
Das reflektierte Bild
Die seriell-ikonografische Fotoanalyse in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften
Verlag Julius Klinkhardt
1st Edition
Published in April 2006
Book
251 pages
978-3-7815-1409-6 (ISBN)
Description
Mit dieser Arbeit wird der Diskurs um das Visuelle in Erziehungsverhältnissen belebt.
Die Entwicklung dessen, was wir immer häufiger mit visueller Kultur bezeichnen, ist wesentlich mit der Durchsetzung visueller Medien verbunden, insbesondere der Fotografie. Sie hat seit ihrer Erfindung in allen gesellschaftlichen Bereichen Funktionen übernommen, und sie ist heute das basale Medium der neuen Bildmedien. Die technischen Bilder sind nicht nur im öffentlichen Raum omnipräsent, sondern ebenso im privaten, und beinahe jeder ist nun selbst Bildproduzent.
Angesichts dieser Entwicklungen wird der theoretische Diskurs in den Erziehungswissenschaften über die Bedeutung des Visuellen für das Aufwachsen und die Bildung ebenso schmerzlich vermisst wie methodische Zugänge zur Erschließung visueller Quellen.
Die hier vorgelegte Arbeit macht es sich vor diesem Hintergrund zur Aufgabe, Fotografie als Medium in ihrer Bedeutung für die erziehungswissenschaftliche Forschung hervorzuheben und damit den Diskurs um das Visuelle in Erziehungsverhältnissen zu beleben und um die fotografische Perspektive zu erweitern. Es werden methodologische Grundlagen für einen quellenkritischen Umgang geschaffen und Standards für die Auswertung von (fotografischen) Bildern entwickelt, die ebenso für sozialwissenschaftliche und historische Untersuchungen gelten. Dabei werden die indexikalischen und ästhetischen Qualitäten der Fotografie unter der Prämisse der sozialen Praxis des Fotografierens und der spezifischen Produktions-, Distributions- und Rezeptionsverhältnisse des (technischen) Massenmediums gewürdigt.
Pilarczyk, Ulrike; Mietzner, Ulrike: Das reflektierte Bild. Die seriell-ikonografische Fotoanalyse in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt Verlag 2005. ISBN 3-7815-1409-9; 261 S; EUR 32,00.
Rezensiert für die Historische Bildungsforschung Online bei H-Soz-u-Kult
von:
Ulrich Hägele, Ludwig-Uhland-Institut, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
E-Mail: <ulrich.haegele@uni-tuebingen.de>
Die Fotografie als Quelle spielte in der deutschsprachigen Erziehungswissenschaft lange Zeit eine nachgeordnete Rolle. Dies rührt vielleicht daher, weil während des Nationalsozialismus Bilder stark propagandistischen Zwecken unterworfen waren. Hier lassen sich durchaus Parallelen zu anderen Disziplinen feststellen, die sich nach 1945 ebenfalls zunächst von der Bilderwelt abwandten oder Fotografien allenfalls zur Illustration verwendeten. Allerdings gab es bereits um 1900 Anstrengungen, die Fotografie verstärkt für die Pädagogik nutzbar zu machen. Alfred Lichtwark etwa etablierte in seinen reformpädagogischen Bemühungen die Fotografie und die Anschauung als gewichtige Instanz für das Lernen und Lesen von Bildern und schuf so die Voraussetzungen für eine Kunst des Sehens in der schulischen und außerschulischen Erziehung.
Ulrike Pilarczyk und Ulrike Mietzner haben nun in ihrem Band "Das reflektierte Bild." ein Grundlagenwerk für die fotovisuelle Arbeit in der Erziehungswissenschaft vorgelegt. Die Autorinnen reflektieren die Bedeutung von Fotografie für die Sozialwissenschaften, widmen sich den methodologischen Grundlagen der Fotografie als Quelle, liefern ein Modell zur seriell-ikonographischen Fotoanalyse und zeigen Anwendungsbeispiele aus ihrer foto-visuellen Praxis. Das Buch ist die gekürzte Fassung einer gemeinsamen Habilitationsschrift (2001) an der Berliner Humboldt-Universität. Sie ging aus dem DFG-Projekt "Umgang mit
Indoktrination: Erziehungsintentionen, -formen und -wirkungen in den deutschen 'Erziehungsstaaten'" hervor. Die Autorinnen schöpften aus einem Fundus von 10.000 Fotografien.
Pilarczyk und Mietzner konzentrieren sich auf Einzelbilder und große fotografische Bestände. Sie gehen von der Prämisse aus, "erstmals quellenkritische Standards für Fotografie systematisch" zu beschreiben, "die grundsätzlich auch für historische und sozialwissenschaftliche Untersuchungen gelten". Mit der Studie solle der "
Die Entwicklung dessen, was wir immer häufiger mit visueller Kultur bezeichnen, ist wesentlich mit der Durchsetzung visueller Medien verbunden, insbesondere der Fotografie. Sie hat seit ihrer Erfindung in allen gesellschaftlichen Bereichen Funktionen übernommen, und sie ist heute das basale Medium der neuen Bildmedien. Die technischen Bilder sind nicht nur im öffentlichen Raum omnipräsent, sondern ebenso im privaten, und beinahe jeder ist nun selbst Bildproduzent.
