Neueste Darwin Awards
Die skurrilsten Arten, zu Tode zu kommen
Wendy Northcutt(Author)
Goldmann (Publisher)
Published on 1. April 2005
Book
Paperback/Softback
224 pages
978-3-442-45881-3 (ISBN)
Description
Klapperschlangen küsst man nicht! Wer meint, diese Warnung sei unnötig, dem sei die Lektüre des dritten Bandes der "Darwin Awards" nachdrücklich ans Herz gelegt. Denn hier präsentiert die internationale Bestsellerautorin Wendy Northcutt neue Preisträger, deren unvorstellbare und zumeist tödliche Dummheit tatsächlich eine Auszeichnung verdient hat. Oder, um mit Bertrand Russell zu sprechen: "Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es!"
More details
Language
German
Illustrations
6
6 s/w Abbildungen
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 11.5 cm
ISBN-13
978-3-442-45881-3 (9783442458813)
Schweitzer Classification
Persons
Content
'Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit - aber beim Universum bin ich mir nicht so sicher', soll Albert Einstein einmal gesagt haben. Und nach Lektüre des neuesten Bandes der Darwin Awards kann man ihm nur aus vollem Herzen zustimmen. Wendy Northcutt stellt nun bereits zum dritten Mal Darwin-Award-Gewinner und -Anwärter vor, also Menschen, die zum dauerhaften Überleben unserer Spezies beitragen, indem sie sich selbst aus dem Verkehr und damit aus dem Genpool ziehen - und das auf selten idiotische Art. Denn es zeigt sich wieder einmal, dass der Mensch einerseits mit einem einzigartigen Hirn gesegnet ist, es andererseits aber wie keine zweite Spezies beherrscht, sein Denken gegen sich selbst zu richten. Ausgezeichnet wird auch, wer seine eigene Dummheit auf wundersame Weise überlebt, aber sicher gestellt hat, keine Nachkommen mehr in die Welt zu setzen. Die Preisverleihung durch die Jury findet einmal im Jahr statt und kann unter www.DarwinAwards.com im Internet verfolgt werden.
Inhalt:
Einleitung
Einen Darwin Award erhält nicht jeder x-Beliebige, nein, nur wenige Auserwählte verdienen es, mit dieser fragwürdigen Auszeichnung bedacht zu werden. Hier machen wir Sie noch einmal mit den Auswahlkriterien, Kategorien und evolutionären Begriffen vertraut, die den Darwin Awards zugrunde liegen.
Definition der Darwin Awards
Die Auswahlkriterien
Die Kategorien
'Survival of the Fittest' - Überleben der am besten Angepassten
1
Im Namen des Gesetzes: Hier wird's kriminell!
In diesem Kapitel wetteifern Gesetzesbrecher und Gesetzeshüter miteinander, wer von ihnen im Kampf zwischen Gut und Böse den überzeugendsten Verlierer abgibt. Auf beiden Seiten - ob Hochstapler oder Streifenpolizist, Richter oder Betrüger - gibt es stoffelige Stümper, angesichts deren lässiger Missachtung der 'ehernen Naturgesetze' der Physik es einem die Sprache verschlägt.
Zur Diskussion: Die Auswahl der Preisträger
Darwin Award: Treffender Beweis
Darwin Award: Zielen ist Glücksache
Darwin Award: Versicherungsbetrug per Kettensäge
Darwin Award: Wer andern eine Grube gräbt.
Darwin Award: Geweih ahoi!
