Coaching
Kurzgeschichten, gewürzt mt Tipps
Karin SchweitzerAndreas SchumacherAngelika JehnesAnja KubicaBeate SchmidtBeatrix MittermannCarmen MatthesCornelia KoepselDieter StiewiHeidrun BöhmHelmut HafnerRyan ElbwoodKatharina DobrickKerstin WadehnLinda CuirAbel InkunDietrich von BernRainer SiegelSabine JacobSusanne Czuba-KonradTorsten Geistreiter-FinkUrsula Schmidt-SpreerUrsula Schulz-Debor(Author)
Schweitzerhaus Verlag
1st Edition
Published on 15. May 2011
Book
Paperback/Softback
220 pages
978-3-86332-011-9 (ISBN)
Description
"Coaching? - Was ist das? Brauch ich nicht! Ich komm schon klar, habe alles über Weiterentwicklung gelesen!"
Das waren meine Worte, als mich eine Freundin zu einem Coachingseminar enrollen1 wollte. Sie hatte das für sich entdeckt.
Und im Laufe von zwei Jahren hat sie sich unglaublich zu ihrem Vorteil verändert und weiter entwickelt. Ich entschloss mich, auch ein Seminar zu buchen. Es wurde als Das Training bezeichnet. Das war das Beste, was ich in den letzten Jahren getan habe. Ich hatte so viele Aha-Erlebnisse, konnte so viele Blockaden auflösen und bin in meiner Entwicklung einen großen Schritt nach vorn gegangen. Und ich gehe immer weiter, es ist wie bei einer Zwiebel: hat man die oberste Schicht entfernt, so kommt man an die nächste Schicht.
Statt ein Seminar zu besuchen, lesen viele Menschen lieber Bücher (ich gehörte auch dazu) über alles Mögliche, um sich Wissen anzueignen, Wege aus einer Misere herauszufinden, andere Standpunkte einzunehmen, sich zu entspannen und, und, und.
Stell' dir vor, du liest ein Buch über das Skifahren. Im Text ist alles genau erklärt, wie du dich bewegen musst, welchen Schwung du ausführen sollst, wie eine Kurve gefahren werden kann. Kurz und gut: jetzt weißt du alles über das Skifahren.
Dann stehst du mit deinen Skiern auf dem Berg, siehst die Abfahrt, willst hinunter fahren. Kannst du das jetzt?
Und so ist das auch, wenn wir meinen, nur durch Lesen werden wir uns weiterentwickeln. Wir müssen es spüren, wir müssen die Erfahrung machen und das bietet ein Seminar.
Sicher gibt es auch da schwarze Schafe. Doch im Großen und Ganzen, von meiner Warte aus gesehen, ist es empfehlenswert, ein Seminar zu besuchen, wenn wir wirklich etwas in unserem Leben ändern wollen. Das TUN ist wichtig. Änderungen erfolgen nur durch Übung mit dem Neuen.
Und ich machte weiter und entdeckte eine ganz neue Welt für mich. Ich wollte andere Menschen unterstützen, sich ebenfalls weiterzuentwickeln und absolvierte zuerst eine Ausbildung zum Zielcoach und dann Entstrickung und Aufstellung.
Es macht mir immer sehr viel Freude, Menschen auf die Sprünge zu helfen.
Und nun lassen wir uns überraschen, von Geschichten, die vom Leben erzählen oder uns nur unterhalten wollen und zwischendrin erzähle ich ein wenig vom Leben und von Weiterentwicklung und wie man seine Ziele erreichen kann.
(Karin Schweitzer)
Das waren meine Worte, als mich eine Freundin zu einem Coachingseminar enrollen1 wollte. Sie hatte das für sich entdeckt.
Und im Laufe von zwei Jahren hat sie sich unglaublich zu ihrem Vorteil verändert und weiter entwickelt. Ich entschloss mich, auch ein Seminar zu buchen. Es wurde als Das Training bezeichnet. Das war das Beste, was ich in den letzten Jahren getan habe. Ich hatte so viele Aha-Erlebnisse, konnte so viele Blockaden auflösen und bin in meiner Entwicklung einen großen Schritt nach vorn gegangen. Und ich gehe immer weiter, es ist wie bei einer Zwiebel: hat man die oberste Schicht entfernt, so kommt man an die nächste Schicht.
