
Die Bushs
Weltmacht als Familienerbe
Robert von Rimscha(Author)
Campus (Publisher)
1st Edition
Published in February 2004
Book
Hardback
271 pages
978-3-593-37309-6 (ISBN)
Description
Die Bushs: tumbe Tölpel mit einem aggressiven Cowboy-Image? Gerade in Europa wird die Familie Bush oft unterschätzt. Schon die Wahl des eigenschaftslosen George Bush sen. verursachte Ratlosigkeit; die Wahl seines scheinbar minderbemittelten Sohnes wurde mit völligem Unverständnis quittiert. Dabei repräsentieren die Bushs ein Amerika, das immer populistischer, konservativer und religiöser wird.
Der USA-Kenner Robert von Rimscha erklärt das Phänomen Bush. Er beleuchtet ihren Aufstieg durch ein dichtes Netz geschäftlicher Verflechtungen und sozialer Elite-Zirkel. Heute sind die Bushs so tief in der politischen Landschaft der USA verwurzelt, dass wir vielleicht die Wahl eines dritten Präsidenten namens Bush erleben werden.
Der USA-Kenner Robert von Rimscha erklärt das Phänomen Bush. Er beleuchtet ihren Aufstieg durch ein dichtes Netz geschäftlicher Verflechtungen und sozialer Elite-Zirkel. Heute sind die Bushs so tief in der politischen Landschaft der USA verwurzelt, dass wir vielleicht die Wahl eines dritten Präsidenten namens Bush erleben werden.
Reviews / Votes
"Aus Anekdotischem, Hintergründen und Analysen gelingt ein extrem spannendes Porträt eines zunehmend unverstandenen Landes mit einem Präsidenten, der sich wie kein anderer als Projektionsfläche für europäischen Widerwillen gegen 'typisch Amerikanisches' eignet." (Das österreichische Industriemagazin, 01.04.2004)Bush, mal ganz anders
"Die Stärke des Autors ist der gut lesbare Stil und die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte klar darzustellen." (Rheinischer Merkur, 01.04.2004)
Das Handelsblatt empfiehlt
"Argumente statt Polemik - eine lesenswerte Analyse." (Handelsblatt, 02.04.2004)
George W. Bush auf dem Prüfstand
"In geschickter Kombination biografischer Elemente und Ereignisgeschichte entfaltet von Rimscha ein breites Panorama zur amerikanischen Politik seit den 80er Jahren." (Das Parlament, 10.05.2004)
Die Bushs
"Ein wichtiger Beitrag zu einem analytisch scharfen Verständnis amerikanischer Politik in Europa." (literaturtipp.com, 02.06.2004)
Bush-Bashing
"Indem von Rimscha über die Tagespolitik hinaus in die Vertikale geht, schafft er es, aufschlussreiche Aspekte im politischen Stil George W. Bushs ans Licht zu fördern." (Financial Times Deutschland, 18.06.2004)
Der Irak-Krieg als roter Faden
"Es ist gut, dass es dieses Buch des Berliner Amerika-Kenners Robert von Rimscha gibt. Als einziger Publizist auf dem deutschen Buchmarkt versucht er dem hiesigen Leser ohne Vorverurteilung die Haltung der Familie Bush näher zu bringen. Sein Werk ist keine akribische Familiengeschichte, sondern eine routinierte politische Standortbestimmung." (Märkische Allgemeine, 24.06.2004)
George erschien netter als Walter
"Robert von Rimscha hat nicht nur den Weg von Vater und Sohn kenntnisreich nachgezeichnet; er hat die Entwicklung der Bush-Dynastie außerordentlich genau beschrieben." (Neues Deutschland, 15.07.2004)
Amerika hat es nicht mehr besser
"Ein hervorragend geglückter Versuch, die für viele Europäer so fremdartige Welt des George W. Bush verständlich zu machen ... Mit diesem Buch fällt es leichter, sich ein fundierteres Bild von der Politik des jetzigen Präsidenten zu machen." (FAZ, 17.07.2004)
JFK for President
"Rimscha hat es gewagt, die Geschichte der Familie Bush unvoreingenommen zu erzählen, und das Ergebnis unterscheidet sich wohltuend von dem allgemeinen Empörungsgestus, der die Veröffentlichungen über dieses Thema sonst beherrscht." (Bücherpick, 16.09.2004)
More details
Language
German
Edition type
New edition
Illustrations
22 s/w Abb.
