
Beifang
Roman
Ulrich Ritzel(Author)
btb (Publisher)
Published on 1. September 2009
Book
Hardback
464 pages
978-3-442-75181-5 (ISBN)
Description
Kommissar Berndorf ist zurück!
'Ich versuche, etwas über die Zeit und die Gesellschaft zu erzählen, wie ich sie sehe. Schreiben ist immer der Versuch, etwas zu benennen, etwas aufzudecken, etwas zu verstehen.'
Der ausgediente Kriminalbeamte Hans Berndorf bekommt den Auftrag, private Ermittlungen zu dem Mord an einer jungen Frau zu führen, deren Ehemann als anscheinend bereits überführter Täter in Ulm vor Gericht steht. Doch als Berndorf eintrifft, ist sein Auftraggeber - der Verteidiger des Angeklagten - tot, auf dem Hauptbahnhof von einem Güterzug überrollt. Hat er Selbstmord begangen oder ist er vor den Zug gestoßen worden? Das ist nicht die einzige Frage, vor der Berndorf steht. Vor seinem Tod war der Anwalt wiederholt in heftige Auseinandersetzungen mit dem Vorsitzenden Richter geraten, weil ein seiner Ansicht nach für das Verfahren entscheidendes Beweisstück spurlos verschwunden ist: ein Schmuck, den die ermordete junge Frau getragen hatte. Dieser Schmuck - eine Goldkette mit einem breiten Ring, auf dem in Miniatur das biblische Motiv des Sündenfalls eingearbeitet war - führt Berndorf weit über seinen ursprünglichen Auftrag hinaus. Er stößt auf allerhand Merkwürdigkeiten - eine davon ist, dass der tote Anwalt und der Vorsitzende Richter entgegen dem Anschein, den sie in der Verhandlung geweckt hatten, seit vielen Jahren gute Bekannte waren. In dem Dickicht von alltäglichen Verstrickungen, von Lügen und Niedertracht, das Berndorf freizulegen versucht, stößt er schließlich auf das Verbrechen, das vor Jahrzehnten am Anfang von allem stand.
'Ich versuche, etwas über die Zeit und die Gesellschaft zu erzählen, wie ich sie sehe. Schreiben ist immer der Versuch, etwas zu benennen, etwas aufzudecken, etwas zu verstehen.'
Der ausgediente Kriminalbeamte Hans Berndorf bekommt den Auftrag, private Ermittlungen zu dem Mord an einer jungen Frau zu führen, deren Ehemann als anscheinend bereits überführter Täter in Ulm vor Gericht steht. Doch als Berndorf eintrifft, ist sein Auftraggeber - der Verteidiger des Angeklagten - tot, auf dem Hauptbahnhof von einem Güterzug überrollt. Hat er Selbstmord begangen oder ist er vor den Zug gestoßen worden? Das ist nicht die einzige Frage, vor der Berndorf steht. Vor seinem Tod war der Anwalt wiederholt in heftige Auseinandersetzungen mit dem Vorsitzenden Richter geraten, weil ein seiner Ansicht nach für das Verfahren entscheidendes Beweisstück spurlos verschwunden ist: ein Schmuck, den die ermordete junge Frau getragen hatte. Dieser Schmuck - eine Goldkette mit einem breiten Ring, auf dem in Miniatur das biblische Motiv des Sündenfalls eingearbeitet war - führt Berndorf weit über seinen ursprünglichen Auftrag hinaus. Er stößt auf allerhand Merkwürdigkeiten - eine davon ist, dass der tote Anwalt und der Vorsitzende Richter entgegen dem Anschein, den sie in der Verhandlung geweckt hatten, seit vielen Jahren gute Bekannte waren. In dem Dickicht von alltäglichen Verstrickungen, von Lügen und Niedertracht, das Berndorf freizulegen versucht, stößt er schließlich auf das Verbrechen, das vor Jahrzehnten am Anfang von allem stand.
