Der Fluch des Inkagoldes
Peter Splitt(Author)
Bächtold, Pia (Publisher)
1st Edition
Published in January 2011
Book
Paperback/Softback
366 pages
978-3-940951-65-6 (ISBN)
Description
Francisco Pizarro stand mit seinen berittenen Soldaten und einer großen Infanterie vor der Stadt Cajamarca im Hochland der Anden von Peru. Ausgestattet mit einer beachtlichen Menge an Kanonen, Feuerwaffen und Kampfhunden waren sie bereits seit mehr als fünfzig Tagen unterwegs. Sie folgten einer nördlichen Route durch das Gebiet von San Miguel de Piura sowie den anliegenden Provinzen des riesigen, südamerikanischen Landes. Seine Gefährten gehörten mehrheitlich, der untersten spanischen Gesellschaftsschicht an und waren von Erzählungen über unvorstellbare Schätze eines übermächtigen Herrschers angelockt worden. Dieser wohnte angeblich in einer goldenen Stadt, mit Gebäuden, deren Dächer mit Blattgold beschichtet waren.
Die neugierige Indiobevölkerung war den Fremden trotz deren offensichtlicher Bewaffnung zunächst sehr freundlich gesinnt. Ihr allmächtiger Inkakönig Atahualpa hielt sich zu jenem Zeitpunkt in Begleitung von vierzigtausend Indiokriegern in dem nahegelegenen Baño del Inca auf und erfreute sich an den heiligen Thermalquellen, welche nur der Oberschicht zugedacht waren. Er befand sich in einem verbitterten und äußerst brutal geführten Krieg mit seinem Halbbruder Huascar um die Alleinherrschaft über das große Inkareich. Francisco Pizarro schickte Atahualpa eine Botschaft, in der er seine Ankunft ankündigte, und bat ihn gleichzeitig um eine Unterredung. Der Inkakönig wollte die Fremden zu jenem Zeitpunkt jedoch auf keinen Fall empfangen und verschob das Treffen auf einen späteren Zeitpunkt. Heimlich jedoch beorderte er zwanzigtausend Krieger in die Außenbezirke Cajamarcas um den Spaniern in den Rücken zu fallen und sie gefangen zu nehmen. Er war sich seiner Sache sicher. Die Fremden würden bei der deutlichen Überzahl seiner Indios umgehend die Flucht ergreifen. Aber Francisco Pizarro war mit allen Wassern gewaschen und durchschaute bald das Vorhaben des Inkakönigs. Von Anfang an war er auf der Hut vor den Kriegern der Sonne gewesen und befahl jetzt seiner Infanterie sich mit Kanonen und Trompeten auf den höchsten Punkt der Stadt Cajamarca zu begeben, wäh-rend seine berittenen Soldaten sich in der selbigen verstecken sollten. Die anrückenden Späher Atahualpas wussten ihrem König in der Folgezeit nur zu berichten, dass sich die Spanier aus Furcht zurückgezogen hatten.
Am Nachmittag des darauffolgenden Tages zog Atahualpa majestätisch auf einer goldenen Sänfte sitzend in Cajamarca ein. Diese wurde von acht seiner kräftigsten Krieger getragen, und um seine Macht noch weiter zu demonstrieren, trug er eine goldene Krone sowie eine Kette mit großen Smaragden und dazu einen bunten Federschmuck mit Ornamenten aus Goldblech. Begleitet wurde er von achtzig Abgeordneten, die allesamt in dunkelblauen Samtuniformen gekleidet waren, sowie vierhundert bewaffneten Kriegern. Die Indios zeigten sich sehr überrascht, im Stadtzentrum keinen einzigen Spanier anzutreffen.
Francisco Pizarro beobachtete währenddessen aus sicherer Entfernung die herankommenden Späher Atahualpas und schickte sich an, diese sofort gefangen zu nehmen. Lediglich einem erlaubte er die Rückkehr zu seinem König, allerdings mit der Auflage, ihm das Buch des Evangeliums zu überreichen.
