Lach dich locker
So lachen Sie sich erfolgreich, glücklich und gesund
Goldmann (Publisher)
Published on 20. February 2006
Book
Paperback/Softback
288 pages
978-3-442-16780-7 (ISBN)
Description
Wer viel lacht, ist gesünder, glücklicher und erfolgreicher. Denn intensives Lachen hat positive Auswirkungen auf das Immunsystem, es macht stark in Krisenzeiten, fördert die Kreativität, hilft Konf likte zu lösen und stärkt das soziale Miteinander. Zwei Lach-Profis zeigen, wie man durch gezielte Übungen und Meditationen die Kraft des Lachens im Alltag nutzen kann.
More details
Series
Language
German
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 12.5 cm
ISBN-13
978-3-442-16780-7 (9783442167807)
Schweitzer Classification
Persons
Heiner Uber, geboren 1951, ist Buchautor und Journalist (u. a. für "Die Zeit"). Nach intensiver Beschäftigung mit Lachyoga während seiner verschiedenen Indienaufenthalte arbeitet er zudem als Laughter-Coach für Unternehmen und veranstaltet Lachseminare.<b
Content
EIN VORWORT
LUST AUF LACHEN
Worum es in diesem Buch geht
- Dem Lachen auf der Spur
AM ANFANG WAR DAS LACHEN
Von der evolutionären Bedeutung der Freude
- Friedensgesten, Freundschaftsangebote und vertrauensbildende Maßnahmen
- Wie die Schadenfreude in die Welt gekommen ist
LACHEN ALS ERLÖSUNG UND ERLEUCHTUNG
Von der Heiterkeit im Himmel
- Und Gott lacht doch
- Die subversive Kraft des Lachens
- Das Lachen ist der Weg
ANDERE LÄNDER - ANDERE LACHER
Eine kurze Kulturgeschichte des Fröhlichseins
- Unterschiedliche Lachkultur
- Kulturübergreifendes Lachen
DER GROßE LACHANFALL
Von Ursprung und Wirkung des Hasya-Yoga
- Die Wurzeln des Hasya-Yoga
- Was Lachen mit Yoga zu tun hat
- Von der Kraft der Mudras
- Warum sind Smileys gelb?
- Pawlows berühmter Hund und Lachyoga
- Hasya-Yoga für Blumen - ein Witz, kein Witz
GELACHT WIRD IM GEHIRN
Was in unserem Kopf passiert, wenn wir lustig sind
- Die Rolle der Mitlacher
- Lachtraining fürs Gehirn
- Das Drogenlabor zwischen unseren Ohren
- Lachen als neuronale Vernetzung
- Was Komik und Kreativität miteinander zu tun haben
- Der Stoff, aus dem die Freude ist
LACHEN - DIE BESTE MEDIZIN
Wenn Heiterkeit heilt
- Schmerz- lach nach
- Die Sache mit dem Stress
- Wenn das Herz mitlacht
- Lachen für das Immunsystem
DIE LACH-AG
Warum der Erfolg dem Lachen folgt
- Der Fall Martin
- Wenn wir nichts zu lachen haben, haben wir sehr wohl etwas zu lachen
- Resonantes und dissonantes Management
- Teamarbeit ist Lacharbeit
EXKURS ÜBER VERANTWORTUNG
Was Lachen mit der Globalisierung zu tun hat
- Entschieden entscheiden
- Vom Fachmeeting zum Lachmeeting
- Mut tut gut
- Auf die Entscheidungen kommt es an
- Vielfalt der Alternativen statt Entweder-oder
- Eine Kultur der humanen Wertorientierung
LACH MICH AN - MACH MICH AN
Wie Liebe und Lachen miteinander zusammenhängen
- Liebesindikator Lachen
- Kurzer Exkurs über lachende Autos
- It is love
- Lachen - der Kitt jeder Paarbeziehung
LEBEN NACH DEM LACHPRINZIP
Wie man sich erfolgreich, glücklich und gesund lacht
- Die Kraft der Gedanken
- Bevor man mit Lachyoga loslegt
- Hoho hahaha: die Übungen des Hasya-Yoga
- Hasya-Mudra
- Eine Art Beipackzettel für Hasya-Yoga
- Lachen- schöner Götterfunke
NOCH MEHR LACHPRINZIP
Seminare, Termine, Informationen, Literatur
ANMERKUNGEN
Register
EIN VORWORT
von Richard R. Ernst, Nobelpreis für Chemie 1991
WIE VIEL ERNST VERTRÄGT EIN BUCH ÜBER DAS LACHEN?
Wie viel Ernst verträgt ein Vorwort zu einem Buch mit dem Titel Lach dich locker? Keine Angst, die Toleranzgrenze ist niedriger, als der geneigte Leser zu denken glaubt! So hat mir einmal im Gymnasium der Lehrer in darstellender Geometrie mit dem Namen Otto Fröhlich anlässlich von Allotria meinerseits eingeschärft: 'Seien Sie Ernst, ich bin Fröhlich!' Natürlich ohne viel Erfolg! Spaß und Lachen gehören zum Leben - nicht nur, aber ganz besonders - eines fünfzehnjährigen Wildwuchses, der Tag für Tag in die sterile Schulbank gezwungen wurde. Sie wissen, wer lacht, lebt länger! Und so lebt in der Tat der 'Ernst' mit seinen 71 Jahren noch immer fröhlich.
