
Knochen zu Asche
Roman
Kathy Reichs(Author)
Blanvalet (Publisher)
Published on 14. April 2009
Book
Paperback/Softback
384 pages
978-3-442-37283-6 (ISBN)
Article exhausted; check for reprint
Description
Thrill hoch 10! - Worte können lügen. Knochen nicht
Das vermisste Mädchen hat Tempe Brennan nie vergessen. Auch wenn es damals noch kein Fall für sie war. Tempe war 13 Jahre alt, als ihre beste Freundin Evangéline ohne Abschied spurlos verschwand. Nun liegen Jahre alte Knochen eines weiblichen Teenagers zur forensischen Untersuchung vor Tempe und reißen alte Wunden auf. Hängt dieser Skelettfund mit Evangélines Verschwinden zusammen? Haben die Parallelen zu einer Reihe von Mädchen, die in den letzten Jahren in Quebec verschwanden, etwas zu bedeuten? War Evangéline das erste Opfer eines Serientäters? Tempe findet unerwartete Antworten an unerwarteter Stelle: in einem besonders dunklen Kapitel der Geschichte Kanadas .
Knochen sprechen ihre eigene Sprache: Jahrzehnte alte Gebeine, jüngst verschwundene Mädchen, ein Trauma aus Kindertagen - der neue Fall trifft Tempe Brennan bis ins Mark.
Das vermisste Mädchen hat Tempe Brennan nie vergessen. Auch wenn es damals noch kein Fall für sie war. Tempe war 13 Jahre alt, als ihre beste Freundin Evangéline ohne Abschied spurlos verschwand. Nun liegen Jahre alte Knochen eines weiblichen Teenagers zur forensischen Untersuchung vor Tempe und reißen alte Wunden auf. Hängt dieser Skelettfund mit Evangélines Verschwinden zusammen? Haben die Parallelen zu einer Reihe von Mädchen, die in den letzten Jahren in Quebec verschwanden, etwas zu bedeuten? War Evangéline das erste Opfer eines Serientäters? Tempe findet unerwartete Antworten an unerwarteter Stelle: in einem besonders dunklen Kapitel der Geschichte Kanadas .
Knochen sprechen ihre eigene Sprache: Jahrzehnte alte Gebeine, jüngst verschwundene Mädchen, ein Trauma aus Kindertagen - der neue Fall trifft Tempe Brennan bis ins Mark.
More details
Series
Language
German
Place of publication
München
Germany
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 11.5 cm
ISBN-13
978-3-442-37283-6 (9783442372836)
Schweitzer Classification
Other editions
New editions

Persons
Author
Kathy Reichs, geboren in Chicago, lebt in Charlotte und Montreal. Sie ist Professorin für Soziologie und Anthropologie und unter anderem als forensische Anthropologin für gerichtsmedizinische Institute in Quebec und North Carolina tätig. Ihre Romane erreichen regelmäßig Spitzenplätze auf internationalen und deutschen Bestsellerlisten und wurden in 30 Sprachen übersetzt. Tempe Brennan ermittelt auch in der von Reichs mitkreierten und -produzierten Fernsehserie "Bones - Die Knochenjägerin".
Translation
Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", ist der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.
