
Okinawa
Unterwegs in Japans südlichen Landen
Manpuku-Verlag
1st Edition
Published on 3. March 2015
Book
Hardback
208 pages
978-3-9815168-3-8 (ISBN)
Description
Über 1000 Kilometer erstreckt sich die Inselkette Okinawa mit Korallenriffen,
glasklarem Wasser und subtropischem Dschungel im Süden Japans. Für lange
Zeit waren die Inseln ein eigenständiges Königreich namens Ryukyu und ein
wichtiges Handelskontor im Pazifik. Die Insulaner setzten auf Diplomatie statt
auf Waffen; Musik, Theater und Kunsthandwerk florierten. Reisende Europäer
staunten seit dem 16. Jahrhundert über die Gastfreundschaft und Lebensfreude
der Einwohner Okinawas, doch dann gerieten die Inseln in Vergessenheit. Der
letzte deutsche Reisebericht erschien im Jahr 1927. Grund genug für uns, nach
Kulturschätzen zu graben und das Land für Europäer neu zu entdecken. Wir
fanden das versprochene Paradies "Nirai Kanai" mitsamt seinen Ecken und
Kanten.
glasklarem Wasser und subtropischem Dschungel im Süden Japans. Für lange
Zeit waren die Inseln ein eigenständiges Königreich namens Ryukyu und ein
wichtiges Handelskontor im Pazifik. Die Insulaner setzten auf Diplomatie statt
auf Waffen; Musik, Theater und Kunsthandwerk florierten. Reisende Europäer
staunten seit dem 16. Jahrhundert über die Gastfreundschaft und Lebensfreude
der Einwohner Okinawas, doch dann gerieten die Inseln in Vergessenheit. Der
letzte deutsche Reisebericht erschien im Jahr 1927. Grund genug für uns, nach
Kulturschätzen zu graben und das Land für Europäer neu zu entdecken. Wir
fanden das versprochene Paradies "Nirai Kanai" mitsamt seinen Ecken und
Kanten.
More details
Language
German
Edition type
New edition
Product notice
sewn/stitched
Illustrations
110 Farbfotos und 53 Schwarzweiss-Abbildungen
Dimensions
Height: 22 cm
Width: 14 cm
Weight
477 gr
ISBN-13
978-3-9815168-3-8 (9783981516838)
Schweitzer Classification
Content
Dem Paradies auf der Spur
Im Rausch der Farben und Formen
Gut behüttet und versorgt
Das Königreich der einhundert Inseln
Dem Tod ein Schnippchen schlagen
Die Inseln der Lieder und Tänze
Der Hände Werk, der Hände Kunst
Ryukyuanische Gaumenfreuden
Von Schäumen, die Gutes verheißen
Wieder Wurzeln schlagen
Literatur und Filme fürs Reisegepäck
Glossar
Im Rausch der Farben und Formen
Gut behüttet und versorgt
Das Königreich der einhundert Inseln
Dem Tod ein Schnippchen schlagen
Die Inseln der Lieder und Tänze
Der Hände Werk, der Hände Kunst
Ryukyuanische Gaumenfreuden
Von Schäumen, die Gutes verheißen
Wieder Wurzeln schlagen
Literatur und Filme fürs Reisegepäck
Glossar
Dem Paradies auf der Spur
Die Schiffe der Tang kommen! Das beliebte Lied
Toshindoi erzählt mitreißend und mit einem Augenzwinkern
von der Ankunft chinesischer Segler, die windbeflügelt vom Festland
herüberflogen. Aber niemand sagte damals zu China China, nicht nur
Chronisten benutzten die Namen der jeweiligen Herrscherhäuser. Das
flotte Liedchen erzählt von Seglern, die vor 1300 Jahren zu Zeiten der
Tang-Dynastie auf dem Weg nach Okinawa waren. Viel hat sich in Bezug
auf die fröhliche Begrüßung Reisender bis heute nicht geändert. Aber
wie es sich für Lieder und Geschichten gehört, trug und trägt sich
manches zu und manches eben nicht. Blaues Meer? Bitte sehr - die
gesamte Farbpalette von lindgrün bis tintenschwarz ist auf Okinawa im
Angebot. Vergnügte Sänger und Tänzer? Von traditionellem Eisa bis Drum
'n' Bass ist alles dabei. Auf Luftwurzeln laufende Bäume? Herzlich
willkommen in der Schlucht Gangala, südlich der Hauptstadt Naha, da,
wo die Bäume spazieren gehen. Aber Tege, tege! Gemach,
gemach! sagt auf Okinawa nicht nur der Opa. Und der Junge Umigura,
erwachsen als Tamagusuku Chokun bekannt, war als Minister für
Unterhaltung ganz sicher nicht auf dem Wachtposten - sein
Hineinschmuggeln ins Tanzlied sei uns verziehen. Ferner blühte der Handel
auf Okinawa nicht zu Zeiten der Tang-Dynastie, sondern erst vom
14. bis zum 16.~Jahrhundert, als die Ming über das Reich der Mitte
herrschten und die Welt mit blau-weißen Porzellanvasen gleichen Namens
verzückten. Der Bezug auf die Schiffe der Tang im Lied
Toshindoi mag sich wohl aus jener Zeit vererbt haben, als ein
chinesischer General auf erste große Erkundungstour ins Gelbe Meer
stach. Aber eins nach dem anderen.