Darwin Award: Stecken geblieben
Darwin Award: Mitreißender Wurf
Darwin Award: Tödliche Fallen
Darwin Award: Gewehrkauf ohne Gewähr
Darwin Award: Jet-Ski-Ausflug
Darwin Award: Riskante Demonstration
Darwin Award: Kein Baum der Erkenntnis
Darwin Award: Das Duell vor der Flamingo-Bar
Darwin Award: Müde Munition
Lob & Anerkennung: Der kurze Arm des Gesetzes
Lob & Anerkennung: Feinripp spezial
Lob & Anerkennung: Wenn der Polizeichef zweimal feuert
Lob & Anerkennung: Visitenkarte am Tatort
Lob & Anerkennung: Drogensicheres Alibi
Bericht aus erster Hand: Klau am Bau
2
Männer: Omega-Typen
In diesem Kapitel geht es um den Idioten im Manne. Der erscheint auf der Bildfläche, sobald Männer ihren Testosteron-Spiegel testen - indem sie Haie streicheln, Schlangen küssen oder Bierdosen hinterherrennen. Erst wenn es zu spät ist, dämmert es solchen Möchtegern-Alpha-Männchen, dass sie in Wirklichkeit nur Omega-Typen sind.
Zur Diskussion: Grün leuchtende Rhesusaffen
Darwin Award: Von nun an ging's bergab
Darwin Award: Gentleman-Kracher
Darwin Award: Böse Zungen
Darwin Award: Ich bin Nichtschwimmer!
Darwin Award: Rauchende Flinte
Darwin Award: Aus-Rutscher
Darwin Award: Kaktusjagd
Darwin Award: Kein Kinderspiel
Darwin Award: Anhalter
Darwin Award: Fatale Fontäne
Darwin Award: Meister Petz rächt sich
Lob & Anerkennung: Bierjäger
Lob & Anerkennung: Streichelzoo für Haie
Lob & Anerkennung: Engagierte Jungfilmer
Lob & Anerkennung: Doppelter Schmerz - keine Erkenntnis?
Bericht aus erster Hand: Die Sache hatte einen Haken.
Bericht aus erster Hand: Wiederholungstäter
Bericht aus erster Hand: Folgenreiches Schwanzwedeln
Bericht aus erster Hand: Tanga-Cocktail
Bericht aus erster Hand: Sturer Bock
Bericht aus erster Hand: Onkel Ricks Ende
3
Explosionen: Schnelle, schaurige Schockerlebnisse
Das Zerstörungspotenzial von Feuer und Sprengstoff übte schon immer eine starke Anziehungskraft auf die Waghalsigeren unter uns aus. Aber die Faszination durch alles, was sich anzünden lässt, kann uns in echte Schwierigkeiten bringen. Das beweisen die folgenden brandheißen Geschichten über Granaten, Dynamit, Bomben, Benzin und flambierte Desserts.
Zur Diskussion: Beleidigende E-Mails - 'Flames'
Darwin Award: Wie weggeblasen
Darwin Award: Eigentor
Darwin Award: Raketen-Tester
Darwin Award: Halbierte Handgranate
Darwin Award: Fichte tötet Baumstutzer
Lob & Anerkennung: Schmuck im Military-Look
Lob & Anerkennung: Vom Staub- zum Benzinsauger
Lob & Anerkennung: Phänomenaler Reinfall
Lob & Anerkennung: Voll getankt!
Lob & Anerkennung: Appetit kontra Angst
Lob & Anerkennung: Crêpes Suzette
Bericht aus erster Hand: Berühmte letzte Worte
Bericht aus erster Hand: Resteverwertung
Bericht aus erster Hand: Feuer und Flamme für Fahrrad-Stunts
Bericht aus erster Hand: Foto einer Baumsprengung
Bericht aus erster Hand: Chemieunterricht
Bericht aus erster Hand: Zündendes Weihnachtsgeschenk
Bericht aus erster Hand: Feuerteufel
Bericht aus erster Hand: Feuriges Rezept
Bericht aus erster Hand: Normal und Extrakross
Bericht aus erster Hand: Die Lösung heißt.
Bericht aus erster Hand: Flambierter Koch
Bericht aus erster Hand: Haste mal'n Streichholz?
Bericht aus erster Hand: Rühreier
Bericht aus erster Hand: Flohbekämpfung
Bericht aus erster Hand: Theorie und Praxis
4
Frauen: Pechmarie & Co.