Dimensions
Height: 21.5 cm
Width: 14 cm
Weight
498 gr
ISBN-13
978-3-593-37309-6 (9783593373096)
Schweitzer Classification
Person
Robert von Rimscha leitet die Parlamentsredaktion des Tagesspiegel in Berlin. Von 1996 bis 2000 arbeitete er als USA-Korrespondent in Washington. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter Die Kennedys - Glanz und Tragik eines amerikanischen Traums (Campus 2001). Er schreibt Meinungsbeiträge u.a. für die Los Angeles Times und den International Herald Tribune und wurde im Mai 2003 mit dem Arthur-F.-Burns-Preis für Kommentare zum transatlantischen Verhältnis ausgezeichnet.
Content
Einleitung: Europas Aufstand gegen die Bush-Welt 7
I. Die Heimat
1.Geld, Ruhm und ein Schädel 21
2.Poppy und Bar 30
3.Privilegierte Nomaden 37
4.Im Schatten Reagans 56
5.Republikanische Freiheit 69
II. Die Macht
6.Weiter ein Stellvertreter 83
7.Vom verlorenen Sohn zum Aufsteiger 98
8.Karriere in Eile 105
9.Öl, Banken und Lobbys 126
10.Familienbande 143
11.Misstöne und andere Malheurs 152
III. Die Welt
12.Feind Saddam 165
13.Feind Osama 177
14.Nachschlag Saddam 190
15.Der Terror, die Angst und Europa 210
16.Deutschland 218
Ausblick: Eine Dynastie? 241
Zeittafel 257
Register 261
Quellen 267
Bildnachweise 271
I. Die Heimat
1.Geld, Ruhm und ein Schädel 21
2.Poppy und Bar 30
3.Privilegierte Nomaden 37
4.Im Schatten Reagans 56
5.Republikanische Freiheit 69
II. Die Macht
6.Weiter ein Stellvertreter 83
7.Vom verlorenen Sohn zum Aufsteiger 98
8.Karriere in Eile 105
9.Öl, Banken und Lobbys 126
10.Familienbande 143
11.Misstöne und andere Malheurs 152
III. Die Welt
12.Feind Saddam 165
13.Feind Osama 177
14.Nachschlag Saddam 190
15.Der Terror, die Angst und Europa 210
16.Deutschland 218
Ausblick: Eine Dynastie? 241
Zeittafel 257
Register 261
Quellen 267
Bildnachweise 271
Prescott Bushs Schwiegervater George Herbert Walker, 1875 geboren, war Anfang der 20er Jahre ein gemachter Mann. Für den
geschäftlichen Erfolg brachte er außergewöhnliche physische Voraussetzungen mit. Walker war in seiner Jugend Schwergewichtsboxer - ein meistens siegreicher zudem. Er ging gern auf die Jagd, spielte Golf, trank viel Scotch und verprügelte seine Söhne. Eines seiner Enkelkinder würde ihn einst als "harten alten Bastard" charakterisieren. Walkers Heimat war am Mississippi, im US-Bundesstaat Missouri. Er besaß aber auch eines der luxuriösesten Appartements in Manhattan und mehrere Häuser an der nördlichen US-Ostküste.
Walker leitete eine Geschäftsbank in New York City namens W.A. Harriman & Company. 1922 reiste deren Eigentümer Averell Harriman, der ältere Bruder von Prescott Bushs Yale-Kumpan, nach Berlin, wo er eine Filiale seiner Bank gründete. Dort traf er Fritz Thyssen, der für Deutschlands ökonomische und politische Zukunft schwarz sah und dringend nach einem Standbein in den USA suchte. In Rotterdam hatten die Thyssens kurz zuvor eine holländische Handelsbank gekauft, und deren Direktor wurde nun nach New York geschickt, um mit Walker, dem Chef für das operative Geschäft, und Harriman zu reden. Das Ergebnis der Verhandlungen bestand in der Gründung der Union Banking Corporation (UBC), die im selben Gebäude residierte wie die Harriman-Bank: 39 Broadway.