In dieser angespannten Situation warf Atahualpa das heilige Buch der Spanier zu Boden und forderte sie auf sein Land umgehend zu verlassen. Außerdem sollten sie alles zurückzugeben, was sie sich bereits angeeignet hatten. Niemand dürfe es wagen, dem Sohn der Sonne Befehle zu erteilen. Ansonsten würde er sie alle töten lassen.
Unbeirrt von den Drohungen Atahualpas gab Francisco Pizarro das vereinbarte Signal! Die Trompeten ertönten laut und bereits die ersten abgeschossenen Kanonenkugeln, verursachten Panik und Furcht unter den Indiokriegern. Dazu erschienen plötzlich wie aus dem Nichts die Soldaten zu Pferde, ausgerüstet mit Hunden und Feuerwaffen. Pizarro selbst ließ sein Schwert mit aller Kraft niedersausen, spaltete einem von Atahualpas Leu-ten mit einem einzigen Hieb den Schädel und riss die Klinge dann sogleich zurück, um sich auf den nächsten Gegner zu stürzen. Eine ungleiche Schlacht entstand, wo-bei sich nur wenige Indios vor der Schlagkraft der modernen Waffen der Eroberer in Sicherheit bringen konn-ten. Alle wichtigen Gefolgsleute des Inkakönigs verloren in dem Kriegsgewirr ihr Leben, aber es war Pizarro selbst, der sich zunächst zum Schutz vor Atahualpa stellte und ihn so vor dem sicheren Tod bewahrte. Der mächtige König wurde gefangengenommen und in sei-nem Sonnentempel festgehalten.
In den darauffolgenden Tagen plünderten die Spanier alles, was nicht niet- und nagelfest war. Große Mengen an hochwertigen Strickwaren, Gold und Silber häuften sie auf dem zentralen Platz von Cajamarca zusammen. Die Gold- und Silberobjekte wurden sofort auf Druck der spanischen Obrigkeiten eingeschmolzen. Atahualpa erkannte sehr schnell das besondere Interesse der Spanier an den Edelmetallen, deren Bedeutung für die Inkas eine ganz andere darstellte. An dem Ort seiner Gefangen-schaft zeichnete er in Höhe seines Kopfes eine Linie an die Wand und versprach für seine Freilassung den Raum innerhalb von zwei Monaten bis zu der Linie mit Gold, Silber und Edelsteinen auffüllen zu lassen. Ein schriftliches Dokument sollte diese Vereinbarung für immer festhalten. Francisco Pizarro stimmte der Offerte scheinbar nur allzu gerne zu und in den folgenden Wochen tra-fen unzählige Lieferungen mit der kostbaren Ware aus allen Gegenden des Inkareiches in Cajamarca ein. Das Lösegeld für Atahualpa betrug am Ende 6.087 kg in Gold und 11.793 kg in Silber.
Pizarro wurde weiterhin von vielen, kleineren ethnischen Gruppen, die Atahualpa unterdrückt hatte, unterstützt. Er bestand fortlaufend kleinere Schlachten mit Aufstän-dischen Inkas und bekam dadurch die willkommene Gelegenheit den Inkakönig, dessen Tod er bereits lange vorher beschlossen hatte, der Verschwörung gegen ihn zu beschuldigen. Das Urteil: Tod durch den Strang, wurde am 26. Juli 1533 auf dem Hauptplatz von Cajamarca vollstreckt. Vorher erfuhr Pizarro noch von einem heili-gen Tempel im Süden des gewaltigen Inkareiches. Es handelte sich um Pachacamac, dem heutigen Lima, wo schier unglaubliche Mengen an Gold und Silber gehortet wurden. Tag für Tag brachten die Indios noch weitere Ladungen der wertvollen Metalle nach Cajamarca. Die ersten Goldschiffe verließen bereits Südamerika mit dem Ziel Sevilla in Spanien.
