
John F. Kerry
Wird Amerika wieder demokratisch?
Christiane Oppermann(Author)
Campus (Publisher)
1st Edition
Published in August 2004
Book
Hardback
236 pages
978-3-593-37581-6 (ISBN)
Description
Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und noch immer keine Stabilität im Irak: Eine schwere Hypothek lastet auf den USA. John F. Kerry ist für viele eine Alternative zu Bush. Er ist ein Kriegsheld, der den Krieg verabscheut, er ist in Europa aufgewachsen, weltoffen und belesen. Aber kann er Ame-rika tatsächlich wieder sozialer gestalten?
Die erfahrene Journalistin Christiane Oppermann schildert den Lebens-weg Kerrys und legt dar, welche Aufgaben ihn erwarten. Gespräche mit langjährigen Weggefährten zeigen, wie Kerry die fundamentalen Fehler der Bush-Administration korrigieren und das Land aus seiner desolaten Lage befreien will. Eine profunde Analyse der politischen Realität Ame-rikas aus amerikanischer und europäischer Sicht.
Die erfahrene Journalistin Christiane Oppermann schildert den Lebens-weg Kerrys und legt dar, welche Aufgaben ihn erwarten. Gespräche mit langjährigen Weggefährten zeigen, wie Kerry die fundamentalen Fehler der Bush-Administration korrigieren und das Land aus seiner desolaten Lage befreien will. Eine profunde Analyse der politischen Realität Ame-rikas aus amerikanischer und europäischer Sicht.
Reviews / Votes
Alles über John Kerry"Wer Kerry im Kontext der aktuellen Politik bewerten möchte, liest am besten Oppermann." (Die Zeit, 22.07.2004)
Den Orden wegwerfen und behalten
"Oppermann präsentiert neben einer Kerry-Biografie eine politische und wirtschaftliche Bilanz der Regierung Bush und markiert damit das Erbe, das ein neuer Präsident anzutreten hätte." (Frankfurter Rundschau, 02.08.2004)
Die diffuse Lichtgestalt Jon Forbes Kerry
"Luzide Beobachtungen des Teams um Kerry." (Süddeutsche Zeitung, 14.09.2004)
More details
Language
German
Edition type
New edition
Illustrations
17 s/w Abb.
Dimensions
Height: 21.5 cm
Width: 14 cm
Weight
439 gr
ISBN-13
978-3-593-37581-6 (9783593375816)
Schweitzer Classification
Person
Christiane Oppermann hat in Bern und am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA Wirtschaftswissenschaften studiert. Sie war Leiterin des Wirtschaftsressorts der Woche und schrieb u. a. für Stern, FAZ, NZZ und das Manager Magazin. Im Zuge ihrer Arbeit sprach sie mit international renommierten Wissenschaftlern und Politikern wie Michael Dukakis und Madeleine Albright. Sie unterhält seit Jahren sehr gute Kontakte zu einflussreichen Demokraten in Massachusetts und Washington D.C.
Content
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Der Präsidentschaftswahlkampf 2004: Wer wird gewinnen?9
Teil I
John F. Kerry - eine ungewöhnliche Biografie
Ein ganzer Kerl ...?!19
Armer Sohn aus gutem Hause21
Das Studium an der Yale Universität40
Soldat wider besseres Wissen49
Antikriegs-Held mit Auszeichnungen58
Der Kampf um einen Sitz im Kongress73
Der neue Senator84
Vom Veteranen zum Kriegsgegner94
Rückkehr nach Vietnam97
Die Wiederwahl zum Senator100
Testlauf zur Kandidatenkür108
Teil II
Amerika heute - eine schwere Hypothek
Amerika, Bush und die Folgen115
Der 11. September und der politische Klimawandel115
Die Metamorphose des Präsidenten117
Patriotismus ist oberste Bürgerpflicht122
Freibrief für Schnüffler und Spione123
Missmanagement im Heimatschutz133
Die Medien, der Krieg und die Lügen136
Die Entzauberung beginnt145
Die gespaltene Nation148