More details
Series
Language
German
Place of publication
München
Germany
Product notice
With dust jacket
Dimensions
Height: 21.5 cm
Width: 13.5 cm
ISBN-13
978-3-442-75181-5 (9783442751815)
Schweitzer Classification
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Content
Tobruk war gefallen, und Kaufmann Hirrle hatte den Laden beflaggt, aber Weckgl?r gab es keine. Marianne machte auf dem Absatz kehrt und ging wieder, sie hatte zwei gro? Kannen Stachel- und Johannisbeeren gepfl?ckt, was wollte sie nun damit! Hirrle hatte ihr noch einen Blick zugeworfen, kommen Sie doch sp?r noch mal, hie?das, wenn sonst keine Kunden mehr da sind, aber sie mochte diese Angebote nicht.
Im Laden war es k?hl gewesen, doch drau?n auf der staubhellen Dorfstra? stand die Hitze wie eine Wand, und Marianne brach der Schwei?aus auf der Stirne, noch bevor sie auf ihr Rad gestiegen war. Am Lenker baumelten die Kannen voller Beeren, wie nutzlos doch ihre ganze M?he gewesen war! Sie fuhr los, vorn?ber gebeugt und beide H?e am Lenker, den Schlagl?chern ausweichend, noch immer ?erlich und entt?cht.
Pl?tzlich schrak sie hoch, Kindergekreisch brach ?ber sie herein, eine Horde von Schulbuben schoss ?ber die Stra?, die Ranzen auf dem R?cken, ein strohblonder Junge w? ihr fast ins Vorderrad gerannt, sie musste abbremsen und kam gerade noch rechtzeitig mit dem Fu?auf den Boden, sonst w? sie gest?rzt. Der Junge warf ihr einen erschrockenen Blick zu und rannte der Horde nach. Marianne atmete tief durch, dann stieg sie wieder auf und fuhr weiter.
Die Kinder waren jetzt, johlend und schreiend, an der Stra?necke weiter vorne stehen geblieben, gegen?ber dem Postamt, einige von ihnen sammelten Steine auf. Erst in diesem Augenblick entdeckte Marianne auf der anderen Stra?nseite die grauhaarige Frau, die aus dem Postamt gekommen sein musste und die jetzt mit hastigen Schritten der Horde zu entkommen suchte, die H?e abwehrend erhoben.
Wieder sah Marianne den blonden Jungen, der gerade eben einen Schritt auf die Stra? hinausgetreten war und mit der Hand ausholte. Marianne schrie noch ein: "Nicht!" oder wollte es schreien, als der Junge mit einer abgezirkelten Bewegung auch schon einen Stein eigentlich nicht warf, sondern fliegen lie? der Stein traf die alte Frau am Kopf, Staub oder Erdreich l?sten sich beim Aufprall und stiegen um den Kopf der Alten auf wie eine lustige kleine Wolke. Einen kurzen Moment verharrte die Getroffene regungslos, dann barg sie das Gesicht in den H?en und kr?mmte sich, bis sie in sich zusammensank.
Marianne lie?das Fahrrad samt den Kannen auf den Boden fallen und lief zu der Getroffenen, die nun mit angezogenen Knien auf dem Gehsteig hockte. Blut lief ihr ?ber die Hand, mit der sie das Auge sch?tzte. "Ganz ruhig", sagte Marianne, kniete sich neben sie und ?berlegte, womit sie die Blutung stillen k?nnte. "Ich helfe Ihnen, es ist sicher nur eine Platzwunde."
Beim Niederknien war ihr der Rock hochgerutscht, und der Unterrock lugte hervor. Sie warf einen Blick auf die andere Stra?nseite, die Horde hatte zu kreischen aufgeh?rt, pl?tzlich liefen die ersten Kinder weg. Nur der Steinewerfer starrte noch her?ber, dann rannte auch er davon.
Marianne schob den Rock h?her und packte mit beiden H?en den Unterrock - zerschlissen war er ohnehin - und riss eine aufgegangene Naht vollends auseinander, bis sie einen Fetzen wei?s Baumwollgewebe in der Hand hielt. "Gleich", sagte sie beruhigend, zog behutsam die Hand der Frau von der Platzwunde und legte den zusammengefalteten Lappen auf.
