
Maß und Zeit
Entdecken Sie die neue Kraft der klösterlichen Werte und Rituale
Wilhelm Schmid-Bode(Author)
Campus (Publisher)
1st Edition
Published on 3. March 2008
Book
Hardback
251 pages
978-3-593-38506-8 (ISBN)
Description
Wilhelm Schmid-Bode lädt dazu ein, klösterliche Ideale, die in Christentum, Hinduismus, Buddhismus und Islam entwickelt und gelebt wurden, zu entdecken: Demut, Stille und Schweigen, Kontemplation, Maßhalten, Wachsamkeit, Arbeit und Gemeinschaft. So ungewohnt und fremd sich diese Begriffe auch anhören, so brandaktuell und nützlich erweisen sie sich bei genauerer Betrachtung. Es ist nicht nur möglich, dieses uralte klösterliche Wissen in unseren Alltag zu integrieren - es bietet auch die Möglichkeit, dem Stress und der Beliebigkeit unseres Lebens etwas entgegenzusetzen und zu mehr Ruhe und zu einer sinnerfüllten Gelassenheit zu finden.
More details
Language
German
Place of publication
Frankfurt/Main
Germany
Dimensions
Height: 215 mm
Width: 140 mm
Weight
459 gr
ISBN-13
978-3-593-38506-8 (9783593385068)
Schweitzer Classification
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Wilhelm Schmid-Bode | Helge Heynold | Dieter Gring
Maß und Zeit
Entdecken Sie die neue Kraft der klösterlichen Werte und Rituale
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09/2008
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€19.95
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Person
Dr. Wilhelm Schmid-Bode is a physician who specializes in psychotherapeutic medicine and practices in Munich. He presents seminars on self- and stress management, is an authority on stress research and traditional Chinese medicine, and has published several self-help books.
Content
Inhalt
Ein paar Worte vorneweg
Oder: Was Sie über den Autor vielleicht
gar nicht wissen wollten
Die Aktualität der klösterlichen Werte
Woher sie kommen, wohin sie führen
Vom Sinn der klösterlichen Werte
Von den Mysterienkulten: Die Vorgeschichte der Klöster
Von der Einsamkeit zur Gemeinsamkeit: Die Entwicklung des christlichen Klosters
Vom Verzicht zur Dekadenz - und wieder zurück: Die Gefährdung eines Ideals
Die Demut
Was Demut bedeutet, und wie sie aussehen kann
Wie Demut die Geschäftsmoral beeinflusst
Warum Hochmut gefährlich ist
Weshalb Demut gesund und gastfreundlich macht
Woran Demut zu erkennen ist
Warum Demütige sogar Fehler lieben
Praktische Übungen zur Demut
Die Askese
Was Askese bewirkt
Worin die Nachteile radikaler Askese liegen
Womit und wogegen der Asket kämpft
Was am Fasten gut und an der Übertreibung schädlich ist
Wie Sexualität mit Askese vereinbar ist
Warum Askese Ausdauer verlangt
Wie Glücksfähigkeit durch Askese lernbar wird
Praktische Übungen zur Askese
Das Maßhalten
Worin sich Maßlosigkeit zu erkennen gibt
Wie komme ich wieder ins Gleichgewicht?
Weshalb Eigenzeit Voraussetzung für Maßhalten ist
Warum Warten gesund ist
Praktische Übungen zum Maßhalten
Die Bedürfnislosigkeit
Warum Besitz belasten kann
Warum Abgeben überlebensnotwendig ist
Wie viel im Alltag verzichtbar sein kann
Weshalb Luxus uns beraubt
Was Geld an unserer Menschlichkeit ändert
Wer dabeibleiben will, bleibt unter Druck
Warum zu viele Alternativen einengen können
Praktische Übungen zur Bedürfnislosigkeit
Die Stille und das Schweigen
Was Stille kostbar und heilsam macht
Warum wir nicht mehr schweigen können
Wann Schweigen richtig und weshalb Stille wichtig ist
Woher unsere Angst vor der Stille kommt
Was Zeitempfinden mit Stille zu tun hat
Wie wenig monoton die Stille ist
Warum Stille uns stärkt
Warum uns Schweigen so schwerfällt
Praktische Übungen zum Schweigen und zur Stille
Die Wachsamkeit
Was Wachsamkeit eigentlich meint
Warum es hilft, Aufmerksamkeit zu trainieren
Wie können Meditationserfahrungen das Gehirn verändern?