Bushs Finanzpolitik und die Folgen151
Kerrys Chance165
Teil III
Auf dem Weg ins Weiße Haus
Kerrys Wahlkampfteam175
Die Frauen an seiner Seite176
Teresa Heinz Kerry180
Mary Beth Cahill194
Die Berater an seiner Seite207
Die Rückkehr der Clintonisten215
Wahlhelfer in eigener Sache226
Die Bruderschaft der Hundejäger229
Dank und Quellen233
Bildnachweise236
Einleitung
Der Präsidentschaftswahlkampf 2004: Wer wird gewinnen?9
Teil I
John F. Kerry - eine ungewöhnliche Biografie
Ein ganzer Kerl ...?!19
Armer Sohn aus gutem Hause21
Das Studium an der Yale Universität40
Soldat wider besseres Wissen49
Antikriegs-Held mit Auszeichnungen58
Der Kampf um einen Sitz im Kongress73
Der neue Senator84
Vom Veteranen zum Kriegsgegner94
Rückkehr nach Vietnam97
Die Wiederwahl zum Senator100
Testlauf zur Kandidatenkür108
Teil II
Amerika heute - eine schwere Hypothek
Amerika, Bush und die Folgen115
Der 11. September und der politische Klimawandel115
Die Metamorphose des Präsidenten117
Patriotismus ist oberste Bürgerpflicht122
Freibrief für Schnüffler und Spione123
Missmanagement im Heimatschutz133
Die Medien, der Krieg und die Lügen136
Die Entzauberung beginnt145
Die gespaltene Nation148
Bushs Finanzpolitik und die Folgen151
Kerrys Chance165
Teil III
Auf dem Weg ins Weiße Haus
Kerrys Wahlkampfteam175
Die Frauen an seiner Seite176
Teresa Heinz Kerry180
Mary Beth Cahill194
Die Berater an seiner Seite207
Die Rückkehr der Clintonisten215
Wahlhelfer in eigener Sache226
Die Bruderschaft der Hundejäger229
Dank und Quellen233
Bildnachweise236
Es ist ein teures Spektakel, das sich die Amerikaner alle vier Jahre leisten. Mehr als 300 Millionen Dollar gaben die beiden Kandidaten im Wahlkampf des Jahres 2000 aus, größtenteils für Werbespots im Fernsehen und Radio. Hinzu kamen noch die Zuwendungen der beiden Parteien: Das Republican National Committee steuerte noch 351 Millionen Dollar bei, das demokratische Lager 257 Millionen.
Der Kampf ums Weiße Haus im Jahr 2004 wird jetzt schon als der teuerste Wahlkampf der amerikanischen Geschichte bezeichnet. Und die Kandidaten verfügen über sehr viel Geld. Kerry, dessen Ehefrau Teresa die Erbin des Heinz-Ketchup-Imperiums ist, gilt als der reichste Präsidentschaftskandidat seit Kennedy. Bush hat neben seinen eigenen Reichtümern noch die Öl- und Pharmaindustrie hinter sich. Bush beschäftigt allein 300 professionelle Spendensammler, die eine ganze Palette von Gelegenheiten nutzen, um Spendenwillige zur Kasse zu bitten. Das reicht vom edlen Dinner, bei dem die Geladenen für einen Augenblick mit dem Kandidaten sprechen dürfen und dafür bis zu 2 000 Dollar springen lassen (das Filet Mignon und der Salat sind im Preis inbegriffen), bis hin zum
schnöden Internetaufruf, doch den Kandidaten durch die Überweisung von 20 Dollar zu unterstützen.
Seit dem Jahr 2002 gibt es eine Obergrenze von 2 000 Dollar für die Zuwendungen einzelner Personen, darüber hinaus können noch 25 000 Dollar pro Jahr an die Nationalen Komitees der Parteien überreicht werden. Dieses Gesetz wurde erlassen, um den Zufluss von Großspenden zu stoppen, die zuvor von Lobbyistengruppen den Kandidaten überreicht werden durften, in der Hoffnung, nach der Wahl eine entsprechende Gegenleistung einfordern zu können. Die neue Regelung tritt bei diesem Wahlkampf das erste Mal in Kraft. Es ist jedoch vollkommen klar, dass ohne die gängige Spendenpraxis - offen oder verdeckt - in den USA keiner die Wahl gewinnen kann.
