
Was aus der Depression hilft
Das Leben akzeptieren - Verantwortung übernehmen - Schritte wagen
Holger Reiners(Author)
Kösel (Publisher)
2nd Edition
Published on 22. March 2010
Book
Hardback
240 pages
978-3-466-30861-3 (ISBN)
Description
Wege aus der Depression
Holger Reiners litt viele Jahre selbst unter schwersten Depressionen. Heute weiß er, was Betroffene wirklich brauchen: im Akutfall einen Arzt oder Therapeuten, der den Depressiven in die Selbstverantwortung begleitet, mit der schweren Erkrankung vorurteilsfrei umgeht und dem Patienten nicht wertvolle Jahre seiner Lebenszeit stiehlt. Daneben ist Eigeninitiative gefragt. Wie diese aussehen kann, zeigt Holger Reiners überzeugend anhand seiner eigenen Erfahrung.
Selbsthilfe für Depressive
So finden Betroffene zurück in ein erfülltes Leben
Die heilende Kraft der Selbstverantwortung
Holger Reiners litt viele Jahre selbst unter schwersten Depressionen. Heute weiß er, was Betroffene wirklich brauchen: im Akutfall einen Arzt oder Therapeuten, der den Depressiven in die Selbstverantwortung begleitet, mit der schweren Erkrankung vorurteilsfrei umgeht und dem Patienten nicht wertvolle Jahre seiner Lebenszeit stiehlt. Daneben ist Eigeninitiative gefragt. Wie diese aussehen kann, zeigt Holger Reiners überzeugend anhand seiner eigenen Erfahrung.
Selbsthilfe für Depressive
So finden Betroffene zurück in ein erfülltes Leben
Die heilende Kraft der Selbstverantwortung
More details
Language
German
Place of publication
München
Germany
Product notice
With flaps
Dimensions
Height: 21.5 cm
Width: 13.5 cm
ISBN-13
978-3-466-30861-3 (9783466308613)
Schweitzer Classification
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Holger Reiners
Was aus der Depression hilft
Das Leben akzeptieren - Verantwortung übernehmen - Schritte wagen
E-Book
04/2010
Kösel
€2.99
Available for download
Content
Es sind drei Zitate, die mich bei der Bearbeitung dieses Buches begleitet haben. Ich bin zuf?ig auf sie gesto?n, ihre Urheber haben nichts miteinander zu tun und die eine Quelle ist noch nicht einmal gesichert. Aber das ist nicht wirklich wichtig.
Der viel begabte Philosoph Montaigne hat festgestellt: ?Wir sind, jeder von uns, reicher, als wir glauben.? In der Depression dagegen habe ich mich immer als besonders arm empfunden, arm an Begabung und arm an M?glichkeiten. Dass ich mich einmal reich f?hlen w?rde, habe ich mir nie vorstellen k?nnen. Heute, nach ?berwundener Krankheit, empfinde ich mich endlich doch noch vom Leben reich beschenkt. Ich habe meine Begabungen ebenso wie meine M?glichkeiten entdeckt und dieser Lebenszustand macht mich gl?cklich - f?r mich ein Synonym f?r Reichtum. Ja, ich bin heute reicher, als ich es mir je habe ertr?en k?nnen.
Leonardo da Vinci hat einen anderen Aspekt des Lebens, der f?r das Verst?nis der Depression wichtig ist, so beschrieben: ?So wie das Eisen au?r Gebrauch rostet und das still stehende Wasser verdirbt oder bei K?e gefriert, so verkommt der Geist ohne ?ung.? In der Depression nehmen die kognitiven F?gkeiten deutlich ab, der Geist verkommt. Der Kranke sp?rt es und verzweifelt daran. Gleichzeitig - so glaubt er - kann er sich gegen den Verfall seiner Kr?e nicht wehren. Nur wer die Zusammenh?e von Ursache und Wirkung in der Depression - Rost - akzeptiert, vermag sich gegen die Reduzierung von seinen tats?lich vorhandenen Kr?en sch?tzen. Er muss das Eisen der verbliebenen M?glichkeiten nutzen, um dem Rosten auch des Selbstwertgef?hls entgegenzutreten.