Was geschieht im Gehirn, wenn wir uns etwas vorstellen?
Praktische Übungen zur Wachsamkeit
Die Arbeit
Warum Glück nicht von Geld und Position abhängt
Wann Arbeit glücklich macht
Wie Arbeit Sinn stiftet
Wie körperliche und geistige Arbeit sich ergänzen
Wie Abwechslung vor Überheblichkeit schützt
Warum der Körper ein Freund auf dem spirituellen Weg ist
Praktische Übungen zur Arbeit
Gehorsam
Wie man Gehorsam aktiv motivieren kann
Wer gehorcht, hört auf das, was ihm gesagt wird
Wem dürfen wir eigentlich gehorchen?
Was kann der Glaube bei Kranken bewirken?
Wie können wir Ja zum Schlechten in der Welt sagen?
Worin sich der Gehorsam des Mystikers zeigt
Praktische Übungen zum Gehorsam
Die Gemeinschaft
Wie Mitgefühl funktioniert und was es bringt
Warum wir gemeinsam essen sollten
Wie Gemeinschaft gesund und gelöst macht
Warum Egoismus nicht angeboren ist
Wo überall die Sehnsucht nach Wahlfamilien lebt
Praktische Übungen zur Gemeinschaft
Die Rituale
Wann wir Rituale vollziehen
Warum Rituale immer wichtiger werden
Weshalb wir bei vielen Ritualen willig leiden
Was Rituale kostbar macht
Was der Niedergang unserer Fest- und Schenkkultur verrät
Praktische Übungen zu den Ritualen
Das Gebet
Was Beten bewirken kann
Wie Religiosität die Gesundheit beeinflusst
Was das Gebet ursprünglich wollte
Die Vielfalt der Gebetsformen
Die mystische Leidenschaft im Gebet
Die Versenkung im Gebet: eine mystische Erfahrung
Die Rolle des Körpers beim Beten
Die Vorgänge im Gehirn während der Meditation
Die künstlichen Wege der Forscher zur Medidation
Das Naturerlebnis als kontemplativer Akt
Praktische Übungen zu Gebet und Meditation
Die Entscheidungsfähigkeit
Was "Erkenntnis" heißen kann
Was kann Willensfreiheit für uns noch bedeuten?
We
Ein paar Worte vorneweg
Oder: Was Sie über den Autor vielleicht
gar nicht wissen wollten
Die Aktualität der klösterlichen Werte
Woher sie kommen, wohin sie führen
Vom Sinn der klösterlichen Werte
Von den Mysterienkulten: Die Vorgeschichte der Klöster
Von der Einsamkeit zur Gemeinsamkeit: Die Entwicklung des christlichen Klosters
Vom Verzicht zur Dekadenz - und wieder zurück: Die Gefährdung eines Ideals
Die Demut
Was Demut bedeutet, und wie sie aussehen kann
Wie Demut die Geschäftsmoral beeinflusst
Warum Hochmut gefährlich ist
Weshalb Demut gesund und gastfreundlich macht
Woran Demut zu erkennen ist
Warum Demütige sogar Fehler lieben
Praktische Übungen zur Demut
Die Askese
Was Askese bewirkt
Worin die Nachteile radikaler Askese liegen
Womit und wogegen der Asket kämpft
Was am Fasten gut und an der Übertreibung schädlich ist
Wie Sexualität mit Askese vereinbar ist
Warum Askese Ausdauer verlangt
Wie Glücksfähigkeit durch Askese lernbar wird
Praktische Übungen zur Askese
Das Maßhalten
Worin sich Maßlosigkeit zu erkennen gibt
Wie komme ich wieder ins Gleichgewicht?
