
James Simon
Der Mann, der Nofretete zur Berlinerin machte
Dietmar Strauch(Author)
Edition Progris (Publisher)
2nd Edition
Published on 2. September 2019
Book
Hardback
104 pages
978-3-88777-035-8 (ISBN)
Description
James Simon (1851-1932) hat wie kein zweiter Mäzen die einmalige Museumsinsel im Zentrum Berlins mit Kunstwerken beschenkt. Im Jahre 1912 entdeckte eine von ihm finanzierte Grabungsexpedition in Ägypten die Büste der Nofretete, die auch heute noch Menschen aus aller Welt begeistert.
Das Buch skizziert den Lebensweg Simons, der neben seiner Sammelleidenschaft für Kunst auch in seinem Engagement für Kinder und sozial Benachteiligte vorbildlich war. Zugleich gibt die Biographie Einblicke in die wechselvolle Museumsgeschichte Berlins.
More details
Edition
2., erweiterte Ausgabe
Language
German
Place of publication
Berlin
Germany
Target group
Berlin-Besucher, Museumsbesucher, Kulturwissenschaftler, Kunsthistoriker, Historiker
Edition type
Revised edition
Adapted edition
Enlarged edition
Product notice
Unsewn / adhesive bound
Illustrations
16
diverse Portraits und Illustrationen
Dimensions
Height: 192 mm
Width: 121 mm
Thickness: 17 mm
Weight
220 gr
ISBN-13
978-3-88777-035-8 (9783887770358)
Schweitzer Classification
Other editions
Previous edition
Book
10/2014
1st Edition
Edition Progris
€9.80
Article exhausted; check for reprint
Person
Author
Sachbuchautor und Informationswissenschaftler
Strauch studierte Geschichts- und Informationswissenschaft sowie Chemie und Mathematik an der Freien Universität Berlin. Er lebte lange in Caputh bei Potsdam und heute in Berlin, war Dozent an der Universität Potsdam und ist Geschäftsführer eines Unternehmens der Informationswirtschaft (Progris). Er hat zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen und Bücher geschrieben.
ISNI: 0000 0001 0914 667X GND: 13385048X
Strauch studierte Geschichts- und Informationswissenschaft sowie Chemie und Mathematik an der Freien Universität Berlin. Er lebte lange in Caputh bei Potsdam und heute in Berlin, war Dozent an der Universität Potsdam und ist Geschäftsführer eines Unternehmens der Informationswirtschaft (Progris). Er hat zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen und Bücher geschrieben.
ISNI: 0000 0001 0914 667X GND: 13385048X
Content
Aus Hinterpommern nach Berlin 8
Vom schlechtesten Schüler zum Überflieger 12
Volontär und Juniorpartner 14
Heirat mit Agnes Reichenheim und Geburt der Kinder Helene, Heinrich und Marie-Luise 17
Der erste Rembrandt 20
Aufstieg zum »Baumwollkönig« 22
Die Berliner Museen
im Kaiserreich 25
Wilhelm von Bode
und James Simon 28
Kaiser-Friedrich-Museum 30
Simons Schenkungen an das Kaiser-Friedrich-Museum 33
Rudolf Virchow - Demokrat und »Anti-Bode« 36
Museum für Deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des Hausgewerbes 38
Gemäldegalerie 40
Nationalgalerie 42
Orient-Begeisterung 45
Die Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) 47
Der »Kaiserjude« 50
Vorderasiatisches Museum 52
Faszination Ägypten 55
Der Fund in Tell el-Amarna 58
Nofretete in Berlin ... 62
... oder zurück nach Ägypten? 64
Ägyptisches Museum 67
Museum für Ostasiatische Kunst 70
Münzkabinett 72
Kupferstichkabinett 74
James Simon als Förderer
sozialer Einrichtungen 76
Verein Mädchenhort 78
Haus Kinderschutz 81
Verein für Ferienkolonien 82
Kaiser-Wilhelm-Kinderheim in Ahlbeck 85
Verein für Volksunterhaltungen 87
Hilfsverein der deutschen Juden 89
Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 91
Schicksalsschläge nach dem Ersten Weltkrieg 93
Ein erfülltes Leben geht zu Ende 96
Zeittafel 98
Personenregister 101
Bei der Erwähnung des Namens James Simon fällt unweigerlich der Name Nofretete, jener ägyptischen Schönheit, deren bemalter Porträtkopf 1912 in Armana am Ostufer des Nils gefunden wurde und seitdem aus Berlin nicht mehr wegzudenken ist. Bis heute wird die Königin von vielen Millionen Museumsbesuchern bewundert und ist ein fester Bestandteil der kulturellen Identität Berlins.
