Die Oder
Lebenslauf eines Flusses
Uwe Rada(Author)
Siedler (Publisher)
Published on 3. August 2009
Book
Hardback
224 pages
978-3-88680-931-8 (ISBN)
Description
Geschichte und Gegenwart eines europäischen Stroms
Kaum ein anderer Fluss hat in den letzten Jahrzehnten seine Bedeutung für die Deutschen so sehr gewandelt wie die Oder. Galt sie lange als Strom, der die - ungeliebte - Grenze zwischen Polen und Deutschland markierte, rückt sie seit dem Ende des Kalten Kriegs ins Herz des erweiterten Europas und wird von den Menschen beiderseits des Flusses wiederentdeckt. Uwe Rada folgt dem Lebenslauf der Oder und erzählt die Geschichten dieses Stromes, die von Krieg, Trennung und Versöhnung, vor allem aber von der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft handeln.
Die Oder, die in Tschechien entspringt und durch das Stettiner Haff in die Ostsee mündet, hat für uns Deutsche eine ganz besondere historische Bedeutung. Bereits vor tausend Jahren trennte der Fluss Deutschland und Polen, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde die Oder sogar zum Symbol einer Grenze schlechthin. Über die Jahrhunderte hat dieser Fluss Völker eher geteilt als verbunden.
Doch seit dem Fall der Mauer in Deutschland und dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs ist für die Oder nun ein neues, europäisches Kapitel ihrer Geschichte angebrochen. Der Strom konnte zu einer verbindenden Lebensader in Mitteleuropa werden, an seinen Ufern leben Städte wie Breslau, Frankfurt oder Slubice auf, die sich auf ihr multikulturelles Erbe besinnen. Der Journalist und Buchautor Uwe Rada hat sich auf eine Reise entlang der Oder gemacht und schildert, illustriert mit eindrucksvollen Fotos, die wechselvolle Kulturgeschichte dieses Flusses. Eine Biographie der Oder und ein Buch über die Schicksale der Menschen an beiden Ufern.
Kaum ein anderer Fluss hat in den letzten Jahrzehnten seine Bedeutung für die Deutschen so sehr gewandelt wie die Oder. Galt sie lange als Strom, der die - ungeliebte - Grenze zwischen Polen und Deutschland markierte, rückt sie seit dem Ende des Kalten Kriegs ins Herz des erweiterten Europas und wird von den Menschen beiderseits des Flusses wiederentdeckt. Uwe Rada folgt dem Lebenslauf der Oder und erzählt die Geschichten dieses Stromes, die von Krieg, Trennung und Versöhnung, vor allem aber von der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft handeln.
Die Oder, die in Tschechien entspringt und durch das Stettiner Haff in die Ostsee mündet, hat für uns Deutsche eine ganz besondere historische Bedeutung. Bereits vor tausend Jahren trennte der Fluss Deutschland und Polen, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde die Oder sogar zum Symbol einer Grenze schlechthin. Über die Jahrhunderte hat dieser Fluss Völker eher geteilt als verbunden.
Doch seit dem Fall der Mauer in Deutschland und dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs ist für die Oder nun ein neues, europäisches Kapitel ihrer Geschichte angebrochen. Der Strom konnte zu einer verbindenden Lebensader in Mitteleuropa werden, an seinen Ufern leben Städte wie Breslau, Frankfurt oder Slubice auf, die sich auf ihr multikulturelles Erbe besinnen. Der Journalist und Buchautor Uwe Rada hat sich auf eine Reise entlang der Oder gemacht und schildert, illustriert mit eindrucksvollen Fotos, die wechselvolle Kulturgeschichte dieses Flusses. Eine Biographie der Oder und ein Buch über die Schicksale der Menschen an beiden Ufern.
More details
Language
German
Illustrations
0 s/w Abbildungen
Dimensions
Height: 20 cm
Width: 12 cm
ISBN-13
978-3-88680-931-8 (9783886809318)
Schweitzer Classification
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Person
Uwe Rada, geboren 1963, ist Redakteur der 'taz' und Buchautor. Er lebt in Berlin. Für seine publizistische Arbeit hat er verschiedene Stipendien und Preise erhalten, unter anderem von der Robert-Bosch-Stiftung und dem Goethe-Institut. Er hat mehrere Bücher zur Geschichte Osteuropas veröffentlicht, zuletzt 'Die Memel' (Siedler 2010).