Lachen ist eine Reaktion auf eine so lächerlich ernste Welt. Also lieber Ernst heißen, als ernst sein! Sicher sind Sie nach dem Verstehen des wissenschaftlichen 'Lachprinzips' in allen Lachfach-Fragen klüger, vielleicht können Sie sogar leichter und häufiger lachen. Womöglich erhöhen sich sogar Ihre Chancen, eine Professur für Lachologie zu erhalten und dabei ebenso lächerlich zu werden wie alle Dozenten, die ihr Fachgebiet zu tierisch ernst nehmen. Dann können Sie den Witz, den Sie schon in Ihrer preisgekrönten Habilitationsarbeit behandelt haben, Jahr für Jahr wieder von neuem analysieren und sezieren, bis wirklich auch allen Hörern das Lachen vergangen ist.
Was hat nun, mögen Sie fragen, ein Chemiker als Vorwortschreiber in einem Buch über das Lachen verloren, zumal wenn dieser Chemiker auch noch mit Familiennamen Ernst heißt? Ich kann Ihnen antworten: pure Freude und Fröhlichkeit. Pure Freude darüber, dass meine Arbeit dazu beigetragen hat, einen Forscherblick in die Gehirne der Menschen zu werfen und ich indirekt einen bescheidenen Beitrag leistete, dem Lachen auf die 'neuronale Wurzel' zu fühlen.
Auf jeden Fall wünsche ich den geneigten Leserinnen und Lesern viele Lachfreuden beim Verschlingen dieses Buches. Vielleicht sind Sie nachher ein besserer Mensch, der von seiner Umgebung kaum mehr erkannt wird. Vielleicht wagen Sie es dann auch, von der Kanzel herunter einen Witz in die andächtige Gemeinde zu schmettern, den die Zuhörer nie wieder vergessen werden und der Sie unsterblich macht. Vielleicht werden Sie gelassener Ereignisse verdauen können, die vorher für Sie Schicksalsschläge bedeutet hätten. Vielleicht lernen Sie auch, Ihren fantasielosen Chef besser zu ertragen. Kurzum - werden Sie durch dieses Buch zu einem fröhlicheren Menschen, der auch über sich selbst lachen kann und für die Umgebung wesentlich pflegeleichter wird als ein nörgelnder ewiger Griesgram.
LUST AUF LACHEN
WORUM ES IN DIESEM BUCH GEHT
Jeder macht es, jeder mag es, alle kennen es, alle können es. Kaum fängt einer an, machen wir mit. Das gilt in Kenia wie in China und in Ingolstadt wie in Indonesien. Die Rede ist von einer der ältesten Fähigkeit des Menschen, wahrscheinlich ebenso alt wie Sex und Fortpflanzung und wesentlich älter als das Sprechen oder gar Schreiben. Die Rede ist vom Lachen. Gelacht haben die Menschen schon, als sie vor einer halben Million Jahren als zottelige Horde über die Savannen zogen. Und solange es Menschen gibt, solange wird es auch das Lachen geben. Dieses Buch handelt vom Lachen. Lachen ist viel wichtiger, als man bisher dachte.
[GUT ZU WISSEN
Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass positiv gestimmte Menschen eine um rund fünf Jahre höhere durchschnittliche Lebenserwartung haben als ihre miesepeterigen Zeitgenossen.]
Auch wir Autoren sind überzeugt: Wer nach dem 'Lachprinzip' lebt, lebt einfach besser. Dieses Buch zeigt Ihnen, welchen konkreten Nutzen das Lachen, diese Mutter aller Kraft spendenden Mentalstrategien, für uns Menschen hat. Es soll Lust auf Lachen machen, weil Lachen gut tut, gesund ist, die Kreativität steigert, Erfolg und Glück fördert - wenn das nicht allein schon Grund genug ist, einfach zu lachen und den Weg der Heiterkeit umgehend einzuschlagen.
Die Menschheit konnte schon Flugzeuge bauen und fliegen, Atombomben zünden und von Hamburg nach Haiti telefonieren, da wusste man immer noch nicht, warum wir eigentlich lachen. Natürlich weil etwas lustig ist. Aber genau so gut könnten wir auch mit der Zunge schnalzen oder mit den Fingern schnippen. Doch das macht der Mensch nicht, sondern - er lacht. Für vieles hat sich die Wissenschaft interessiert, aber das Lachen zu erforschen lag für Neurologen, Biologen und Psychologen so weit entfernt wie die Sahara für eine Polarexpedition. Kaum ein Mediziner, der sich noch vor einer oder zwei Generationen der Volksweisheit 'Lachen ist die beste Medizin' anschließen wollte. Sich mit so etwas zu beschäftigen galt bis vor kurzem unter Wissenschaftlern eher als 'lächerliche' denn als ernst zu nehmende Forschung - mit folglich deutlichen Wissenslücken verglichen mit der Fülle empirischer Daten, die wir über Sexualität, Depression oder Schlaflosigkeit zur Verfügung haben.
Zugegeben: Lachen ist ein 'schwieriger' Forschungsgegenstand - es tritt nur spontan und meist auch nur kurzzeitig auf. Und vor allem: Was auch sollte man untersuchen? Wie viel Luft beim Lachen aus dem Mund stößt oder ob Frauen häufiger als Männer lachen? Lange konnte die Wissenschaft nichts Zweckdienliches im Lachen entdecken. Auch die abendländische Philosophie tat sich in ihrem akademischen Ernst schwer mit dem Lachen. Im Vergleich zu Legionen dicker Bände über Dialektik, Ethik und Ästhetik hat sie zu diesem Thema nicht viel und wenn, dann zumeist Falsches beigesteuert. Arthur Koestler, Philosoph und Schriftsteller, brachte das mangelnde Verständnis auf den Punkt: Lachen befand er, sei ein 'Luxusreflex', 'dessen Besonderheit in erster Linie darin besteht, keinerlei biologischen Nutzen zu haben.' Allerdings ist den Hegels und Heideggers zugute zu halten, dass sie auf keine Kenntnisse der neuralen Vorgänge im Gehirn zugreifen konnten, dass sie weder von der Bedeutung des limbischen Systems noch von Dopamin und Endorphinen je gehört hatten.
