
Günter Grass
Ein politischer Märchenerzähler und Provokateur / Biografie
Günther Rüther(Author)
S. Marix Verlag
1st Edition
Published on 20. September 2022
Book
Hardback
368 pages
978-3-7374-1206-3 (ISBN)
Description
Schriftsteller, Nobelpreisträger und genialer Erzähler: Als eine der bedeutendsten Stimmen der Literatur im 20. Jh. und darüber hinaus nimmt Günter Grass eine Ausnahmestellung in der deutschen Literatur ein. Er galt als unbequeme Stimme, als Stimme der Unabhängigkeit und Rücksichtslosigkeit, auch gegen sich selbst. Ein Aufrüttler, ein Infragesteller, ein Provokateur, einer, der ab und zu auch gerne Märchen erzählt, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.
Günther Rüther stellt den genialen Erzähler in das Urteil seiner Zeit und macht deutlich, dass seine Bücher und Zeichnungen heute noch leben. Sie fördern das Nachdenken und den Widerspruch. Sie zeigen auf, dass die Wirklichkeit komplexer ist, als wir sie uns ausmalen. Sie zerstören Mystifizierungen, klären auf, provozieren, und beflügeln gleichzeitig die Fantasie. Ein Märchenerzähler und Provokateur, der seine Leser zu fesseln weiß, sie aus dem Alltag heraus in ungeübte Höhen der Fantasie emporjagt, und unserer heutigen Kultur bitter fehlt.
Günther Rüther stellt den genialen Erzähler in das Urteil seiner Zeit und macht deutlich, dass seine Bücher und Zeichnungen heute noch leben. Sie fördern das Nachdenken und den Widerspruch. Sie zeigen auf, dass die Wirklichkeit komplexer ist, als wir sie uns ausmalen. Sie zerstören Mystifizierungen, klären auf, provozieren, und beflügeln gleichzeitig die Fantasie. Ein Märchenerzähler und Provokateur, der seine Leser zu fesseln weiß, sie aus dem Alltag heraus in ungeübte Höhen der Fantasie emporjagt, und unserer heutigen Kultur bitter fehlt.
Reviews / Votes
Der Biograf greift die inneren und äußeren Kämpfe in Grass Leben auf, überlässt aber das Urteil über den umstrittenen Autor - in Zitaten seiner Gegner und Freunde - dem Leser . So entsteht eine Biografie, die sich um Fairness in der Bewertung dieser polarisierenden literarischen und politischen Gestalt bemüht. (...) Das Buch ist nicht nur für Liebhaber der Literatur von Günter Grass ein gelungener Einblick in dessen Vita, sondern auch ein Augenöffner für politische Zusammenhänge, die Rüther gekonnt darzulegen weiß.Kölner Stadt Anzeiger
More details
Language
German
Place of publication
Wiesbaden
Germany
Publishing group
marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg
Product notice
With dust jacket
Illustrations
25
25 s/w Photographien bzw. Rasterbilder
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 14 cm
Thickness: 3.2 cm
Weight
555 gr
ISBN-13
978-3-7374-1206-3 (9783737412063)
Schweitzer Classification
Person
Author
Günther Rüther, Emeritus der Exzellenz-Universität Bonn. Viele Jahre Leiter der Abteilung Begabtenförderung und Kultur der Konrad Adenauer Stiftung. Im Verlagshaus Römerweg erschienen die Biografien Wir Negativen. Kurt Tucholsky und die Weimarer Republik, Theodor Fontane. Aufklärer - Kritiker - Schriftsteller und Heinrich Mann. Ein politischer Träumer / Biographie sowie die Lesebücher, Theodor Fontane. Alles ist Zufall. Schriften eines Realisten und Heinrich Mann. Anfang und Ziel ist der Mensch. Texte eines Idealisten.