"Was ist nur geschehen?", rief in diesem Augenblick eine klagende Stimme. Schritte n?rten sich, Marianne blickte auf, ein Mann in einem abgewetzten Anzug hastete heran, am Sakko trug er den Judenstern, auch die Frau, die noch immer auf dem Boden hockte, trug den Stern, warum hatte Marianne nicht darauf geachtet? Dabei hatten die Kinder doch die ganze Zeit "Judensau" geschrien, jetzt, wo sie daran dachte, hatte sie es wieder im Ohr.
"Ein Steinwurf", sagte sie und stand so rasch auf, dass ihr f?r einen Moment schwindlig wurde. Der Mann versuchte, die Frau vom Boden hochzuziehen; dabei warf er Marianne einen so hilflosen Blick zu, dass sie sich b?ckte und der anderen aufhalf.
"Danke", sagte die alte Frau und stand, zun?st schwankend. Mit der einen Hand hielt sie den Stofflappen an ihre Schl?. "Sie sind sehr freundlich." Durch den Lappen drang ein kreisrunder Blutfleck.
Abwehrend sch?ttelte Marianne den Kopf. "K?nnen Sie sie zu ihrer Wohnung bringen?", fragte sie den Mann. Dann fiel ihr ein, dass die beiden in dem Altersheim oben an der Wippinger Steige untergebracht sein mussten, das war noch ein gutes St?ck, vor allem ein gutes St?ck bergauf, aber der Mann meinte, ja doch, das ginge wohl, und Marianne deutete ein Kopfnicken an, kehrte zu ihrem Rad zur?ck und kniete sich nieder, um wenigstens einen Teil der Beeren wieder aufzusammeln, die aus den Kannen gerollt waren. Sie hatte das Gef?hl, das ganze Dorf w?rde ihr dabei zusehen und h?e vorher schon zugesehen.
Was erst wird Otto sagen, wenn er es erf?t?
Und wenn? Dieses Altersheim hatte doch sie nicht eingerichtet. Sie stieg auf und trat in die Pedale, so gut es eben geht, wenn einem die Knie zittern.
An diesem Abend kam Otto fr?h zur?ck, kurz vor sechs Uhr h?rte sie den gleichm?gen raschen Takt, mit dem die beiden Kr?cken und das eine Bein abwechselnd auf dem Gehsteig aufsetzten, eigentlich h?rte man nur die Kr?cken. Marianne hatte einen Teil der Beeren mit Magermilch und Quark zusammenger?hrt, den l?ffelte er eilig, denn er wollte noch am Abend zu einer Rommelfeier der Ortsgruppe, "du wei? doch, Tobruk ist gefallen!". W?end er a? erz?te sie von ihrem ?ger mit den Weckgl?rn, einen ganzen freien Tag habe sie daran geh?t, was solle sie jetzt mit dem Rest der Beeren blo?tun!
"Es ist doch dumm, dass man die nirgendwo bekommt", sagte sie, "das ist doch nur vern?nftig, wenn man Vorr? anlegt, alle sollten das tun k?nnen."
"Vern?nftig w?", antwortete Otto und schluckte einen Mundvoll Beerenquark hinunter, "dass jeder an seinem Platz das tut, was ihm m?glich ist. Nicht vern?nftig ist es, wenn sich st?ig irgendwo ein kleines Meckerlein meldet und von nichts anderem reden will als davon, dass es gerade das nicht gibt oder jenes nicht."
Von der Rommelfeier kam er sp?zur?ck, als Marianne schon im Bett lag, und obwohl sie jedes Mal aufwachte, wenn er mit seinen Kr?cken ins Schlafzimmer holperte, stellte sie sich diesmal schlafend.
Die Nacht brachte nur wenig Abk?hlung, und als Marianne am n?sten Morgen zu den Zementwerken radelte, warf die Sonne schon wieder blauschwarze Schatten auf die Dorfstra?. Sie hatte nicht gut geschlafen, irgendwann in der Nacht war ihr eingefallen, dass sie wom?glich eine Vorladung bekommen w?rde, nur wegen dieser alten Frau. Aber sie hatte den Stern nicht gesehen, wirklich nicht, hatte ihn gar nicht sehen k?nnen, die Alte lag doch halb auf dem Boden.