Content
On ouaira quosse que d'main nous ameneras...Babys sterben. Menschen verschwinden. Menschen sterben. Babys verschwinden.Diese Erkenntnisse prasselten schon sehr fr?h auf mich ein. Nat?rlich hatte ich ein kindliches Verst?nis daf?r, dass alles sterbliche Leben endet. In der Schule redeten die Nonnen von Himmel, Fegefeuer, Vorh?lle und H?lle. Ich wusste, dass die ?eren Leute irgendwann ?dahinscheiden?. Mit diesem Begriff umschrieb meine Familie das Thema. Die Leute schieden dahin. Gingen, um bei Gott zu sein. Ruhten in Frieden. So akzeptierte ich auf etwas verquere Art, dass das irdische Leben nur ein vor?bergehendes ist. Dennoch trafen mich der Tod meines Vaters und der meines kleinen Bruders hart.Und f?r Evangeline Landrys Verschwinden gab es einfach keine Erkl?ng.Aber ich greife vor.So ist es passiert.Als kleines M?hen lebte ich an der S?dseite von Chicago, in dem weniger vornehmen Ausl?er eines Viertels mit dem Namen Beverly. Urspr?nglich erbaut als l?liches R?ckzugsgebiet f?r die Elite der Stadt nach dem Gro?n Feuer von 1871, pr?ntiert sich das Viertel heute mit weiten Rasenfl?en und gro?n Ulmen und irisch-katholischen Clans mit Stammb?en, die verzweigter sind als die Ulmen. War Beverly damals schon ein bisschen heruntergekommen, wurde es sp?r wieder aufgemotzt von Boomgewinnlern, die im Gr?nen und doch zentrumsnah wohnen wollten.Unser Haus, urspr?nglich ein Farmhaus, war ?er als alle seine Nachbarn. Es war ein wei?gestrichenes Holzhaus mit gr?nen Fensterl?n, hatte eine umlaufende Veranda und im Hinterhof eine Wasserpumpe sowie eine Garage, die einmal Pferde und K?he beherbergt hatte.Ich habe gl?ckliche Erinnerungen an diese Zeit und diesen Ort. Wenn es kalt war, liefen die Nachbarschaftskinder Schlittschuh auf einer Eisfl?e, die man mithilfe von Wasserschl?hen auf einer unbebauten Fl?e geschaffen hatte. Daddy st?tzte mich dann immer auf meinen Doppelkufen und wischte mir Matsch von meinem Schneeanzug, wenn ich einmal hinfiel. Im Sommer spielten wir auf der Stra? Fu?all, Fangen oder Himmel und H?lle. Meine Schwester Harry und ich fingen Gl?hw?rmchen in Gl?rn mit durchl?cherten Schraubverschl?ssen.In den endlosen Wintern des Mittleren Westens versammelten sich zahllose Brennan-Tanten und -Onkel zum Kartenspielen in unserem ausgesucht sch?gen Wohnzimmer. Der Ablauf war immer derselbe. Nach dem Abendessen holte Mama Tischchen aus einem Schrank in der Diele, wischte die Platten ab und klappte die Beine aus. Harry breitete ein wei?s Leinentuch dar?ber, und ich postierte Spielkarten, Servietten und Sch?sselchen mit Erdn?ssen in der Mitte.Wenn der Fr?hling kam, ersetzten die Schaukelst?hle auf der Veranda die Kartentische, und statt Canasta und Bridge gab es lange Gespr?e. Ich verstand nicht viel davon. Die Warren-Kommission. Der Golf von Tonkin. Chruschtschow. Kossygin. Es machte mir nichts aus. Das Zusammenkommen der Leute, die meine eigene Doppelhelix trugen, best?gte mir, dass es mir gut ging, wie das Klappern der M?nzen in der Beverly-Hillbillies-Spardose auf meinem Nachtk?chen. Die Welt war berechenbar, bev?lkert mit Verwandten, Lehrern und Kindern wie ich aus Haushalten wie dem meinen. Das Leben bestand aus der St.