
Vom Ende zum Anfang
Und weitere Geschichten der etwas anderen Art
Jens Reinländer(Author)
Schmitz, Andrea (Publisher)
1st Edition
Published in February 1999
Book
Paperback/Softback
100 pages
978-3-927442-60-3 (ISBN)
Description
Vom Ende zum Anfang
Es gibt Geschichten, die eigentlich niemand erzählen kann, weil sie so simpel sind, daß niemand darauf kommt. Beispielsweise die von einem seufzenden Mann. "Was soll's", seufzt dieser, setzt sich auf die Türschwelle seiner alten Wassermühle und beißt in sein Sirupbrot. "Was soll's, ich kann's sowieso nicht ändern. Frißt mir der Esel eben die Blumen aus den Kästen, zertrampelt er mir eben die Kräuter im Garten. Ist mir gleich. In ein paar Tagen ist doch alles vertrocknet. Stößt er mir eben die Wasserkanne um, irgendwann geht das Wasser doch zur Neige. Also was soll's. Ist mir alles gleich, ich kann's nicht ändern. - Die Blumen vertrocknen, ich kann's nicht ändern. Die Kräuter verdorren, ich kann's nicht ändern. Daß das Wasser in der Kanne nur für mich und den Esel reicht, ich kann's nicht ändern, weil ich eben nur die eine Kanne habe und es vier Stunden Fußmarsch zum Bach sind und der Tag nur zwölf Stunden hält und auf den Tag die Nacht folgt und es in der Nacht dunkel ist und man im Dunkeln nicht viel sehen kann und der Weg gefährlich ist, wenn man nicht viel sieht und der Esel zu bocken beginnt, wenn er im Dunkeln laufen soll und der gefährliche Weg noch gefährlicher wird, wenn man einen bockigen Esel dabei hat, der nicht viel sieht, da es Nacht ist und die Nacht den Weg dunkel macht und der Tag nur zwölf Stunden hält und der Bach vier Stunden Fußmarsch von der Mühle entfernt ist und ich nur eine Kanne Wasser habe, die gerade für mich und den Esel reicht. Es ist wie es ist, ich kann's nicht ändern", seufzt er wieder und schnippt eine Wespe von seinem Sirupbrot.
Es gibt Geschichten, die eigentlich niemand erzählen kann, weil sie so simpel sind, daß niemand darauf kommt. Beispielsweise die von einem seufzenden Mann. "Was soll's", seufzt dieser, setzt sich auf die Türschwelle seiner alten Wassermühle und beißt in sein Sirupbrot. "Was soll's, ich kann's sowieso nicht ändern. Frißt mir der Esel eben die Blumen aus den Kästen, zertrampelt er mir eben die Kräuter im Garten. Ist mir gleich. In ein paar Tagen ist doch alles vertrocknet. Stößt er mir eben die Wasserkanne um, irgendwann geht das Wasser doch zur Neige. Also was soll's. Ist mir alles gleich, ich kann's nicht ändern. - Die Blumen vertrocknen, ich kann's nicht ändern. Die Kräuter verdorren, ich kann's nicht ändern. Daß das Wasser in der Kanne nur für mich und den Esel reicht, ich kann's nicht ändern, weil ich eben nur die eine Kanne habe und es vier Stunden Fußmarsch zum Bach sind und der Tag nur zwölf Stunden hält und auf den Tag die Nacht folgt und es in der Nacht dunkel ist und man im Dunkeln nicht viel sehen kann und der Weg gefährlich ist, wenn man nicht viel sieht und der Esel zu bocken beginnt, wenn er im Dunkeln laufen soll und der gefährliche Weg noch gefährlicher wird, wenn man einen bockigen Esel dabei hat, der nicht viel sieht, da es Nacht ist und die Nacht den Weg dunkel macht und der Tag nur zwölf Stunden hält und der Bach vier Stunden Fußmarsch von der Mühle entfernt ist und ich nur eine Kanne Wasser habe, die gerade für mich und den Esel reicht. Es ist wie es ist, ich kann's nicht ändern", seufzt er wieder und schnippt eine Wespe von seinem Sirupbrot.
More details
Language
German
Place of publication
Germany
Illustrations
-
Dimensions
Height: 14.7 cm
Width: 21 cm
ISBN-13
978-3-927442-60-3 (9783927442603)
Schweitzer Classification