
Die H2-Revolution
Wenn es kein Öl mehr gibt... Mit neuer Energie für eine gerechte Weltwirtschaft
Jeremy Rifkin(Author)
Campus (Publisher)
1st Edition
Published on 19. August 2002
Book
Hardback
304 pages
978-3-593-37097-2 (ISBN)
Description
Der Ölpreis steigt, der Irak will Öl als Waffe einsetzen, Präsident Bush sagt eine Ölkrise voraus, die alles Bekannte übertrifft. Für Rifkin ist das erst das Vorspiel. Die Ölreserven schwinden schneller, als berechnet. Die Industrienationen sind nicht vorbereitet, es droht eine Spirale von politischen Konflikten und Umweltproblemen. Jeremy Rifkin nimmt kein Blatt vor den Mund: Diese Mischung ist so explosiv, dass sie geeignet ist, die Menschheit in die Steinzeit zurückzubefördern. Rifkins Antwort ist verblüffend einfach: Er fordert die Wasserstoff- Revolution. Wasserstoff ist sauber und unbegrenzt verfügbar. Vor allem aber ist er auch für die Länder erschwinglich, die heute keinen Zugang zu Energie und Wohlstand haben. Die H2-Revolution beendet die Macht der Ölkartelle und ist Ausgangspunkt für eine gerechte Weltwirtschaft.
Reviews / Votes
Clever & Smart"Eine populäre Wasserstoff-Bibel." (Brand Eins 10/12)
Die Thermodynamik Roms
"Rifkins Verdienst besteht darin, oftmals isoliert betrachtete Phänomene und die darüber von den jeweiligen Fachleuten geführten Debatten zusammenzuführen." (netzeitung.de, 27.08.2002)
Rettung aus der Asche
"Da verblassen sogar die alten Visionen vom kostenlosen Atomstrom." (Die Zeit, 29.08.2002)
Vision einer drohenden Energie-Apokalypse
"Ein aufrüttelnder Beitrag dazu, dass sich alle Gedanken über die künftige Energieversorgung machen müssen." (Der Standard, 05.09.2002)
Der Wasserstoff, aus dem die Träume sind
"Ein Buch, dessen Stärke darin besteht, Entwicklungen nicht nur der gerade erst vergangenen Jahre zusammenzufassen." (Der Tagesspiegel, 09.09.2002)
Aufgeschäumte Energien
"Es ist begrüßenswert, wenn ein ebenso populärer wie kritischer Wirtschaftspublizist wie Jeremy Rifkin an die unvermeidlich nahende Erdöl-Verknappung erinnert und über Alternativ-Energien nachdenkt." (Literaturen, 01.10.2002)
An der Wasser(stoff)scheide
"In aufrüttelnden Sprachbildern fasst Rifkin die gängige kritische Diskussion zusammen." (Die Zeit (Literatur), 01.10.2002)
Wirtschaftsbücher
"Aufregende Zukunftsvision." (Capital, 02.10.2002)
Der neue Rifkin
"Eine hellsichtige Diagnose." (Falter, 07.10.2002)
Der Charme des Wasserstoffs
"Das Markenzeichen von Jeremy Rifkin ist die punktgenaue Landung auf einem Nerv der Gesellschaft - kenntnisreich, unterhaltsam und doch, im Unterschied zu vielen anderen marktschreienden Zukunftsexperten, seriös präsentiert." (Freitag, 11.10.2002)
Die Wasserstoffrevolution
"Rifkins Buch ist ein wichtiger Diskussionsbeitrag." (Badische Zeitung, 19.11.2002)
Die Zukunft liegt im Wasserstoff
"Mit Jeremy Rifkin lesend die Welt verbessern, da fühlt man sich gleich auch als besserer Mensch." (Profil, 16.12.2002)
Energieversorgung
"Ein alarmierendes Buch über die Energieressourcen." (Das politische Buch, 12.05.2003)
More details
Language
German
Edition type
New edition
Dimensions
Height: 21.5 cm
Width: 14 cm
Weight
526 gr
ISBN-13
978-3-593-37097-2 (9783593370972)
Schweitzer Classification
Persons
Jeremy Rifkin ist streitbarer Intellektueller und Querdenker im besten Sinne. Er ist Gründer der Foundation on Economic Trends und unterrichtet an der renommierten Wharton School. Nach dem großen Erfolg von Das Imperium der Rinder (1992), Das Ende der Arbeit (1995) und Access (2000) ist er aus der intellektuellen Diskussion in Deutschland nicht mehr wegzudenken.
