
BilderZeit
Peter Peinzger(Author)
Claudia Rodegast(Editor)
Edition artProjekt (Publisher)
1st Edition
Published on 19. September 2022
Book
Hardback
104 pages
978-3-00-073028-3 (ISBN)
Description
"BilderZeit" von Peter Peinzger gibt einen Einblick in sein künstlerisches Schaffen der Jahre 2017 bis 2020 in Wort und Bild.
More details
Language
English
German
Place of publication
Berlin
Germany
Target group
Professional and scholarly
Kunst- sowie kunstphilosophisch Interessierte
Product notice
sewn/stitched
Illustrations
52
Der Kunstkatalog enthält 52 farbige Abbildungen von Werken des Künstlers Peter Peinzger.
Dimensions
Height: 28.5 cm
Width: 28.5 cm
Weight
1000 gr
ISBN-13
978-3-00-073028-3 (9783000730283)
Schweitzer Classification
Persons
Author
Künstler
Peter Peinzger studierte an der Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein und später an den Universitäten in Bonn, Berlin und Hagen; Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin. Lebt und arbeitet in Boda Glasbruk (Schweden), in Sankt Andreasberg (Oberharz) sowie in Berlin. Ausstellungen im In- und Ausland. Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.
ISNI: 0000 0000 3915 6951
Peter Peinzger studierte an der Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein und später an den Universitäten in Bonn, Berlin und Hagen; Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin. Lebt und arbeitet in Boda Glasbruk (Schweden), in Sankt Andreasberg (Oberharz) sowie in Berlin. Ausstellungen im In- und Ausland. Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.
ISNI: 0000 0000 3915 6951
Editor
Kulturwissenschaftlerin
Geboren in Berlin. Studium der Kunst und Kulturwissenschaften an der Humbold-Universität zu Berlin. Seit 1994 umfangreiche Tätigkeiten im Kunst- und Kulturmanagement im In- und Ausland. 1998 bis 2009 Leitung der Galerie ArtCentrum Boda Glasbruk (Schweden). Seit 2010 Geschäftsführung der Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer Stiftung in Leipzig.
ISNI: 0000 0004 5802 6449
Geboren in Berlin. Studium der Kunst und Kulturwissenschaften an der Humbold-Universität zu Berlin. Seit 1994 umfangreiche Tätigkeiten im Kunst- und Kulturmanagement im In- und Ausland. 1998 bis 2009 Leitung der Galerie ArtCentrum Boda Glasbruk (Schweden). Seit 2010 Geschäftsführung der Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer Stiftung in Leipzig.
ISNI: 0000 0004 5802 6449
Translation
Übersetzer
Selbstständiger Übersetzer, Journalist, Lektor und Korrektor seit 1992
Selbstständiger Übersetzer, Journalist, Lektor und Korrektor seit 1992
Content
Peter Peinzgers Bildschöpfungen faszinieren thematisch und formal, lassen ein Geflecht bewegter Beziehungen aufscheinen und bewegen seine eigene Verfasstheit. Die in Landschaft und Figur aufgelösten Gestalten scheinen einander zu gleichen, präsentieren sie doch ein ewiges, in Träumen und Erinnerungen ersichtliches Thema. Nie aber sind sie aus sich heraus etwas Endgültiges oder Zweifelsfreies. Eher sind sie Übergangszonen zwischen Fern- und Nahsicht, handelt es sich bei ihnen um Partielles, Unvollständiges, Unabschließbares, um etwas sich fortwährend Veränderndes und Verwandelndes, mitunter in seiner Perspektive Unzumutbares, weil in langen Malprozessen nicht zu Erfüllendes. Sie sind Versuchsanordnungen einer Malerei, in der die Selbstverwandlung als existenzielle und schicksalhafte Grenzerfahrung angenommen oder verworfen werden kann.