[ALLES HAT EINEN SINN
Die Natur kennt vom weißen Fell des Eisbären bis zum langen Hals der Giraffe keine sinnlosen Investitionen. Was nutzlos ist, wird aussortiert. Lachen muss also im Lauf der Evolution einen Überlebensvorteil gebracht haben, andernfalls hätte die Natur das Lachen nicht erfunden oder, falls doch, es als zwecklos wieder verworfen.]
Erst moderne Techniken wie Computer-Magnetresonanztomographie und Verfahren der Molekularbiologie setzten die Wissenschaftler in die Lage, dem 'Sinn des Lachens' genauer nachzuspüren - mit überraschenden, teilweise sogar sensationellen Ergebnissen. Seitdem entwickeln sich immer präzisere Vorstellungen, wo die Quelle allen Lachens sitzt, wie sie funktioniert und warum letztendlich das Lachen für den Menschen so lebenswichtig ist. Wir werden in diesem Buch Forschern wie Ilona Papousek, Professorin für Biopsychologie in Graz, dem Neuroimmunologen Lee Berk von der Loma Linda Universität in Kalifornien und dem Neurologen Dean Mobbs von der Stanford Universität begegnen. Ihre Arbeit beweist, dass Lachen entschieden mehr ist als Koestlers 'Luxusreflex', dass tatsächlich enge Zusammenhänge zwischen Lachen und Gesundheit, Lachen und Glücklichsein, Lachen und Erfolg bestehen.
LACHEN ALS LEBENSELIXIER
Deshalb wendet sich dieses Buch an Menschen, die bislang wenig, und auch an jene, die schon immer viel gelacht haben. An die Ärztin und den Heilpraktiker, weil Lachen körpereigene Heilkräfte stärkt, genauso wie an den Manager, weil eine heitere Unternehmenskultur die erfolgreichere ist. Vor allem aber will Lach dich locker eine Anleitung sein für alle Menschen, die wieder glücklich werden wollen. Lachen ist ein Lebenselixier, es ändert unsere Lebenseinstellung, verfahrene und blockierte Situationen lösen sich auf. Aus diesem Grund ist Lachen so wichtig - im Beruf und mit dem Partner im Bett, für die Karriere und generell für mehr Harmonie und Verständnis zwischen den Menschen.
Doch wie soll das gehen: sich erfolgreich und glücklich lachen? Kann Erfolg und Freude reine Übungssache sein? Hat, wer sich erfolglos, freudlos und unglücklich fühlt, nur noch nicht gelernt, sich durch aufbauende Emotionen zu motivieren? Vieles spricht dafür: Antonio Damasio, einer der international renommiertesten Hirnforscher, konnte beweisen, dass jeder Denkvorgang sich automatisch mit neurochemischen und hormonellen Prozessen und als Folge davon mit Emotionen - positiven wie negativen - verknüpft.
[GUT ZU WISSEN
Bei angenehmen Emotionen, und da zuallererst beim Lachen, wird unser Gehirn positiv stimuliert, die Lebensfreude wird gesteigert.]
DEM LACHEN AUF DER SPUR
Gleich zu Beginn dieses Buches gehen wir der Frage nach, warum die Evolution das Lachen 'erfunden' hat. Ferner interessiert uns, ob der Mensch das einzige Säugetier mit der Fähigkeit zum Lachen ist. Wir erfahren weiter, ob der aufrechte Gang des Menschen mit eben dieser Fähigkeit zu tun hat. Anschließend unternehmen wir eine Reise: Sie führt uns in benediktinische Klöster und in den Himmel über Bayern, von da aus weiter nach Indien, China und Japan. Wir treffen dabei Lachyogis, eine schallend lachende Heilige Maria, dickbäuchige, sich vor Lachen kugelnde Bodhisattvas und einen milde lächelnden Buddha. Auf seinen Spuren wandern wir den 'Zen-Weg zum heiteren Menschen'. Ziel dieser Exkursionen ist es, verschiedene Kulturen des Lachens kennen zu lernen, für uns zu nutzen und die Frage zu beantworten: Wird im Himmel eigentlich gelacht?
Damit ist unsere Reise noch nicht zu Ende. Sie führt uns weiter mitten in unser Gehirn und dort in das so genannte mesotelencephale Belohnungssystem. Es ist Teil des limbischen System und gehört zum entwicklungsgeschichtlich ältesten Bereich unserer grauer Zellen. Das limbische System wird auch Reptilienhirn genannt, weil wir Menschen es nicht nur mit Elefanten, Hasen und Ratten, sondern auch mit Schlangen, Schildkröten und Krokodilen gemein haben. Wenn wir lachen, passieren in diesem mesotelencephalen Belohnungssystem erstaunliche Vorgänge. Einer davon hängt eng mit der Gesundheit und den Selbstheilungskräften des Körpers zusammen.
[Gut zu wissen
Lachen, das haben die Forscher mittlerweile herausgefunden, hat schmerzlindernde Wirkung, es stimuliert das Immunsystem und wirkt gleich einem körpereigenen Medikament bei hohem Blutdruck.]
Diese mittlerweile in klinischen Untersuchungen wiederholt nachgewiesenen positiven Effekte wollen wir uns genauer ansehen.