Als wir klein waren, warnten uns unsere Mütter: Lauf nicht mit der Schere in der Hand! Aber sie warnten uns nicht davor, unrasiert an einem Schönheitswettbewerb in nassen T-Shirts teilzunehmen, Flusspferde und Löwenjunge zu streicheln, und vor all den anderen Sachen, mit denen sich die folgenden Pechmarien beschäftigt haben - wenn auch nicht sehr lange.
Zur Diskussion: Wild gewordene Killer-Meme
Darwin Award: Problemzonen-Vergrößerung
Darwin Award: Durst am Steuer
Darwin Award: Die Rache der Ameisen
Darwin Award: Geben und Nehmen
Lob & Anerkennung: Suppe mit Schuss
Lob & Anerkennung: Flusspferd als Spielverderber
Lob & Anerkennung: Leerer Tank
Bericht aus erster Hand: 'Bäppel'
Bericht aus erster Hand: Entlausung
Bericht aus erster Hand: Missgriff
Bericht aus erster Hand: Heimwerkerpech
Bericht aus erster Hand: Lunch mit der Löwin
5
Technik: Deus ex Machina
Deus ex Machina (lat. 'der Gott aus der Maschine') ist ein Begriff aus dem antiken Theater und bezeichnet einen dichterischen Kunstgriff, den Autoren anwenden, wenn sie vor einem unlösbaren Handlungsdilemma stehen. Sie führen dann irgendeinen 'reitenden Boten' oder sonstigen Nothelfer ein, durch dessen Erscheinen sich sämtliche Probleme in Wohlgefallen auflösen. Die Helden dieses Kapitels schaffen es, sich in verhängnisvolle Situationen mit ihrem Maschinenpark zu bringen, aus denen nur die Götter sie noch retten können - oder auch nicht.
Zur Diskussion: Argumente aus der Frühzeit des Lebens
Darwin Award: Was ist das für ein Geräusch?
Darwin Award: Versautes Festmahl
Darwin Award: Schwer von Kapee
Darwin Award: Kein Herdenmensch
Darwin Award: Störrischer Cola-Automat
Darwin Award: Wo ist der Fallschirm?
Darwin Award: Jetstrahl gegen Taxi
Darwin Award: Montage-Pech
Darwin Award: Unaufhaltsame Schwerkraft
Darwin Award: Spannungsgeladener Ansitz
Darwin Award: Ordnung muss sein
Darwin Award: Erst denken, dann springen
Darwin Award: Der Wurm krümmt sich
Darwin Award: 1: 0 für die Bienen
Darwin Award: Lok trennt Seil
Darwin Award: Fehlschnitt
Darwin Award: Von allen guten Geistern verlassen
Darwin Award: Per Fahrstuhl gen Himmel
Darwin Award: Leitung schlägt zurück
Darwin Award: Rumänische Züge
Darwin Award: Über den Wolken.
Lob & Anerkennung: Einarmiger Bandit
Lob & Anerkennung: Falsch verbunden
Lob & Anerkennung: Giftquallen-Alarm
Lob & Anerkennung: Hüttenzauber
Lob & Anerkennung: Ballermann
Lob & Anerkennung: Total vernagelt
Bericht aus erster Hand: Seemannsgarn
Bericht aus erster Hand: Laser-Leichtsinn
Bericht aus erster Hand: Fahrrad-Blues
Bericht aus erster Hand: Bockiges Bike
Bericht aus erster Hand: Anschaulicher Unterricht
6
Disqualifizierte Geschichten: Verwelkte Ruhmesblätter
Durchaus nicht alle Einsendungen bekommen automatisch einen Darwin Award, und von den preisgekrönten werden einige nachträglich disqualifiziert, wenn neue Tatsachen ans Licht kommen oder 'mildernde Umstände' von Lesern aufgezeigt werden. In diesem Kapitel finden sich Berichte, die nominiert und dann doch wieder aus dem Rennen genommen wurden, weil sie gegen ein oder mehrere Kriterien der Darwin Awards verstoßen.