Nach der Hinrichtung Atahualpas zerfiel das große Reich der Inkas immer mehr in seine Einzelteile. Die Dynastie der Inkaherrschaft war endgültig zu Ende. Weitere Ero-berer aus anderen Ländern, vor allem Abgesandte der katholischen Kirche, erreichten Peru und unterstützen Pizarro bei seinem Vormarsch auf Cuzco, der ehemaligen Inkahauptstadt. Die letzten Oberen der Inkas wurden nach und nach durch spanische Stadthalter ersetzt.
Die neugierige Indiobevölkerung war den Fremden trotz deren offensichtlicher Bewaffnung zunächst sehr freundlich gesinnt. Ihr allmächtiger Inkakönig Atahualpa hielt sich zu jenem Zeitpunkt in Begleitung von vierzigtausend Indiokriegern in dem nahegelegenen Baño del Inca auf und erfreute sich an den heiligen Thermalquellen, welche nur der Oberschicht zugedacht waren. Er befand sich in einem verbitterten und äußerst brutal geführten Krieg mit seinem Halbbruder Huascar um die Alleinherrschaft über das große Inkareich. Francisco Pizarro schickte Atahualpa eine Botschaft, in der er seine Ankunft ankündigte, und bat ihn gleichzeitig um eine Unterredung. Der Inkakönig wollte die Fremden zu jenem Zeitpunkt jedoch auf keinen Fall empfangen und verschob das Treffen auf einen späteren Zeitpunkt. Heimlich jedoch beorderte er zwanzigtausend Krieger in die Außenbezirke Cajamarcas um den Spaniern in den Rücken zu fallen und sie gefangen zu nehmen. Er war sich seiner Sache sicher. Die Fremden würden bei der deutlichen Überzahl seiner Indios umgehend die Flucht ergreifen. Aber Francisco Pizarro war mit allen Wassern gewaschen und durchschaute bald das Vorhaben des Inkakönigs. Von Anfang an war er auf der Hut vor den Kriegern der Sonne gewesen und befahl jetzt seiner Infanterie sich mit Kanonen und Trompeten auf den höchsten Punkt der Stadt Cajamarca zu begeben, wäh-rend seine berittenen Soldaten sich in der selbigen verstecken sollten. Die anrückenden Späher Atahualpas wussten ihrem König in der Folgezeit nur zu berichten, dass sich die Spanier aus Furcht zurückgezogen hatten.
Am Nachmittag des darauffolgenden Tages zog Atahualpa majestätisch auf einer goldenen Sänfte sitzend in Cajamarca ein. Diese wurde von acht seiner kräftigsten Krieger getragen, und um seine Macht noch weiter zu demonstrieren, trug er eine goldene Krone sowie eine Kette mit großen Smaragden und dazu einen bunten Federschmuck mit Ornamenten aus Goldblech. Begleitet wurde er von achtzig Abgeordneten, die allesamt in dunkelblauen Samtuniformen gekleidet waren, sowie vierhundert bewaffneten Kriegern. Die Indios zeigten sich sehr überrascht, im Stadtzentrum keinen einzigen Spanier anzutreffen.
Francisco Pizarro beobachtete währenddessen aus sicherer Entfernung die herankommenden Späher Atahualpas und schickte sich an, diese sofort gefangen zu nehmen. Lediglich einem erlaubte er die Rückkehr zu seinem König, allerdings mit der Auflage, ihm das Buch des Evangeliums zu überreichen.
In dieser angespannten Situation warf Atahualpa das heilige Buch der Spanier zu Boden und forderte sie auf sein Land umgehend zu verlassen. Außerdem sollten sie alles zurückzugeben, was sie sich bereits angeeignet hatten. Niemand dürfe es wagen, dem Sohn der Sonne Befehle zu erteilen. Ansonsten würde er sie alle töten lassen.