Ein eigenes Kapitel widmet sich den Techniken des Hasya oder Lachyoga, mit denen man sich in euphorische Glücksgefühle katapultieren kann. Lachyoga stammt aus Indien und ist tief in der traditionellen Heilkunde des Subkontinents verwurzelt. Wir wollen es ausführlich vorstellen, seine Anwendung beschreiben und damit zeigen: Heiterkeit kann man lernen. Die Kraft des Lachens kann jeder nutzen, im Beruf wie im Privaten.
'Leben nach dem Lachprinzip' heißt die Aufforderung in der weiteren Folge. Dabei geht es weniger faktisch, dafür aber praktisch zur Sache: Wir zeigen, wie Sie eine positive Lebenseinstellung entwickeln können, was das mit Lachen zu tun hat und wie und wann Sie die positive Kraft des Lachens erfolgreich einsetzen können. Es geht dabei um Sex und Lachen, um Lachen als Sozialisierung im Unternehmen, um das Lachen als Gegenentwurf zur Krise, das Lachen zur Bewältigung von Stress. Ein wichtiger Aspekt sind die erst in letzter Zeit entdeckten positiven Auswirkungen des Lachens in Gesundheitsvorsorge und Heilung. Wir berichten von aktuellen Entwicklungen in den unterschiedlichsten Therapiebereichen und wie man dabei Lachyoga einsetzen kann.
WER LACHT, KANN NICHT GLEICHZEITIG AGGRESSIV SEIN.
Deshalb hat Lachen auch eine - in unserer Zeit weitgehend unterschätzte - gesellschaftliche und politische Dimension. Wir, die Autoren, sind davon überzeugt, dass das globale Wirtschaftsleben weltweit in den kommenden zwei Jahrzehnten einen Paradigmenwechsel erfahren muss, will die Menschheit nicht in eine ökonomische wie ökologische Sackgasse mit katastrophalen Folgen schlittern. Themen wie globale Verantwortung und Wirtschaftsethik, der Übergang vom konfrontativen zum kooperativen Management müssen zunehmend das Wertesystem am einzelnen Arbeitsplatz bis in die Spitzen der Konzerne bestimmen. Vielleicht mag an dieser Stelle die Vorstellung noch lächerlich erscheinen, was ein einfaches Lachen mit solch globalem Anliegen zu tun hat. Doch gleich im folgenden Kapitel erfahren wir, dass Lachen primär eine Friedensgeste ist - und das nicht erst seit ein paar tausend Jahren. Lachen gehört zum archaischen Repertoire des Menschen, das bis in jene Zeit zurückreicht, als sich unsere Ahnen von den Savannen Zentralafrikas auf den Weg in die letzten Winkel des Globus machten. Einem Repertoire, das für uns späte Enkel dieser Steppenvorfahren in Moskau und Berlin, in München und Bombay nichts von seiner Bedeutung verloren hat.
ES BEGANN MIT EINEM LACHEN
Die verbindende Wirkung des Lachens haben wir, die Autoren, vor ein paar Jahren selbst auf sehr amüsante Weise erfahren. Wir begegneten uns damals erstmals in München in einer Weinhandlung, jeder von uns beiden griff im selben Augenblick zur selben Flasche australischen Shiraz, von der es nur mehr diese einzige, letzte gab. Wir lachten uns - jeder diese Flasche Wein halb in seiner Hand - an und beschlossen, sie gemeinsam zu trinken. Diesem ersten Treffen folgten etliche weitere, bald entdeckten wir ähnliche Interessen und Ansichten und stellten mit Erstaunen fest, dass auch unsere Berufe ähnliche Inhalte haben.
- André Steiner, der Psychologe, Zen-Trainer, der als Coach für Persönlichkeitsentwicklung, Seminarleiter und Berater für Unternehmenskultur, Kommunikation und Führungsmanagement arbeitet
- Heiner Uber, Buchautor, als Laughter-Coach und Lachexperte mit Seminaren wie Vorträgen europaweit unterwegs.
In vielen und langen Gesprächen diskutierten wir die Parallelen des Zen mit denen des Hasya-Yoga und entwarfen ein Konzept, wie die positive Kraft des Lachens im privaten wie im geschäftlichen Bereich, also von der Familie bis zur Firma, zu nutzen sei. Dabei entstand auch die Idee zu 'Lach dich locker'. Einem Buch, das ohne die Mithilfe einiger Menschen in seiner jetzigen Form jedoch nicht möglich geworden wäre. Da ist zuerst Professor Richard Ernst, der Schweizer Nobelpreisträger für Chemie, dessen Forschungen die Magnetresonanztomographie und damit den 'Blick' ins Gehirn wie auf die Vorgänge dort während des Lachens möglich gemacht haben. Wir möchten uns an dieser Stelle für sein Vorwort bedanken. Ein dickes 'Dankeschön' geht auch an die Grazer Universität und dort an die Professorin für Biologische Psychologie Ilona Papousek. Sie erforscht die emotionalen und gesundheitlichen Auswirkungen des Lachens. Großzügig stellte sie uns aktuellste Ergebnisse zur Verfügung.
Zum Schluss noch einige wenige Hinweise zum Buchtext selbst. Wenn wir im Folgenden allgemein von Managern, Studenten, Autofahrern oder Software-Programmierern sprechen, dann sind natürlich immer auch Managerinnen, Studentinnen, Autofahrerinnen und Software-Expertinnen gemeint. Ferner: Weil wir 'Lach dich locker' als Autorenduo verfasst haben und jeder von uns beiden dieses oder jenes Beispiel aus der eigenen Coaching-Praxis und dem eigenen Erleben berichtet, haben wir uns zur besseren Orientierung des Lesers entschlossen, jeweils in Klammern ein (A.S.) für André Steiner oder ein (H.U.) für Heiner Uber anzufügen, sobald einer von uns aus seiner 'Ich-Perspektive' erzählt. Nun bleibt nur noch, dem Leser kurzweilige Stunden voll Sach- und Lachinformationen zu wünschen und ihn einzuladen, uns auf eine gelotologische, sprich lachwissenschaftliche Reise zu begleiten, die im Schatten eines gigantischen Braunkohlebaggers beginnt.
