
Die Streitschule
Trainieren Sie Ihre Kommunikations- und Konfliktfähigkeit. Ein Arbeitsbuch
Junfermann (Publisher)
2nd Edition
Published in 2003
Book
Paperback/Softback
176 pages
978-3-87387-469-5 (ISBN)
Description
Kollegen vergraulen einander, Beziehungen scheitern, Geschäftspartner ziehen vor Gericht, weil sie sich nicht mehr verstehen, weil sie nicht mehr miteinander reden können, weil sich zu viele Tabuthemen angesammelt haben, weil sie sich nicht mehr mögen, weil es nicht mehr schön ist, weil sie hoffen, dass die nächste Beziehung das große Glück bringen wird, weil sie müde geworden sind - und viele mögliche 'weils' mehr! Wir können darüber klagen, oder wir können versuchen zu ergründen, welche Möglichkeiten es gibt, Menschen auf allen Ebenen beziehungsfähiger werden zu lassen.
Kommunikations- und Konfliktfähigkeit als Basis unserer Beziehungen ist nur in den seltensten Fällen ein angeborenes Talent. Die meisten Menschen müssen sich Kompetenz auf diesem Gebiet erst aneignen. Ziel der 'Streitschule' ist es, diese Qualitäten zu entwickeln und zu stärken.
Streiten findet im Allgemeinen nicht als innerer Monolog statt. In der 'Streitschule' treffen ganz unterschiedliche Menschen zusammen, um miteinander und aneinander zu lernen, sich im Konfliktfall zu behaupten, ohne den anderen unnötig zu verletzen.
Dieses Buch beschränkt sich auf kurze theoretische Ausführungen, dafür finden Sie viele Übungen und Rollenspiele. Das Einzige, was Sie zu diesem Trainingskurs mitbringen müssen, ist Ihre Neugier auf sich selbst und auf andere.
Kommunikations- und Konfliktfähigkeit als Basis unserer Beziehungen ist nur in den seltensten Fällen ein angeborenes Talent. Die meisten Menschen müssen sich Kompetenz auf diesem Gebiet erst aneignen. Ziel der 'Streitschule' ist es, diese Qualitäten zu entwickeln und zu stärken.
Streiten findet im Allgemeinen nicht als innerer Monolog statt. In der 'Streitschule' treffen ganz unterschiedliche Menschen zusammen, um miteinander und aneinander zu lernen, sich im Konfliktfall zu behaupten, ohne den anderen unnötig zu verletzen.
Dieses Buch beschränkt sich auf kurze theoretische Ausführungen, dafür finden Sie viele Übungen und Rollenspiele. Das Einzige, was Sie zu diesem Trainingskurs mitbringen müssen, ist Ihre Neugier auf sich selbst und auf andere.
More details
Edition
2., Aufl.
Language
German
Edition type
New edition
Illustrations
zahlr. Abb.
Dimensions
Height: 24 cm
Width: 17 cm
Weight
337 gr
ISBN-13
978-3-87387-469-5 (9783873874695)
Schweitzer Classification
Persons
Simone Pöhlmann, geb. 1941, Gründerin der "Streitschule" in München. Rechtsanwältin, Praxis für Mediation bei Trennung und Scheidung, Erbschafts- und Nachbarschaftskonflikten und innerbetrieblichen Auseinandersetzungen. Mitglied von "KLASSE! Die AG Schulmediation"; Mitglied der BAfM.
Angela Roethe, geb. 1946, Journalistin und Mediatorin in München. Übersetzerin für das Fortbildungsprogramm des San Diego Mediation Center. Vorsitzende von "KLASSE! Die AG Schulmediation".
Angela Roethe, geb. 1946, Journalistin und Mediatorin in München. Übersetzerin für das Fortbildungsprogramm des San Diego Mediation Center. Vorsitzende von "KLASSE! Die AG Schulmediation".
Content
Kommunikation ist kein Lotteriegewinn
Auch Beobachten will gelernt sein!
Der Weg aus dem Begriffsdschungel
"Ja", sagte sie, "aber ..."
Selbstklärung oder: Was ich mir so alles denke ...
Absicht und Wirkung!
Ich-Botschaften
Guck mal, wer da spricht!
Zuhören als Aktiv-Sport
Erst gemeinsam sind wir stark
Wer, wie, wo und wieso?
Verhandlungskünstler
Die Kunst des Feedbacks
Gut behütet, gut bedacht ...!
Auch Beobachten will gelernt sein!
Der Weg aus dem Begriffsdschungel
"Ja", sagte sie, "aber ..."
Selbstklärung oder: Was ich mir so alles denke ...
Absicht und Wirkung!
Ich-Botschaften
Guck mal, wer da spricht!