Während der nächsten Jahre verkauften Walker und Harriman deutsche Staatsanleihen im Wert von über 50 Millionen Dollar an US-Investoren. 1926 holte Walker seinen Schwiegersohn Prescott Bush als Vizepräsident zu UBC, und dieser wiederum stellte mehrere seiner Kommilitonen aus der Yale-Abschlussklasse von 1917 an. Der Fokus der Arbeit Bushs lag auf zwei Stahlwerken in Schlesien.
Währenddessen finanzierte Thyssen über seine holländische Bank den Erwerb von Immobilien durch Adolf Hitler. Hitler und Thyssen wurden Freunde.
Eine der beiden schlesischen Stahlfabriken, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Auschwitz gelegen, wurde von Thyssen und Flick an UBC verkauft. Bush, inzwischen Generaldirektor der Bank, überführte das Werk in die Silesian American Corporation. Sechs Tage nach dem
Überfall auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 unterschrieb US-Präsident Roosevelt den "Trading With the Enemy Act", der
Geschäftsbeziehungen zu NS-Deutschland unter Strafe stellte. Prescott Bush schaffte es, noch fast ein ganzes Jahr lang das Stahlwerk neben dem KZ Auschwitz weiterzuführen, als sei nichts gewesen - die meisten Beschäftigten waren längst Zwangsarbeiter aus Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern. Im Oktober und November 1942 platzte den US-Behörden schließlich der Kragen. UBC und Silesian American Corporation wurden direkter Regierungskontrolle unterstellt; alle Geschäfte mit Deutschland waren nun nicht mehr nur untersagt, sondern effektiv unterbunden. Erst 1951, nach dem Tod Thyssens, gaben die US-Behörden UBC an Harriman zurück, und alle Eigentümer ließen sich ihren Anteil versilbern. Prescott Bush erhielt 1,5 Millionen Dollar.
Mit diesem Geld finanzierte er den Start seiner eigenen politischen Karriere und den Aufbau des ersten Unternehmens seines Sohnes George, der Ölfirma Overbey Development Company. Als George Bush 1980 nach seiner Wahl zum Vizepräsidenten das
Familienvermögen - inklusive des Erbes seines Vaters - in Treuhandverwaltung übergab, suchte er sich als Treuhänder seinen Jagdfreund William Farish III. aus, einen der reichsten Männer in Texas. Dessen Großvater wiederum hatte die Zusammenarbeit zwischen Standard Oil und dem deutschen Chemie-Riesen IG Farben geleitet. Der spätere Präsident Harry Truman, damals noch Senator, hatte den älteren Farish in aller Öffentlichkeit als jemanden bezeichnet, dessen Geschäftsgebaren an "Landesverrat" heranreiche. Im Vergleich zu Farish nahmen sich die Sünden Prescott Bushs jedenfalls gering aus. Jüdische Organisationen in den USA fordern bis heute, die Bush-Familie solle 1,5 Millionen Dollar an einen Entschädigungsfonds oder an Holocaust-Gedenkstätten geben. Denn Prescott Bush habe in Amerika jenes Geld beschafft, das Thyssen dann Hitler zum Aufbau seiner NSDAP-Strukturen übergeben habe. Und während des Krieges seien mit Bushs Hilfe Zwangsarbeiter ausgebeutet und jene Waffen geschmiedet worden, die später alliierte Soldaten töteten.
geschäftlichen Erfolg brachte er außergewöhnliche physische Voraussetzungen mit. Walker war in seiner Jugend Schwergewichtsboxer - ein meistens siegreicher zudem. Er ging gern auf die Jagd, spielte Golf, trank viel Scotch und verprügelte seine Söhne. Eines seiner Enkelkinder würde ihn einst als "harten alten Bastard" charakterisieren. Walkers Heimat war am Mississippi, im US-Bundesstaat Missouri. Er besaß aber auch eines der luxuriösesten Appartements in Manhattan und mehrere Häuser an der nördlichen US-Ostküste.