AM ANFANG WAR DAS LACHEN
Von der evolutionären Bedeutung der Freude
LUST AUF LACHEN
Worum es in diesem Buch geht
- Dem Lachen auf der Spur
AM ANFANG WAR DAS LACHEN
Von der evolutionären Bedeutung der Freude
- Friedensgesten, Freundschaftsangebote und vertrauensbildende Maßnahmen
- Wie die Schadenfreude in die Welt gekommen ist
LACHEN ALS ERLÖSUNG UND ERLEUCHTUNG
Von der Heiterkeit im Himmel
- Und Gott lacht doch
- Die subversive Kraft des Lachens
- Das Lachen ist der Weg
ANDERE LÄNDER - ANDERE LACHER
Eine kurze Kulturgeschichte des Fröhlichseins
- Unterschiedliche Lachkultur
- Kulturübergreifendes Lachen
DER GROßE LACHANFALL
Von Ursprung und Wirkung des Hasya-Yoga
- Die Wurzeln des Hasya-Yoga
- Was Lachen mit Yoga zu tun hat
- Von der Kraft der Mudras
- Warum sind Smileys gelb?
- Pawlows berühmter Hund und Lachyoga
- Hasya-Yoga für Blumen - ein Witz, kein Witz
GELACHT WIRD IM GEHIRN
Was in unserem Kopf passiert, wenn wir lustig sind
- Die Rolle der Mitlacher
- Lachtraining fürs Gehirn
- Das Drogenlabor zwischen unseren Ohren
- Lachen als neuronale Vernetzung
- Was Komik und Kreativität miteinander zu tun haben
- Der Stoff, aus dem die Freude ist
LACHEN - DIE BESTE MEDIZIN
Wenn Heiterkeit heilt
- Schmerz- lach nach
- Die Sache mit dem Stress
- Wenn das Herz mitlacht
- Lachen für das Immunsystem
DIE LACH-AG
Warum der Erfolg dem Lachen folgt
- Der Fall Martin
- Wenn wir nichts zu lachen haben, haben wir sehr wohl etwas zu lachen
- Resonantes und dissonantes Management
- Teamarbeit ist Lacharbeit
EXKURS ÜBER VERANTWORTUNG
Was Lachen mit der Globalisierung zu tun hat
- Entschieden entscheiden
- Vom Fachmeeting zum Lachmeeting
- Mut tut gut
- Auf die Entscheidungen kommt es an
- Vielfalt der Alternativen statt Entweder-oder
- Eine Kultur der humanen Wertorientierung
LACH MICH AN - MACH MICH AN
Wie Liebe und Lachen miteinander zusammenhängen
- Liebesindikator Lachen
- Kurzer Exkurs über lachende Autos
- It is love
- Lachen - der Kitt jeder Paarbeziehung
LEBEN NACH DEM LACHPRINZIP
Wie man sich erfolgreich, glücklich und gesund lacht
- Die Kraft der Gedanken
- Bevor man mit Lachyoga loslegt
- Hoho hahaha: die Übungen des Hasya-Yoga
- Hasya-Mudra
- Eine Art Beipackzettel für Hasya-Yoga
- Lachen- schöner Götterfunke
NOCH MEHR LACHPRINZIP
Seminare, Termine, Informationen, Literatur
ANMERKUNGEN
Register
EIN VORWORT
von Richard R. Ernst, Nobelpreis für Chemie 1991
WIE VIEL ERNST VERTRÄGT EIN BUCH ÜBER DAS LACHEN?
Wie viel Ernst verträgt ein Vorwort zu einem Buch mit dem Titel Lach dich locker? Keine Angst, die Toleranzgrenze ist niedriger, als der geneigte Leser zu denken glaubt! So hat mir einmal im Gymnasium der Lehrer in darstellender Geometrie mit dem Namen Otto Fröhlich anlässlich von Allotria meinerseits eingeschärft: 'Seien Sie Ernst, ich bin Fröhlich!' Natürlich ohne viel Erfolg! Spaß und Lachen gehören zum Leben - nicht nur, aber ganz besonders - eines fünfzehnjährigen Wildwuchses, der Tag für Tag in die sterile Schulbank gezwungen wurde. Sie wissen, wer lacht, lebt länger! Und so lebt in der Tat der 'Ernst' mit seinen 71 Jahren noch immer fröhlich.
Lachen ist eine Reaktion auf eine so lächerlich ernste Welt. Also lieber Ernst heißen, als ernst sein! Sicher sind Sie nach dem Verstehen des wissenschaftlichen 'Lachprinzips' in allen Lachfach-Fragen klüger, vielleicht können Sie sogar leichter und häufiger lachen. Womöglich erhöhen sich sogar Ihre Chancen, eine Professur für Lachologie zu erhalten und dabei ebenso lächerlich zu werden wie alle Dozenten, die ihr Fachgebiet zu tierisch ernst nehmen. Dann können Sie den Witz, den Sie schon in Ihrer preisgekrönten Habilitationsarbeit behandelt haben, Jahr für Jahr wieder von neuem analysieren und sezieren, bis wirklich auch allen Hörern das Lachen vergangen ist.