Über den Entdecker der Nofretete und Mäzen James Simon ist dagegen nur wenig bekannt. Er selbst wollte nie im Mittelpunkt stehen, sondern blieb bescheiden im Hintergrund. Aus Freude und Begeisterung für die Kunst, die Wissenschaft und das menschliche Miteinander leistete er schier Unglaubliches. Seine Verdienste sind einmalig, obwohl es neben ihm weitere engagierte Bürger gab, die den Ruf der Berliner Museen mit Schenkungen aufpolierten. James Simon ist auch deswegen zwischenzeitlich weitgehend vergessen worden, weil nach 1933 die nationalsozialistischen Machthaber alle Erinnerungen und Hinweise auf diesen Preußen jüdischer Herkunft systematisch tilgten und er damit aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwand.
Das hat sich erst in jüngster Zeit geändert. Mit der »James-Simon-Galerie« auf der Museumsinsel Berlin wird wieder der Mann geehrt, der nicht nur Mäzen und Wohltäter war. Die Ehrentafel zu seinem Gedenken am Tiergarten formuliert es so: »Er stand für einen Gemeinsinn, der 1933 gewaltsam zerstört wurde.«
Die Liste der Schenkungen Simons an die Berliner Museen ist kaum zu fassen: 350 Kunstwerke der deutschen und niederländischen Holzplastik des Spätmittelalters, mehr als 30 Gemälde der Renaissance und mehrere Flügelaltäre, 24 Hausmodelle und rund 900 Sammelstücke für die Volkskundliche Sammlung von Schmuck bis Herbergsschildern, 1500 japanische Farbholzschnitte, chinesisches Porzellan, 493 Skulpturen, Bronzen und Majoliken, mehr als 1000 neu- und altbabylonische Tontafeln, die riesige Sammlung aus Ägypten mitsamt der Nofretete und immer wieder viel, viel Geld für Stiftungen, Ausgrabungen und Ankäufe weiterer Kunstwerke. Die einzigartigen Sammlungen der Museumslandschaft im Zentrum Berlins auf der Museumsinsel bleiben damit für immer mit dem Namen James Simon verknüpft.
Diese Verdienste um die Kunst und Kultur würden allemal für eine Lebensbilanz reichen, doch nicht bei ihm. Neben seinen zahlreichen Schenkungen für die Berliner Museen war sein soziales Engagement beispiellos. Hier ist sein Einsatz für arme Kinder besonders hervorzuhaben. Weitere Stichworte sind: Verein zum Schutze der Kinder vor Ausnutzung und Misshandlung, Haus Kinderschutz in Zehlendorf, Verein für Volksbäder und Gründung des Stadtbads Berlin-Mitte, Berliner Verein für Ferienkolonien, Spenden für Waisenhäuser und Kurhospitäler und vieles mehr. Auch in der Wissenschaft findet sich sein Name an prominenter Stelle: Bei der Gründung der Kaiser-Wilhelm-Institute (heute: Max-Planck-Gesellschaft) war er der erste Spender.
Die Leser dieses Buches sind bei einem Rundgang durch die Berliner Museen herzlich eingeladen, den Spuren dieses außergewöhnlichen Berliners zu folgen.