
Eine gotteslästerliche Floßfahrt
Leichtsinnige Variationen über tiefsinnige Fragen
Helge Nyncke(Author)
IMPRINT (Publisher)
1st Edition
Published on 6. July 2009
Book
242 pages
978-3-936536-42-3 (ISBN)
Description
Nach seinen pointierten Bildern zum religionskritischen "Ferkelbuch" für Kinder liefert der engagierte Illustrator und Autor Helge Nyncke nun ein brilliant geschriebenes satirisch philosophisches Sachbuch für Erwachsene. Seine Grundthese: jede Religion ist reine Fiktion, eine in der realen Außenwelt nicht existente Kategorie, die aus der Innenwelt menschlicher Gehirne nach außen projeziert wird. Die historischen, hirnphysiologischen und psychologischen Ursachen dieses Wahrnehmungsfilter-Effekts sind klar zu benennen. Die Folgen waren und sind katastrophal und behindern trotz Jahrhunderte langer Entwicklung von Aufklärung und Wissenschaft nach wie vor deren humanitäre Umsetzung auf allen gesellschaftlichen Ebenen. In unserer modernen Gegenwart leisten wir uns immer noch ein geistiges Korsett aus den längst vergangenen Zeiten der Neandertaler-Horden. Die daraus resultierende Bewusstseinsspaltung führt zu unlösbaren Konflikten für die Gesellschaft und für jeden Einzelnen zu Blockaden, Frustration und gestörten Verhaltensmustern. Der einzig vernünftige Lösungsweg besteht in der konsequenten Abschaffung aller Religionen zumindest im öffentlichen gesellschaftlichen Raum. Notwendig ist eine gründliche Befreiung der schöpferischen Kräfte des Menschen zum Wohle aller. Ein vehementes Plädoyer für Aufklärung und Lebensliebeslust, garniert mit spitzen Satiren und frechen Illustrationen.
More details
Language
German
Illustrations
Illustrationen & Karikaturen
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 14 cm
ISBN-13
978-3-936536-42-3 (9783936536423)
Schweitzer Classification
Person
Der Illustrator und Autor Helge Nyncke, Jahrgang 1956, studierter Diplom-Designer, schärfte sein religionskritisches Profil vor allem durch pointierte Illustrationen zum viel diskutierten "Ferkelbuch" und anderen aufklärerischen Kinderbuchtiteln, war Finalist beim Essaypreis 2006 von Büchergilde Gutenberg und TAZ zum Themenkomplex Religion und Gesellschaft und arbeitet außerdem seit über 25 Jahren als vielfacher Ideenschöpfer, Künstler, Illustrator, Fernsehmacher, Kinderkrankenhausgestalter und Autor für Kindermedien und Erwachsenenohren mit Schwerpunkt Satire und kritisch philosophischer Prosa. Liest, spielt, präsentiert und diskutiert auch gerne öffentlich.
Content
Entgegen den unendlichen Wandlungs- und Erkenntnismöglichkeiten unseres Bewusstseins, das uns im Laufe der Menschheitsgeschichte vor allem gelehrt hat, dass es im Leben keine unumstößlichen Erkenntnisse und Wahrheiten gibt, besteht jede Religion im Kern vor allem darauf, genau das Gegenteil dieser Einsicht für ihre Glaubensgrundsätze in Anspruch zu nehmen. Wird dieses Dogma über längere Zeit von einer relativen Bevölkerungsmehrheit vertreten bzw. von ihren Repräsentanten unterstützt, etabliert sich in den Köpfen über kurz oder lang eine Art schizophrene Bewusstseinsspaltung, in der die natürliche Balance im Austausch und Abgleich von alten und neuen Erfahrungen nicht mehr funktioniert. Es führt zur Einnistung einer paradoxen Denkstruktur, die sich einerseits tagtäglich erfolgreich darin übt, ihr Weltbild mittels Fragen und Antworten, durch Aufmerksamkeit, Neugier und stetigen Lerneifer und vor allem aus immer neuen Erfahrungen aufzubauen, und die andererseits durch Dogmen und Tabus dazu gezwungen wird, bei bestimmten Themen die eigenen Erfahrungen, Fragen und Zweifel, ja ihren gesamten gesunden Menschenverstand dann plötzlich für irrelevant zu halten. Und so etwas geht auf Dauer nicht gut. Dieses künstlich erzeugte Verstandesvakuum mag für Despoten und so genannte "heilige" Männer und für alle Arten von totalitären Systemen und auf Verdummung ausgerichteten Strukturen hochwillkommen sein, erleichtert es ihnen doch ungemein ihr eigennütziges Streben nach Unterdrückung, Ausplünderung, Einschüchterung oder gesellschaftlicher Verblödung. Es ist aber für jede Gesellschaft schlicht eine Katastrophe sowie für jeden Einzelnen und jede Einzelne ein psychologisches Drama.