Was hat nun, mögen Sie fragen, ein Chemiker als Vorwortschreiber in einem Buch über das Lachen verloren, zumal wenn dieser Chemiker auch noch mit Familiennamen Ernst heißt? Ich kann Ihnen antworten: pure Freude und Fröhlichkeit. Pure Freude darüber, dass meine Arbeit dazu beigetragen hat, einen Forscherblick in die Gehirne der Menschen zu werfen und ich indirekt einen bescheidenen Beitrag leistete, dem Lachen auf die 'neuronale Wurzel' zu fühlen.
Auf jeden Fall wünsche ich den geneigten Leserinnen und Lesern viele Lachfreuden beim Verschlingen dieses Buches. Vielleicht sind Sie nachher ein besserer Mensch, der von seiner Umgebung kaum mehr erkannt wird. Vielleicht wagen Sie es dann auch, von der Kanzel herunter einen Witz in die andächtige Gemeinde zu schmettern, den die Zuhörer nie wieder vergessen werden und der Sie unsterblich macht. Vielleicht werden Sie gelassener Ereignisse verdauen können, die vorher für Sie Schicksalsschläge bedeutet hätten. Vielleicht lernen Sie auch, Ihren fantasielosen Chef besser zu ertragen. Kurzum - werden Sie durch dieses Buch zu einem fröhlicheren Menschen, der auch über sich selbst lachen kann und für die Umgebung wesentlich pflegeleichter wird als ein nörgelnder ewiger Griesgram.
LUST AUF LACHEN
WORUM ES IN DIESEM BUCH GEHT
Jeder macht es, jeder mag es, alle kennen es, alle können es. Kaum fängt einer an, machen wir mit. Das gilt in Kenia wie in China und in Ingolstadt wie in Indonesien. Die Rede ist von einer der ältesten Fähigkeit des Menschen, wahrscheinlich ebenso alt wie Sex und Fortpflanzung und wesentlich älter als das Sprechen oder gar Schreiben. Die Rede ist vom Lachen. Gelacht haben die Menschen schon, als sie vor einer halben Million Jahren als zottelige Horde über die Savannen zogen. Und solange es Menschen gibt, solange wird es auch das Lachen geben. Dieses Buch handelt vom Lachen. Lachen ist viel wichtiger, als man bisher dachte.
[GUT ZU WISSEN
Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass positiv gestimmte Menschen eine um rund fünf Jahre höhere durchschnittliche Lebenserwartung haben als ihre miesepeterigen Zeitgenossen.]
Auch wir Autoren sind überzeugt: Wer nach dem 'Lachprinzip' lebt, lebt einfach besser. Dieses Buch zeigt Ihnen, welchen konkreten Nutzen das Lachen, diese Mutter aller Kraft spendenden Mentalstrategien, für uns Menschen hat. Es soll Lust auf Lachen machen, weil Lachen gut tut, gesund ist, die Kreativität steigert, Erfolg und Glück fördert - wenn das nicht allein schon Grund genug ist, einfach zu lachen und den Weg der Heiterkeit umgehend einzuschlagen.
Die Menschheit konnte schon Flugzeuge bauen und fliegen, Atombomben zünden und von Hamburg nach Haiti telefonieren, da wusste man immer noch nicht, warum wir eigentlich lachen. Natürlich weil etwas lustig ist. Aber genau so gut könnten wir auch mit der Zunge schnalzen oder mit den Fingern schnippen. Doch das macht der Mensch nicht, sondern - er lacht. Für vieles hat sich die Wissenschaft interessiert, aber das Lachen zu erforschen lag für Neurologen, Biologen und Psychologen so weit entfernt wie die Sahara für eine Polarexpedition. Kaum ein Mediziner, der sich noch vor einer oder zwei Generationen der Volksweisheit 'Lachen ist die beste Medizin' anschließen wollte. Sich mit so etwas zu beschäftigen galt bis vor kurzem unter Wissenschaftlern eher als 'lächerliche' denn als ernst zu nehmende Forschung - mit folglich deutlichen Wissenslücken verglichen mit der Fülle empirischer Daten, die wir über Sexualität, Depression oder Schlaflosigkeit zur Verfügung haben.
Zugegeben: Lachen ist ein 'schwieriger' Forschungsgegenstand - es tritt nur spontan und meist auch nur kurzzeitig auf. Und vor allem: Was auch sollte man untersuchen? Wie viel Luft beim Lachen aus dem Mund stößt oder ob Frauen häufiger als Männer lachen? Lange konnte die Wissenschaft nichts Zweckdienliches im Lachen entdecken. Auch die abendländische Philosophie tat sich in ihrem akademischen Ernst schwer mit dem Lachen. Im Vergleich zu Legionen dicker Bände über Dialektik, Ethik und Ästhetik hat sie zu diesem Thema nicht viel und wenn, dann zumeist Falsches beigesteuert. Arthur Koestler, Philosoph und Schriftsteller, brachte das mangelnde Verständnis auf den Punkt: Lachen befand er, sei ein 'Luxusreflex', 'dessen Besonderheit in erster Linie darin besteht, keinerlei biologischen Nutzen zu haben.' Allerdings ist den Hegels und Heideggers zugute zu halten, dass sie auf keine Kenntnisse der neuralen Vorgänge im Gehirn zugreifen konnten, dass sie weder von der Bedeutung des limbischen Systems noch von Dopamin und Endorphinen je gehört hatten.
[ALLES HAT EINEN SINN
Die Natur kennt vom weißen Fell des Eisbären bis zum langen Hals der Giraffe keine sinnlosen Investitionen. Was nutzlos ist, wird aussortiert. Lachen muss also im Lauf der Evolution einen Überlebensvorteil gebracht haben, andernfalls hätte die Natur das Lachen nicht erfunden oder, falls doch, es als zwecklos wieder verworfen.]