Unbeirrt von den Drohungen Atahualpas gab Francisco Pizarro das vereinbarte Signal! Die Trompeten ertönten laut und bereits die ersten abgeschossenen Kanonenkugeln, verursachten Panik und Furcht unter den Indiokriegern. Dazu erschienen plötzlich wie aus dem Nichts die Soldaten zu Pferde, ausgerüstet mit Hunden und Feuerwaffen. Pizarro selbst ließ sein Schwert mit aller Kraft niedersausen, spaltete einem von Atahualpas Leu-ten mit einem einzigen Hieb den Schädel und riss die Klinge dann sogleich zurück, um sich auf den nächsten Gegner zu stürzen. Eine ungleiche Schlacht entstand, wo-bei sich nur wenige Indios vor der Schlagkraft der modernen Waffen der Eroberer in Sicherheit bringen konn-ten. Alle wichtigen Gefolgsleute des Inkakönigs verloren in dem Kriegsgewirr ihr Leben, aber es war Pizarro selbst, der sich zunächst zum Schutz vor Atahualpa stellte und ihn so vor dem sicheren Tod bewahrte. Der mächtige König wurde gefangengenommen und in sei-nem Sonnentempel festgehalten.
In den darauffolgenden Tagen plünderten die Spanier alles, was nicht niet- und nagelfest war. Große Mengen an hochwertigen Strickwaren, Gold und Silber häuften sie auf dem zentralen Platz von Cajamarca zusammen. Die Gold- und Silberobjekte wurden sofort auf Druck der spanischen Obrigkeiten eingeschmolzen. Atahualpa erkannte sehr schnell das besondere Interesse der Spanier an den Edelmetallen, deren Bedeutung für die Inkas eine ganz andere darstellte. An dem Ort seiner Gefangen-schaft zeichnete er in Höhe seines Kopfes eine Linie an die Wand und versprach für seine Freilassung den Raum innerhalb von zwei Monaten bis zu der Linie mit Gold, Silber und Edelsteinen auffüllen zu lassen. Ein schriftliches Dokument sollte diese Vereinbarung für immer festhalten. Francisco Pizarro stimmte der Offerte scheinbar nur allzu gerne zu und in den folgenden Wochen tra-fen unzählige Lieferungen mit der kostbaren Ware aus allen Gegenden des Inkareiches in Cajamarca ein. Das Lösegeld für Atahualpa betrug am Ende 6.087 kg in Gold und 11.793 kg in Silber.
Pizarro wurde weiterhin von vielen, kleineren ethnischen Gruppen, die Atahualpa unterdrückt hatte, unterstützt. Er bestand fortlaufend kleinere Schlachten mit Aufstän-dischen Inkas und bekam dadurch die willkommene Gelegenheit den Inkakönig, dessen Tod er bereits lange vorher beschlossen hatte, der Verschwörung gegen ihn zu beschuldigen. Das Urteil: Tod durch den Strang, wurde am 26. Juli 1533 auf dem Hauptplatz von Cajamarca vollstreckt. Vorher erfuhr Pizarro noch von einem heili-gen Tempel im Süden des gewaltigen Inkareiches. Es handelte sich um Pachacamac, dem heutigen Lima, wo schier unglaubliche Mengen an Gold und Silber gehortet wurden. Tag für Tag brachten die Indios noch weitere Ladungen der wertvollen Metalle nach Cajamarca. Die ersten Goldschiffe verließen bereits Südamerika mit dem Ziel Sevilla in Spanien.
Nach der Hinrichtung Atahualpas zerfiel das große Reich der Inkas immer mehr in seine Einzelteile. Die Dynastie der Inkaherrschaft war endgültig zu Ende. Weitere Ero-berer aus anderen Ländern, vor allem Abgesandte der katholischen Kirche, erreichten Peru und unterstützen Pizarro bei seinem Vormarsch auf Cuzco, der ehemaligen Inkahauptstadt. Die letzten Oberen der Inkas wurden nach und nach durch spanische Stadthalter ersetzt.
More details
Edition
1., Auflage
Language
German
Target group
Abenteuerroman über Peru
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 14.8 cm
ISBN-13
978-3-940951-65-6 (9783940951656)
Schweitzer Classification