Ohne diese institutionalisierten Denkblockaden wäre keine Diktatur, kein Gottesstaat, kein Terror, keine Rassenideologie, keine Ausbeutung von Mensch und Natur, keine zwischenmenschliche Gewalt, keine rigide Sexualmoral und auch keine einseitig verdummende Medienpolitik und Unterhaltungsindustrie auf Dauer möglich. Sie alle und noch viele andere Kollateralschäden unserer christlich und auch der anderen religiös geprägten Gesellschaften verdanken ihre zerstörerische Wirkung maßgeblich eben jenen Denkstrukturen, mit deren Hilfe die Religionen und ihre gesellschaftlichen Trittbrettfahrer die Menschheit seit Jahrtausenden durch Dogmen und Tabus geistig und psychisch vergiften.
Doch religiöses Denken und Handeln fällt ja nicht vom Himmel: Es ist ein urzeitliches Relikt der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen, eine Art fortdauerndes Kindheitstrauma des aufgeklärten modernen Homo sapiens. Und ohne gründliche Verarbeitung führt es wie jede andere Blockade zu tiefer Persönlichkeitsspaltung, Frustration und gestörten Verhaltensmustern.
Von der ganz persönlichen Glaubensfrage bis zum weltumspannenden Religionsterror der vergangenen Jahrtausende bis zur Gegenwart lässt sich diese Erkenntnis wie ein roter Faden durch die verwirrende Vielfältigkeit religiöser Konflikte verfolgen. Man muss ihn nur noch aufnehmen und zusammenrollen, um die ganze Erhabenheit des religiösen Weltzirkus in sich zusammensinken zu sehen.
Ohne diese institutionalisierten Denkblockaden wäre keine Diktatur, kein Gottesstaat, kein Terror, keine Rassenideologie, keine Ausbeutung von Mensch und Natur, keine zwischenmenschliche Gewalt, keine rigide Sexualmoral und auch keine einseitig verdummende Medienpolitik und Unterhaltungsindustrie auf Dauer möglich. Sie alle und noch viele andere Kollateralschäden unserer christlich und auch der anderen religiös geprägten Gesellschaften verdanken ihre zerstörerische Wirkung maßgeblich eben jenen Denkstrukturen, mit deren Hilfe die Religionen und ihre gesellschaftlichen Trittbrettfahrer die Menschheit seit Jahrtausenden durch Dogmen und Tabus geistig und psychisch vergiften.
Doch religiöses Denken und Handeln fällt ja nicht vom Himmel: Es ist ein urzeitliches Relikt der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen, eine Art fortdauerndes Kindheitstrauma des aufgeklärten modernen Homo sapiens. Und ohne gründliche Verarbeitung führt es wie jede andere Blockade zu tiefer Persönlichkeitsspaltung, Frustration und gestörten Verhaltensmustern.
Von der ganz persönlichen Glaubensfrage bis zum weltumspannenden Religionsterror der vergangenen Jahrtausende bis zur Gegenwart lässt sich diese Erkenntnis wie ein roter Faden durch die verwirrende Vielfältigkeit religiöser Konflikte verfolgen. Man muss ihn nur noch aufnehmen und zusammenrollen, um die ganze Erhabenheit des religiösen Weltzirkus in sich zusammensinken zu sehen.