Goethe soll die Lebensmaxime formuliert haben: ?Ich wei?nicht, wer ich bin, und ich will es auch gar nicht wissen.? In der Depression erliegt der Kranke dem Gedankenstrudel der Selbstbefragung - bis zur Ersch?pfung und immer ohne Ergebnis. Wer bin ich und warum bin ich krank, wird zur Fessel der eigenen Lebensm?glichkeiten.
Wer die drei Zitate einmal in aller Ruhe auf sich wirken l?t, kann aus ihnen den Anspruch an seine eigene Behandlung in der Depression ableiten: Auch ich verf?ge ?ber gewisse Mittel und vertraue denen, die die Erfahrung des selbst erreichten Lebensgl?cks nach der Depression gefunden haben. Und nichts soll mich von dem Wunsch zu leben abbringen. Ich will die Krankheit nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen, mein Lebenswasser soll nicht verderben. Schlie?ich mahnt Goethe zu Recht, dem Wissen um sich selbst nicht allzu viel Bedeutung beizumessen. Wie lange habe ich selbst in der Depression nicht gewusst, wer ich bin. Ich wei?es bis heute nicht. Ich wei?nur, wer ich bisher war, was meinen Lebenselan wieder entfacht hat, aber ich wei?nicht, ob und wer ich morgen sein werde. Wir k?nnen uns w?nschen, so oder so zu sein. Aber sind wir dann noch wir selbst? In der Depression geht es um das ?erleben. Es geht darum, die Krankheit zu ?berwinden und niemals an unserer Selbstverantwortung zu verzweifeln - so kraft- und mutlos wir auch immer wieder einmal sein m?gen.
Die Muskeln der Seele k?nnen wir nur selbst trainieren. Die Frage nach dem Warum bringt uns in der Depression nicht weiter - bei der Krebserkrankung ist es nicht anders. Wir sind gezwungen, das Leben zu akzeptieren, unsere Verantwortung anzunehmen, und wir sollten das Leben nicht nur geschehen lassen, sondern es wagen, alle Facetten dieses uns geschenkten Daseins zu erfahren. Wer dagegen das Leben flieht, bringt sich um alles.
Mich-Verantwortung in der Depression - oder: Der Weg zur Seelenapotheke
?Binde deinen Karren an einen Stern.?
Dieser Satz kann als Lebensmotto von Leonardo da Vinci gelten - so ist es jedenfalls ?berliefert. Leonardo, der gro? K?nstler der Renaissance, das Universalgenie, das seine Aufzeichnungen in Spiegelschrift verfasste, die ersten Flugapparate konstruierte, die Anatomie des menschlichen K?rpers erforschte und die geheimnisvollsten und kostbarsten Bilder der europ?chen Kunstgeschichte malte.
Leonardo da Vinci hatte Depressionen. Und dennoch war sein Lebensmotto: ?Binde deinen Karren an einen Stern.?
Wer heute unter Depressionen leidet, muss sich immer wieder vergegenw?igen, dass diese Krankheit nicht nur ihn als Schicksalsschlag getroffen hat, sondern dass er - und nat?rlich auch sie - einer von mindestens vier, eher acht Millionen Kranken allein in Deutschland ist. Das ist nicht tr?stlich, aber vielleicht gibt uns allen doch die Tatsache zu denken, dass das Krankheitsbild Depression nicht nur seit etwa 2 500 Jahren bekannt ist, sondern dass sich die besten K?pfe seit dieser Zeit aufs Vielf?igste bem?ht haben, den Ursachen des Ph?mens Depression auf den Grund zu gehen. Es gibt unz?ige Erkl?ngsversuche, es gibt ?berlieferte Behandlungsmethoden ?ber Jahrhunderte und es gibt gleichsam Zeugen, von denen wir wissen, dass sie unter der furchtbaren Krankheit Depression gelitten haben - Menschen wie du und ich, Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, jeden Alters, jeder Profession und, immer wieder gern zitiert, weil ja die Depression inzwischen angeblich das normalste, akzeptierteste und tolerierteste Krankheitsgeschehen ?berhaupt ist: Prominente. Prominente Komponisten, Maler, Philosophen, Politiker, Schriftsteller und Wissenschaftler. Ob die immer wieder genannten prominenten Pers?nlichkeiten - jeder von uns ist eine Pers?nlichkeit! - aber tats?lich unter Depressionen litten, bezweifle ich inzwischen.