Erst moderne Techniken wie Computer-Magnetresonanztomographie und Verfahren der Molekularbiologie setzten die Wissenschaftler in die Lage, dem 'Sinn des Lachens' genauer nachzuspüren - mit überraschenden, teilweise sogar sensationellen Ergebnissen. Seitdem entwickeln sich immer präzisere Vorstellungen, wo die Quelle allen Lachens sitzt, wie sie funktioniert und warum letztendlich das Lachen für den Menschen so lebenswichtig ist. Wir werden in diesem Buch Forschern wie Ilona Papousek, Professorin für Biopsychologie in Graz, dem Neuroimmunologen Lee Berk von der Loma Linda Universität in Kalifornien und dem Neurologen Dean Mobbs von der Stanford Universität begegnen. Ihre Arbeit beweist, dass Lachen entschieden mehr ist als Koestlers 'Luxusreflex', dass tatsächlich enge Zusammenhänge zwischen Lachen und Gesundheit, Lachen und Glücklichsein, Lachen und Erfolg bestehen.
LACHEN ALS LEBENSELIXIER
Deshalb wendet sich dieses Buch an Menschen, die bislang wenig, und auch an jene, die schon immer viel gelacht haben. An die Ärztin und den Heilpraktiker, weil Lachen körpereigene Heilkräfte stärkt, genauso wie an den Manager, weil eine heitere Unternehmenskultur die erfolgreichere ist. Vor allem aber will Lach dich locker eine Anleitung sein für alle Menschen, die wieder glücklich werden wollen. Lachen ist ein Lebenselixier, es ändert unsere Lebenseinstellung, verfahrene und blockierte Situationen lösen sich auf. Aus diesem Grund ist Lachen so wichtig - im Beruf und mit dem Partner im Bett, für die Karriere und generell für mehr Harmonie und Verständnis zwischen den Menschen.
Doch wie soll das gehen: sich erfolgreich und glücklich lachen? Kann Erfolg und Freude reine Übungssache sein? Hat, wer sich erfolglos, freudlos und unglücklich fühlt, nur noch nicht gelernt, sich durch aufbauende Emotionen zu motivieren? Vieles spricht dafür: Antonio Damasio, einer der international renommiertesten Hirnforscher, konnte beweisen, dass jeder Denkvorgang sich automatisch mit neurochemischen und hormonellen Prozessen und als Folge davon mit Emotionen - positiven wie negativen - verknüpft.
[GUT ZU WISSEN
Bei angenehmen Emotionen, und da zuallererst beim Lachen, wird unser Gehirn positiv stimuliert, die Lebensfreude wird gesteigert.]
DEM LACHEN AUF DER SPUR
Gleich zu Beginn dieses Buches gehen wir der Frage nach, warum die Evolution das Lachen 'erfunden' hat. Ferner interessiert uns, ob der Mensch das einzige Säugetier mit der Fähigkeit zum Lachen ist. Wir erfahren weiter, ob der aufrechte Gang des Menschen mit eben dieser Fähigkeit zu tun hat. Anschließend unternehmen wir eine Reise: Sie führt uns in benediktinische Klöster und in den Himmel über Bayern, von da aus weiter nach Indien, China und Japan. Wir treffen dabei Lachyogis, eine schallend lachende Heilige Maria, dickbäuchige, sich vor Lachen kugelnde Bodhisattvas und einen milde lächelnden Buddha. Auf seinen Spuren wandern wir den 'Zen-Weg zum heiteren Menschen'. Ziel dieser Exkursionen ist es, verschiedene Kulturen des Lachens kennen zu lernen, für uns zu nutzen und die Frage zu beantworten: Wird im Himmel eigentlich gelacht?
Damit ist unsere Reise noch nicht zu Ende. Sie führt uns weiter mitten in unser Gehirn und dort in das so genannte mesotelencephale Belohnungssystem. Es ist Teil des limbischen System und gehört zum entwicklungsgeschichtlich ältesten Bereich unserer grauer Zellen. Das limbische System wird auch Reptilienhirn genannt, weil wir Menschen es nicht nur mit Elefanten, Hasen und Ratten, sondern auch mit Schlangen, Schildkröten und Krokodilen gemein haben. Wenn wir lachen, passieren in diesem mesotelencephalen Belohnungssystem erstaunliche Vorgänge. Einer davon hängt eng mit der Gesundheit und den Selbstheilungskräften des Körpers zusammen.
[Gut zu wissen
Lachen, das haben die Forscher mittlerweile herausgefunden, hat schmerzlindernde Wirkung, es stimuliert das Immunsystem und wirkt gleich einem körpereigenen Medikament bei hohem Blutdruck.]
Diese mittlerweile in klinischen Untersuchungen wiederholt nachgewiesenen positiven Effekte wollen wir uns genauer ansehen.
Ein eigenes Kapitel widmet sich den Techniken des Hasya oder Lachyoga, mit denen man sich in euphorische Glücksgefühle katapultieren kann. Lachyoga stammt aus Indien und ist tief in der traditionellen Heilkunde des Subkontinents verwurzelt. Wir wollen es ausführlich vorstellen, seine Anwendung beschreiben und damit zeigen: Heiterkeit kann man lernen. Die Kraft des Lachens kann jeder nutzen, im Beruf wie im Privaten.