Kein Darwin Award: Menschliches Katapult
Kein Darwin Award: Bumerang-Effekt
Kein Darwin Award: Scharfschütze wider Willen
Kein Darwin Award: Beim nächsten Mal lieber per Taxi
Kein Darwin Award: Der Tod hängt am Billardstock
Kein Darwin Award: Mitternachts-Snack
Kein Darwin Award: Prioritäten beim Bergsteigen
Kein Darwin Award: Tot durch Kot
Kein Darwin Award: Holperschwelle
Weder Lob noch Anerkennung: Unzuverlässiges Gas
Weder Lob noch Anerkennung: Puter wie bei Mutter
Weder Lob noch Anerkennung: Pilzsammler-Geschichte
Anhang
1. Biografie der Website
2. Biografie der Autorin
Einleitung
Einen Darwin Award erhält nicht jeder x-Beliebige, nein, nur wenige Auserwählte verdienen es, mit dieser fragwürdigen Auszeichnung bedacht zu werden. Hier machen wir Sie noch einmal mit den Auswahlkriterien, Kategorien und evolutionären Begriffen vertraut, die den Darwin Awards zugrunde liegen.
Definition der Darwin Awards
Darwin Awards werden Menschen verliehen, die unseren Genpool dadurch verbessern, dass sie sich selbst daraus eliminieren - und zwar auf selten dämliche Weise! Sie bringen sich in Situationen, um die jeder, der nur ein Fünkchen gesunden Menschenverstand besitzt, einen großen Bogen machen würde, und nehmen dann, wie vorherzusehen, Abschied von diesem Leben. Auf diese Weise wird also ein Satz mangelhafter Vernunft-Gene aus dem Verkehr gezogen und somit das Überleben der Menschheit auf lange Sicht sicherer gemacht - es gehört ja nun ein Idiot weniger dazu. Jedes Mal, wenn sich ein Gewinner (in seltenen Fällen auch eine Gewinnerin) des Darwin-Preises durch eigenes Zutun von der Weltbevölkerung verabschiedet, können wir einen Seufzer der Erleichterung ausstoßen, denn unsere Nachkommen brauchen sich nun nicht mehr mit den Abkömmlingen dieses Blödmanns, dem die Fähigkeit abgeht, seine eigenen, erschreckend dummen Einfälle zu überleben, herumzuschlagen - oder sich womöglich mit ihnen fortzupflanzen. Ein Darwin Award kann logischerweise nur postum verliehen werden. Die einzige Ausnahme bilden die seltenen Fälle, in denen ein für den Preis Nominierter nur seiner Fortpflanzungsfähigkeit, nicht aber seinem Leben ein Ende setzt. Bei den Begebenheiten handelt es sich nicht einfach um tragische Unfälle, sondern um Fehlleistungen solchen Kalibers, dass der neutrale Beobachter nur noch mitleidig den Kopf schütteln kann angesichts der ausgleichenden Gerechtigkeit, die einem solchen Unglücksraben verdientermaßen vom Schicksal zuteil wird. So erweisen die Darwin Awards ein ehrendes Gedenken zum Beispiel dem nicht völlig überraschenden Ableben eines Holzdiebs, der von einem über ihm hängenden Ast erschlagen wurde, den er selbst zielstrebig durchgesägt hatte. Oder den beiden Männern, die wetteiferten, wer von ihnen der Tapferste sei, indem sie angezündete Feuerwerkskörper zwischen den Zähnen hielten. Oder dem Richter, der bei einer als Beweismittel vorgelegten, voll funktionsfähigen Handgranate den Zünder zog, sowie all den anderen hirnlosen Katastrophen, die von Leuten ausgelöst wurden, die uns schon öfter durch ihre Planlosigkeit verblüfft haben. Hätten Sie Lust, sich als Genie zu fühlen? Dann holen Sie das nächste Mal, wenn Sie sich selbst als Dussel, Depp oder Dumpfbacke beschimpfen möchten, einen Band der Darwin Awards aus dem Regal. Sie brauchen nur ein paar dieser Geschichten aus dem wahren Leben zu lesen, ob mit oder ohne tödlichen Ausgang, und umgehend wird Ihnen klar, welch