
Tabu und Toleranz
Description
Homosexuelle Männer wurden bis 1979 konsequent aus der Bundeswehr ausgemustert. Nun begründete Homosexualität zwar allein keine Untauglichkeit mehr, doch für homosexuelle Soldaten galt: Wehrpflicht ja, Karriere nein. Die gleichgeschlechtliche Orientierung machte den Aufstieg zum Offizier zumeist unmöglich. Und sie wurde als Sicherheitsrisiko eingestuft. Erst im Jahr 2000 änderte das Bundesministerium der Verteidigung seinen Kurs.
Klaus Storkmann untersucht anhand von Interviews, Gerichtsakten und Papieren des BMVg erstmals den Umgang der Bundeswehr mit homosexuellen Soldaten. Der Vergleich zu anderen Streitkräften und mit dem öffentlichen Dienst in der Bundesrepublik Deutschland ordnet das Vorgehen der Bundeswehr in einen größeren Zusammenhang ein. Dass Homosexualität beim Militär seit alters her ein Thema war und vielerorts auch noch ist, belegt die Studie durch Rückblenden auf frühere deutsche Streitkräfte, insbesondere die Nationale Volksarmee der DDR, und durch Seitenblicke auf Armeen anderer Staaten.
Reviews / Votes
"Storkmanns Monographie ist ein Gewinn. Sie ist umfassend, nüchtern, klar. Die Quellengrundlage ist beeindruckend. Die Archivalien, die überwiegend aus dem Bundesarchiv stammen, ergänzt der Autor mit zahlreichen Erzählungen von Zeitzeugen, Zeitzeuginnen und Betroffenen." - Hedwig Richter in Jahrbuch Sexualitäten 2023
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Rezensionen zur englische Ausgabe:
"This present study by Klaus Storkmann - written by a serving officer and published by a Bundeswehr research institution - is, by its very existence, important evidence of the profound changes that have taken place since then. It represents the first attempt to comprehensively analyse how the military dealt with homosexual men (and later also women) in its own ranks." - Michael Schwartz in International Journal of Military History and Historiography 44 (2024) 2, 371
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"It is a rigorous work of scholarship deeply researched in institutional Archives, a testimony of lived experiences by members of the German Military community, and a work of direct, personal importance." - Andrew Wackerfuss (U.S. Air Force History Office, Washington, D.C.) in Military History 90 (2026) 1, 235-237
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