
Meerfeuer
Des Königs Verräter (Teil 2 der Reihe)
Marco Reuther(Author)
Armbrustverlag
1st Edition
Published on 15. February 2017
Book
Paperback/Softback
328 pages
978-3-946966-14-2 (ISBN)
Description
- Klappentext:
Marco Reuther
DES KÖNIGS VERRÄTER - MEERFEUER
»Iiiiiiiiiiiiiii« - schon seltsam, was einem an Details auffällt, während man gerade stirbt.
Ohne Gnade von sechs starken Händen unter Wasser gedrückt, hörte Peter von seinem eigenen gurgelnden Hilfeschrei nur diesen schrillen Vokal, immer leiser werdend, mit den Luftblasen nach oben steigen. Er warf sich hin und her, versuchte verzweifelt, sich den riesigen Pranken zu entwinden, die ihn an Armen und Kopf gepackt hatten und erbarmungslos nach unten pressten .
Während Peter, dieser seltsame Junge, den es aus einer magiefreien Welt in das Elf-Stämme-Reich verschlagen hat, dem Waldstamm mit einem verwegenen Plan gegen die Piratenflotte beistehen will, ist ein erbarmungsloser Mörder vom Clan der Attentäter Prinz Rétep in unsere Welt gefolgt. Um den ahnungslose Schuhputzer-Prinz in der Sagenwelt zu warnen, müssen seine Freunde den Stein des Greisen stehlen - doch der befindet sich dummerweise in der verbotenen Burg der Bruderschaft, im verbotenen Turm der verbotenen magischen Artefakte - und der ist verboten gut bewacht .
Da ist es fast schon eine Kleinigkeit, dass so ganz nebenbei noch ein König mit Hilfe eines wahnwitzigen Planes gerettet werden muss und ein Toter endlich das Rätsel löst, wieso eigentlich zwei Welten unbemerkt nebeneinander existieren können - denn merke: Alles ist relativ .
"Meerfeuer" ist der 2. Teil der Reihe "Des Königs Verräter"
* Weitere Infos unter: www.armbrustverlag.de oder www.marco-reuther.de
More details
Language
German
Place of publication
66346 Püttlingen
Germany
Target group
All-Age-Roman: Der Roman eignet sich sowohl für erwachsene als auch für junge Leser (ab 12), insbesondere für Fantasy-Freunde, die Geschichten mit folgenden Eigenschaften mögen: großes Abenteuer; Entführung in eine fremde Welt; Hauptfigur muss gefährliche Aufgaben lösen; drei Hauptfiguren sind (in Teil 1 und 2) noch im Teenager-Alter; der Feind scheint übermächtig; auch Schlachten sind zu schlagen; die Welt der Handlung ähnelt unserer spätmittelalterlichen Welt; es gibt fremdartige Kulturen; verschiedene Kulturen prallen aufeinander; Humor; Ironische Abwandlung der Fantasy-Stereotypen "Zauberer" und "Prophezeiung".
Product notice
Unsewn / adhesive bound
Klappenbroschur
Illustrations
2
1. Landkarte:
"Das Reich der Elf Stämme - Skizze für das Buchhaus in Dorianstadt"
Karte in Farbe unter: www.marco-reuther.de
2. Karte
"Der große Palast in Dorianstadt"
Dimensions
Height: 210 mm
Width: 148 mm
Thickness: 23 mm
Weight
477 gr
ISBN-13
978-3-946966-14-2 (9783946966142)
Schweitzer Classification
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E-Book
02/2017
1st Edition
Armbrustverlag
€2.99
Available for download
Person
Author
Redakteur
Marco Reuther: Marco R.J.L. Reuther, Jahrgang 1963, wurde am gleichen, aber glücklicherweise nicht am selben Tag geboren wie J.R.R.Tolkien. In Saarbrücken testete er diverse Schulen, in Trier studierte er Politik, Kunstgeschichte, Ethnologie und die eine oder andere Kneipe. Heute ist er Lokalredakteur der Saarbrücker Zeitung. Mit Frau und Tochter sowie den Katern Lupin und Winston lebt er in einer saarländischen Kleinstadt, wo er mit der Renovierung seines alten Hauses nie so ganz fertig wird und Romane schreibt, in denen es ihm auf Abenteuer, ausgeklügelte Geschichten, Humor, starke Charaktere und ein wenig Hinterlist ankommt. * Bereits erschienene Fantasy-Romane von Marco Reuther: - »Die Entführung« (Teil 1 der Reihe »Des Königs Verräter«, Armbrustverlag) - »Meerfeuer« (Teil 2 der Reihe »Des Königs Verräter«, Armbrustverlag) - »Halana und der Turm des Schwarzen Herzogs« (Teil 1 des Zweiteilers um die junge Kriegerin Halana, Armbrustverlag) - »Halana und der Bruder des Schlafenden Gottes« (Teil 2 des Zweiteilers um die junge Kriegerin Halana, Armbrustverlag) - »Klara Plotzky und der Elfenvampir« (Fantasy für Leser von 9 bis 99, Armbrustverlag) - »Der Lemmes - Das Saarland hat ein Geheimnis« (der erste Saarland-Fantasyroman der Welt, Uli Burger Verlag [UBV]) * Im Internet: www.marco-reuther.de www.der-lemmes.de