brillanter Kopf Sie im Vergleich zu den hier vorgestellten Trotteln sind. Es könnte aber durchaus sein, dass Sie als Folge der Lektüre manch guten Vorsatz fassen, wie zum Beispiel: 'Ich will keine scharfen Metallgegenstände mit elektrischen Leitungen zusammenbringen', 'Ich will keinen Staubsauger benutzen, um ausgelaufenes Benzin zu beseitigen', 'Ich will nie einen Chinaböller in den Mund nehmen' oder 'Auf der Straße zu schlafen, kommt für mich nicht in Frage!' Eine ganz besondere Gefahr stellt die neueste Technik dar, denn sie bietet Herausforderungen, die so manchen Zeitgenossen vor nicht zu bewältigende Probleme stellt. So ist zum Beispiel ein zu Brei zerquetschter Handy-Benutzer typisch für den so leicht ablenkbaren Zweibeiner, der sich der Tücken seiner Umwelt nicht bewusst ist und sich auf dem direkten Weg in den Abgrund befindet. Handys sind heute weltweit verbreitet, doch der Mensch ist immer noch denkbar schlecht gerüstet, um damit sicher umzugehen. Obwohl wir seit langem fernmündlich kommunizieren, haben wir noch immer nicht die Fähigkeit ausgebildet, mehr als eine Sache zugleich zu tun (Multitasking heißt das heute), also während des Autofahrens per Handy zu telefonieren, ohne dass etwas passiert. Kaum hält sich der Durchschnittsfahrer eines dieser gefahrenträchtigen Instrumente ans Ohr, ist das Unglück nicht mehr fern. Die Folge: Verkehrsunfälle, bei denen ein Handy eine Rolle spielt, sind dermaßen häufig, dass sie für einen Darwin Award nicht mehr zur Debatte stehen - außer es kommt noch eine weitere Dummheit hinzu. 'Was ist das für ein Geräusch?' auf Seite 163 und 'Einarmiger Bandit' auf Seite 185 liefern dafür schöne Beispiele. Je mehr Leute beim Telefonieren mit dem Handy aus dem Genpool ausscheiden, desto eher wird die Spezies Mensch insgesamt schließlich dafür gewappnet sein, gefahrlos mit dieser neuen Technik zu leben. Während die Population der Handy-Idioten langsam, aber sicher ausgerottet wird, rückt der glorreiche Tag allmählich näher, an dem das Benutzen eines Handys als ebenso ungefährlich gilt wie das Bedienen eines Wasserhahns.
Nach einer Studie der Universität Harvard aus dem Jahr 2002 werden etwa sechs Prozent aller amerikanischen Verkehrsunfälle von Fahrern verursacht, die gerade ein Handy benutzen. Resultat: 2600 Tote und 330 000 Verletzte. Im Januar 2003 berichtete die kalifornische Highway Patrol, Handys seien die Unfallursache Nummer eins bei Unfällen, die auf abgelenkte Fahrer zurückzuführen sind. In diese Kategorie gehören 10 Prozent aller Verkehrsunfälle.
Quelle: San Jose Mercury News
In Deutschland ist übrigens das Telefonieren im Auto seit Februar 2001 nur noch über Freisprechanlagen erlaubt, was die Doppelbelastung des Fahrers etwas reduzieren sollte.
Die Auswahlkriterien
Nachdem wir erläutert haben, worum es bei den Darwin Awards geht, könnte eine Vorstellung der Auswahlkriterien nicht nur Licht auf die Entstehungsgeschichte, sondern auch auf einige weniger einleuchtende Fragen werfen, die sich bei der Beurteilung der nominierten Storys ergeben.
Folgende fünf Bedingungen müssen erfüllt sein:
Fortpflanzungsfähigkeit: nicht mehr im Genpool
Originalität: mehr als die übliche Blödheit
Eigenes Verschulden: nur Eigentor-Schützen
Reife: keine Kinder und geistig Behinderte
Richtigkeit: bestätigt oder zumindest plausibel
Fortpflanzungsfähigkeit
Der Kandidat ist nicht mehr in der Lage, einen Beitrag zum Genpool zu leisten.