Statt ein Seminar zu besuchen, lesen viele Menschen lieber Bücher (ich gehörte auch dazu) über alles Mögliche, um sich Wissen anzueignen, Wege aus einer Misere herauszufinden, andere Standpunkte einzunehmen, sich zu entspannen und, und, und.
Stell' dir vor, du liest ein Buch über das Skifahren. Im Text ist alles genau erklärt, wie du dich bewegen musst, welchen Schwung du ausführen sollst, wie eine Kurve gefahren werden kann. Kurz und gut: jetzt weißt du alles über das Skifahren.
Dann stehst du mit deinen Skiern auf dem Berg, siehst die Abfahrt, willst hinunter fahren. Kannst du das jetzt?
Und so ist das auch, wenn wir meinen, nur durch Lesen werden wir uns weiterentwickeln. Wir müssen es spüren, wir müssen die Erfahrung machen und das bietet ein Seminar.
Sicher gibt es auch da schwarze Schafe. Doch im Großen und Ganzen, von meiner Warte aus gesehen, ist es empfehlenswert, ein Seminar zu besuchen, wenn wir wirklich etwas in unserem Leben ändern wollen. Das TUN ist wichtig. Änderungen erfolgen nur durch Übung mit dem Neuen.
Und ich machte weiter und entdeckte eine ganz neue Welt für mich. Ich wollte andere Menschen unterstützen, sich ebenfalls weiterzuentwickeln und absolvierte zuerst eine Ausbildung zum Zielcoach und dann Entstrickung und Aufstellung.
Es macht mir immer sehr viel Freude, Menschen auf die Sprünge zu helfen.
Und nun lassen wir uns überraschen, von Geschichten, die vom Leben erzählen oder uns nur unterhalten wollen und zwischendrin erzähle ich ein wenig vom Leben und von Weiterentwicklung und wie man seine Ziele erreichen kann.
(Karin Schweitzer)
More details
Edition
1., Neuauflage
Language
German
Place of publication
Erkrath
Germany
Target group
Für alle, die in ihrem Leben mal etwas ändern wollen
Product notice
Unsewn / adhesive bound
Dimensions
Height: 192 cm
Width: 124 cm
Weight
228 gr
ISBN-13
978-3-86332-011-9 (9783863320119)
Schweitzer Classification
Other editions
Additional editions

Karin Schweitzer | Andreas Schumacher | Angelika Jehnes
Coaching
Kurzgeschichten und Lebensweisheiten
E-Book
07/2011
1st Edition
Schweitzerhaus Verlag
€4.99
Available for download
Persons
Die Geschichten wurden von 25 Autoren geschrieben. Karin Schweitzer sorgte für die Tipps, die Sie aus vielen gelesenen Büchern zusammengetragen und in eigene Worte verwandelt hat. Mit dabei waren:
Abel Inkun
Andreas Schumacher
Angelika Jehnes
Anja Kubica
Antje Meeser
Beate Schmidt
Beatrix Mittermann
Carmen Matthes
Cornelia Koepsell
Dieter Stiewi
Dietrich von Bern
Heidrun Böhm
Helmut Hafner
Ryan Elbwood
Karin Schweitzer
Katharina Dobrick
Kerstin Wadehn
Linda Cuir
Martina Bethe-Hartwig
Rainer Siegel
Sabine Jacob
Susanne Czuba Konrad
Torsten Geistreiter-Fink
Ursula Schmidt-Spreer
Ursula Schulz-Debor
Abel Inkun
Andreas Schumacher
Angelika Jehnes
Anja Kubica
Antje Meeser
Beate Schmidt
Beatrix Mittermann
Carmen Matthes
Cornelia Koepsell
Dieter Stiewi
Dietrich von Bern
Heidrun Böhm
Helmut Hafner
Ryan Elbwood
Karin Schweitzer
Katharina Dobrick
Kerstin Wadehn
Linda Cuir
Martina Bethe-Hartwig
Rainer Siegel
Sabine Jacob
Susanne Czuba Konrad
Torsten Geistreiter-Fink
Ursula Schmidt-Spreer
