
Die Zeit der Mörder
Philippe Soupault(Author)
Das Wunderhorn (Publisher)
1st Edition
Published in September 2017
Book
Hardback
400 pages
978-3-88423-570-6 (ISBN)
Description
Philippe Soupault war 1938 von Léon Blum, dem ersten sozialistischen Premierminister Frankreichs, beauftragt worden, in Tunis eine Radiostation aufzubauen, Radio Tunis, um der Propaganda der italienischen Faschisten, die über Radio Bari Nordafrika erreichte, etwas entgegenzusetzen. Tunesien war damals französisches Protektorat. Der Überfall Hitlers auf Frankreich 1940 und die Besetzung Frankreichs und das damit verbundene Vichy-Regime unter Marschall Pétain hatten daher auch Folgen für Tunesien. Der Antifaschist Soupault wurde umgehend seines Postens als Direktor von Radio Tunis enthoben. 1942 wurde er denunziert, im März wegen Hochverrats verhaftet und in das Gefängnis von Tunis gebracht. Im September 1942 wurde er in die vorläufige Freiheit entlassen und konnte zusammen mit seiner Frau Ré am 13. November 1942 von Tunis nach Algier fliehen, bevor am nächsten Tag die Stadt von den Nazi-Truppen unter Marschall Rommel besetzt wurde.
»Die Zeit der Mörder« ist ein außergewöhnliches Zeitdokument, in dem der Autor seine Mitgefangenen, seien es gewöhnliche Kriminelle oder Widerstandskämpfer, porträtiert, über die Demütigungen und Erniedrigungen berichtet, die sie Tag für Tag erleiden müssen. Er beschreibt den Gefängnisalltag, wird zum Vertrauten der Gefangenen, die es seltsam finden, dass er Bücher liest. In seinem Bericht steckt seine ganze Verachtung für das faschistische Regime und deren menschenverachtendes System. »Die Zeit der Mörder« ist eine Zeitkapsel von besonders erschreckender Aktualität. Vom Autor schon 1945 in den USA veröffentlicht, konnte der Bericht erst 2015 in Frankreich publiziert werden.
»Die Zeit der Mörder« ist ein außergewöhnliches Zeitdokument, in dem der Autor seine Mitgefangenen, seien es gewöhnliche Kriminelle oder Widerstandskämpfer, porträtiert, über die Demütigungen und Erniedrigungen berichtet, die sie Tag für Tag erleiden müssen. Er beschreibt den Gefängnisalltag, wird zum Vertrauten der Gefangenen, die es seltsam finden, dass er Bücher liest. In seinem Bericht steckt seine ganze Verachtung für das faschistische Regime und deren menschenverachtendes System. »Die Zeit der Mörder« ist eine Zeitkapsel von besonders erschreckender Aktualität. Vom Autor schon 1945 in den USA veröffentlicht, konnte der Bericht erst 2015 in Frankreich publiziert werden.
Reviews / Votes
»Ein großartiges Panorama verschiedenster Charaktere, die alle das Eine vereint, nämlich die Sehnsucht nach Freiheit« WDR 3 Peter Urban-Halle»Im Zentrum dieser Erinnerungen steht nicht das verachtenswerte Regime (...) im Mittelpunkt steht der einzelne Häftling und die Frage, was die Dunkelheit, die Langeweile, die Unselbständigkeit mit einem Menschen macht. Wie der Charakter sich verändert durch die Demütigungen, die jeder Gefangene aushalten muss.« Deutschlandfunk Kultur, Manuela Reichart
»Freunde und Kollegen sitzen im Gefängnis. Da braucht man eine Ahnung von den Prüfungen der Gefangenschaft. Soupault leistet das.« taz, Brigitte Werneburg
More details
Language
German
Place of publication
Heidelberg
Germany
Dimensions
Height: 20.8 cm
Width: 13.5 cm
ISBN-13
978-3-88423-570-6 (9783884235706)
Schweitzer Classification
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E-Book
10/2017
Das Wunderhorn
€16.99
Available for download
Persons
Author
Philippe Soupault, geboren 1897 in Chaville bei Paris, lernte 1917 über Apollinaire André Breton kennen. Zusammen mit Breton und Louis Aragon war er Initiator der surrealistischen Bewegung, entzog sich jedoch schon bald deren Gruppenzwang, um eigene Wege zu gehen. Er wurde Verleger und Herausgeber von Zeitschriften. In den dreißiger und vierziger Jahren arbeitete Soupault als Journalist, später war er UNESCO-Beauftragter und Radio-Produzent. Am 12. März 1990 starb er in Paris. Seit 1981 publiziert der Verlag eine Soupault-Werkausgabe.
ISNI: 0000 0001 1032 4736 GND: 118751638
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Translation
Sabine Müller, geb. 1959 in Lauffen/Neckar, Studium der Germanistik, Philosophie, Pädagogik in München, Erlangen und Bonn. Übersetzt Belletristik und Wissenschaft aus dem Französischen und Englischen, u.a. Andrei Makine, Cecile Wajsbrot, Erik Orsenna, Philippe Grimbert, Annie Leclerc, Alain Mabanckou. Zahlreiche Stipendien des Landes Baden-Württemberg, des Deutschen Übersetzerfonds und der Berliner Übersetzerwerkstatt, 2011 Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis.
ISNI: 0000 0001 1074 6058 GND: 142644919
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Holger Fock, geb. 1958 in Ludwigsburg, studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie und übersetzt seit 1983 französische Literatur, u.a. Gegenwartsautoren wie Cécile Wajsbrot, Andreï Makine (beide zusammen mit Sabine Müller), Pierre Michon und Antoine Volodine. 2011 Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis.
ISNI: 0000 0003 5632 4939 GND: 109339150
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