Zuhören als Aktiv-Sport
Erst gemeinsam sind wir stark
Wer, wie, wo und wieso?
Verhandlungskünstler
Die Kunst des Feedbacks
Gut behütet, gut bedacht ...!
Konflikte, und erst recht Streit, sind den meisten Menschen unangenehm. Der Volksmund weiß das und sagt: "Es geht mir an die Nieren", "dem läuft die Galle über," "das macht mich schlaflos".
Ungelöste Konflikte sind gewaltige Energiefresser und vertilgen ungeniert unsere Lebensfreude. Aus unserer ganz persönlichen Sicht müsste es sowieso keinen Streit geben - die anderen brauchen nur zu tun, was wir wollen!
Dass unser Konfliktgegner dieselbe Situation so ganz anders erfährt, wertet und einordnet, wollen wir nicht wahrhaben. Wir wollen nicht einsehen, dass er in seiner Welt genau so Recht hat wie wir in unserer!
Solange beide Seiten darauf beharren, "Recht" zu haben, besteht der Konflikt. Je nach Temperament können wir uns mit Vehemenz in den Kampf begeben, verschämt alles unter den Teppich kehren, uns unauffällig verdrücken oder uns dem Konflikt tatsächlich stellen.
Jede dieser Verhaltensweisen hat natürlich Konsequenzen. Stellen Sie sich vor, dass Sie für jeden Menschen, mit dem Sie es längerfristig zu tun haben, ein Beziehungskonto führen. Dieses Konto wird im Laufe der Zeit gefüllt mit Vertrauen, Zuversicht, Geborgenheit, Aufmerksamkeit, Verständnis, Unterstützung, Interesse, geteilter Freude und geglückter Kommunikation. Umgekehrt führt jede Beleidigung, Verletzung oder negative Erfahrung zu einer Abbuchung von diesem Konto. Ist die Habenseite gut gepolstert, sind gelegentliche Überziehungen kein Drama. Wenn das Beziehungskonto ständig rote Zahlen aufweist, fragt man sich irgendwann, ob der Preis für den Fortbestand dieser Beziehung nicht zu hoch ist.
Um ordentliche schwarze Zahlen zu schreiben, um die Beziehungen als lebendig, offen und bereichernd zu empfinden, kommen wir meist nicht umhin, uns den Konflikten zu stellen. Darin haben wir nicht viel Übung und noch nicht viele Vorbilder.
Die Korsettstangen, die früher Beziehungen regelten und zusammenhielten, sind auseinander gebrochen; hierarchische Strukturen, die Kirchen und die öffentliche Moral haben ihre Macht über das Miteinander weitgehend verloren. Der Preis für diese neue Freiheit ist, dass wir unsere Beziehungen auf allen Ebenen selbst und von innen heraus gestalten müssen. Dazu brauchen wir Konfliktkompetenz.
Die Fülle der Ratgeberliteratur beweist nicht nur den Bedarf an Handwerkszeug, sondern auch die wachsende Bereitschaft, diese Kompetenz zu erarbeiten. Nur: Gedankliche Einsichten können in Sekundenschnelle entstehen. Die Fähigkeit, sich den Einsichten gemäß zu verhalten, entwickelt sich hingegen langsam und in sehr kleinen Schritten.
Wir brauchen die Möglichkeit, neues Verhalten zu wagen, zu reflektieren, die Wirkung zu erfahren und auf`s Neue zu erproben. Schließlich geht es nicht darum, nur Methoden oder abrufbare Techniken zu trainieren, sondern zu einer Veränderung der inneren Haltung zu finden und Kommunikationsfähigkeiten zu erwerben. Wenn es uns gelingt, unseren Konfliktgegner nicht als "Feind" zu sehen, sondern als Fremden, dessen Welt gleiche Berechtigung und Wichtigkeit hat wie die unsere, wächst die Chance für faire Lösungen.
Eine wichtige Grundlage dieser inneren Haltung von Offenheit und Akzeptanz ist Selbstklärung. Wer nicht weiß oder nicht sagen kann, was er will, braucht oder erwartet, empfindet schnell Ohnmacht und Kontrollverlust - das macht ihn unnötig aggressiv, und sei es auf einer noch so versteckten Ebene. Wer weiß, was er will, braucht und erwartet, und das auch sagen kann, ist weniger unter Druck, offener und handlungsfähiger.
Selbstklärung tut also Not: Das Erforschen und Ordnen der eigenen Gefühle, Überzeugungen, Prägungen und Werte, soweit diese für die Bearbeitung eines Konfliktes relevant sind, ist die Grundlage der Konfliktkompetenz. Dafür muss man bereit sein, sich selbst viele ehrliche Fragen zu stellen und zuweilen auch unbequeme oder irritierende Antworten zu bekommen. Dabei könnte das "strahlende Selbstbild" den einen oder anderen Riss bekommen, aber Sie könnten dadurch auch mehr Heiterkeit und Gelassenheit im Umgang mit sich selbst gewinnen.