Weshalb Eigenzeit Voraussetzung für Maßhalten ist
Warum Warten gesund ist
Praktische Übungen zum Maßhalten
Die Bedürfnislosigkeit
Warum Besitz belasten kann
Warum Abgeben überlebensnotwendig ist
Wie viel im Alltag verzichtbar sein kann
Weshalb Luxus uns beraubt
Was Geld an unserer Menschlichkeit ändert
Wer dabeibleiben will, bleibt unter Druck
Warum zu viele Alternativen einengen können
Praktische Übungen zur Bedürfnislosigkeit
Die Stille und das Schweigen
Was Stille kostbar und heilsam macht
Warum wir nicht mehr schweigen können
Wann Schweigen richtig und weshalb Stille wichtig ist
Woher unsere Angst vor der Stille kommt
Was Zeitempfinden mit Stille zu tun hat
Wie wenig monoton die Stille ist
Warum Stille uns stärkt
Warum uns Schweigen so schwerfällt
Praktische Übungen zum Schweigen und zur Stille
Die Wachsamkeit
Was Wachsamkeit eigentlich meint
Warum es hilft, Aufmerksamkeit zu trainieren
Wie können Meditationserfahrungen das Gehirn verändern?
Was geschieht im Gehirn, wenn wir uns etwas vorstellen?
Praktische Übungen zur Wachsamkeit
Die Arbeit
Warum Glück nicht von Geld und Position abhängt
Wann Arbeit glücklich macht
Wie Arbeit Sinn stiftet
Wie körperliche und geistige Arbeit sich ergänzen
Wie Abwechslung vor Überheblichkeit schützt
Warum der Körper ein Freund auf dem spirituellen Weg ist
Praktische Übungen zur Arbeit
Gehorsam
Wie man Gehorsam aktiv motivieren kann
Wer gehorcht, hört auf das, was ihm gesagt wird
Wem dürfen wir eigentlich gehorchen?
Was kann der Glaube bei Kranken bewirken?
Wie können wir Ja zum Schlechten in der Welt sagen?
Worin sich der Gehorsam des Mystikers zeigt
Praktische Übungen zum Gehorsam
Die Gemeinschaft
Wie Mitgefühl funktioniert und was es bringt
Warum wir gemeinsam essen sollten
Wie Gemeinschaft gesund und gelöst macht
Warum Egoismus nicht angeboren ist
Wo überall die Sehnsucht nach Wahlfamilien lebt
Praktische Übungen zur Gemeinschaft
Die Rituale
Wann wir Rituale vollziehen
Warum Rituale immer wichtiger werden
Weshalb wir bei vielen Ritualen willig leiden
Was Rituale kostbar macht
Was der Niedergang unserer Fest- und Schenkkultur verrät
Praktische Übungen zu den Ritualen
Das Gebet
Was Beten bewirken kann
Wie Religiosität die Gesundheit beeinflusst
Was das Gebet ursprünglich wollte
Die Vielfalt der Gebetsformen
Die mystische Leidenschaft im Gebet
Die Versenkung im Gebet: eine mystische Erfahrung
Die Rolle des Körpers beim Beten
Die Vorgänge im Gehirn während der Meditation
Die künstlichen Wege der Forscher zur Medidation
Das Naturerlebnis als kontemplativer Akt
Praktische Übungen zu Gebet und Meditation
Die Entscheidungsfähigkeit
Was "Erkenntnis" heißen kann
Was kann Willensfreiheit für uns noch bedeuten?
We
Die Aktualität
der klösterlichen Werte
Woher sie kommen,
wohin sie führen
Hätte ich in jungen Jahren einer Frau, die ich erobern wollte, vom Reiz eines Klosters erzählt, wären meine Nächte einsam geblieben. Kloster hörte sich nach räumlicher und geistiger Beengtheit an, nach Unfreiheit. Klosterferien wurden zwar schon in den 80er Jahren angeboten, waren aber eher etwas für esoterische Kreise. Dann aber fingen weltoffene Geistliche wie der Jesuitenpater Rupert Lay an, zu "guten Hirten" der deutschen Wirtschaft aufzusteigen. Manager lernten bei ihnen - oft nach dem ersten Herzinfarkt -, die Gedanken an Börse und Büro abzuschalten und in der Stille zur Ruhe und zu sich selbst zu kommen.