Content
Es gibt Flüsse, die kennt man, bevor man zum ersten Mal an ihre Ufer tritt. Der Rhein zum Beispiel, jener Grenzfluss, der einst die Römer von den Germanen, später dann die rechtsrheinischen Kleinstaaten von den Truppen Napoleons trennte, hat sich früh ins kollektive Gedächtnis der Deutschen geschrieben. Als "Vater Rhein" steht er zunächst für göttliche Erhabenheit und mit Rheinwein begossene Sinnesfreude. Später dann, mit dem beginnenden 19. Jahrhundert, wird er national aufgeladen und als "Wacht am Rhein" zum Symbol für den deutschen Kampf gegen den "Erbfeind Frankreich". Zum weiblichen Pendant des "Vaters Rhein" wird die Loreley, diese - je nach Sichtweise - zauberhafte Elfe oder männermordende Sirene auf dem 112 Meter hohen Felsen bei Sankt Goarshausen. Ihr haben Clemens von Brentano, Heinrich Heine und Friedrich Silcher zu literarischem und musikalischem Ruhm verholfen.
Die Donau verlieh einst einer ganzen Monarchie ihren Namen und trug, wie Claudio Magris in seiner Geistesgeschichte dieses europäischen Flusses gezeigt hat, die vielstimmige Melodie (und die kaiserlichen und königlichen Anordnungen) der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie von Wien und Budapest bis fast ans Schwarze Meer. Anders als der Rhein symbolisiert die Donau weniger eine Grenze zwischen "Zivilisation" und "Barbarei". Vielmehr steht sie bei Magris für das friedliche, wenn auch nicht konfliktfreie Zusammenleben im ehemaligen Vielvölkerreich Österreich-Ungarn.
Die Weichsel wiederum ist jedem Schulkind in Polen als der "polnischste aller polnischen Flüsse" bekannt. Schon im 16. Jahrhundert wurden ihr Hymnen wie diese gewidmet: "Fließe, meine liebe Weichsel, bis zum Seehafen und helfe so gut du kannst dem Königreich Polen." Als man dieses Königreich 1772 erstmals zwischen Preußen, Russland und der Habsburgermonarchie aufteilte, wurde die Weichsel zum Symbol des nationalen Überlebenswillens und hat sogar Einzug gehalten in die polnische Nationalhymne.
Auch die Moldau ist ein nationaler Mythos. Als blaues Band ist sie die Schlagader Böhmens, ein Fluss, der im Böhmerwald entspringt und in seinem Lauf Städte und Erinnerungsorte wie an einer Perlenkette aneinander reiht: Cesky Krumlov (Krummau), Ceské Budëjovice (Budweis), Praha (Prag). Bedrich Smetana hat der Moldau in seiner Symphonie "Mä Vlast" - "Mein Vaterland" - ein musikalisches Denkmal gesetzt, das ebenfalls nicht frei ist von den nationalen Tönen des 19. Jahrhunderts. Zugleich ist der Patriotismus von Smetana auch ein Verweis auf die schwierige Nationalitätenpolitik und die Brüchigkeit im Selbstbild der Donaumonarchie, der Böhmen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs angehört hatte.
In diesen Flussbildern spiegeln sich die vielstimmigen und oft widersprüchlichen Selbstverständnisse jener, denen der Fluss Lebensader ist oder auch nur Sehnsuchtsort. Sie sind Ausdruck kollektiver Erzählungen einzelner Nationen wie an der Weichsel, nationaler und kultureller Grenzerfahrungen wie am Rhein oder vielsprachigen Alltags wie an der Donau, deren geographischer Bezugsraum das einst vergessene und nun "wiederentdeckte Mitteleuropa ist.
Vergleichbares lässt sich von der Oder nicht sagen. Kein Mythos, wie der des "Vaters Rhein" ist ihr zu eigen, kein Komponist vom Range eines Bedrich Smetana hat ihr eine Symphonie gewidmet, keine Untiefe hat es an der an Untiefen beileibe nicht armen Oder zu literarischem Ruhm gebracht wie die unterm Felsen der Loreley. Nicht einmal eine Eisenbahn fährt an ihren Ufern und gibt dem Reisenden wie an Rhein, Elbe und Moldau Gelegenheit, durchs Fenster hindurch von seinem Fluss zu träumen. Selbst der Flussgott der Oder, der "Viadrus", der spärlich bekleidet, dafür mit einem Paddel in der Hand vom barocken Hafentor in Stettin und der Aula Leopoldina in Breslau auf die Touristen herabschaut, ist nur wenigen Eingeweihten bekannt. Wenn der Oder ein Ruf vorauseilte, war es der von Mühe und Schweiß. Das haben auch die wenigen Dichter erkannt, die der Oder einige Zeilen gewidmet haben. In seinem 1912 erschienenen "Märchen von den deutschen Flüssen" verlieh der deutsche Volksdichter Paul Keller denselben Menschengestalt. Während ihm die Elbe dabei zur schönen Gräfin wird, bleibt der Oder nur das Schicksal eines Bauernweibes:
"Die Oder ist ein edles Bauernweib. Mit stillen, sicheren Schritten geht sie durch ihre Lande. Kalk- und Kohlestaub liegen manchmal auf ihrem Kleid, zu ihrem einförmigen Lied klopft der Holzschläger den Takt. Sie hat immer Arbeit, schleppt ihren Kindern Kohle und Holz, Getreide und hundertfachen Lebensbedarf ins Haus. Zu Grünberg nippt sie ein gutes, bescheidenes Haustränklein. Die bei ihr wohnen, sind geborgen und glücklich, und wenn sie ans Meer kommt, breitet sie angesichts der Ewigkeit weit und fromm ihre Arme aus."
