Dieser Doppelroman erzählt in dramatischen Szenen und Bildern aus dem Leben der Natascha Kalymowa, die während der russischen Aufstände von 1905 in Moskau und Petersburg zur fanatischen Revolutionärin wird und sich zusammen mit ihren Gesinnungsgenossen dem Terrorismus verschreibt.
Nach einem Bombenanschlag auf das Wohnhaus des Premierministers wird sie zum Tode verurteilt, ihr Urteil jedoch in lebenslange Haft umgewandelt. Ihr gelingt die Flucht, die sie um die halbe Welt führt – über Sibirien, die Mongolei und die Wüste Gobi, die sie als einzige Frau im Gefolge einer Handelskarawane durchquert – und sinnbildlich zu einem Weg der Läuterung wird. Sie geht ins Exil, zunächst nach Paris, dann nach Italien, wo sie Zuflucht in einem Palazzo findet, den ein wohlhabender Genueser Kaufmann russischen politischen Flüchtlingen zur Verfügung gestellt hat. Sie lernt Iwan kennen, mit dem sie zwei Töchter bekommt, doch ihre Träume von der Rückkehr nach Russland erfüllen sich nicht.
Neben den vielen anderen Menschen, mit denen sich ihre Wege kreuzen, begegnet ihr auch immer wieder ein Pope, Vater Jakow, ein Chronist der russischen Geschichte und auf andere Weise ebenfalls ein Zeuge der Zeit.
Product info
Series
Language
Place of publication
Dimensions
Height: 218 mm
Width: 126 mm
Thickness: 38 mm
Weight
ISBN-13
978-3-8477-0382-2 (9783847703822)
Schweitzer Classification
Author
Michail Andrejewitsch Ossorgin oder Iljin, wie er eigentlich hieß, ist bei uns und sogar in Russland eine unbekannte Schriftstellergröße. Er wurde 1878 in Perm geboren, war Mitglied der Partei der Sozialrevolutionäre, nahm am Aufstand von 1905 teil, trat 1913 wegen der Heirat mit Rachil Ginzberg zum Judentum über, wurde 1914 Freimauerer, wirkte nach der Oktoberrevolution gegen die Bolschewisten, wurde 1919 und 1921 verhaftet, kam jeweils nach Interventionen wieder frei und wurde schließlich 1921 mit anderen Intellektuellen des Landes verwiesen. Trotzki kommentierte dies folgendermaßen: "Wir haben diese Leute deshalb ausgewiesen, da wir einerseits keinen Vorwand hatten, sie zu erschießen, sie aber andererseits nicht mehr dulden konnten." Nach einer Zeit in Berlin ließ sich Ossorgin schließlich in Paris nieder, wo er andere Emigranten, wie Boris Sajzew oder Mark Aldanow, traf. In Frankreich entstanden auch seine wichtigsten Werke, wie Siwzew Wraschek (1928), unser AB-Titel Eine Straße in Moskau, und Der Freimaurer (1937). Bald nach Ausbruch des Krieges floh Ossorgin nach Chabris, wo er 1942 starb.
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