'Leben nach dem Lachprinzip' heißt die Aufforderung in der weiteren Folge. Dabei geht es weniger faktisch, dafür aber praktisch zur Sache: Wir zeigen, wie Sie eine positive Lebenseinstellung entwickeln können, was das mit Lachen zu tun hat und wie und wann Sie die positive Kraft des Lachens erfolgreich einsetzen können. Es geht dabei um Sex und Lachen, um Lachen als Sozialisierung im Unternehmen, um das Lachen als Gegenentwurf zur Krise, das Lachen zur Bewältigung von Stress. Ein wichtiger Aspekt sind die erst in letzter Zeit entdeckten positiven Auswirkungen des Lachens in Gesundheitsvorsorge und Heilung. Wir berichten von aktuellen Entwicklungen in den unterschiedlichsten Therapiebereichen und wie man dabei Lachyoga einsetzen kann.
WER LACHT, KANN NICHT GLEICHZEITIG AGGRESSIV SEIN.
Deshalb hat Lachen auch eine - in unserer Zeit weitgehend unterschätzte - gesellschaftliche und politische Dimension. Wir, die Autoren, sind davon überzeugt, dass das globale Wirtschaftsleben weltweit in den kommenden zwei Jahrzehnten einen Paradigmenwechsel erfahren muss, will die Menschheit nicht in eine ökonomische wie ökologische Sackgasse mit katastrophalen Folgen schlittern. Themen wie globale Verantwortung und Wirtschaftsethik, der Übergang vom konfrontativen zum kooperativen Management müssen zunehmend das Wertesystem am einzelnen Arbeitsplatz bis in die Spitzen der Konzerne bestimmen. Vielleicht mag an dieser Stelle die Vorstellung noch lächerlich erscheinen, was ein einfaches Lachen mit solch globalem Anliegen zu tun hat. Doch gleich im folgenden Kapitel erfahren wir, dass Lachen primär eine Friedensgeste ist - und das nicht erst seit ein paar tausend Jahren. Lachen gehört zum archaischen Repertoire des Menschen, das bis in jene Zeit zurückreicht, als sich unsere Ahnen von den Savannen Zentralafrikas auf den Weg in die letzten Winkel des Globus machten. Einem Repertoire, das für uns späte Enkel dieser Steppenvorfahren in Moskau und Berlin, in München und Bombay nichts von seiner Bedeutung verloren hat.
ES BEGANN MIT EINEM LACHEN
Die verbindende Wirkung des Lachens haben wir, die Autoren, vor ein paar Jahren selbst auf sehr amüsante Weise erfahren. Wir begegneten uns damals erstmals in München in einer Weinhandlung, jeder von uns beiden griff im selben Augenblick zur selben Flasche australischen Shiraz, von der es nur mehr diese einzige, letzte gab. Wir lachten uns - jeder diese Flasche Wein halb in seiner Hand - an und beschlossen, sie gemeinsam zu trinken. Diesem ersten Treffen folgten etliche weitere, bald entdeckten wir ähnliche Interessen und Ansichten und stellten mit Erstaunen fest, dass auch unsere Berufe ähnliche Inhalte haben.
- André Steiner, der Psychologe, Zen-Trainer, der als Coach für Persönlichkeitsentwicklung, Seminarleiter und Berater für Unternehmenskultur, Kommunikation und Führungsmanagement arbeitet
- Heiner Uber, Buchautor, als Laughter-Coach und Lachexperte mit Seminaren wie Vorträgen europaweit unterwegs.
In vielen und langen Gesprächen diskutierten wir die Parallelen des Zen mit denen des Hasya-Yoga und entwarfen ein Konzept, wie die positive Kraft des Lachens im privaten wie im geschäftlichen Bereich, also von der Familie bis zur Firma, zu nutzen sei. Dabei entstand auch die Idee zu 'Lach dich locker'. Einem Buch, das ohne die Mithilfe einiger Menschen in seiner jetzigen Form jedoch nicht möglich geworden wäre. Da ist zuerst Professor Richard Ernst, der Schweizer Nobelpreisträger für Chemie, dessen Forschungen die Magnetresonanztomographie und damit den 'Blick' ins Gehirn wie auf die Vorgänge dort während des Lachens möglich gemacht haben. Wir möchten uns an dieser Stelle für sein Vorwort bedanken. Ein dickes 'Dankeschön' geht auch an die Grazer Universität und dort an die Professorin für Biologische Psychologie Ilona Papousek. Sie erforscht die emotionalen und gesundheitlichen Auswirkungen des Lachens. Großzügig stellte sie uns aktuellste Ergebnisse zur Verfügung.
Zum Schluss noch einige wenige Hinweise zum Buchtext selbst. Wenn wir im Folgenden allgemein von Managern, Studenten, Autofahrern oder Software-Programmierern sprechen, dann sind natürlich immer auch Managerinnen, Studentinnen, Autofahrerinnen und Software-Expertinnen gemeint. Ferner: Weil wir 'Lach dich locker' als Autorenduo verfasst haben und jeder von uns beiden dieses oder jenes Beispiel aus der eigenen Coaching-Praxis und dem eigenen Erleben berichtet, haben wir uns zur besseren Orientierung des Lesers entschlossen, jeweils in Klammern ein (A.S.) für André Steiner oder ein (H.U.) für Heiner Uber anzufügen, sobald einer von uns aus seiner 'Ich-Perspektive' erzählt. Nun bleibt nur noch, dem Leser kurzweilige Stunden voll Sach- und Lachinformationen zu wünschen und ihn einzuladen, uns auf eine gelotologische, sprich lachwissenschaftliche Reise zu begleiten, die im Schatten eines gigantischen Braunkohlebaggers beginnt.
AM ANFANG WAR DAS LACHEN
Von der evolutionären Bedeutung der Freude