Zeichnet Keller die Oder immerhin als durchgehende Flusslandschaft von der Quelle bis zur Mündung, bereist Theodor Fontane in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" das "Oderland" lediglich von Frankfurt bis Schwedt. Günter Eich wiederum konzentriert sich in seinem Gedicht "Oder, mein Fluss" auf den Ort seiner Kindheit: "Glockengeläut aus Frankfurt und die Sagen der Reitweiner Berge, die Fähre in Lebus und das Haus rechts an der Oder, wo ich geboren bin." Gustav Freytags Oder, das ist die enge (und nicht selten antisemitische) Welt der Breslauer Bürger. In den Bildern und
Selbstbildern ihrer Dichter und Denker kommt die Oder zumeist als Ausschnitt, als Fragment vor. Manchmal, wie bei Joseph von Eichendorff, verschwindet sie sogar ganz aus dem Blickfeld. Am 14. November 1809 notierte der in Schloss Lubowitz bei Ratibor geborene Romantiker, der wegen Geldmangels auf einem Oderkahn in Richtung Berlin reisen wollte:
"Es war ein heller Tag und Schiff und Gegend des Morgens mit Reif geschmückt. Wir waren noch nicht weit gefahren, als unser erstes Schiff auf eine Sandbank lief. Wir warfen daher alle in der Mitte des Stromes die Anker aus, aber erst gegen Mittag gelang der vereinten Kraft der Knechte aller Schiffe jenes Schiff wieder flott zu machen, während welch langweiliger Pause ich wieder Tagebuch schrieb."
Bereits einen Tag später folgte das nächste Unglück:
"Gleich beim Umwenden auf die Crossener Brücke zu (.) segelte das Schiff des Herrn Beyers einen am Ufer stehenden beladenen Kahn samt einem darauf sitzenden Weibe in Grund und Boden und stürzte mit der Spitze noch zur Zugabe einen Gartenzaun mit fürchterlichem Geprassel um, welches alles uns nachher solche Grobheit und langwierige Händel zuzog, dass wir, zu unserem größten Ärger, heute hier übernachten mussten. Wir beide latschten daher vor Abend noch im größten Regen und Kot durch alle Gassen Crossens, das größer und besser als Ratibor ist."
Die Donau verlieh einst einer ganzen Monarchie ihren Namen und trug, wie Claudio Magris in seiner Geistesgeschichte dieses europäischen Flusses gezeigt hat, die vielstimmige Melodie (und die kaiserlichen und königlichen Anordnungen) der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie von Wien und Budapest bis fast ans Schwarze Meer. Anders als der Rhein symbolisiert die Donau weniger eine Grenze zwischen "Zivilisation" und "Barbarei". Vielmehr steht sie bei Magris für das friedliche, wenn auch nicht konfliktfreie Zusammenleben im ehemaligen Vielvölkerreich Österreich-Ungarn.
Die Weichsel wiederum ist jedem Schulkind in Polen als der "polnischste aller polnischen Flüsse" bekannt. Schon im 16. Jahrhundert wurden ihr Hymnen wie diese gewidmet: "Fließe, meine liebe Weichsel, bis zum Seehafen und helfe so gut du kannst dem Königreich Polen." Als man dieses Königreich 1772 erstmals zwischen Preußen, Russland und der Habsburgermonarchie aufteilte, wurde die Weichsel zum Symbol des nationalen Überlebenswillens und hat sogar Einzug gehalten in die polnische Nationalhymne.
Auch die Moldau ist ein nationaler Mythos. Als blaues Band ist sie die Schlagader Böhmens, ein Fluss, der im Böhmerwald entspringt und in seinem Lauf Städte und Erinnerungsorte wie an einer Perlenkette aneinander reiht: Cesky Krumlov (Krummau), Ceské Budëjovice (Budweis), Praha (Prag). Bedrich Smetana hat der Moldau in seiner Symphonie "Mä Vlast" - "Mein Vaterland" - ein musikalisches Denkmal gesetzt, das ebenfalls nicht frei ist von den nationalen Tönen des 19. Jahrhunderts. Zugleich ist der Patriotismus von Smetana auch ein Verweis auf die schwierige Nationalitätenpolitik und die Brüchigkeit im Selbstbild der Donaumonarchie, der Böhmen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs angehört hatte.