Marco Reuther: Marco R.J.L. Reuther, Jahrgang 1963, wurde am gleichen, aber glücklicherweise nicht am selben Tag geboren wie J.R.R.Tolkien. In Saarbrücken testete er diverse Schulen, in Trier studierte er Politik, Kunstgeschichte, Ethnologie und die eine oder andere Kneipe. Heute ist er Lokalredakteur der Saarbrücker Zeitung. Mit Frau und Tochter sowie den Katern Lupin und Winston lebt er in einer saarländischen Kleinstadt, wo er mit der Renovierung seines alten Hauses nie so ganz fertig wird und Romane schreibt, in denen es ihm auf Abenteuer, ausgeklügelte Geschichten, Humor, starke Charaktere und ein wenig Hinterlist ankommt. * Bereits erschienene Fantasy-Romane von Marco Reuther: - »Die Entführung« (Teil 1 der Reihe »Des Königs Verräter«, Armbrustverlag) - »Meerfeuer« (Teil 2 der Reihe »Des Königs Verräter«, Armbrustverlag) - »Halana und der Turm des Schwarzen Herzogs« (Teil 1 des Zweiteilers um die junge Kriegerin Halana, Armbrustverlag) - »Halana und der Bruder des Schlafenden Gottes« (Teil 2 des Zweiteilers um die junge Kriegerin Halana, Armbrustverlag) - »Klara Plotzky und der Elfenvampir« (Fantasy für Leser von 9 bis 99, Armbrustverlag) - »Der Lemmes - Das Saarland hat ein Geheimnis« (der erste Saarland-Fantasyroman der Welt, Uli Burger Verlag [UBV]) * Im Internet: www.marco-reuther.de www.der-lemmes.de
Content
Prolog - KÄLTE
Der Geruch.
Tränen der Wut liefen über Peters Wangen.
Er stand allein und müde an der äußersten Spitze des großen Hafenkais von Tulpac und starrte auf die graue, unruhige See hinaus. Ein eisiger Wind schleuderte ihm winzige Schneeflocken ins Gesicht, wie sie schon seit drei Tagen ohne Unterlass vom Himmel herunterrieselten.
Dieser Geruch.
Auch in seinen braunen, kurz geschnittenen Haaren hatten sich Schneeflocken verfangen, wuchsen langsam zu einem immer dichteren Weiß zusammen. Eigentlich war Peter, der sich beim Hinauseilen statt des mit Fell gefütterten Wintermantels nur eine leichte Jacke gegriffen hatte, nicht warm genug angezogen, um hier zu stehen. Doch hatte er es besser verdient?
Einen ungewöhnlich milden Herbst, wie man ihn sich in normalen Jahren nicht besser wünschen konnte, hatte das Wetter dem Waldstamm beschert - als Fluch beschert, denn ohne die üblichen Herbststürme hatten die Piraten die Möglichkeit gehabt, sogar bis in den Winter hinein die Küstendörfer anzugreifen.
Es war immer dasselbe: Der Waldstamm hatte zwar viele Krieger, doch bei Weitem nicht genug, um die riesige Küstenlinie zu schützen. Die Piraten suchten sich irgendein Dorf oder einen Landstrich mit mehreren Gehöften aus und landeten in der Nacht direkt am Strand. - Selbst ihre großen Dreiruderer hatten kaum Tiefgang, sodass das Anlanden bei ruhiger See kein Problem war. Und bis der Waldstamm genügend Krieger zusammengezogen hatte, waren die Korsaren längst wieder verschwunden. Es war immer dasselbe? Nein, stimmte nicht. Es war schlimmer geworden.
Der . der Geruch.
Wie man Peter erklärt hatte, waren die Waldstamm-Dörfer schon seit vielen Jahren immer mal wieder, alle ein, zwei Jahre, von Seeräuber-Banden überfallen worden. Vor drei Jahren dann kamen die Angriffe schon häufiger, doch noch war ihre Zahl überschaubar geblieben. Auch hatten die Menschen in den Dörfern meist genug Zeit zur Flucht gehabt, konnten so ihr Leben und ein paar Habseligkeiten vor den Plünderern retten - selbst wenn sie bei ihrer Rückkehr nur noch Asche vorfanden.
Doch dann .
Dann hatte das Töten begonnen.
Waren die Piraten bis dahin nur mit einzelnen Schiffen gelandet, so schlossen sie sich nun zu kleinen Verbänden von elf oder mehr Booten zusammen. Es waren jetzt genug Angreifer, um ein Dorf komplett zu umzingeln. Ja, immer gab es in den Dörfern auch erfahrene Kämpfer, und so gelang es oft, den Ring der Angreifer mit einem gezielten Vorstoß zu durchbrechen, doch immer verbunden mit einem hohen Blutzoll, den nicht zuletzt die Bogenschützen der Piraten einforderten.
Der Geruch.