Okinawa ist das etwa 1000 Kilometer lange Südlicht von Japan und eine
unter Japans 47 Präfekturen. Je nachdem, was noch als Insel zählt,
besteht die Inselkette aus 363 oder eintausend Inseln, von denen 48
bewohnt sowie alle subtropisch sind. Die Insulaner nennen sich
Leute vom Meer, lieben dasselbe, zudem die Pracht der Blüten
und die Sonne. Jahrhunderte lebten sie in ihrem eigenständigen
Königreich namens Ryukyu (gesprochen: Rüükjuu) und verstanden es,
geschickt und friedfertig, die oft ruppigen Nachbarn China und Japan
in Schach zu halten. Die Insulaner konterten mit kluger Diplomatie,
lukrativem Handel, facettenreicher Kultur und maßgeschneidertem
Kunsthandwerk. Wenn die chinesischen Gesandten dann wieder ein halbes
Jahr im Inselreich auf Reede lagen und auf das Drehen des Monsuns
warteten, um reich beladen zum Kontinent zurückzukehren, unterhielten
die Bewohner Ryukyus sie mit tagelangen Theaterstücken,
Eisa-Straßentänzen und Kammermusik, kredenzten feinste Speisen und
reichten liebliche Getränke. Nun, einen Awamori-Schnaps in Ehren kann
wohl niemand verwehren. Der eine oder andere Diplomat war hernach so
umnebelt, dass ein paar Possen hier und da nicht weiter
auffielen. Oder warum sonst zauberten die Leute vom Meer
Schweinestallmuster in feinste Webarbeiten?
So bedeutend die Handelsdrehscheibe Ryukyu vom Mittelalter bis zur
frühen Neuzeit für Ostasien war, so wenig bekannt war Okinawa im
Westen. Ein paar Weltreisende hier und da, aber alle berichten sie von
dem gastfreundlichen und zivilisierten Handelsvolk auf den Südinseln,
die sie mal Nansei, mal Ryukyu, Liukiu, Luchu, Lutschu, Loo-Choo oder
Lew-Chew nannten, je nachdem ob die Schreiberlinge des Mandarins oder
des Japanischen mächtig waren oder sich mit portugiesischen,
englischen oder deutschen Sprachverzerrungen begnügen mussten. Die
Chinesen kreierten, vermutlich ausgehend von der einheimischen
Bezeichnung des Inselreichs, den schriftgerechten Blumennamen
Ryukyu und sprachen von den schwebenden Welten, dem
Lapislazuli gleichen Palais des Drachen im Meer oder dem
Schlummernden Drachen. Große Fischgründe, Uchina,
sagten die Leute vom Meer, wenn sie die Hauptinsel und nicht ihr
Königreich der einhundert Inseln meinten. Tau im offenen Meer,
Okinawa, diktierten ab 1879 die Japaner mit geografischem Blick und
verordneten die Moderne.