Als sie an der Post vorbeifuhr, trat sie rascher in die Pedale, bis das Fabriktor der Zementwerke in Sicht kam. An drei Tagen in der Woche arbeitete sie dort im Personalb?ro, lange wollte sie sich das nicht mehr antun.
Im Laden war es k?hl gewesen, doch drau?n auf der staubhellen Dorfstra? stand die Hitze wie eine Wand, und Marianne brach der Schwei?aus auf der Stirne, noch bevor sie auf ihr Rad gestiegen war. Am Lenker baumelten die Kannen voller Beeren, wie nutzlos doch ihre ganze M?he gewesen war! Sie fuhr los, vorn?ber gebeugt und beide H?e am Lenker, den Schlagl?chern ausweichend, noch immer ?erlich und entt?cht.
Pl?tzlich schrak sie hoch, Kindergekreisch brach ?ber sie herein, eine Horde von Schulbuben schoss ?ber die Stra?, die Ranzen auf dem R?cken, ein strohblonder Junge w? ihr fast ins Vorderrad gerannt, sie musste abbremsen und kam gerade noch rechtzeitig mit dem Fu?auf den Boden, sonst w? sie gest?rzt. Der Junge warf ihr einen erschrockenen Blick zu und rannte der Horde nach. Marianne atmete tief durch, dann stieg sie wieder auf und fuhr weiter.
Die Kinder waren jetzt, johlend und schreiend, an der Stra?necke weiter vorne stehen geblieben, gegen?ber dem Postamt, einige von ihnen sammelten Steine auf. Erst in diesem Augenblick entdeckte Marianne auf der anderen Stra?nseite die grauhaarige Frau, die aus dem Postamt gekommen sein musste und die jetzt mit hastigen Schritten der Horde zu entkommen suchte, die H?e abwehrend erhoben.
Wieder sah Marianne den blonden Jungen, der gerade eben einen Schritt auf die Stra? hinausgetreten war und mit der Hand ausholte. Marianne schrie noch ein: "Nicht!" oder wollte es schreien, als der Junge mit einer abgezirkelten Bewegung auch schon einen Stein eigentlich nicht warf, sondern fliegen lie? der Stein traf die alte Frau am Kopf, Staub oder Erdreich l?sten sich beim Aufprall und stiegen um den Kopf der Alten auf wie eine lustige kleine Wolke. Einen kurzen Moment verharrte die Getroffene regungslos, dann barg sie das Gesicht in den H?en und kr?mmte sich, bis sie in sich zusammensank.
Marianne lie?das Fahrrad samt den Kannen auf den Boden fallen und lief zu der Getroffenen, die nun mit angezogenen Knien auf dem Gehsteig hockte. Blut lief ihr ?ber die Hand, mit der sie das Auge sch?tzte. "Ganz ruhig", sagte Marianne, kniete sich neben sie und ?berlegte, womit sie die Blutung stillen k?nnte. "Ich helfe Ihnen, es ist sicher nur eine Platzwunde."
Beim Niederknien war ihr der Rock hochgerutscht, und der Unterrock lugte hervor. Sie warf einen Blick auf die andere Stra?nseite, die Horde hatte zu kreischen aufgeh?rt, pl?tzlich liefen die ersten Kinder weg. Nur der Steinewerfer starrte noch her?ber, dann rannte auch er davon.
Marianne schob den Rock h?her und packte mit beiden H?en den Unterrock - zerschlissen war er ohnehin - und riss eine aufgegangene Naht vollends auseinander, bis sie einen Fetzen wei?s Baumwollgewebe in der Hand hielt. "Gleich", sagte sie beruhigend, zog behutsam die Hand der Frau von der Platzwunde und legte den zusammengefalteten Lappen auf.
"Was ist nur geschehen?", rief in diesem Augenblick eine klagende Stimme. Schritte n?rten sich, Marianne blickte auf, ein Mann in einem abgewetzten Anzug hastete heran, am Sakko trug er den Judenstern, auch die Frau, die noch immer auf dem Boden hockte, trug den Stern, warum hatte Marianne nicht darauf geachtet? Dabei hatten die Kinder doch die ganze Zeit "Judensau" geschrien, jetzt, wo sie daran dachte, hatte sie es wieder im Ohr.