Viele Dorfleute versuchten auch, ihre Alten und Kranken zu schützen - und gingen mit ihnen unter. Kleinere Dörfer und Gehöfte wurden mit Mann und Maus vernichtet. Tote Piraten fand man nie - obwohl es auch bei ihnen Verluste geben musste. Doch offenbar nahmen sich die Korsaren die Zeit, ihre Gefallenen wieder mit auf das Meer zu nehmen. Vielleicht taten sie es, um den Waldstamm zu verspotten, vielleicht aus Verbundenheit. Die Toten des Waldstamms dagegen .
Der Geruch.
Die grünen Augen auf den Ozean gerichtet, dorthin, wo Gicht und Schnee und Grau nicht mehr zu unterscheiden waren, dachte Peter mit Grauen daran, wie er selbst vor einem guten Monat in Kalvinsscholle eingeritten war, einem kleinen 55-Seelen-Weiler. - Genauer gesagt: das, was von ihm übrig geblieben war.
Peter war, um das Land besser kennenzulernen, mit einem Inspektionstrupp geritten, angeführt von Oro Prinz Grünhand, einem großen, drahtigen Krieger, der sein typisch weißblondes Haar eines Waldstämmlers meist zum Pferdeschwanz gebunden trug. Peter hatte Prinz Grünhand bereits beim Kampf im Nekistempel kennengelernt, wo er sich als umsichtiger Anführer des Ältesten-Begleitschutzes gezeigt hatte.
Der Trupp - Peter, Oro und dessen 55 Krieger - war in der Nähe von Kalvinsscholle gewesen, als es passiert sein musste. Aber nicht nahe genug.
Den Rauch hatten sie schon von Weitem aufsteigen sehen. Als sie schließlich in die kleine Dorfstraße vorstießen, standen links und rechts nur noch die dampfenden Gerippe der Häuser, in denen, im einsetzenden Nieselregen, noch vereinzelt kleine Flammen zischten.
Und dann der Geruch.
Peter wusste, dass er ihn bis ans Ende seiner Tage in der Nase haben würde. Verbranntes Fleisch von den Toten, die in den Hütten gelegen hatten, verwoben mit dem süßen Geruch des Blutes derer, die auf der Straße gestorben waren. Die Piraten hatten die Toten einfach dort liegen lassen, wo sie gefallen waren - erschlagen, erstochen, von Pfeilen durchbohrt. Peter sah einen Mann, der offenbar mit einer Mistgabel auf die Angreifer losgestürmt war. Noch immer hielt er sie in der verdrehten rechten Hand. Er lag auf dem Rücken, den Hals merkwürdig überstreckt, den weit aufgerissenen Mund und glasige Augen dem Regen zugekehrt. In seinem Körper steckten mindestens 15 Pfeile. Der Dorfälteste hatte das Pech gehabt, den Angreifern lebend in die Hände zu fallen. Sie hatten ihn aufgehängt. Sein nackter, geschundener Körper baumelte von einem Eichenast am Ausgang des Dorfes. Peter hatte, starr vor Entsetzen, beim Ritt durch Kalvinsscholle keinen Ton hervorbekommen. Überall Tote. Nur . Peter schüttelte sich und krächzte schließlich: »Die Kinder? Wo sind die Kinder?«
»Sie nehmen sie mit«, antwortete Oro mit bebender Stimme, die Augen starr geradeaus gerichtet, während seine Hand automatisch nach oben wanderte, um aus einem alten Reflex heraus an der Spitze seines linken Ohres zu ziehen, die er doch schon vor Jahren im Kampf verloren hatte. Dann wiederholte er: »Sie nehmen sie mit. Die Kinder und die jungen Frauen werden in die Sklaverei verkauft.«
Auf dem Rückweg war Peter etwas abseits in die Büsche geritten und dort, wo ihn die anderen nicht mehr hören konnten, vom Pferd gestiegen. Dann hatte er sich ins Gras gekniet und sich, von Krämpfen geschüttelt, gut fünf Minuten lang übergeben.
Auch jetzt, alleine auf dem Kai, schluchzte er laut bei dem Gedanken an das Dorf.
Diese blödsinnige Prophezeiung, die sich Xavox ausgedacht hatte! Die Menschen des Waldstammes waren sehr höflich und auch geduldig. Doch jedes Mal, wenn wieder eine Nachricht von einem Überfall und neuen Toten kam, dann spürte Peter sie, ihre Blicke in seinem Rücken und ihre Gedanken in seinem Kopf: Wann fällt ihm denn endlich etwas ein, diesem Jungen, den uns die Prophezeiung zur Rettung geschickt hat?
Aber natürlich würde ihm nichts einfallen. Wie denn auch?
Eine große Lüge hatte ihn hierher gebracht.
Dabei war er doch, ahnungslos und naiv, nach der gewonnenen Tempelschlacht so guter Dinge gewesen. Doch schon vier Nächte später hatte es nicht mehr so gut ausgesehen.
In der Kälte verirrten sich Peters Gedanken in die Zeit, als er erstmals Waldstammgebiet betreten hatte und noch weiter zurück, als er, völlig ohne sein Zutun, in den ganzen Schlamassel hineingeraten war ...