In diesen Flussbildern spiegeln sich die vielstimmigen und oft widersprüchlichen Selbstverständnisse jener, denen der Fluss Lebensader ist oder auch nur Sehnsuchtsort. Sie sind Ausdruck kollektiver Erzählungen einzelner Nationen wie an der Weichsel, nationaler und kultureller Grenzerfahrungen wie am Rhein oder vielsprachigen Alltags wie an der Donau, deren geographischer Bezugsraum das einst vergessene und nun "wiederentdeckte Mitteleuropa ist.
Vergleichbares lässt sich von der Oder nicht sagen. Kein Mythos, wie der des "Vaters Rhein" ist ihr zu eigen, kein Komponist vom Range eines Bedrich Smetana hat ihr eine Symphonie gewidmet, keine Untiefe hat es an der an Untiefen beileibe nicht armen Oder zu literarischem Ruhm gebracht wie die unterm Felsen der Loreley. Nicht einmal eine Eisenbahn fährt an ihren Ufern und gibt dem Reisenden wie an Rhein, Elbe und Moldau Gelegenheit, durchs Fenster hindurch von seinem Fluss zu träumen. Selbst der Flussgott der Oder, der "Viadrus", der spärlich bekleidet, dafür mit einem Paddel in der Hand vom barocken Hafentor in Stettin und der Aula Leopoldina in Breslau auf die Touristen herabschaut, ist nur wenigen Eingeweihten bekannt. Wenn der Oder ein Ruf vorauseilte, war es der von Mühe und Schweiß. Das haben auch die wenigen Dichter erkannt, die der Oder einige Zeilen gewidmet haben. In seinem 1912 erschienenen "Märchen von den deutschen Flüssen" verlieh der deutsche Volksdichter Paul Keller denselben Menschengestalt. Während ihm die Elbe dabei zur schönen Gräfin wird, bleibt der Oder nur das Schicksal eines Bauernweibes:
"Die Oder ist ein edles Bauernweib. Mit stillen, sicheren Schritten geht sie durch ihre Lande. Kalk- und Kohlestaub liegen manchmal auf ihrem Kleid, zu ihrem einförmigen Lied klopft der Holzschläger den Takt. Sie hat immer Arbeit, schleppt ihren Kindern Kohle und Holz, Getreide und hundertfachen Lebensbedarf ins Haus. Zu Grünberg nippt sie ein gutes, bescheidenes Haustränklein. Die bei ihr wohnen, sind geborgen und glücklich, und wenn sie ans Meer kommt, breitet sie angesichts der Ewigkeit weit und fromm ihre Arme aus."
Zeichnet Keller die Oder immerhin als durchgehende Flusslandschaft von der Quelle bis zur Mündung, bereist Theodor Fontane in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" das "Oderland" lediglich von Frankfurt bis Schwedt. Günter Eich wiederum konzentriert sich in seinem Gedicht "Oder, mein Fluss" auf den Ort seiner Kindheit: "Glockengeläut aus Frankfurt und die Sagen der Reitweiner Berge, die Fähre in Lebus und das Haus rechts an der Oder, wo ich geboren bin." Gustav Freytags Oder, das ist die enge (und nicht selten antisemitische) Welt der Breslauer Bürger. In den Bildern und
Selbstbildern ihrer Dichter und Denker kommt die Oder zumeist als Ausschnitt, als Fragment vor. Manchmal, wie bei Joseph von Eichendorff, verschwindet sie sogar ganz aus dem Blickfeld. Am 14. November 1809 notierte der in Schloss Lubowitz bei Ratibor geborene Romantiker, der wegen Geldmangels auf einem Oderkahn in Richtung Berlin reisen wollte:
"Es war ein heller Tag und Schiff und Gegend des Morgens mit Reif geschmückt. Wir waren noch nicht weit gefahren, als unser erstes Schiff auf eine Sandbank lief. Wir warfen daher alle in der Mitte des Stromes die Anker aus, aber erst gegen Mittag gelang der vereinten Kraft der Knechte aller Schiffe jenes Schiff wieder flott zu machen, während welch langweiliger Pause ich wieder Tagebuch schrieb."
Bereits einen Tag später folgte das nächste Unglück:
"Gleich beim Umwenden auf die Crossener Brücke zu (.) segelte das Schiff des Herrn Beyers einen am Ufer stehenden beladenen Kahn samt einem darauf sitzenden Weibe in Grund und Boden und stürzte mit der Spitze noch zur Zugabe einen Gartenzaun mit fürchterlichem Geprassel um, welches alles uns nachher solche Grobheit und langwierige Händel zuzog, dass wir, zu unserem größten Ärger, heute hier übernachten mussten. Wir beide latschten daher vor Abend noch im größten Regen und Kot durch alle Gassen Crossens, das größer und besser als Ratibor ist."