Diese Akzeptanz ist blanker Unsinn. Die Depression ist noch immer nicht nur ein R?el, sondern auch ein leidvolles Stigma, mit dem sich niemand gern freiwillig outet, so wie sich niemand nach einer ersch?tternden Diagnose zuerst einmal hinstellt und sagt: Ich habe Aids, ich habe Lassafieber, ich habe Lepra oder das Ebolavirus - oder: Ich habe Lungenkrebs. Nein, niemand spricht gern ?ber seine Depression. Nicht nur, weil ihr etwas R?elhaftes, Unergr?ndliches und auch Absto?ndes anhaftet und wir nicht wissen, wie mit einem solchen Kranken umzugehen ist, sondern auch deshalb, weil wir es als Gesellschaft, als Mediziner, Psychiater und Psychologen bisher nicht geschafft und es vor allem nicht f?r notwendig erachtet haben, dieser Krankheit mit Namen Depression den Akutstatus zuzusprechen.
Wer einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder bei einem Verkehrsunfall - selbst beim Sturz vom eigenen Apfelbaum! - Verletzungen erlitten hat, geht ganz selbstverst?lich davon aus, dass der Notarzt, die Feuerwehr, der Rettungswagen oder sogar der Hubschrauber innerhalb von Minuten zur Stelle sind: Man nennt das Akutversorgung!
Der viel begabte Philosoph Montaigne hat festgestellt: ?Wir sind, jeder von uns, reicher, als wir glauben.? In der Depression dagegen habe ich mich immer als besonders arm empfunden, arm an Begabung und arm an M?glichkeiten. Dass ich mich einmal reich f?hlen w?rde, habe ich mir nie vorstellen k?nnen. Heute, nach ?berwundener Krankheit, empfinde ich mich endlich doch noch vom Leben reich beschenkt. Ich habe meine Begabungen ebenso wie meine M?glichkeiten entdeckt und dieser Lebenszustand macht mich gl?cklich - f?r mich ein Synonym f?r Reichtum. Ja, ich bin heute reicher, als ich es mir je habe ertr?en k?nnen.
Leonardo da Vinci hat einen anderen Aspekt des Lebens, der f?r das Verst?nis der Depression wichtig ist, so beschrieben: ?So wie das Eisen au?r Gebrauch rostet und das still stehende Wasser verdirbt oder bei K?e gefriert, so verkommt der Geist ohne ?ung.? In der Depression nehmen die kognitiven F?gkeiten deutlich ab, der Geist verkommt. Der Kranke sp?rt es und verzweifelt daran. Gleichzeitig - so glaubt er - kann er sich gegen den Verfall seiner Kr?e nicht wehren. Nur wer die Zusammenh?e von Ursache und Wirkung in der Depression - Rost - akzeptiert, vermag sich gegen die Reduzierung von seinen tats?lich vorhandenen Kr?en sch?tzen. Er muss das Eisen der verbliebenen M?glichkeiten nutzen, um dem Rosten auch des Selbstwertgef?hls entgegenzutreten.
Goethe soll die Lebensmaxime formuliert haben: ?Ich wei?nicht, wer ich bin, und ich will es auch gar nicht wissen.? In der Depression erliegt der Kranke dem Gedankenstrudel der Selbstbefragung - bis zur Ersch?pfung und immer ohne Ergebnis. Wer bin ich und warum bin ich krank, wird zur Fessel der eigenen Lebensm?glichkeiten.
Wer die drei Zitate einmal in aller Ruhe auf sich wirken l?t, kann aus ihnen den Anspruch an seine eigene Behandlung in der Depression ableiten: Auch ich verf?ge ?ber gewisse Mittel und vertraue denen, die die Erfahrung des selbst erreichten Lebensgl?cks nach der Depression gefunden haben. Und nichts soll mich von dem Wunsch zu leben abbringen. Ich will die Krankheit nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen, mein Lebenswasser soll nicht verderben. Schlie?ich mahnt Goethe zu Recht, dem Wissen um sich selbst nicht allzu viel Bedeutung beizumessen. Wie lange habe ich selbst in der Depression nicht gewusst, wer ich bin. Ich wei?es bis heute nicht. Ich wei?nur, wer ich bisher war, was meinen Lebenselan wieder entfacht hat, aber ich wei?nicht, ob und wer ich morgen sein werde. Wir k?nnen uns w?nschen, so oder so zu sein. Aber sind wir dann noch wir selbst? In der Depression geht es um das ?erleben. Es geht darum, die Krankheit zu ?berwinden und niemals an unserer Selbstverantwortung zu verzweifeln - so kraft- und mutlos wir auch immer wieder einmal sein m?gen.