Ursula Schulz-Debor
Author
From an idea by
Content
Coaching Karin Schweitzer 7,
Ein schwieriger Fall Sabine Jacob 9,
Veränderung 17,
Schritt 1: 17,
Schritt 2 17,
Schritt 3 19,
Schritt 4 20,
Schritt 5 21,
Das Gesetz der Bekräftigung 21,
Es kommt auf den richtigen Zeitpunkt an 22,
Strategie der regelmäßigen Verstärkung 22,
Schritt 6 22,
Tierisch nette Klienten Carmen Matthes 24,
Fühl' dich einfach gut 30,
Gespräche des Lebens Beatrix Mittermann 32,
Stell' die richtigen Fragen 39,
Aktivierende Fragen am Morgen 43,
Aktivierende Fragen am Abend 44,
Willensstärke Dieter Stiewi 45,
Betrachte Fragen als ein Geschenk an andere! 52,
Der Auftrag Martina Bethe-Hartwig 55,
Metaphern 60,
Erste Schritte Katharina Dobrick 61,
Emotionen 69,
Nachhilfe Susanne Czuba-Konrad 71,
Handlungsbedarfsignal 76,
Das Unbewusste Cornelia Koepsell 78,
Ziele 82,
Gesichter der Vergangenheit Beate Schmidt 84,
Lebe deinen Traum 91,
Wie ich ein Westler wurde . Thorsten Geistreiter-Fink 92,
Der Schlüssel 99,
Rückmeldungen Ursula Schulz-Debor 100,
Wünsche verwirklichen 107,
Der Ehecoach Rainer Siegel 109,
Entscheidungen 116,
Der Karrierecoach Dietrich von Bern 118,
Alles ist in dir 123,
Abel und das verstrickte System Abel Inkun 125,
Wer bist du? 132,
Gut Schwung Linda Cuir 133,
Lesen bildet 139,
Beim zweiten Anlauf Antje Meeser 140,
Wer sagt: "Ich kann nicht," der will nicht 147,
Engelsflügelschlag Kerstin Wadehn 150,
Wer sitzt am Steuer? 155,
Annushka ungecoacht Anja Kubica 158,
Wie wirken Affirmationen? 162,
Das Kamel Angelika Jehnes 164,
Die Kraft der Affirmationen 171,
Erfolg durch Anti-Coaching: Ryan Elbwood 172,
Die Arbeitsweise von Affirmationen 176,
Bitte recht freundlich Helmut Hafner 177,
Welche Affirmationen sind die besten? 180,
Die Spaß - Gesellschaft Heidrun Böhm 181,
Wie benutze ich Affirmationen? 189,
Mein Mann, der große Dichter Andreas Schumacher 190,
Affirmationen noch mehr Kraft geben 199,
Prinzessin Lada Volker Grensemann 200,
Liebe - Wie wir uns die Liebe zu unserem
Partner erhalten, auch im Alltag Karin Schweitzer 203,
Literaturnachweis: 217,
Empfehlungen 218,
Ein schwieriger Fall Sabine Jacob 9,
Veränderung 17,
Schritt 1: 17,
Schritt 2 17,
Schritt 3 19,
Schritt 4 20,
Schritt 5 21,
Das Gesetz der Bekräftigung 21,
Es kommt auf den richtigen Zeitpunkt an 22,
Strategie der regelmäßigen Verstärkung 22,
Schritt 6 22,
Tierisch nette Klienten Carmen Matthes 24,
Fühl' dich einfach gut 30,
Gespräche des Lebens Beatrix Mittermann 32,
Stell' die richtigen Fragen 39,
Aktivierende Fragen am Morgen 43,
Aktivierende Fragen am Abend 44,
Willensstärke Dieter Stiewi 45,
Betrachte Fragen als ein Geschenk an andere! 52,
Der Auftrag Martina Bethe-Hartwig 55,
Metaphern 60,
Erste Schritte Katharina Dobrick 61,
Emotionen 69,
Nachhilfe Susanne Czuba-Konrad 71,
Handlungsbedarfsignal 76,
Das Unbewusste Cornelia Koepsell 78,
Ziele 82,
Gesichter der Vergangenheit Beate Schmidt 84,
Lebe deinen Traum 91,
Wie ich ein Westler wurde . Thorsten Geistreiter-Fink 92,
Der Schlüssel 99,
Rückmeldungen Ursula Schulz-Debor 100,
Wünsche verwirklichen 107,
Der Ehecoach Rainer Siegel 109,
Entscheidungen 116,