"Ein Steinwurf", sagte sie und stand so rasch auf, dass ihr f?r einen Moment schwindlig wurde. Der Mann versuchte, die Frau vom Boden hochzuziehen; dabei warf er Marianne einen so hilflosen Blick zu, dass sie sich b?ckte und der anderen aufhalf.
"Danke", sagte die alte Frau und stand, zun?st schwankend. Mit der einen Hand hielt sie den Stofflappen an ihre Schl?. "Sie sind sehr freundlich." Durch den Lappen drang ein kreisrunder Blutfleck.
Abwehrend sch?ttelte Marianne den Kopf. "K?nnen Sie sie zu ihrer Wohnung bringen?", fragte sie den Mann. Dann fiel ihr ein, dass die beiden in dem Altersheim oben an der Wippinger Steige untergebracht sein mussten, das war noch ein gutes St?ck, vor allem ein gutes St?ck bergauf, aber der Mann meinte, ja doch, das ginge wohl, und Marianne deutete ein Kopfnicken an, kehrte zu ihrem Rad zur?ck und kniete sich nieder, um wenigstens einen Teil der Beeren wieder aufzusammeln, die aus den Kannen gerollt waren. Sie hatte das Gef?hl, das ganze Dorf w?rde ihr dabei zusehen und h?e vorher schon zugesehen.
Was erst wird Otto sagen, wenn er es erf?t?
Und wenn? Dieses Altersheim hatte doch sie nicht eingerichtet. Sie stieg auf und trat in die Pedale, so gut es eben geht, wenn einem die Knie zittern.
An diesem Abend kam Otto fr?h zur?ck, kurz vor sechs Uhr h?rte sie den gleichm?gen raschen Takt, mit dem die beiden Kr?cken und das eine Bein abwechselnd auf dem Gehsteig aufsetzten, eigentlich h?rte man nur die Kr?cken. Marianne hatte einen Teil der Beeren mit Magermilch und Quark zusammenger?hrt, den l?ffelte er eilig, denn er wollte noch am Abend zu einer Rommelfeier der Ortsgruppe, "du wei? doch, Tobruk ist gefallen!". W?end er a? erz?te sie von ihrem ?ger mit den Weckgl?rn, einen ganzen freien Tag habe sie daran geh?t, was solle sie jetzt mit dem Rest der Beeren blo?tun!
"Es ist doch dumm, dass man die nirgendwo bekommt", sagte sie, "das ist doch nur vern?nftig, wenn man Vorr? anlegt, alle sollten das tun k?nnen."
"Vern?nftig w?", antwortete Otto und schluckte einen Mundvoll Beerenquark hinunter, "dass jeder an seinem Platz das tut, was ihm m?glich ist. Nicht vern?nftig ist es, wenn sich st?ig irgendwo ein kleines Meckerlein meldet und von nichts anderem reden will als davon, dass es gerade das nicht gibt oder jenes nicht."
Von der Rommelfeier kam er sp?zur?ck, als Marianne schon im Bett lag, und obwohl sie jedes Mal aufwachte, wenn er mit seinen Kr?cken ins Schlafzimmer holperte, stellte sie sich diesmal schlafend.
Die Nacht brachte nur wenig Abk?hlung, und als Marianne am n?sten Morgen zu den Zementwerken radelte, warf die Sonne schon wieder blauschwarze Schatten auf die Dorfstra?. Sie hatte nicht gut geschlafen, irgendwann in der Nacht war ihr eingefallen, dass sie wom?glich eine Vorladung bekommen w?rde, nur wegen dieser alten Frau. Aber sie hatte den Stern nicht gesehen, wirklich nicht, hatte ihn gar nicht sehen k?nnen, die Alte lag doch halb auf dem Boden.
Als sie an der Post vorbeifuhr, trat sie rascher in die Pedale, bis das Fabriktor der Zementwerke in Sicht kam. An drei Tagen in der Woche arbeitete sie dort im Personalb?ro, lange wollte sie sich das nicht mehr antun.