Kaum ein Werk hat die allegorischen Bildwelten der Frühen Neuzeit mehr beeinflusst als Cesare Ripas »Iconologia«. Sie erlebte seit der Erstausgabe 1593 zahlreiche Erfolge, die sich nicht nur an den weit verbreiteten Ausgaben und Übersetzungen messen lassen, sondern vor allem an den Spuren, die Ripas Bildenzyklopädie zunächst in Bildern, Fresken, Architekturen, und irgendwann auch in der Werbegrafik, in Spielkarten, Dekorationen etc. hinterlassen hat. Ripas konsequente Personifizierung abstrakter Begriffe bündelt einerseits die Traditionen der Antike und des Mittelalters, doch durch die Verbindung bildpraktischer Ansprüche mit einer differenzierten theoretischen Reflexion wird die »Iconologia« zu einem Schlüsselwerk der Bilddiskurse in der Frühen Neuzeit. Damit berührt Ripas Bildtheorie Grundfragen der europäischen Bildkultur, die erst die Moderne mit ihrer Inszenierung eines radikalen Bruches zunächst nach 1800, dann aber vor allem im 20. Jahrhundert obsolet gemacht hat. Der Band fragt nach den poetologischen und bildgeschichtlichen Folgen der »Iconologia« weit über das direkte Wirkungsfeld Cesare Ripas hinaus und versucht eine neue Verortung des Ausdrucksmittels Personifikation für die Bild-Diskurse nach 1600.
Reviews / Votes
»Ein eindrucksvoll gestalteter Band« Ralf Konersmann, NZZ
Series
Language
Place of publication
Illustrations
50
50 s/w Photographien bzw. Rasterbilder
50 sw. Abb.
Dimensions
Height: 24 cm
Width: 16 cm
Weight
ISBN-13
978-3-03734-134-6 (9783037341346)
Schweitzer Classification
Editor
Michael Thimann ist seit 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Kunstgeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Literaturwissenschaft folgte 2000 die Promotion zum Thema Lügenhafte Bilder. Ovids favole und das Historienbild in der italienischen Renaissance, bevor er sich 2008 mit einer Arbeit über Christus und Apoll. Friedrich Overbeck und die Bildkonzepte des 19. Jahrhunderts an der Universität Basel habilitierte. Seit 2010 ist er Mitherausgeber der Gesammelten Schriften von Aby Warburg.
Cornelia Logemann war von 2008 bis 2013 Leiterin der Nachwuchsgruppe »Prinzip >Personifikation< - Visuelle Intelligenz und epistemische Tradition, 1300-1800« und habilitiert am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg.
7
-
8
Vorbemerkung
9
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21
Cesare Ripa und die Begriffsbilder der Frühen Neuzeit
(Michael Thimann)
23
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39
Analysen zum Vorwort der >Iconologia<
(Thomas Leinkauf)
41
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55
Enigma, Rhetorical Syllogism and the Aesthetic of Strangeness in Ripa's >Iconologia<
(Anthony Colantuono)
57
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75
Tradition und Variation
(Regina Deckers)
77
-
116
»Similar but Different«
(Christiane Hertel)
117
-
148
The English Ripa
(Bärbel Küster)
149
-
165
Ripas Rom, Ripas >Roma<
(Eckhard Leuschner)
167
-
198
Mantel der Bilder - Mantel der Gedanken
(Cornelia Logemann)
199
-
220
Medialität des Sinns und die Materialität der Bilder
(Elisabeth Oy-Marra)
221
-
240
»E se noi riconosciamo bene la mente dell'Artefice«
(Stefano Pierguidi)
241
-
274
Anwendungen
(Rudolf Preimesberger)
275
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299
Filippo Juvarra illustriert die >Geroglifici sopra l'Iconologia del cavalier Ripa< (1734)
(Cristina Ruggero)
301
-
309
Cesare Ripa in Hamburg (1932)
(Charlotte Schoell-Glass)
311
-
334
Frühe deutsche Ripa-Rezeption bei Harsdörffer, Masen und Greflinger
(Claudia Sedlarz)
335
-
360
A Visual Riddle
(Eva Struhal)
361
-
367
Bildnachweise
369
-
372
Autorenverzeichnis
373
-
382
Namenindex