Die Schiffe der Tang kommen! Das beliebte Lied
Toshindoi erzählt mitreißend und mit einem Augenzwinkern
von der Ankunft chinesischer Segler, die windbeflügelt vom Festland
herüberflogen. Aber niemand sagte damals zu China China, nicht nur
Chronisten benutzten die Namen der jeweiligen Herrscherhäuser. Das
flotte Liedchen erzählt von Seglern, die vor 1300 Jahren zu Zeiten der
Tang-Dynastie auf dem Weg nach Okinawa waren. Viel hat sich in Bezug
auf die fröhliche Begrüßung Reisender bis heute nicht geändert. Aber
wie es sich für Lieder und Geschichten gehört, trug und trägt sich
manches zu und manches eben nicht. Blaues Meer? Bitte sehr - die
gesamte Farbpalette von lindgrün bis tintenschwarz ist auf Okinawa im
Angebot. Vergnügte Sänger und Tänzer? Von traditionellem Eisa bis Drum
'n' Bass ist alles dabei. Auf Luftwurzeln laufende Bäume? Herzlich
willkommen in der Schlucht Gangala, südlich der Hauptstadt Naha, da,
wo die Bäume spazieren gehen. Aber Tege, tege! Gemach,
gemach! sagt auf Okinawa nicht nur der Opa. Und der Junge Umigura,
erwachsen als Tamagusuku Chokun bekannt, war als Minister für
Unterhaltung ganz sicher nicht auf dem Wachtposten - sein
Hineinschmuggeln ins Tanzlied sei uns verziehen. Ferner blühte der Handel
auf Okinawa nicht zu Zeiten der Tang-Dynastie, sondern erst vom
14. bis zum 16.~Jahrhundert, als die Ming über das Reich der Mitte
herrschten und die Welt mit blau-weißen Porzellanvasen gleichen Namens
verzückten. Der Bezug auf die Schiffe der Tang im Lied
Toshindoi mag sich wohl aus jener Zeit vererbt haben, als ein
chinesischer General auf erste große Erkundungstour ins Gelbe Meer
stach. Aber eins nach dem anderen.
Okinawa ist das etwa 1000 Kilometer lange Südlicht von Japan und eine
unter Japans 47 Präfekturen. Je nachdem, was noch als Insel zählt,
besteht die Inselkette aus 363 oder eintausend Inseln, von denen 48
bewohnt sowie alle subtropisch sind. Die Insulaner nennen sich
Leute vom Meer, lieben dasselbe, zudem die Pracht der Blüten
und die Sonne. Jahrhunderte lebten sie in ihrem eigenständigen
Königreich namens Ryukyu (gesprochen: Rüükjuu) und verstanden es,
geschickt und friedfertig, die oft ruppigen Nachbarn China und Japan
in Schach zu halten. Die Insulaner konterten mit kluger Diplomatie,
lukrativem Handel, facettenreicher Kultur und maßgeschneidertem
Kunsthandwerk. Wenn die chinesischen Gesandten dann wieder ein halbes
Jahr im Inselreich auf Reede lagen und auf das Drehen des Monsuns
warteten, um reich beladen zum Kontinent zurückzukehren, unterhielten
die Bewohner Ryukyus sie mit tagelangen Theaterstücken,
Eisa-Straßentänzen und Kammermusik, kredenzten feinste Speisen und
reichten liebliche Getränke. Nun, einen Awamori-Schnaps in Ehren kann
wohl niemand verwehren. Der eine oder andere Diplomat war hernach so
umnebelt, dass ein paar Possen hier und da nicht weiter
auffielen. Oder warum sonst zauberten die Leute vom Meer
Schweinestallmuster in feinste Webarbeiten?
So bedeutend die Handelsdrehscheibe Ryukyu vom Mittelalter bis zur
frühen Neuzeit für Ostasien war, so wenig bekannt war Okinawa im
Westen. Ein paar Weltreisende hier und da, aber alle berichten sie von
dem gastfreundlichen und zivilisierten Handelsvolk auf den Südinseln,
die sie mal Nansei, mal Ryukyu, Liukiu, Luchu, Lutschu, Loo-Choo oder
Lew-Chew nannten, je nachdem ob die Schreiberlinge des Mandarins oder
des Japanischen mächtig waren oder sich mit portugiesischen,
englischen oder deutschen Sprachverzerrungen begnügen mussten. Die
Chinesen kreierten, vermutlich ausgehend von der einheimischen
Bezeichnung des Inselreichs, den schriftgerechten Blumennamen
Ryukyu und sprachen von den schwebenden Welten, dem
Lapislazuli gleichen Palais des Drachen im Meer oder dem
Schlummernden Drachen. Große Fischgründe, Uchina,
sagten die Leute vom Meer, wenn sie die Hauptinsel und nicht ihr
Königreich der einhundert Inseln meinten. Tau im offenen Meer,
Okinawa, diktierten ab 1879 die Japaner mit geografischem Blick und
verordneten die Moderne.