Die Muskeln der Seele k?nnen wir nur selbst trainieren. Die Frage nach dem Warum bringt uns in der Depression nicht weiter - bei der Krebserkrankung ist es nicht anders. Wir sind gezwungen, das Leben zu akzeptieren, unsere Verantwortung anzunehmen, und wir sollten das Leben nicht nur geschehen lassen, sondern es wagen, alle Facetten dieses uns geschenkten Daseins zu erfahren. Wer dagegen das Leben flieht, bringt sich um alles.
Mich-Verantwortung in der Depression - oder: Der Weg zur Seelenapotheke
?Binde deinen Karren an einen Stern.?
Dieser Satz kann als Lebensmotto von Leonardo da Vinci gelten - so ist es jedenfalls ?berliefert. Leonardo, der gro? K?nstler der Renaissance, das Universalgenie, das seine Aufzeichnungen in Spiegelschrift verfasste, die ersten Flugapparate konstruierte, die Anatomie des menschlichen K?rpers erforschte und die geheimnisvollsten und kostbarsten Bilder der europ?chen Kunstgeschichte malte.
Leonardo da Vinci hatte Depressionen. Und dennoch war sein Lebensmotto: ?Binde deinen Karren an einen Stern.?
Wer heute unter Depressionen leidet, muss sich immer wieder vergegenw?igen, dass diese Krankheit nicht nur ihn als Schicksalsschlag getroffen hat, sondern dass er - und nat?rlich auch sie - einer von mindestens vier, eher acht Millionen Kranken allein in Deutschland ist. Das ist nicht tr?stlich, aber vielleicht gibt uns allen doch die Tatsache zu denken, dass das Krankheitsbild Depression nicht nur seit etwa 2 500 Jahren bekannt ist, sondern dass sich die besten K?pfe seit dieser Zeit aufs Vielf?igste bem?ht haben, den Ursachen des Ph?mens Depression auf den Grund zu gehen. Es gibt unz?ige Erkl?ngsversuche, es gibt ?berlieferte Behandlungsmethoden ?ber Jahrhunderte und es gibt gleichsam Zeugen, von denen wir wissen, dass sie unter der furchtbaren Krankheit Depression gelitten haben - Menschen wie du und ich, Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, jeden Alters, jeder Profession und, immer wieder gern zitiert, weil ja die Depression inzwischen angeblich das normalste, akzeptierteste und tolerierteste Krankheitsgeschehen ?berhaupt ist: Prominente. Prominente Komponisten, Maler, Philosophen, Politiker, Schriftsteller und Wissenschaftler. Ob die immer wieder genannten prominenten Pers?nlichkeiten - jeder von uns ist eine Pers?nlichkeit! - aber tats?lich unter Depressionen litten, bezweifle ich inzwischen.
Diese Akzeptanz ist blanker Unsinn. Die Depression ist noch immer nicht nur ein R?el, sondern auch ein leidvolles Stigma, mit dem sich niemand gern freiwillig outet, so wie sich niemand nach einer ersch?tternden Diagnose zuerst einmal hinstellt und sagt: Ich habe Aids, ich habe Lassafieber, ich habe Lepra oder das Ebolavirus - oder: Ich habe Lungenkrebs. Nein, niemand spricht gern ?ber seine Depression. Nicht nur, weil ihr etwas R?elhaftes, Unergr?ndliches und auch Absto?ndes anhaftet und wir nicht wissen, wie mit einem solchen Kranken umzugehen ist, sondern auch deshalb, weil wir es als Gesellschaft, als Mediziner, Psychiater und Psychologen bisher nicht geschafft und es vor allem nicht f?r notwendig erachtet haben, dieser Krankheit mit Namen Depression den Akutstatus zuzusprechen.
Wer einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder bei einem Verkehrsunfall - selbst beim Sturz vom eigenen Apfelbaum! - Verletzungen erlitten hat, geht ganz selbstverst?lich davon aus, dass der Notarzt, die Feuerwehr, der Rettungswagen oder sogar der Hubschrauber innerhalb von Minuten zur Stelle sind: Man nennt das Akutversorgung!