Der Karrierecoach Dietrich von Bern 118,
Alles ist in dir 123,
Abel und das verstrickte System Abel Inkun 125,
Wer bist du? 132,
Gut Schwung Linda Cuir 133,
Lesen bildet 139,
Beim zweiten Anlauf Antje Meeser 140,
Wer sagt: "Ich kann nicht," der will nicht 147,
Engelsflügelschlag Kerstin Wadehn 150,
Wer sitzt am Steuer? 155,
Annushka ungecoacht Anja Kubica 158,
Wie wirken Affirmationen? 162,
Das Kamel Angelika Jehnes 164,
Die Kraft der Affirmationen 171,
Erfolg durch Anti-Coaching: Ryan Elbwood 172,
Die Arbeitsweise von Affirmationen 176,
Bitte recht freundlich Helmut Hafner 177,
Welche Affirmationen sind die besten? 180,
Die Spaß - Gesellschaft Heidrun Böhm 181,
Wie benutze ich Affirmationen? 189,
Mein Mann, der große Dichter Andreas Schumacher 190,
Affirmationen noch mehr Kraft geben 199,
Prinzessin Lada Volker Grensemann 200,
Liebe - Wie wir uns die Liebe zu unserem
Partner erhalten, auch im Alltag Karin Schweitzer 203,
Literaturnachweis: 217,
Empfehlungen 218,
"Je mehr Freude wir anderen Menschen machen,
desto mehr Freude kehrt ins eigene Herz zurück."
Deutsches Sprichwort
Engelsflügelschlag von Kerstin Wadehn
Ich breche erst in dröhnendes Lachen aus und falte anschließend mein Gegenüber zusammen wie eine Reinigung die frisch gestärkten Oberhemden.
Sie sind der Ansicht, dass ein Coaching in dieser Situation genau die richtige Personalentwicklungsmaßnahme für mich sei.
Man stelle sich das vor! Allein dieses Wort!
Seit über dreißig Jahren arbeite ich nun schon hier in der Produktion und habe genug Klippen in Sturm und Wind umschifft, als dass ich mich als Personal beschimpfen lassen muss. Außerdem gibt man mir schon seit längerem zu verstehen, dass ich aufgrund meiner Erfahrung diese Schulung und jenes Seminar nicht mehr bräuchte. Mit anderen Worten, dass man die Kosten lieber sparen würde. Soviel zum Thema Entwicklung. Jetzt mit sogenannten Maßnahmen zu kommen - das ist blanker Hohn.
Und dann auch noch Coaching! Früher habe ich meine Leute beraten oder bequatscht oder - wenn gar nichts mehr half - beschimpft. Heute wird nur noch gecoacht. Sie coachen einem alles weg - das Rauchen, das Fluchen, das Saufen - und dann den Gleichschritt an. Damit wir alle so werden wie diese elenden EmBiEy-Fritzen, die erst die Nase hoch und dann bei jedem Pups die Hand aufhalten, als hätten sie soeben alle Räder der Welt neu erfunden.
Mein Protest verpufft. Mit siebenundfünfzig bin ich zu weit weg von der Rente und noch viel weiter weg von Chancen auf irgendeinen neuen Job. Also sollte ich die letzten Jahre meiner finanziellen Versorgung lieber nicht aufs Spiel setzen.
Viele meiner Kollegen haben die Übernahme unseres kleinen Unternehmens nicht überlebt. Keiner kennt die Fabrik so gut wie ich; dennoch kann ich froh sein, dass sich die neuen Herren überhaupt mit mir auseinandersetzen statt mich einfach den Schikanen unfähiger Arbeitslosenverwalter zu überlassen. Dennoch ist mir klar, was sie mit dieser Maßnahme bezwecken.
Altlasten wie mich coacht man weg - so einfach ist das.
Unwillig schlappe ich zu meiner ersten Sitzung bei einer gewissen Frau Dr. Schiller. Auch noch eine Madame Wichtig.
