
Unterhaltungsessays
Mathias Traxler(Author)
kookbooks (Publisher)
1st Edition
Published in March 2016
Book
96 pages
978-3-937445-76-2 (ISBN)
Description
Einige Türen gehen einfach zu. Das sind die Buchstaben.
Ich musste unbedingt zu den Schafen hin, musste ihre Wärme wiederspüren, verlangte inbrünstig nach ihnen, ihre beinahe menschlichen Stimmen überall in meinem Ohr auf freiem Feld.
Und der Schäfer sagte: Hops! Wieso hattest du denn nichts gesagt? Als du in deinem Gemäuer Hirt auf Herd zu reimen dachtest. Und es nicht fassen könnend, immer weiter ziehen zu müssen und dabei nicht im Geringsten fremd zu sein. Und mit dieser Farbe wollen Sie da reingehen?
Hast du gesehen, den Schmerz vorbeigegangen? Ja, ich hab den Schmerz vorbeigehen
sehen. Er zog vor meinen Augen vorüber, mit wohltuender Musik, Bestiales begleitend. Musik ist kein Träger von Moral. - Und mit den Steinen will ich auch nicht sprechen. Sondern mit dir. Und damit bist jetzt nicht du gemeint. Stereoboxen. Ja, Stereoboxen.
Ich liebe den Garten des Glücks. Die Sprache hat gar nichts angerichtet. Fast in eine
Negierung des eigenen Körpers. Ist das hinein oder hinaus?
- Mathias Traxler
Ich musste unbedingt zu den Schafen hin, musste ihre Wärme wiederspüren, verlangte inbrünstig nach ihnen, ihre beinahe menschlichen Stimmen überall in meinem Ohr auf freiem Feld.
Und der Schäfer sagte: Hops! Wieso hattest du denn nichts gesagt? Als du in deinem Gemäuer Hirt auf Herd zu reimen dachtest. Und es nicht fassen könnend, immer weiter ziehen zu müssen und dabei nicht im Geringsten fremd zu sein. Und mit dieser Farbe wollen Sie da reingehen?
Hast du gesehen, den Schmerz vorbeigegangen? Ja, ich hab den Schmerz vorbeigehen
sehen. Er zog vor meinen Augen vorüber, mit wohltuender Musik, Bestiales begleitend. Musik ist kein Träger von Moral. - Und mit den Steinen will ich auch nicht sprechen. Sondern mit dir. Und damit bist jetzt nicht du gemeint. Stereoboxen. Ja, Stereoboxen.
Ich liebe den Garten des Glücks. Die Sprache hat gar nichts angerichtet. Fast in eine
Negierung des eigenen Körpers. Ist das hinein oder hinaus?
- Mathias Traxler
Reviews / Votes
"Mathias Traxler ... ist spürbar sprachbesessen, er arbeitet gerne mit Assonanzen und Homofonien. Seine Sprachirritationen und kleinen Sinnverstörungen entwickelt er aus Überschneidungen und der Kontamination von Fremdem, aus dem plötzlichen Abbruch von scheinbar konsistenten Argumentationslinien, die ihren Anfang nicht selten in und aus der Sprachlogik nehmen und sich dann unerwartet gegen diese kehren. Einige Gedichte haben den Gestus des Gedankengedichts, entwickeln eine Idee, verknüpfen Assoziationen - und lassen die Gedankenkette plötzlich auflaufen und versanden. Damit steht Traxler in einer anregenden Auseinandersetzung mit Texten von August Stramm bis hin zu Oswald Egger, ohne dass es epigonal wirkt. Dass er eingeübte Lesehaltungen mit List unterläuft, verlangt beim Lesen ein Gleiches an Lust: 'Texte bestehen in der Hauptsache aus Gesagtem. Jetzt sind wir aber doch sehr fachlich geworden.' Dahinterbeginnt das Vergnügen an Texten, die nie von Freiheit reden - sich diese aber in jeder Zeile nehmen." - Martin Zingg, NZZ
"Vielleicht ist Mathias Traxlers literarisches Debüt gar kein Gedichtband. Vielleicht ist er aber auch alles das, was ein Gedichtband ist oder sein könnte. Da dieses Buch alle Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Dichtung eröffnet, jede Tür aufkickt oder zuknallt, sich für die Ankunft oder den Anruf bedankt ... Es sind Wanderzeichen oder Symposien, Zusammenkünfte und Weiterentwickeltes. Traxler kennt die Bergpfade und Rutengänger. Er weiß, wie es einfacher ginge, und doch verwehrt er sich und bietet ein poetisches Rückgrat an. Das ist selten genug und hoch beachtlich." - Swantje Lichtenstein, Am Erker
More details
Series
Language
German
Place of publication
Berlin
Germany
Edition type
New edition
Product notice
Unsewn / adhesive bound
With dust jacket
ISBN-13
978-3-937445-76-2 (9783937445762)
Schweitzer Classification
Persons
Author
Mathias Traxler, geboren 1973 in Basel, lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Sein Band "You're welcome" erschien 2011 bei kookbooks. Regelmäßige Veröffentlichungen in Zeitschriften, zuletzt in IDIOME. Hefte für Neue Prosa und Der Greif, sowie in Anthologien, unter anderem in "Moderne Poesie in der Schweiz", Limmat 2013. 2015 wurde Mathias Traxler für den Übersetzungsband "Angriff der schwierigen Gedichte" von Charles Bernstein - luxbooks 2014, gemeinsam mit Tobias Amslinger, Léonce W. Lupette und Norbert Lange - mit dem Preis der Stadt Münster
für Internationale Poesie ausgezeichnet. Besondere Bedeutung in seinem Schaffen
haben seine Lesungen, welche improvisatorisch-interpretative Elemente integrieren, die ihrerseits wieder Eingang in seine Schreibarbeit finden.
Illustrated by