Reaktionäre Rebellen
Rechtsextreme Musik in Deutschland
Hirnkost (Publisher)
Published on 16. November 2001
Book
Paperback/Softback
252 pages
978-3-940213-10-5 (ISBN)
Description
"Gründlich recherchiert und gespickt mit ganz und gar abstoßenden Belegen (Covers, Texte). Das Pfund des Buches ist seine Konzeption der umfassenden Information, denn nur Empörung und Wehklagen hilft nicht. Ein unverzichtbares Standardwerk!"
Das Dosierte Leben 42
"'Die Welt des Rechtsrock ist eine Welt des ewigen Kampfes', schreibt Farin in dem Sammelband, der eine sorgfältige Auswertung von Texten, Dresscodes und Meinungen innerhalb der rechtsextremen Musikszene in Deutschland liefert. So sang die Band Foierstoss etwa 1997: 'Wir sind Rebellen mit der Gitarre in der Hand, unsere Waffe ist der Gesang.' Bleibt man dieser Rhetorik treu, drängt sich die Frage auf: Was wissen 'Gegner' jener Rebellen, etwa Pädagogen oder Jugendarbeiter, über die 'Feinde der Demokratie'? Oft zu wenig, und so führen Vorurteile über Rechtsrocker zu irrationalen Mythenbildungen. Zudem, schreibt Burkhard Schröder, 'scheint es gerade in Deutschland nicht darum zu gehen, effektive Mittel zu finden (im Kampf gegen Rechts; mk), sondern eher, das eigene Gewissen zu beruhigen'. Was Schröder im Beitrag über Rassismus und Antisemitismus im Internet anhand der Diskussion um die Zensur rechtsextremer Homepages anmerkt, steht auch dafür, dass Neonazis an Schulen oder in Jugendheimen ungestört Nachwuchs schon unter Zehn- und Zwölfjährigen rekrutieren. Denn allzu oft reagieren Gesellschaft, Schule oder Medienschaffende kaum oder nur falsch argumentierend auf schwadronierende und hetzende Neonazis, so dass diese als Sieger aus Diskussionen hervorgehen können. Das imponiert Interessierten und Mitläufern, für die Rechtsrock zudem eine spannende Subkultur darstellt. Für Farin gelingt 'den Barden und Rechtsrockern der jungen, militanten Szene scheinbar mühelos' das, 'was traditionellen Rechtsextremen mit ihren Schulungsabenden, Wehrsportübungen und Propaganda-Aktionen nie gelang - nämlich eine starke Verbreitung ihrer Ideen (.) vor allem unter Jugendlichen.' Das Archiv der Jugendkulturen als Herausgeber des Buches plädiert dafür, die von der Politik oft beschworene 'wehrhafte Demokratie' könne nur den wachsenden Einfluss der Nazis verhindern, wenn sie die Codes, Symbole oder Meinung der Rechtsextremen kennt. Letzteres sollte dabei in Diskussionen fundiert zu widerlegen sein, ohne sich dem Spott der Szene aussetzen zu müssen. So reagierten etwa Rechtsextremisten hämisch mit einer eigenen Wäschekollektion auf den Mythos, Jugendliche mit T-Shirts der Marke Lonsdale seien Neonazis - die bei einer halb offenen Jacke zu lesenden Buchstaben NSDA des Schriftzuges sei nämlich eine Hommage an die NSDAP. Mittlerweile bietet die Szene 'T-Hemden' an mit dem Schriftzug 'Consdaple', und im gefakten Lonsdale-Design ist dann tatsächlich NSDAP zu lesen. Jene detailliert dargestellten Hintergründe machen "Reaktionäre Rebellen" als Lese- und Lehrbuch wertvoll."
Michael Klarmann in: telepolis
"Das Buch gibt einen sorgfältigen und materialreichen Überblick der 'Noten des Hasses' als Spiegel der Mythen und Lebenswelten der jungen rechtsextremen Szene. Insofern eignet es sich gut für Schule, Jugendarbeit und nicht zuletzt für Eltern, deren Sprösslinge eine Neigung zu entsprechenden Tonträgern aufweisen. Dabei eint die Autoren die Auffassung, dass repressive Maßnahmen an der Wirkung dieser Musik nichts ändern werden, sondern im Gegenteil eher zu ihrer Attraktivität unter Jugendlichen beitragen. Insbesondere die Indizierungspraxis der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wird kritisch kommentiert - worüber sich natürlich trefflich streiten lässt. Aus dieser Sichtweise heraus versteht sich die vorliegende Dokumentation als ein Bestandteil eines größeren pädagogisch-politischen Projektes, sie ist erstes Produkt einer Forschungsgruppe im Archiv der Jugendkulturen, die parallel Bildungsarbeit mit Multiplikatoren und Jugendlichen leistet und weitere Materialien herausgibt. Geplant sind regelmäßige Aktualisierungen in Form einer Loseblattsammlung."
Michael Pechel: www.internetgegenrechts.de
"Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für alle Interessierten!"
tbc in: Ox Nr. 47
"Ein essentielles Werk für alle, die sich zum Thema informieren wollen!"
666 in: Persona Non Grata Nr. 56
Musik ist das wichtigste Mittel zur Verbreitung rechtsextremer Propaganda vor allem unter Jugendlichen geworden. Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe des Archivs der Jugendkulturen legt hiermit das Handbuch zum Thema vor. Mit Beiträgen von Klaus Farin, Rainer Erb, Burkhard Schröder, Frauke Stuhl und Henning Flad.
Aus dem Inhalt:
- Rechtsextreme Musik in Deutschland: Geschichte, Texte, Ökonomie, Fans.
- Kleider machen Leute. Rechtsextremismus und Kleidungsstil.
- Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Die Symbolik der extremen Rechten
- Der ewige Jude. Die Bildersprache des Antisemitismus in der rechtsextremen Szene.
- Rechtsextremismus im Internet
Das Dosierte Leben 42
"'Die Welt des Rechtsrock ist eine Welt des ewigen Kampfes', schreibt Farin in dem Sammelband, der eine sorgfältige Auswertung von Texten, Dresscodes und Meinungen innerhalb der rechtsextremen Musikszene in Deutschland liefert. So sang die Band Foierstoss etwa 1997: 'Wir sind Rebellen mit der Gitarre in der Hand, unsere Waffe ist der Gesang.' Bleibt man dieser Rhetorik treu, drängt sich die Frage auf: Was wissen 'Gegner' jener Rebellen, etwa Pädagogen oder Jugendarbeiter, über die 'Feinde der Demokratie'? Oft zu wenig, und so führen Vorurteile über Rechtsrocker zu irrationalen Mythenbildungen. Zudem, schreibt Burkhard Schröder, 'scheint es gerade in Deutschland nicht darum zu gehen, effektive Mittel zu finden (im Kampf gegen Rechts; mk), sondern eher, das eigene Gewissen zu beruhigen'. Was Schröder im Beitrag über Rassismus und Antisemitismus im Internet anhand der Diskussion um die Zensur rechtsextremer Homepages anmerkt, steht auch dafür, dass Neonazis an Schulen oder in Jugendheimen ungestört Nachwuchs schon unter Zehn- und Zwölfjährigen rekrutieren. Denn allzu oft reagieren Gesellschaft, Schule oder Medienschaffende kaum oder nur falsch argumentierend auf schwadronierende und hetzende Neonazis, so dass diese als Sieger aus Diskussionen hervorgehen können. Das imponiert Interessierten und Mitläufern, für die Rechtsrock zudem eine spannende Subkultur darstellt. Für Farin gelingt 'den Barden und Rechtsrockern der jungen, militanten Szene scheinbar mühelos' das, 'was traditionellen Rechtsextremen mit ihren Schulungsabenden, Wehrsportübungen und Propaganda-Aktionen nie gelang - nämlich eine starke Verbreitung ihrer Ideen (.) vor allem unter Jugendlichen.' Das Archiv der Jugendkulturen als Herausgeber des Buches plädiert dafür, die von der Politik oft beschworene 'wehrhafte Demokratie' könne nur den wachsenden Einfluss der Nazis verhindern, wenn sie die Codes, Symbole oder Meinung der Rechtsextremen kennt. Letzteres sollte dabei in Diskussionen fundiert zu widerlegen sein, ohne sich dem Spott der Szene aussetzen zu müssen. So reagierten etwa Rechtsextremisten hämisch mit einer eigenen Wäschekollektion auf den Mythos, Jugendliche mit T-Shirts der Marke Lonsdale seien Neonazis - die bei einer halb offenen Jacke zu lesenden Buchstaben NSDA des Schriftzuges sei nämlich eine Hommage an die NSDAP. Mittlerweile bietet die Szene 'T-Hemden' an mit dem Schriftzug 'Consdaple', und im gefakten Lonsdale-Design ist dann tatsächlich NSDAP zu lesen. Jene detailliert dargestellten Hintergründe machen "Reaktionäre Rebellen" als Lese- und Lehrbuch wertvoll."
Michael Klarmann in: telepolis
"Das Buch gibt einen sorgfältigen und materialreichen Überblick der 'Noten des Hasses' als Spiegel der Mythen und Lebenswelten der jungen rechtsextremen Szene. Insofern eignet es sich gut für Schule, Jugendarbeit und nicht zuletzt für Eltern, deren Sprösslinge eine Neigung zu entsprechenden Tonträgern aufweisen. Dabei eint die Autoren die Auffassung, dass repressive Maßnahmen an der Wirkung dieser Musik nichts ändern werden, sondern im Gegenteil eher zu ihrer Attraktivität unter Jugendlichen beitragen. Insbesondere die Indizierungspraxis der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wird kritisch kommentiert - worüber sich natürlich trefflich streiten lässt. Aus dieser Sichtweise heraus versteht sich die vorliegende Dokumentation als ein Bestandteil eines größeren pädagogisch-politischen Projektes, sie ist erstes Produkt einer Forschungsgruppe im Archiv der Jugendkulturen, die parallel Bildungsarbeit mit Multiplikatoren und Jugendlichen leistet und weitere Materialien herausgibt. Geplant sind regelmäßige Aktualisierungen in Form einer Loseblattsammlung."
Michael Pechel: www.internetgegenrechts.de
"Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für alle Interessierten!"
tbc in: Ox Nr. 47
"Ein essentielles Werk für alle, die sich zum Thema informieren wollen!"
666 in: Persona Non Grata Nr. 56
Musik ist das wichtigste Mittel zur Verbreitung rechtsextremer Propaganda vor allem unter Jugendlichen geworden. Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe des Archivs der Jugendkulturen legt hiermit das Handbuch zum Thema vor. Mit Beiträgen von Klaus Farin, Rainer Erb, Burkhard Schröder, Frauke Stuhl und Henning Flad.
Aus dem Inhalt:
- Rechtsextreme Musik in Deutschland: Geschichte, Texte, Ökonomie, Fans.
- Kleider machen Leute. Rechtsextremismus und Kleidungsstil.
- Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Die Symbolik der extremen Rechten
- Der ewige Jude. Die Bildersprache des Antisemitismus in der rechtsextremen Szene.
- Rechtsextremismus im Internet
More details
Language
German
Target group
Adult education
College/higher education
Young adult
Professional and scholarly
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 21 cm
Weight
530 gr
ISBN-13
978-3-940213-10-5 (9783940213105)
Schweitzer Classification