Doch das praktizierten sie meist auf einer Insel, an einem weltfernen Strand oder in jener splendid isolation in der Toskana oder in der Provence, an der andere gut verdienen. Und es ging dabei auch nicht darum, neue Inhalte für sich zu entdecken, sondern darum, den psychosomatischen Folgen von Stress und dem Burnout-Syndrom vorzubeugen und Leistungsabfall zu vermeiden. Klug wie sie waren, vermieden jene guten Hirten ein Vokabular, das ans Kloster gemahnt hätte, denn da wären ihnen ihre sehr weltlichen Klienten davongelaufen. Beim Stichwort Kloster denken die meisten Menschen zuallererst an Mauern, an das Abgesperrte, Verschlossene, was das lateinische claustrum, von dem sich der Begriff ableitet, auch meint. Das musste in einer Zeit, die die Globalisierung zur allein selig machenden Religion erklärte und grenzenlose Kommunikation zur Pflicht, abschreckend klingen. Und dennoch ist die neu entdeckte Anziehungskraft des Klosters nicht zu leugnen.
Warum hat nun in den letzten Jahren das Wort "Kloster" für viele das Abschreckende, Lebensfeindliche verloren? Warum hat es eine geradezu magische Attraktivität entfaltet? Warum finden Bücher und Filme über das Klosterleben ein rapide wachsendes Publikum? Wa-rum suchen die Menschen ausgerechnet Zuflucht in dieser Gegenwelt?
Die Befürchtung, dass sich Klosterbegeisterte in eine Romantik verirren, die mit den Inhalten und Anliegen klösterlicher Werte nicht das Geringste zu tun hat, liegt nahe. Und dass wir in einer karrierebetonten, besitzorientierten Gesellschaft früher oder später eine Sinnkrise erfahren, ist nicht weiter erstaunlich. Die meisten von uns wollen dieser Welt entkommen, jedoch ohne sie zu verlassen. Die Flucht in eine Sucht liegt gefährlich nahe, ob es Magersucht oder Fresssucht ist, ob es sich um sozial noch unauffällige Designerdrogen handelt, die mittlerweile in Karrierekreisen bis in die Chefetagen üblich geworden sind, um einen kaschierten Alkoholismus oder um destruktive illegale Drogen. Es könnte also durchaus sein, dass es derzeit Klosterjunkies gibt, die sich an einer Illusion berauschen, dass sie sich rasch mal dieser Möglichkeit bedienen, weil sie manches andere an Fluchtmitteln im satten Angebot der Zeitgeistlichen schon erfolglos ausprobiert haben. Ob klösterliche Werte jemandem wirklich helfen können, aus einer schwierigen oder sogar ausweglos erscheinenden Situation herauszufinden, muss jeder kritisch denkende Mensch zuerst einmal infrage stellen. Sieht es doch so aus, als sei das Kloster auf Zeit zwar geeignet, gestressten, aber letztlich gefestigten Menschen eine Verschnaufpause zu verschaffen, in der sie zu sich kommen, nicht aber eine langfristige Umstrukturierung der Lebensweise zu erreichen, es sich mithin also um eine Seelendiät mit Rückfallgefahr handelt. Doch ein extremes Beispiel hat mir vorgeführt, welche Kraft in den klösterlichen Werten steckt und dass sie imstande sind, sogar Heroinsüchtigen in ein Dasein ohne Abhängigkeiten zurück zu verhelfen. Ausgerechnet denen klösterliche Prinzipien und Inhalte vermitteln zu wollen, scheint schwer vorstellbar. Dass es geht und wie, erfuhr ich, als ich durch Zufall auf einer Italienreise von "Mondo X" hörte, dem Projekt des Franziskanerpaters Eligio zur Rehabilitation von Drogenabhängigen.
Pater Eligio, ein welt
der klösterlichen Werte
Woher sie kommen,
wohin sie führen
Hätte ich in jungen Jahren einer Frau, die ich erobern wollte, vom Reiz eines Klosters erzählt, wären meine Nächte einsam geblieben. Kloster hörte sich nach räumlicher und geistiger Beengtheit an, nach Unfreiheit. Klosterferien wurden zwar schon in den 80er Jahren angeboten, waren aber eher etwas für esoterische Kreise. Dann aber fingen weltoffene Geistliche wie der Jesuitenpater Rupert Lay an, zu "guten Hirten" der deutschen Wirtschaft aufzusteigen. Manager lernten bei ihnen - oft nach dem ersten Herzinfarkt -, die Gedanken an Börse und Büro abzuschalten und in der Stille zur Ruhe und zu sich selbst zu kommen.