Die klassische Methode, um diese Anforderung zu erfüllen, bedeutet, dass man seinen eigenen Tod herbeiführt. Gelegentlich gibt es jedoch Abweichler, die sich für eine Kastration entscheiden - was ihnen die Gelegenheit gibt, die traurige Berühmtheit als Darwin-Award-Gewinner ein bisschen länger zu genießen.
Falls bereits Nachkommen des Kandidaten existieren, stellt dies zwar eine potenzielle Gefahr für den Genpool dar, doch der Kandidat wird dadurch nicht disqualifiziert. Kinder erben schließlich nur die Hälfte des genetischen Materials beider Eltern und haben daher - wenn zum Beispiel das 'Spielt-gern-mit-Feuer'-Gen vererbt wurde - ihre eigene Chance, zu überleben oder sich um die Ecke zu bringen. Wenn sie dieses Gen tatsächlich geerbt haben, zugleich aber auch ein 'Vorsicht-beim-.'-Gen, dann handelt es sich bei ihnen um potenzielle Erneuerer und eventuelle Aktivposten für die Menschheit. Daher wird jeder Kandidat danach beurteilt, ob er (oder sie) die eigenen Gene ausgeschaltet hat, ungeachtet eventuell bereits vorhandener Nachkommen oder, im Falle eines schon älteren Gewinners, der Wahrscheinlichkeit - unabhängig vom vorzeitigen Ableben -, noch Nachkommen zu zeugen.
Originalität
Dem Kandidat mangelte es in verblüffender Weise an folgerichtigem Denken.
Es bedarf schon eines phänomenalen Versagens des gesunden Menschenverstands, um mit einem Darwin Award ausgezeichnet zu werden. Gewöhnliche Torheiten - wie russisches Roulette zu spielen, bei einer Bootsfahrt über Bord zu gehen oder mit einer brennenden Zigarette einzuschlafen - genügen nicht, um diese fragwürdige Ehrung zu erlangen. Wenn man jedoch russisches Roulette mit Handgranaten spielt, als Nichtschwimmer in haiverseuchte Gewässer springt oder mit einer glimmenden Zigarette unter einem Sauerstoffzelt einschläft, könnte das für einen Darwin Award gerade ausreichen! Es gab Stimmen, die für eine stärkere Gewichtung der Dummheit an sich und eine geringere Rolle ihrer Extremwerte eintraten. Schließlich sei der Mensch - angeblich - imstande, aus seinen Fehlern zu lernen, aber trotzdem passiere es uns immer wieder, dass wir die Treppe hinunterfallen oder das Radio in die Badewanne plumpsen lassen. Dieser Einwand hat schon seine Berechtigung, da die natürliche Auslese das 'Schlechter-Autofahrer'-Gen zweifellos schneller eliminiert als das Gen mit der Vorliebe für das Granaten-Jonglieren.
Inhalt:
Einleitung
Einen Darwin Award erhält nicht jeder x-Beliebige, nein, nur wenige Auserwählte verdienen es, mit dieser fragwürdigen Auszeichnung bedacht zu werden. Hier machen wir Sie noch einmal mit den Auswahlkriterien, Kategorien und evolutionären Begriffen vertraut, die den Darwin Awards zugrunde liegen.
Definition der Darwin Awards
Die Auswahlkriterien
Die Kategorien
'Survival of the Fittest' - Überleben der am besten Angepassten
1
Im Namen des Gesetzes: Hier wird's kriminell!
In diesem Kapitel wetteifern Gesetzesbrecher und Gesetzeshüter miteinander, wer von ihnen im Kampf zwischen Gut und Böse den überzeugendsten Verlierer abgibt. Auf beiden Seiten - ob Hochstapler oder Streifenpolizist, Richter oder Betrüger - gibt es stoffelige Stümper, angesichts deren lässiger Missachtung der 'ehernen Naturgesetze' der Physik es einem die Sprache verschlägt.