-Margaret's-Schule, den Pfadfinder-W?lflingen, der Messe am Sonntag und den Tagescamps im Sommer.Dann starb Kevin, und mein sechs Jahre altes Universum zerbrach in Splitter des Zweifels und der Ungewissheit. Nach meinem Verst?nis der Weltordnung holte der Tod die alten Gro?anten mit m?dernden blauen ?erchen und durchscheinender Haut. Keine kleinen Jungs mit dicken, roten Wangen.An Kevins Krankheit erinnere ich mich kaum noch. An sein Begr?is noch weniger. Dass Harry neben mir in der Kirchenbank zappelte. Ein Fleck auf meinen schwarzen Lacklederschuhen. Woher? Das schien mir damals sehr wichtig zu sein. Ich starrte den kleinen, grauen Tropfen an. Starrte weg von der Wirklichkeit, die sich um mich herum offenbarte.Nat?rlich kam die ganze Familie zusammen, die Stimmen ged?ft, die Gesichter versteinert. Mamas Zweig kam aus North Carolina. Nachbarn. Gemeindemitglieder. M?er aus Daddys Anwaltskanzlei. Fremde. Sie strichen mir ?ber den Kopf. Murmelten irgendwas vom Himmel und den Engeln.Das Haus quoll ?ber vor Kasserollen und Kuchen und Geb? in Plastik- und Alufolie. Normalerweise liebte ich Sandwiches mit abgeschnittener Rinde. Nicht wegen des Thunfisch- oder Eiersalats zwischen den Scheiben. Sondern wegen der reinen Dekadenz dieser leichtfertigen Verschwendung. An diesem Tag nicht. Und seitdem nie mehr. Schon merkw?rdig, wie gewisse Dinge einen beeinflussen.Kevins Tod ver?erte bei mir mehr als nur meine Meinung zu Sandwiches. Er ?erte das ganze Fundament, auf dem sich bisher mein Leben abgespielt hatte. Die Augen meiner Mutter, die immer freundlich und oft fr?hlich geblickt hatten, sahen nie mehr so aus, wie sie sollten. Mit dunklen Ringen und tief in den H?hlen. Mein kindliches Gehirn konnte ihren Ausdruck nicht interpretieren, ich sp?rte nur Traurigkeit. Jahre sp?r sah ich das Foto einer Frau aus dem Kosovo, wie sie zwischen zwei schnell zusammengezimmerten S?en mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn stand. Irgendetwas kam mir daran vertraut vor. Konnte ich sie kennen? Unm?glich. Dann die Erkenntnis. Ich sah dasselbe Zerst?rtsein und dieselbe Hoffnungslosigkeit, die ich in Mamas Blick gesehen hatte.Aber nicht nur Mamas Aussehen ver?erte sich. Sie und Daddy genehmigten sich nun keinen Cocktail vor dem Abendessen mehr, und sie blieben auch nicht beim Kaffee am Tisch sitzen und redeten. Sie schauten auch nicht mehr gemeinsam fern, wenn das Geschirr abger?t war und Harry und ich in unseren Pyjamas steckten. Sie hatten die Comedyshows immer sehr genossen, hatten einander angesehen, wenn Lucy oder Gomer etwas Albernes taten. Daddy hatte dann immer Mamas Hand genommen, und sie hatten beide gelacht.Alles Lachen floh, als die Leuk?e Kevin besiegte.Auch mein Vater suchte sein Heil in der Flucht. In stillem Selbstmitleid wie Mama letztendlich auch. Michael Terrence Brennan, Anwalt, Connaisseur und unbez?barer Bonvivant, zog sich auf direktem Weg zur?ck in eine Flasche guten, irischen Whiskeys. In viele Flaschen, um genau zu sein.Anfangs fiel mir die h?ige Abwesenheit meines Vaters gar nicht auf. Wie ein Schmerz, der sich so allm?ich aufbaut, dass sein Ursprung nicht bestimmbar ist, fiel mir eines Tages auf, dass Daddy nicht mehr so oft bei uns war. Immer ?fter gab es Abendessen ohne ihn. Er kam abends immer sp?r nach Hause, bis er in meinem Leben nicht viel mehr war als ein Phantom. In einigen N?ten h?rte ich schwankende Schritte auf der Treppe, eine T?r, die fest gegen eine Wand geschlagen wurde. Die Toilettensp?lung. Dann Stille. Oder ged?fte Stimmen aus dem Schlafzimmer meiner Eltern, deren Tonfall mir Vorw?rfe und Groll vermittelte.Bis heute jagt mir ein Telefon, das nach Mitternacht klingelt, einen Schauer ?ber den R?cken.