Die reichliche Geldbeschaffung ist eine wesentliche Voraussetzung für eine Kandidatur, denn es gibt keine Parteimitglieder in Amerika und somit auch keine Mitgliedsbeiträge, die die Parteikassen füllen könnten. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten muss sich jeder Kandidat seine Gefolgschaft suchen. Die Wähler müssen sich bei den örtlichen Wahlbehörden registrieren lassen, dann werden Vorwahlen veranstaltet.
In den so genannten Primaries 2004 traten sieben demokratische Bewerber an: Neben John Kerry bewarben sich der frühere Gouverneur von Vermont, Howard Dean, der ehemalige NATO-General Wesley Clark, der Senator von North Carolina, John Edwards, der New Yorker Bürgerrechtler und Pfarrer Al Sharpton, der Abgeordnete des Repräsentantenhauses Dennis Kucinich, der Senator Joseph Lieberman, der bereits 2000 als Vizepräsidentenkandidat von Al Gore Wahlkampferfahrung gesammelt hatte, und der Abgeordnete des Bundesstaates Missouri Richard Gebhardt.
Doch schon nach wenigen Wochen war nur noch John Kerry übrig geblieben. Er muss sich auf dem Wahlparteitag der Demokratischen Partei im Juli offiziell nominieren lassen, wo Delegierte aus den örtlichen Wahlkreisen und 802 unabhängige Delegierte, die an keinen Wählerauftrag gebunden sind, über den Kandidaten entscheiden. Da aber Kerry als einziger Bewerber übrig geblieben ist, gilt das Hauptanliegen des Convents, die Nominierung des Kandidaten und des Anwärters auf die Vizepräsidentschaft, als reine Formsache. Denn auch seinen Runningmate hat Kerry vorab bekannt gegeben: Senator John Edwards aus North Carolina, Kerrys schärfster Rivale aus den Vorwahlen, soll im Falle eines Wahlsieges am 2. November mit nach Washington ziehen. Der Anwalt und Politiker war schon lange der Wunschkandidat vieler Demokraten für diesen Posten, weil er mit seinem jugendlichen Charisma besser als Kerry jüngere Wähler ansprechen und vor allem Stimmen im Süden der USA holen könne.
Es geht bei diesem Wahlkampf um viel mehr als um die Ambitionen zweier Männer. Es geht um die Zukunft der größten noch existierenden Supermacht, um ein Land, das sich seit dem 11. September 2001 und seit dem Angriff auf den Irak im März 2003 im Krieg befindet. Wird der Präsident vom amerikanischen Volk wiedergewählt, der seine Truppen in den Irak geschickt hat, angeblich um dort "Frieden und Demokratie" zu etablieren? Der zu Hause die Demokratie aus den Angeln gehoben hat, indem er elementare Bürgerrechte
außer Kraft gesetzt, die öffentliche Meinung manipuliert und die Bevölkerung getäuscht und angelogen hat? Der mit dem Versprechen angetreten ist, die Nation zu einen, doch mit seinen Steuererleichterungen für die Wohlhabenden die Kluft zwischen Arm und Reich
vergrößert hat? Der drei Millionen Jobs in den Sand gesetzt hat? Der für ein Haushaltsdefizit von 521 Milliarden Dollar allein im Jahr 2004 verantwortlich ist, nachdem er Haushaltsüberschüsse von seinem Vorgänger Bill Clinton übernommen hatte?[...]
Der Kampf ums Weiße Haus im Jahr 2004 wird jetzt schon als der teuerste Wahlkampf der amerikanischen Geschichte bezeichnet. Und die Kandidaten verfügen über sehr viel Geld. Kerry, dessen Ehefrau Teresa die Erbin des Heinz-Ketchup-Imperiums ist, gilt als der reichste Präsidentschaftskandidat seit Kennedy. Bush hat neben seinen eigenen Reichtümern noch die Öl- und Pharmaindustrie hinter sich. Bush beschäftigt allein 300 professionelle Spendensammler, die eine ganze Palette von Gelegenheiten nutzen, um Spendenwillige zur Kasse zu bitten. Das reicht vom edlen Dinner, bei dem die Geladenen für einen Augenblick mit dem Kandidaten sprechen dürfen und dafür bis zu 2 000 Dollar springen lassen (das Filet Mignon und der Salat sind im Preis inbegriffen), bis hin zum
schnöden Internetaufruf, doch den Kandidaten durch die Überweisung von 20 Dollar zu unterstützen.