Die wird mir bestimmt mit einem ganzen Arsenal an Psychoquatsch zu Leibe rücken. Na, wir werden doch mal sehen, wer hier wen coacht, Frau Doktorin!
Als ich den Raum betrete, streckt mir ein blasses Wesen aus einem anderen Universum die schmale Hand entgegen, lächelt mich an und sagt mit warmer, freundlicher Stimme: "Schön, dass Sie da sind, Herr Jänisch."
Augenblicklich zwickt es irgendwo in meiner Magengegend; ich muss am Morgen meine Gallenpillen vergessen haben.
Oder sind es diese wasserblauen Augen, in deren Untiefen bei allem Bemühen nicht ein Funken Falschheit zu finden ist?
Ich räuspere mich, brumme Gutntach und falle in den Ledersessel ihr gegenüber. Die langen blonden Haare, die noch längeren Beine und das Dauerlächeln ignorierend, verschränke ich die Arme vor der breiten Brust und blicke sie aus halb zugekniffenen Augen lauernd an.
Coach. Weib. Jung.
Was haben die sich denn dabei gedacht? Wie soll so eine denn überhaupt verstehen, was hier abgeht? Die wurde doch gerade erst von der Uni ausgespuckt und hat mit Sicherheit noch nie ein Unternehmen von innen gesehen, geschweige denn eine dreckige, lärmende Produktionshalle, in der es nach Öl, Terpentin und Männerschweiß stinkt.
Statt mich jedoch wie erwartet mit ein paar einstudierten Worten einzulullen sagt sie - gar nichts.
Sie sieht mich so lange freundlich und erwartungsvoll an, bis ich mich genötigt sehe loszupoltern. Dass ich gezwungenermaßen hier bin, dass ich kein Coaching brauche, dass ich einfach nur meine Arbeit weitermachen will, dass ich. aber das weiß sie ja sicher alles.
Sie erwidert nur: "Erzählen Sie mir Ihre Geschichte, Herr Jänisch."
Was soll das denn? Sind wir hier in der Märchenstunde oder was? Geschichten erzählen kann ich auch am Stammtisch - aber die sind nix für zarte Frauenöhrchen.
Ich lehne die Unterarme auf die Knie, knete meine groben Hände und verfalle in dumpfes Grübeln.
Seltsam. Vielleicht ist es die Art, wie sie mich ansieht.
Freundlich, aber nicht aufdringlich. Interessiert, aber nicht neugierig. Intelligent, aber nicht von oben herab.
Vielleicht kann ich auch einfach diese Stille im Raum nicht ertragen. Ganz sicher jedoch will ich das hier hinter mich bringen.
Also beginne ich zu reden. Ich taste mich ungelenk vorwärts, als müsste ich auf einem zugefrorenen Teich erst ausprobieren, ob das Eis auch hält. Vertrauen? Diese Dummheit hat sich schon vor langer Zeit aus meinem Leben verflüchtigt und ist nie zurückgekehrt.
Sie unterbricht mich nicht.
Sie fragt nur ab und zu: "Und dann?"
Sie fragt nie: "Warum?".
Nach zwei Stunden weiß sie alles. Von den langen Jahren der Aufbauarbeit in der Firma, von den Auseinandersetzungen mit den Arbeitern, von meinem Weg in die Leitung der Produktion und dem ständigen Kampf mit den hohen Herren in feinem Zwirn, seidenem Schlips und engem Kragen. Dann lande ich bei meiner Schwäche für alte Motorräder und dem Rückzug in meine Garage, sobald ich die Fabrik zum Schichtende ruhigen Gewissens den Jungs überlassen kann. Bei meinem Fachwerkhäuschen, das ich ganz allein restauriert habe.
Bei meinem alten Köter, der treuen Seele. Bei meiner weniger treuen Frau, die mich in jungen Jahren Hals über Kopf wegen eines Nadelstreifenschnösels aus der Bank verlassen hat.
Der durfte sie dann auch gleich schwängern. Seitdem fasse ich nur noch Weiber an, die dafür bezahlt werden.
Ich rede nie über private Dinge, die gehen keinen was an.
Dass mir jemand zuhört ist neu. Verdammt.
Ich runzele die Stirn und werfe ihr ungewollt unwirsch entgegen: "War's das jetzt?"