Ungelöste Konflikte sind gewaltige Energiefresser und vertilgen ungeniert unsere Lebensfreude. Aus unserer ganz persönlichen Sicht müsste es sowieso keinen Streit geben - die anderen brauchen nur zu tun, was wir wollen!
Dass unser Konfliktgegner dieselbe Situation so ganz anders erfährt, wertet und einordnet, wollen wir nicht wahrhaben. Wir wollen nicht einsehen, dass er in seiner Welt genau so Recht hat wie wir in unserer!
Solange beide Seiten darauf beharren, "Recht" zu haben, besteht der Konflikt. Je nach Temperament können wir uns mit Vehemenz in den Kampf begeben, verschämt alles unter den Teppich kehren, uns unauffällig verdrücken oder uns dem Konflikt tatsächlich stellen.
Jede dieser Verhaltensweisen hat natürlich Konsequenzen. Stellen Sie sich vor, dass Sie für jeden Menschen, mit dem Sie es längerfristig zu tun haben, ein Beziehungskonto führen. Dieses Konto wird im Laufe der Zeit gefüllt mit Vertrauen, Zuversicht, Geborgenheit, Aufmerksamkeit, Verständnis, Unterstützung, Interesse, geteilter Freude und geglückter Kommunikation. Umgekehrt führt jede Beleidigung, Verletzung oder negative Erfahrung zu einer Abbuchung von diesem Konto. Ist die Habenseite gut gepolstert, sind gelegentliche Überziehungen kein Drama. Wenn das Beziehungskonto ständig rote Zahlen aufweist, fragt man sich irgendwann, ob der Preis für den Fortbestand dieser Beziehung nicht zu hoch ist.
Um ordentliche schwarze Zahlen zu schreiben, um die Beziehungen als lebendig, offen und bereichernd zu empfinden, kommen wir meist nicht umhin, uns den Konflikten zu stellen. Darin haben wir nicht viel Übung und noch nicht viele Vorbilder.
Die Korsettstangen, die früher Beziehungen regelten und zusammenhielten, sind auseinander gebrochen; hierarchische Strukturen, die Kirchen und die öffentliche Moral haben ihre Macht über das Miteinander weitgehend verloren. Der Preis für diese neue Freiheit ist, dass wir unsere Beziehungen auf allen Ebenen selbst und von innen heraus gestalten müssen. Dazu brauchen wir Konfliktkompetenz.
Die Fülle der Ratgeberliteratur beweist nicht nur den Bedarf an Handwerkszeug, sondern auch die wachsende Bereitschaft, diese Kompetenz zu erarbeiten. Nur: Gedankliche Einsichten können in Sekundenschnelle entstehen. Die Fähigkeit, sich den Einsichten gemäß zu verhalten, entwickelt sich hingegen langsam und in sehr kleinen Schritten.
Wir brauchen die Möglichkeit, neues Verhalten zu wagen, zu reflektieren, die Wirkung zu erfahren und auf`s Neue zu erproben. Schließlich geht es nicht darum, nur Methoden oder abrufbare Techniken zu trainieren, sondern zu einer Veränderung der inneren Haltung zu finden und Kommunikationsfähigkeiten zu erwerben. Wenn es uns gelingt, unseren Konfliktgegner nicht als "Feind" zu sehen, sondern als Fremden, dessen Welt gleiche Berechtigung und Wichtigkeit hat wie die unsere, wächst die Chance für faire Lösungen.
Eine wichtige Grundlage dieser inneren Haltung von Offenheit und Akzeptanz ist Selbstklärung. Wer nicht weiß oder nicht sagen kann, was er will, braucht oder erwartet, empfindet schnell Ohnmacht und Kontrollverlust - das macht ihn unnötig aggressiv, und sei es auf einer noch so versteckten Ebene. Wer weiß, was er will, braucht und erwartet, und das auch sagen kann, ist weniger unter Druck, offener und handlungsfähiger.
Selbstklärung tut also Not: Das Erforschen und Ordnen der eigenen Gefühle, Überzeugungen, Prägungen und Werte, soweit diese für die Bearbeitung eines Konfliktes relevant sind, ist die Grundlage der Konfliktkompetenz. Dafür muss man bereit sein, sich selbst viele ehrliche Fragen zu stellen und zuweilen auch unbequeme oder irritierende Antworten zu bekommen. Dabei könnte das "strahlende Selbstbild" den einen oder anderen Riss bekommen, aber Sie könnten dadurch auch mehr Heiterkeit und Gelassenheit im Umgang mit sich selbst gewinnen.