Content
Danksagung
Kapitel 1: Zwischen zwei Wirklichkeiten
Kapitel 2: Talfahrt auf Hubberts Normalverteilungskurve
Frisierte Bilanzen
Gegenprobe
Kassandra und die Optimisten
Der letzte Tropfen Öl
Kapitel 3: Aufstieg und Untergang von Kulturen nach den Hauptsätzen der Thermodynamik
Der Lebensnerv von Kulturen
Die Gesetze der Thermodynamik
Versuch einer Neubewertung des
wirtschaftlichen Fortschritts
Warum gehen Hochkulturen unter?
Die Thermodynamik Roms
Kapitel 4: Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe
Geschichte wird gemacht - aber wie?
Geburtshilfe für das Erdöl
Die neue Mobilität
Das Ölimperium
Der Umbau der Wirtschaft
Kapitel 5: Der Islam als Unsicherheitsfaktor
Mohammeds Vision
Der europäische Umgang mit der Wissenschaft
Westliche Einflüsse
Der islamische Fundamentalismus
Schwere Zeiten
Saudi Arabien
Wohin treibt die Demokratie?
Rohöl als politische Waffe
Kapitel 6: Globale Kernschmelze
Ersatzstoff Erdgas
Schweröle und die globale Erwärmung
Die Entropiebilanz des Industriellen Zeitalters
Szenario für den schlimmsten Fall
Kapitel 7: Sollbruchstellen
Neue Barbaren vor den Toren
Bio-Terrorismus
Die Schwachstellen
Öl für Essen
Wenn die Lichter ausgehen
Eine Nation in Gefahr
Kapitel 8: Der Anbruch der Wasserstoffwirtschaft
Dekarbonisierung
Das Energieelixier
Strom aus Wasserstoff 288
Brennstoffzellen - die Minikraftwerke
Die dezentrale Generation
Das Wasserstoffenergienetz
Autos mit Brennstoffzellen:
Personenminikraftwerkswagen
Kapitel 9: Reglobalisierung von unten
Lehrstück Internet
Die Wasserstoff-Allmende
Die Demokratisierung der Energie
Theorie in Praxis umsetzen
Macht für die Armen
Von der Geopolitik zur Biosphärenpolitik
Eine neue Vision von der Erde
Anmerkungen
Literatur
Kapitel 1: Zwischen zwei Wirklichkeiten
Kapitel 2: Talfahrt auf Hubberts Normalverteilungskurve
Frisierte Bilanzen
Gegenprobe
Kassandra und die Optimisten
Der letzte Tropfen Öl
Kapitel 3: Aufstieg und Untergang von Kulturen nach den Hauptsätzen der Thermodynamik
Der Lebensnerv von Kulturen
Die Gesetze der Thermodynamik
Versuch einer Neubewertung des
wirtschaftlichen Fortschritts
Warum gehen Hochkulturen unter?
Die Thermodynamik Roms
Kapitel 4: Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe
Geschichte wird gemacht - aber wie?
Geburtshilfe für das Erdöl
Die neue Mobilität
Das Ölimperium
Der Umbau der Wirtschaft
Kapitel 5: Der Islam als Unsicherheitsfaktor
Mohammeds Vision
Der europäische Umgang mit der Wissenschaft
Westliche Einflüsse
Der islamische Fundamentalismus
Schwere Zeiten
Saudi Arabien
Wohin treibt die Demokratie?
Rohöl als politische Waffe
Kapitel 6: Globale Kernschmelze
Ersatzstoff Erdgas
Schweröle und die globale Erwärmung
Die Entropiebilanz des Industriellen Zeitalters
Szenario für den schlimmsten Fall
Kapitel 7: Sollbruchstellen
Neue Barbaren vor den Toren
Bio-Terrorismus
Die Schwachstellen
Öl für Essen
Wenn die Lichter ausgehen
Eine Nation in Gefahr
Kapitel 8: Der Anbruch der Wasserstoffwirtschaft
Dekarbonisierung
Das Energieelixier
Strom aus Wasserstoff 288
Brennstoffzellen - die Minikraftwerke
Die dezentrale Generation
Das Wasserstoffenergienetz
Autos mit Brennstoffzellen:
Personenminikraftwerkswagen
Kapitel 9: Reglobalisierung von unten
Lehrstück Internet
Die Wasserstoff-Allmende
Die Demokratisierung der Energie
Theorie in Praxis umsetzen
Macht für die Armen
Von der Geopolitik zur Biosphärenpolitik
Eine neue Vision von der Erde
Anmerkungen
Literatur
Das leichteste, einfachste und häufigste Element im Universum ist Wasserstoff. Könnte er als Energiequelle genutzt werden, würde der Vorrat "bis in alle Ewigkeit" reichen. Außerdem enthält reiner Wasserstoff keine Kohlenstoffatome, das heißt, bei der Energiegewinnung fallen keine Kohlendioxidemissionen an. Wasserstoff ist überall auf der Erde verfügbar, er ist in Wasser, in fossilen Brennstoffen und in allen Lebewesen enthalten. Trotzdem liegt er selten in reiner Form vor, sondern muss aus den natürlichen Vorkommen extrahiert werden.