Walker leitete eine Geschäftsbank in New York City namens W.A. Harriman & Company. 1922 reiste deren Eigentümer Averell Harriman, der ältere Bruder von Prescott Bushs Yale-Kumpan, nach Berlin, wo er eine Filiale seiner Bank gründete. Dort traf er Fritz Thyssen, der für Deutschlands ökonomische und politische Zukunft schwarz sah und dringend nach einem Standbein in den USA suchte. In Rotterdam hatten die Thyssens kurz zuvor eine holländische Handelsbank gekauft, und deren Direktor wurde nun nach New York geschickt, um mit Walker, dem Chef für das operative Geschäft, und Harriman zu reden. Das Ergebnis der Verhandlungen bestand in der Gründung der Union Banking Corporation (UBC), die im selben Gebäude residierte wie die Harriman-Bank: 39 Broadway.
Während der nächsten Jahre verkauften Walker und Harriman deutsche Staatsanleihen im Wert von über 50 Millionen Dollar an US-Investoren. 1926 holte Walker seinen Schwiegersohn Prescott Bush als Vizepräsident zu UBC, und dieser wiederum stellte mehrere seiner Kommilitonen aus der Yale-Abschlussklasse von 1917 an. Der Fokus der Arbeit Bushs lag auf zwei Stahlwerken in Schlesien.
Währenddessen finanzierte Thyssen über seine holländische Bank den Erwerb von Immobilien durch Adolf Hitler. Hitler und Thyssen wurden Freunde.
Eine der beiden schlesischen Stahlfabriken, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Auschwitz gelegen, wurde von Thyssen und Flick an UBC verkauft. Bush, inzwischen Generaldirektor der Bank, überführte das Werk in die Silesian American Corporation. Sechs Tage nach dem
Überfall auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 unterschrieb US-Präsident Roosevelt den "Trading With the Enemy Act", der
Geschäftsbeziehungen zu NS-Deutschland unter Strafe stellte. Prescott Bush schaffte es, noch fast ein ganzes Jahr lang das Stahlwerk neben dem KZ Auschwitz weiterzuführen, als sei nichts gewesen - die meisten Beschäftigten waren längst Zwangsarbeiter aus Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern. Im Oktober und November 1942 platzte den US-Behörden schließlich der Kragen. UBC und Silesian American Corporation wurden direkter Regierungskontrolle unterstellt; alle Geschäfte mit Deutschland waren nun nicht mehr nur untersagt, sondern effektiv unterbunden. Erst 1951, nach dem Tod Thyssens, gaben die US-Behörden UBC an Harriman zurück, und alle Eigentümer ließen sich ihren Anteil versilbern. Prescott Bush erhielt 1,5 Millionen Dollar.
Mit diesem Geld finanzierte er den Start seiner eigenen politischen Karriere und den Aufbau des ersten Unternehmens seines Sohnes George, der Ölfirma Overbey Development Company. Als George Bush 1980 nach seiner Wahl zum Vizepräsidenten das
Familienvermögen - inklusive des Erbes seines Vaters - in Treuhandverwaltung übergab, suchte er sich als Treuhänder seinen Jagdfreund William Farish III. aus, einen der reichsten Männer in Texas. Dessen Großvater wiederum hatte die Zusammenarbeit zwischen Standard Oil und dem deutschen Chemie-Riesen IG Farben geleitet. Der spätere Präsident Harry Truman, damals noch Senator, hatte den älteren Farish in aller Öffentlichkeit als jemanden bezeichnet, dessen Geschäftsgebaren an "Landesverrat" heranreiche. Im Vergleich zu Farish nahmen sich die Sünden Prescott Bushs jedenfalls gering aus. Jüdische Organisationen in den USA fordern bis heute, die Bush-Familie solle 1,5 Millionen Dollar an einen Entschädigungsfonds oder an Holocaust-Gedenkstätten geben. Denn Prescott Bush habe in Amerika jenes Geld beschafft, das Thyssen dann Hitler zum Aufbau seiner NSDAP-Strukturen übergeben habe. Und während des Krieges seien mit Bushs Hilfe Zwangsarbeiter ausgebeutet und jene Waffen geschmiedet worden, die später alliierte Soldaten töteten.