Angesichts dieser Entwicklungen wird der theoretische Diskurs in den Erziehungswissenschaften über die Bedeutung des Visuellen für das Aufwachsen und die Bildung ebenso schmerzlich vermisst wie methodische Zugänge zur Erschließung visueller Quellen.
Die hier vorgelegte Arbeit macht es sich vor diesem Hintergrund zur Aufgabe, Fotografie als Medium in ihrer Bedeutung für die erziehungswissenschaftliche Forschung hervorzuheben und damit den Diskurs um das Visuelle in Erziehungsverhältnissen zu beleben und um die fotografische Perspektive zu erweitern. Es werden methodologische Grundlagen für einen quellenkritischen Umgang geschaffen und Standards für die Auswertung von (fotografischen) Bildern entwickelt, die ebenso für sozialwissenschaftliche und historische Untersuchungen gelten. Dabei werden die indexikalischen und ästhetischen Qualitäten der Fotografie unter der Prämisse der sozialen Praxis des Fotografierens und der spezifischen Produktions-, Distributions- und Rezeptionsverhältnisse des (technischen) Massenmediums gewürdigt.
Pilarczyk, Ulrike; Mietzner, Ulrike: Das reflektierte Bild. Die seriell-ikonografische Fotoanalyse in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt Verlag 2005. ISBN 3-7815-1409-9; 261 S; EUR 32,00.
Rezensiert für die Historische Bildungsforschung Online bei H-Soz-u-Kult
von:
Ulrich Hägele, Ludwig-Uhland-Institut, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
E-Mail: <ulrich.haegele@uni-tuebingen.de>
Die Fotografie als Quelle spielte in der deutschsprachigen Erziehungswissenschaft lange Zeit eine nachgeordnete Rolle. Dies rührt vielleicht daher, weil während des Nationalsozialismus Bilder stark propagandistischen Zwecken unterworfen waren. Hier lassen sich durchaus Parallelen zu anderen Disziplinen feststellen, die sich nach 1945 ebenfalls zunächst von der Bilderwelt abwandten oder Fotografien allenfalls zur Illustration verwendeten. Allerdings gab es bereits um 1900 Anstrengungen, die Fotografie verstärkt für die Pädagogik nutzbar zu machen. Alfred Lichtwark etwa etablierte in seinen reformpädagogischen Bemühungen die Fotografie und die Anschauung als gewichtige Instanz für das Lernen und Lesen von Bildern und schuf so die Voraussetzungen für eine Kunst des Sehens in der schulischen und außerschulischen Erziehung.
Ulrike Pilarczyk und Ulrike Mietzner haben nun in ihrem Band "Das reflektierte Bild." ein Grundlagenwerk für die fotovisuelle Arbeit in der Erziehungswissenschaft vorgelegt. Die Autorinnen reflektieren die Bedeutung von Fotografie für die Sozialwissenschaften, widmen sich den methodologischen Grundlagen der Fotografie als Quelle, liefern ein Modell zur seriell-ikonographischen Fotoanalyse und zeigen Anwendungsbeispiele aus ihrer foto-visuellen Praxis. Das Buch ist die gekürzte Fassung einer gemeinsamen Habilitationsschrift (2001) an der Berliner Humboldt-Universität. Sie ging aus dem DFG-Projekt "Umgang mit
Indoktrination: Erziehungsintentionen, -formen und -wirkungen in den deutschen 'Erziehungsstaaten'" hervor. Die Autorinnen schöpften aus einem Fundus von 10.000 Fotografien.
Pilarczyk und Mietzner konzentrieren sich auf Einzelbilder und große fotografische Bestände. Sie gehen von der Prämisse aus, "erstmals quellenkritische Standards für Fotografie systematisch" zu beschreiben, "die grundsätzlich auch für historische und sozialwissenschaftliche Untersuchungen gelten". Mit der Studie solle der "
More details
Edition
1., Aufl.
Language
German
Dimensions
Height: 23.5 cm
Width: 16.5 cm
ISBN-13
978-3-7815-1409-6 (9783781514096)
Schweitzer Classification
Persons
Prof. Dr. Ulrike Mietzner, geboren 1955, derzeit Vertretung der Professur für Historische Erziehungswissenschaft an der Humboldt-Univeristät zu Berlin.
PD Dr. Ulrike Pilarczyk, geboren 1956, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Potsdam, Institut für Erziehungswissenschaft.
PD Dr. Ulrike Pilarczyk, geboren 1956, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Potsdam, Institut für Erziehungswissenschaft.