Seit dem Jahr 2002 gibt es eine Obergrenze von 2 000 Dollar für die Zuwendungen einzelner Personen, darüber hinaus können noch 25 000 Dollar pro Jahr an die Nationalen Komitees der Parteien überreicht werden. Dieses Gesetz wurde erlassen, um den Zufluss von Großspenden zu stoppen, die zuvor von Lobbyistengruppen den Kandidaten überreicht werden durften, in der Hoffnung, nach der Wahl eine entsprechende Gegenleistung einfordern zu können. Die neue Regelung tritt bei diesem Wahlkampf das erste Mal in Kraft. Es ist jedoch vollkommen klar, dass ohne die gängige Spendenpraxis - offen oder verdeckt - in den USA keiner die Wahl gewinnen kann.
Die reichliche Geldbeschaffung ist eine wesentliche Voraussetzung für eine Kandidatur, denn es gibt keine Parteimitglieder in Amerika und somit auch keine Mitgliedsbeiträge, die die Parteikassen füllen könnten. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten muss sich jeder Kandidat seine Gefolgschaft suchen. Die Wähler müssen sich bei den örtlichen Wahlbehörden registrieren lassen, dann werden Vorwahlen veranstaltet.
In den so genannten Primaries 2004 traten sieben demokratische Bewerber an: Neben John Kerry bewarben sich der frühere Gouverneur von Vermont, Howard Dean, der ehemalige NATO-General Wesley Clark, der Senator von North Carolina, John Edwards, der New Yorker Bürgerrechtler und Pfarrer Al Sharpton, der Abgeordnete des Repräsentantenhauses Dennis Kucinich, der Senator Joseph Lieberman, der bereits 2000 als Vizepräsidentenkandidat von Al Gore Wahlkampferfahrung gesammelt hatte, und der Abgeordnete des Bundesstaates Missouri Richard Gebhardt.
Doch schon nach wenigen Wochen war nur noch John Kerry übrig geblieben. Er muss sich auf dem Wahlparteitag der Demokratischen Partei im Juli offiziell nominieren lassen, wo Delegierte aus den örtlichen Wahlkreisen und 802 unabhängige Delegierte, die an keinen Wählerauftrag gebunden sind, über den Kandidaten entscheiden. Da aber Kerry als einziger Bewerber übrig geblieben ist, gilt das Hauptanliegen des Convents, die Nominierung des Kandidaten und des Anwärters auf die Vizepräsidentschaft, als reine Formsache. Denn auch seinen Runningmate hat Kerry vorab bekannt gegeben: Senator John Edwards aus North Carolina, Kerrys schärfster Rivale aus den Vorwahlen, soll im Falle eines Wahlsieges am 2. November mit nach Washington ziehen. Der Anwalt und Politiker war schon lange der Wunschkandidat vieler Demokraten für diesen Posten, weil er mit seinem jugendlichen Charisma besser als Kerry jüngere Wähler ansprechen und vor allem Stimmen im Süden der USA holen könne.
Es geht bei diesem Wahlkampf um viel mehr als um die Ambitionen zweier Männer. Es geht um die Zukunft der größten noch existierenden Supermacht, um ein Land, das sich seit dem 11. September 2001 und seit dem Angriff auf den Irak im März 2003 im Krieg befindet. Wird der Präsident vom amerikanischen Volk wiedergewählt, der seine Truppen in den Irak geschickt hat, angeblich um dort "Frieden und Demokratie" zu etablieren? Der zu Hause die Demokratie aus den Angeln gehoben hat, indem er elementare Bürgerrechte
außer Kraft gesetzt, die öffentliche Meinung manipuliert und die Bevölkerung getäuscht und angelogen hat? Der mit dem Versprechen angetreten ist, die Nation zu einen, doch mit seinen Steuererleichterungen für die Wohlhabenden die Kluft zwischen Arm und Reich
vergrößert hat? Der drei Millionen Jobs in den Sand gesetzt hat? Der für ein Haushaltsdefizit von 521 Milliarden Dollar allein im Jahr 2004 verantwortlich ist, nachdem er Haushaltsüberschüsse von seinem Vorgänger Bill Clinton übernommen hatte?[...]