Doch das praktizierten sie meist auf einer Insel, an einem weltfernen Strand oder in jener splendid isolation in der Toskana oder in der Provence, an der andere gut verdienen. Und es ging dabei auch nicht darum, neue Inhalte für sich zu entdecken, sondern darum, den psychosomatischen Folgen von Stress und dem Burnout-Syndrom vorzubeugen und Leistungsabfall zu vermeiden. Klug wie sie waren, vermieden jene guten Hirten ein Vokabular, das ans Kloster gemahnt hätte, denn da wären ihnen ihre sehr weltlichen Klienten davongelaufen. Beim Stichwort Kloster denken die meisten Menschen zuallererst an Mauern, an das Abgesperrte, Verschlossene, was das lateinische claustrum, von dem sich der Begriff ableitet, auch meint. Das musste in einer Zeit, die die Globalisierung zur allein selig machenden Religion erklärte und grenzenlose Kommunikation zur Pflicht, abschreckend klingen. Und dennoch ist die neu entdeckte Anziehungskraft des Klosters nicht zu leugnen.
Warum hat nun in den letzten Jahren das Wort "Kloster" für viele das Abschreckende, Lebensfeindliche verloren? Warum hat es eine geradezu magische Attraktivität entfaltet? Warum finden Bücher und Filme über das Klosterleben ein rapide wachsendes Publikum? Wa-rum suchen die Menschen ausgerechnet Zuflucht in dieser Gegenwelt?
Die Befürchtung, dass sich Klosterbegeisterte in eine Romantik verirren, die mit den Inhalten und Anliegen klösterlicher Werte nicht das Geringste zu tun hat, liegt nahe. Und dass wir in einer karrierebetonten, besitzorientierten Gesellschaft früher oder später eine Sinnkrise erfahren, ist nicht weiter erstaunlich. Die meisten von uns wollen dieser Welt entkommen, jedoch ohne sie zu verlassen. Die Flucht in eine Sucht liegt gefährlich nahe, ob es Magersucht oder Fresssucht ist, ob es sich um sozial noch unauffällige Designerdrogen handelt, die mittlerweile in Karrierekreisen bis in die Chefetagen üblich geworden sind, um einen kaschierten Alkoholismus oder um destruktive illegale Drogen. Es könnte also durchaus sein, dass es derzeit Klosterjunkies gibt, die sich an einer Illusion berauschen, dass sie sich rasch mal dieser Möglichkeit bedienen, weil sie manches andere an Fluchtmitteln im satten Angebot der Zeitgeistlichen schon erfolglos ausprobiert haben. Ob klösterliche Werte jemandem wirklich helfen können, aus einer schwierigen oder sogar ausweglos erscheinenden Situation herauszufinden, muss jeder kritisch denkende Mensch zuerst einmal infrage stellen. Sieht es doch so aus, als sei das Kloster auf Zeit zwar geeignet, gestressten, aber letztlich gefestigten Menschen eine Verschnaufpause zu verschaffen, in der sie zu sich kommen, nicht aber eine langfristige Umstrukturierung der Lebensweise zu erreichen, es sich mithin also um eine Seelendiät mit Rückfallgefahr handelt. Doch ein extremes Beispiel hat mir vorgeführt, welche Kraft in den klösterlichen Werten steckt und dass sie imstande sind, sogar Heroinsüchtigen in ein Dasein ohne Abhängigkeiten zurück zu verhelfen. Ausgerechnet denen klösterliche Prinzipien und Inhalte vermitteln zu wollen, scheint schwer vorstellbar. Dass es geht und wie, erfuhr ich, als ich durch Zufall auf einer Italienreise von "Mondo X" hörte, dem Projekt des Franziskanerpaters Eligio zur Rehabilitation von Drogenabhängigen.
Pater Eligio, ein welt