Die Wasserstoffwirtschaft steckt noch in den Kinderschuhen. Innerhalb der nächsten Jahre werden sich Computer- und Telekommunikationsrevolution mit der neuen Revolution der Wasserstoffenergie verbinden und damit eine Dynamik gewinnen, welche das Geflecht menschlicher Beziehungen im 21. und 22. Jahrhundert neu definieren wird. Mit der Energie aus dem unerschöpflichen, allgegenwärtigen Wasserstoff wäre bei angemessener Nutzung jeder Mensch auf Erden "mächtig". Damit rückt zum ersten Mal in der Geschichte eine wirklich demokratische Energieversorgung in Reichweite.
Die kommerzielle Produktion von Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis hat bereits begonnen. Brennstoffzellen werden in Fabriken, Büros, Häuser, Autos, Bussen und Lastwagen eingebaut und zur Energie-, Licht- und Wärmeerzeugung genutzt. Minikraftwerke in unmittelbarer Nähe zur Verbrauchsstelle bedrohen die Vorherrschaft der Energiekonzerne, die sich im Zeitalter der Kohlenwasserstoffe aus der notwendig in Großkraftwerken zentralisierten Energieproduktion ergibt. Die Endverbraucher und -verbraucherinnen könnten ihren Strom selbst erzeugen, und wenn zahlreiche Kleinkraftwerke überschüssige Energie ins Netz speisten, könnten sie ihre Energie auch untereinander handeln - in einer Infrastruktur, deren Architektur dem Vorbild des World Wide Web ähnelt. Energy-Sharing auf Augenhöhe würde die Macht der Energiekonzerne für immer brechen.
Ein weltweites Wasserstoffenergienetz (Hydrogen Energy Web oder HEW) wird den nächsten technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruch auslösen - eine Revolution in den Fußstapfen des weltweiten Kommunikationsnetzes, das sich in den letzten zehn Jahren des letzten Jahrhunderts ausgebreitet hat. Wie das Internet wird es neue Formen des Engagements fördern. Aber das HEW bietet nur das Potenzial für eine dezentrale, demokratische Energieproduktion, die dann auch zu einer völligen Umgestaltung bestehender Institutionen führen würde. Ob diese Entwicklung so eintritt, ist mit der bloßen Möglichkeit noch nicht ausgemacht. Auch hier ist die Geschichte des WWW lehrreich. Das elektronische Netz könnte Milliarden Menschen untereinander verbinden und für echte Informationsfreiheit sorgen. Die Internet-Aktivisten der neunziger Jahre haben sich für dieses Ziel eingesetzt. Aber ihre Initiativen - Community Nets und Free Nets- waren zu vereinzelt, zu schwach und zu arm an wirklichen Inhalten, als dass sie gegen die finanzstarken, auf hohem Niveau organisierten Kampagnen von Unternehmen wie AOL und Microsoft eine Chance gehabt hätten. Kommerzielle Kräfte haben sich von Anfang verschworen, um die unangefochtene Herrschaft über die Portale zum Cyberspace zu erobern. Heute bewachen diese Zerberusse und Oligarchen den Zutritt zum Informationszeitalter. Ähnliches Ungemach droht dem Wasserstoffenergienetz.
Ob Wasserstoff tatsächlich zur "Volksenergie" wird, hängt in hohem Maß von seiner Nutzung in der ersten Entwicklungsphase ab. Wie die Verfechter freier Informationsnetze im letzten Dezennium des letzten Jahrhunderts kämpft eine neue Generation von Aktivisten für eine demokratische Nutzung der Wasserstoffenergie. Diese Forderung wird sich nur dann durchsetzen, wenn Einrichtungen der öffentlichen Hand und gemeinnützige Organisationen - insbesondere Stadtwerke und andere nichtkommerzielle Versorgungsunternehmen, die Hunderte von Millionen Menschen mit Strom beliefern, und Genossenschaften, deren Mitgliederzahl weltweit 750 Millionen Bürger und Bürgerinnen übersteigt - die Energierevolution von Anfang an unterstützen und in allen Staaten dezentrale, untereinander vernetzte Minikraftwerke (Distributed Generation Associations, DGAs) vorantreiben.