Zur Diskussion: Die Auswahl der Preisträger
Darwin Award: Treffender Beweis
Darwin Award: Zielen ist Glücksache
Darwin Award: Versicherungsbetrug per Kettensäge
Darwin Award: Wer andern eine Grube gräbt.
Darwin Award: Geweih ahoi!
Darwin Award: Stecken geblieben
Darwin Award: Mitreißender Wurf
Darwin Award: Tödliche Fallen
Darwin Award: Gewehrkauf ohne Gewähr
Darwin Award: Jet-Ski-Ausflug
Darwin Award: Riskante Demonstration
Darwin Award: Kein Baum der Erkenntnis
Darwin Award: Das Duell vor der Flamingo-Bar
Darwin Award: Müde Munition
Lob & Anerkennung: Der kurze Arm des Gesetzes
Lob & Anerkennung: Feinripp spezial
Lob & Anerkennung: Wenn der Polizeichef zweimal feuert
Lob & Anerkennung: Visitenkarte am Tatort
Lob & Anerkennung: Drogensicheres Alibi
Bericht aus erster Hand: Klau am Bau
2
Männer: Omega-Typen
In diesem Kapitel geht es um den Idioten im Manne. Der erscheint auf der Bildfläche, sobald Männer ihren Testosteron-Spiegel testen - indem sie Haie streicheln, Schlangen küssen oder Bierdosen hinterherrennen. Erst wenn es zu spät ist, dämmert es solchen Möchtegern-Alpha-Männchen, dass sie in Wirklichkeit nur Omega-Typen sind.
Zur Diskussion: Grün leuchtende Rhesusaffen
Darwin Award: Von nun an ging's bergab
Darwin Award: Gentleman-Kracher
Darwin Award: Böse Zungen
Darwin Award: Ich bin Nichtschwimmer!
Darwin Award: Rauchende Flinte
Darwin Award: Aus-Rutscher
Darwin Award: Kaktusjagd
Darwin Award: Kein Kinderspiel
Darwin Award: Anhalter
Darwin Award: Fatale Fontäne
Darwin Award: Meister Petz rächt sich
Lob & Anerkennung: Bierjäger
Lob & Anerkennung: Streichelzoo für Haie
Lob & Anerkennung: Engagierte Jungfilmer
Lob & Anerkennung: Doppelter Schmerz - keine Erkenntnis?
Bericht aus erster Hand: Die Sache hatte einen Haken.
Bericht aus erster Hand: Wiederholungstäter
Bericht aus erster Hand: Folgenreiches Schwanzwedeln
Bericht aus erster Hand: Tanga-Cocktail
Bericht aus erster Hand: Sturer Bock
Bericht aus erster Hand: Onkel Ricks Ende
3
Explosionen: Schnelle, schaurige Schockerlebnisse
Das Zerstörungspotenzial von Feuer und Sprengstoff übte schon immer eine starke Anziehungskraft auf die Waghalsigeren unter uns aus. Aber die Faszination durch alles, was sich anzünden lässt, kann uns in echte Schwierigkeiten bringen. Das beweisen die folgenden brandheißen Geschichten über Granaten, Dynamit, Bomben, Benzin und flambierte Desserts.
Zur Diskussion: Beleidigende E-Mails - 'Flames'
Darwin Award: Wie weggeblasen
Darwin Award: Eigentor
Darwin Award: Raketen-Tester
Darwin Award: Halbierte Handgranate
Darwin Award: Fichte tötet Baumstutzer
Lob & Anerkennung: Schmuck im Military-Look
Lob & Anerkennung: Vom Staub- zum Benzinsauger
Lob & Anerkennung: Phänomenaler Reinfall
Lob & Anerkennung: Voll getankt!
Lob & Anerkennung: Appetit kontra Angst
Lob & Anerkennung: Crêpes Suzette
Bericht aus erster Hand: Berühmte letzte Worte
Bericht aus erster Hand: Resteverwertung
Bericht aus erster Hand: Feuer und Flamme für Fahrrad-Stunts
Bericht aus erster Hand: Foto einer Baumsprengung
Bericht aus erster Hand: Chemieunterricht
Bericht aus erster Hand: Zündendes Weihnachtsgeschenk
Bericht aus erster Hand: Feuerteufel
Bericht aus erster Hand: Feuriges Rezept
Bericht aus erster Hand: Normal und Extrakross
Bericht aus erster Hand: Die Lösung heißt.