ISNI: 0000 0001 0858 0706 GND: 109302567
ISNI: 0000 0001 0858 0706 GND: 109302567
Content
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
1.Der Nobelpreis: Zeit der Ehrung - - Zeit der Schmähung
2.Erinnerung als Provokation
3.Vom Nonkonformisten zum Politikbesessenen
4.Vom politischen Allerlei zum Weltphilosophen
5.Die »"Gruppe 47«" und das Treffen in Telgte
6.Mit Orwell zu Apokalypse
7.Das weite Feld der deutschen Einheit
8.Die schrägläufige Erinnerung
9.Erinnerungen und Provokationen zum Abschied
Nachwort
Anhang
Dank
Endnoten
Literaturauswahl
Zeittafel
Personenverzeichnis
Abbildungsnachweis
Einleitung
1.Der Nobelpreis: Zeit der Ehrung - - Zeit der Schmähung
2.Erinnerung als Provokation
3.Vom Nonkonformisten zum Politikbesessenen
4.Vom politischen Allerlei zum Weltphilosophen
5.Die »"Gruppe 47«" und das Treffen in Telgte
6.Mit Orwell zu Apokalypse
7.Das weite Feld der deutschen Einheit
8.Die schrägläufige Erinnerung
9.Erinnerungen und Provokationen zum Abschied
Nachwort
Anhang
Dank
Endnoten
Literaturauswahl
Zeittafel
Personenverzeichnis
Abbildungsnachweis
Tränen der Freude und Zornesröte
Als am 30. September 1999 die Öffentlichkeit davon erfuhr, dass der neue Literaturnobelpreisträger Günter Grass heißen würde, was nicht völlig überraschend kam, wenn es denn abermals ein Deutscher werden würde, telegrafierte der Nobelpreisträger von 1988, der Kolumbianer Gabriel Garcia Márquez (1927-2014), dem wir den Weltbestseller Die Liebe in Zeiten der Cholera verdanken, an Günter Grass: ». eines habe ich Dir voraus: Ich weiß, was jetzt auf Dich zukommt .. Und damit traf er den Nagel auf den Kopf. Obwohl der nun auserkorene Preisträger bereits zuvor mehr Ehrungen und Schmähungen ertragen musste als seiner empfindlichen »Zwiebelhaut« bekömmlich waren, setzte das nun auf ihn zukommende Feuerwerk neue Maßstäbe. Vielen trieb es Tränen der Freude in die Augen, anderen die Zornesröte ins Gesicht. Nun ist es selten so gewesen, dass mit der Vergabe des Nobelpreises an einen deutschsprachigen Autor, bis heute sind es 13, ungetrübte Freude herrschte. Noch weniger war dies der Fall, wenn es sich dabei, wie bei Grass, um einen deutschen Staatsbürger handelte, der nicht nur als anerkannter Schriftsteller, sondern auch als politischer Mensch Schlagzeilen machte. Der Grund für eine derartige öffentliche Erregung aus Anlass einer Preisverleihung liegt wohl darin, dass mit dieser Vergabe stets auch eine nationale oder kulturpolitische Saite anklingt. Das Nobelpreiskomitee ist bei seiner Wahl stets bestrebt, auch gesellschaftspolitische, humanitäre Akzente zu setzen und dabei den Zeitgeist im Auge zu haben. Sicher gilt dies für den Friedensnobelpreis noch mehr, aber eben auch für seinen Bruder im Geiste - den Literaturnobelpreis. Mit den Worten der beiden vor Grass geehrten Schriftsteller, des Italieners Dario Fo (1926-2016) und des Portugiesen José Saramago (1922-2010) zeichnete die Jury zum dritten Mal einen Schriftsteller in Folge aus, »der sich, allen Winkelzügen des Zeitgeistes zum Trotz, immer auch als Gesellschaftskritiker verstanden hat, als Widerspruchsgeist, als Nörgler zuweilen und manchmal auch als Nervensäge«.
Als am 30. September 1999 die Öffentlichkeit davon erfuhr, dass der neue Literaturnobelpreisträger Günter Grass heißen würde, was nicht völlig überraschend kam, wenn es denn abermals ein Deutscher werden würde, telegrafierte der Nobelpreisträger von 1988, der Kolumbianer Gabriel Garcia Márquez (1927-2014), dem wir den Weltbestseller Die Liebe in Zeiten der Cholera verdanken, an Günter Grass: ». eines habe ich Dir voraus: Ich weiß, was jetzt auf Dich zukommt .. Und damit traf er den Nagel auf den Kopf. Obwohl der nun auserkorene Preisträger bereits zuvor mehr Ehrungen und Schmähungen ertragen musste als seiner empfindlichen »Zwiebelhaut« bekömmlich waren, setzte das nun auf ihn zukommende Feuerwerk neue Maßstäbe. Vielen trieb es Tränen der Freude in die Augen, anderen die Zornesröte ins Gesicht. Nun ist es selten so gewesen, dass mit der Vergabe des Nobelpreises an einen deutschsprachigen Autor, bis heute sind es 13, ungetrübte Freude herrschte. Noch weniger war dies der Fall, wenn es sich dabei, wie bei Grass, um einen deutschen Staatsbürger handelte, der nicht nur als anerkannter Schriftsteller, sondern auch als politischer Mensch Schlagzeilen machte. Der Grund für eine derartige öffentliche Erregung aus Anlass einer Preisverleihung liegt wohl darin, dass mit dieser Vergabe stets auch eine nationale oder kulturpolitische Saite anklingt. Das Nobelpreiskomitee ist bei seiner Wahl stets bestrebt, auch gesellschaftspolitische, humanitäre Akzente zu setzen und dabei den Zeitgeist im Auge zu haben. Sicher gilt dies für den Friedensnobelpreis noch mehr, aber eben auch für seinen Bruder im Geiste - den Literaturnobelpreis. Mit den Worten der beiden vor Grass geehrten Schriftsteller, des Italieners Dario Fo (1926-2016) und des Portugiesen José Saramago (1922-2010) zeichnete die Jury zum dritten Mal einen Schriftsteller in Folge aus, »der sich, allen Winkelzügen des Zeitgeistes zum Trotz, immer auch als Gesellschaftskritiker verstanden hat, als Widerspruchsgeist, als Nörgler zuweilen und manchmal auch als Nervensäge«.