Die Wasserstoffwirtschaft steckt noch in den Kinderschuhen. Innerhalb der nächsten Jahre werden sich Computer- und Telekommunikationsrevolution mit der neuen Revolution der Wasserstoffenergie verbinden und damit eine Dynamik gewinnen, welche das Geflecht menschlicher Beziehungen im 21. und 22. Jahrhundert neu definieren wird. Mit der Energie aus dem unerschöpflichen, allgegenwärtigen Wasserstoff wäre bei angemessener Nutzung jeder Mensch auf Erden "mächtig". Damit rückt zum ersten Mal in der Geschichte eine wirklich demokratische Energieversorgung in Reichweite.
Die kommerzielle Produktion von Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis hat bereits begonnen. Brennstoffzellen werden in Fabriken, Büros, Häuser, Autos, Bussen und Lastwagen eingebaut und zur Energie-, Licht- und Wärmeerzeugung genutzt. Minikraftwerke in unmittelbarer Nähe zur Verbrauchsstelle bedrohen die Vorherrschaft der Energiekonzerne, die sich im Zeitalter der Kohlenwasserstoffe aus der notwendig in Großkraftwerken zentralisierten Energieproduktion ergibt. Die Endverbraucher und -verbraucherinnen könnten ihren Strom selbst erzeugen, und wenn zahlreiche Kleinkraftwerke überschüssige Energie ins Netz speisten, könnten sie ihre Energie auch untereinander handeln - in einer Infrastruktur, deren Architektur dem Vorbild des World Wide Web ähnelt. Energy-Sharing auf Augenhöhe würde die Macht der Energiekonzerne für immer brechen.
Ein weltweites Wasserstoffenergienetz (Hydrogen Energy Web oder HEW) wird den nächsten technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruch auslösen - eine Revolution in den Fußstapfen des weltweiten Kommunikationsnetzes, das sich in den letzten zehn Jahren des letzten Jahrhunderts ausgebreitet hat. Wie das Internet wird es neue Formen des Engagements fördern. Aber das HEW bietet nur das Potenzial für eine dezentrale, demokratische Energieproduktion, die dann auch zu einer völligen Umgestaltung bestehender Institutionen führen würde. Ob diese Entwicklung so eintritt, ist mit der bloßen Möglichkeit noch nicht ausgemacht. Auch hier ist die Geschichte des WWW lehrreich. Das elektronische Netz könnte Milliarden Menschen untereinander verbinden und für echte Informationsfreiheit sorgen. Die Internet-Aktivisten der neunziger Jahre haben sich für dieses Ziel eingesetzt. Aber ihre Initiativen - Community Nets und Free Nets- waren zu vereinzelt, zu schwach und zu arm an wirklichen Inhalten, als dass sie gegen die finanzstarken, auf hohem Niveau organisierten Kampagnen von Unternehmen wie AOL und Microsoft eine Chance gehabt hätten. Kommerzielle Kräfte haben sich von Anfang verschworen, um die unangefochtene Herrschaft über die Portale zum Cyberspace zu erobern. Heute bewachen diese Zerberusse und Oligarchen den Zutritt zum Informationszeitalter. Ähnliches Ungemach droht dem Wasserstoffenergienetz.
Ob Wasserstoff tatsächlich zur "Volksenergie" wird, hängt in hohem Maß von seiner Nutzung in der ersten Entwicklungsphase ab. Wie die Verfechter freier Informationsnetze im letzten Dezennium des letzten Jahrhunderts kämpft eine neue Generation von Aktivisten für eine demokratische Nutzung der Wasserstoffenergie. Diese Forderung wird sich nur dann durchsetzen, wenn Einrichtungen der öffentlichen Hand und gemeinnützige Organisationen - insbesondere Stadtwerke und andere nichtkommerzielle Versorgungsunternehmen, die Hunderte von Millionen Menschen mit Strom beliefern, und Genossenschaften, deren Mitgliederzahl weltweit 750 Millionen Bürger und Bürgerinnen übersteigt - die Energierevolution von Anfang an unterstützen und in allen Staaten dezentrale, untereinander vernetzte Minikraftwerke (Distributed Generation Associations, DGAs) vorantreiben.