Sie senkt den Kopf und flüstert fast unhörbar: "Es tut mir leid."
Wo ist es denn hin, das Profilächeln?
"Was tut Ihnen leid?" Meine Miene verfinstert sich.
"Ich kann diesen Auftrag nicht annehmen."
Was soll der Quatsch? Erst blättere ich hier mein Inneres nach außen, und dann kneift sie? Ist das Programm oder Politik oder beides?
Verraten und verkauft. War ja klar.
Mir ist nach Gewitter. Mit Hagel.
"Dann hätten wir uns die letzten zwei Stunden wohl sparen können!", grolle ich und springe auf.
"Herr Jänisch."
"Lassen Sie's gut sein."
Ich bin schon an der Tür, da sagt sie leise: "Geh nicht."
Dann schlägt der Blitz neben mir ein.
". Vater."
desto mehr Freude kehrt ins eigene Herz zurück."
Deutsches Sprichwort
Engelsflügelschlag von Kerstin Wadehn
Ich breche erst in dröhnendes Lachen aus und falte anschließend mein Gegenüber zusammen wie eine Reinigung die frisch gestärkten Oberhemden.
Sie sind der Ansicht, dass ein Coaching in dieser Situation genau die richtige Personalentwicklungsmaßnahme für mich sei.
Man stelle sich das vor! Allein dieses Wort!
Seit über dreißig Jahren arbeite ich nun schon hier in der Produktion und habe genug Klippen in Sturm und Wind umschifft, als dass ich mich als Personal beschimpfen lassen muss. Außerdem gibt man mir schon seit längerem zu verstehen, dass ich aufgrund meiner Erfahrung diese Schulung und jenes Seminar nicht mehr bräuchte. Mit anderen Worten, dass man die Kosten lieber sparen würde. Soviel zum Thema Entwicklung. Jetzt mit sogenannten Maßnahmen zu kommen - das ist blanker Hohn.
Und dann auch noch Coaching! Früher habe ich meine Leute beraten oder bequatscht oder - wenn gar nichts mehr half - beschimpft. Heute wird nur noch gecoacht. Sie coachen einem alles weg - das Rauchen, das Fluchen, das Saufen - und dann den Gleichschritt an. Damit wir alle so werden wie diese elenden EmBiEy-Fritzen, die erst die Nase hoch und dann bei jedem Pups die Hand aufhalten, als hätten sie soeben alle Räder der Welt neu erfunden.
Mein Protest verpufft. Mit siebenundfünfzig bin ich zu weit weg von der Rente und noch viel weiter weg von Chancen auf irgendeinen neuen Job. Also sollte ich die letzten Jahre meiner finanziellen Versorgung lieber nicht aufs Spiel setzen.
Viele meiner Kollegen haben die Übernahme unseres kleinen Unternehmens nicht überlebt. Keiner kennt die Fabrik so gut wie ich; dennoch kann ich froh sein, dass sich die neuen Herren überhaupt mit mir auseinandersetzen statt mich einfach den Schikanen unfähiger Arbeitslosenverwalter zu überlassen. Dennoch ist mir klar, was sie mit dieser Maßnahme bezwecken.
Altlasten wie mich coacht man weg - so einfach ist das.
Unwillig schlappe ich zu meiner ersten Sitzung bei einer gewissen Frau Dr. Schiller. Auch noch eine Madame Wichtig.
Die wird mir bestimmt mit einem ganzen Arsenal an Psychoquatsch zu Leibe rücken. Na, wir werden doch mal sehen, wer hier wen coacht, Frau Doktorin!
Als ich den Raum betrete, streckt mir ein blasses Wesen aus einem anderen Universum die schmale Hand entgegen, lächelt mich an und sagt mit warmer, freundlicher Stimme: "Schön, dass Sie da sind, Herr Jänisch."
Augenblicklich zwickt es irgendwo in meiner Magengegend; ich muss am Morgen meine Gallenpillen vergessen haben.
Oder sind es diese wasserblauen Augen, in deren Untiefen bei allem Bemühen nicht ein Funken Falschheit zu finden ist?
Ich räuspere mich, brumme Gutntach und falle in den Ledersessel ihr gegenüber. Die langen blonden Haare, die noch längeren Beine und das Dauerlächeln ignorierend, verschränke ich die Arme vor der breiten Brust und blicke sie aus halb zugekniffenen Augen lauernd an.