Darauf künstlerisch zu antworten, setzt voraus, dass die Erfahrungen sowohl in das Bild hinein wie aus ihm heraus täglich neu verarbeitet werden wollen, bis zu dem Punkt, an dem sich der formende Gestaltungswille freisetzt. Damit stellt sich für Peinzger jeden Tag die Frage, als welcher er das Atelier betritt und als welcher er es verlässt. Daraus speist sich seine Überzeugung: Der Malprozess wirkt auf jegliche existenzielle Ausformung, was auch umgekehrt gilt, und er erhofft sich, dass sich die existenzielle Verfasstheit in das Bild hinein zu einer großen Erzählung formen lässt, sodass jegliche künstlerische Verwandlung auch die existenzielle berührt. Für Peinzger ein Problem der Auseinandersetzung mit sich selbst, die auf jede Form der Verwandlung mit Neugierde reagiert und so das Unvorhergesehene im malerischen Prozess gestalterisch relevant werden lässt. Wie jede seiner Bildfindungen aus anderen herauszuwachsen scheinen, so sind doch alle diese Motive, Figuren und Landschaften nichts anderes als die vielfachen und unaufhörlichen Ab- und Verwandlungen ein und derselben existenziellen Gestimmtheit - Metamorphosen des Selbst, die auf diese Weise mit der eigenen Verwandlungsfähigkeit malerisch spielen, stets aber immer tiefe Einsichten in den Akt der Verwandlung gewähren.
Deshalb keine Vorzeichnungen, keine Entwürfe, keine Studien, vielmehr entwirft Peinzger aus den Farben heraus ein offenes Gebilde, aus dem formbare Strukturen sichtbar gemacht werden: Wege, die sich gehen lassen, und Spuren, die verworfen werden. Doch immer sind die Versuche, so zu malen, wie er glaubt zu sein, für ihn die größte Herausforderung, gleichwohl auch der Ort seiner Unzufriedenheit. Seine Bilder erzählen davon, was er über sich im Malprozess erfahren will, eine fortlaufende Suche, die sich in angemessener und stets wandelbarer Weise einem Gesamtbild nähert, ohne es je festschreiben zu können. Peinzger erobert sich nachgerade seine mitunter großformatigen Leinwände, ein tägliches Experimentieren, ein Unterwegssein von Bild zu Bild, mal ein Schritt voraus, mal einen zurück. Dennoch ist diese Bewegung keine vertane Zeit, vielmehr ist sie eine im Prozess des Malens sich findende und im Erfinden angereicherte Zeit - BilderZeit.
Jede Beschäftigung mit den Bildern von Peinzger führt unweigerlich zur Farbe, was für einen Maler keine besondere Erkenntnis darstellt, doch bei ihm schon etwas Besonderes ist. Die Farbkontraste sind zumeist maximal ausgereizt, wo ein Schwarz ist, da ist auch ein Weiß, wo die Farbe schreiend bunt ist, da ist auch der leise subtile Farbton, wo es zart, nuanciert und geschmeidig ist, da ist auch die harte Linie, wo sich große Flächen aneinanderschmiegen, da sind auch Linien, Strukturen, lasierend und pastos, gespachtelt, gerakelt, gerollt, geschüttet oder gewischt, mit groben und feinen Pinseln bearbeitet, gespritzt, verstrichen, mit Lappen und Besen traktierte Flächen, die am Ende doch immer eines feiern, den Malprozess selbst. Eine Malerei, die uns eine Ahnung davon gibt, wie konzeptuell und anregend malerische Verführung und wie verführerisch Selbstverwandlung in diesem Prozess sein kann. Das, was dargestellt werden will, wird in diesem Kontext zur Nebensache, bis dahin, dass sich Peinzger fragt, wer das am Ende eigentlich gemacht hat. Bezeichnend dafür ist die Eigenart, die sich auf nahezu allen seinen Bildern beobachten lässt: die am Gegenständlichen sich orientierenden Motive. Egal ob Menschen oder Dinge, Landschaften oder Porträts, sie werden nur andeutungsweise in einem realen Kontext oder einem auch nur annähernd realistischen Raum dargestellt. Insgesamt entsteht so ein dicht gewebtes Netz aus Farbe, Wirklichkeit, Abbildung und Illusion von Wirklichkeit, das ebenso komplex wie unterhaltsam und anregend das Wesen der Malerei befragt. Eine Malerei, die Gegenständliches mit Abstraktem durchdringt, Farbe als eigenständiges Material wie auch als Mittel zur Illusion begreift.
So gelingt es Peinzger, der Praxis des Malens selbst als ein für ihn nicht vorhersehbaren Ausgang Gestalt zu geben - ein Abbild des Künstlers, das zugleich ein unvollendetes Porträt der Malerei ist. Ein Spiel mit verfügbaren Werkzeugen, das zu Entscheidungen zwingt, nachvollziehbar in subtilen Farbkompositionen, an der Freude am differenzierten Kolorit, verschlüsselt wie offengelegt in der Abgrenzung von konkreter Figur und sphärischem Umfeld.
Claudia Rodegast