei Rheinfelden
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 14.9 cm
Weight
396 gr
ISBN-13
978-3-942066-03-7 (9783942066037)
Schweitzer Classification