Coach. Weib. Jung.
Was haben die sich denn dabei gedacht? Wie soll so eine denn überhaupt verstehen, was hier abgeht? Die wurde doch gerade erst von der Uni ausgespuckt und hat mit Sicherheit noch nie ein Unternehmen von innen gesehen, geschweige denn eine dreckige, lärmende Produktionshalle, in der es nach Öl, Terpentin und Männerschweiß stinkt.
Statt mich jedoch wie erwartet mit ein paar einstudierten Worten einzulullen sagt sie - gar nichts.
Sie sieht mich so lange freundlich und erwartungsvoll an, bis ich mich genötigt sehe loszupoltern. Dass ich gezwungenermaßen hier bin, dass ich kein Coaching brauche, dass ich einfach nur meine Arbeit weitermachen will, dass ich. aber das weiß sie ja sicher alles.
Sie erwidert nur: "Erzählen Sie mir Ihre Geschichte, Herr Jänisch."
Was soll das denn? Sind wir hier in der Märchenstunde oder was? Geschichten erzählen kann ich auch am Stammtisch - aber die sind nix für zarte Frauenöhrchen.
Ich lehne die Unterarme auf die Knie, knete meine groben Hände und verfalle in dumpfes Grübeln.
Seltsam. Vielleicht ist es die Art, wie sie mich ansieht.
Freundlich, aber nicht aufdringlich. Interessiert, aber nicht neugierig. Intelligent, aber nicht von oben herab.
Vielleicht kann ich auch einfach diese Stille im Raum nicht ertragen. Ganz sicher jedoch will ich das hier hinter mich bringen.
Also beginne ich zu reden. Ich taste mich ungelenk vorwärts, als müsste ich auf einem zugefrorenen Teich erst ausprobieren, ob das Eis auch hält. Vertrauen? Diese Dummheit hat sich schon vor langer Zeit aus meinem Leben verflüchtigt und ist nie zurückgekehrt.
Sie unterbricht mich nicht.
Sie fragt nur ab und zu: "Und dann?"
Sie fragt nie: "Warum?".
Nach zwei Stunden weiß sie alles. Von den langen Jahren der Aufbauarbeit in der Firma, von den Auseinandersetzungen mit den Arbeitern, von meinem Weg in die Leitung der Produktion und dem ständigen Kampf mit den hohen Herren in feinem Zwirn, seidenem Schlips und engem Kragen. Dann lande ich bei meiner Schwäche für alte Motorräder und dem Rückzug in meine Garage, sobald ich die Fabrik zum Schichtende ruhigen Gewissens den Jungs überlassen kann. Bei meinem Fachwerkhäuschen, das ich ganz allein restauriert habe.
Bei meinem alten Köter, der treuen Seele. Bei meiner weniger treuen Frau, die mich in jungen Jahren Hals über Kopf wegen eines Nadelstreifenschnösels aus der Bank verlassen hat.
Der durfte sie dann auch gleich schwängern. Seitdem fasse ich nur noch Weiber an, die dafür bezahlt werden.
Ich rede nie über private Dinge, die gehen keinen was an.
Dass mir jemand zuhört ist neu. Verdammt.
Ich runzele die Stirn und werfe ihr ungewollt unwirsch entgegen: "War's das jetzt?"
Sie senkt den Kopf und flüstert fast unhörbar: "Es tut mir leid."
Wo ist es denn hin, das Profilächeln?
"Was tut Ihnen leid?" Meine Miene verfinstert sich.
"Ich kann diesen Auftrag nicht annehmen."
Was soll der Quatsch? Erst blättere ich hier mein Inneres nach außen, und dann kneift sie? Ist das Programm oder Politik oder beides?
Verraten und verkauft. War ja klar.
Mir ist nach Gewitter. Mit Hagel.
"Dann hätten wir uns die letzten zwei Stunden wohl sparen können!", grolle ich und springe auf.
"Herr Jänisch."
"Lassen Sie's gut sein."
Ich bin schon an der Tür, da sagt sie leise: "Geh nicht."
Dann schlägt der Blitz neben mir ein.
". Vater."