Bericht aus erster Hand: Flambierter Koch
Bericht aus erster Hand: Haste mal'n Streichholz?
Bericht aus erster Hand: Rühreier
Bericht aus erster Hand: Flohbekämpfung
Bericht aus erster Hand: Theorie und Praxis
4
Frauen: Pechmarie & Co.
Als wir klein waren, warnten uns unsere Mütter: Lauf nicht mit der Schere in der Hand! Aber sie warnten uns nicht davor, unrasiert an einem Schönheitswettbewerb in nassen T-Shirts teilzunehmen, Flusspferde und Löwenjunge zu streicheln, und vor all den anderen Sachen, mit denen sich die folgenden Pechmarien beschäftigt haben - wenn auch nicht sehr lange.
Zur Diskussion: Wild gewordene Killer-Meme
Darwin Award: Problemzonen-Vergrößerung
Darwin Award: Durst am Steuer
Darwin Award: Die Rache der Ameisen
Darwin Award: Geben und Nehmen
Lob & Anerkennung: Suppe mit Schuss
Lob & Anerkennung: Flusspferd als Spielverderber
Lob & Anerkennung: Leerer Tank
Bericht aus erster Hand: 'Bäppel'
Bericht aus erster Hand: Entlausung
Bericht aus erster Hand: Missgriff
Bericht aus erster Hand: Heimwerkerpech
Bericht aus erster Hand: Lunch mit der Löwin
5
Technik: Deus ex Machina
Deus ex Machina (lat. 'der Gott aus der Maschine') ist ein Begriff aus dem antiken Theater und bezeichnet einen dichterischen Kunstgriff, den Autoren anwenden, wenn sie vor einem unlösbaren Handlungsdilemma stehen. Sie führen dann irgendeinen 'reitenden Boten' oder sonstigen Nothelfer ein, durch dessen Erscheinen sich sämtliche Probleme in Wohlgefallen auflösen. Die Helden dieses Kapitels schaffen es, sich in verhängnisvolle Situationen mit ihrem Maschinenpark zu bringen, aus denen nur die Götter sie noch retten können - oder auch nicht.
Zur Diskussion: Argumente aus der Frühzeit des Lebens
Darwin Award: Was ist das für ein Geräusch?
Darwin Award: Versautes Festmahl
Darwin Award: Schwer von Kapee
Darwin Award: Kein Herdenmensch
Darwin Award: Störrischer Cola-Automat
Darwin Award: Wo ist der Fallschirm?
Darwin Award: Jetstrahl gegen Taxi
Darwin Award: Montage-Pech
Darwin Award: Unaufhaltsame Schwerkraft
Darwin Award: Spannungsgeladener Ansitz
Darwin Award: Ordnung muss sein
Darwin Award: Erst denken, dann springen
Darwin Award: Der Wurm krümmt sich
Darwin Award: 1: 0 für die Bienen
Darwin Award: Lok trennt Seil
Darwin Award: Fehlschnitt
Darwin Award: Von allen guten Geistern verlassen
Darwin Award: Per Fahrstuhl gen Himmel
Darwin Award: Leitung schlägt zurück
Darwin Award: Rumänische Züge
Darwin Award: Über den Wolken.
Lob & Anerkennung: Einarmiger Bandit
Lob & Anerkennung: Falsch verbunden
Lob & Anerkennung: Giftquallen-Alarm
Lob & Anerkennung: Hüttenzauber
Lob & Anerkennung: Ballermann
Lob & Anerkennung: Total vernagelt
Bericht aus erster Hand: Seemannsgarn
Bericht aus erster Hand: Laser-Leichtsinn
Bericht aus erster Hand: Fahrrad-Blues
Bericht aus erster Hand: Bockiges Bike
Bericht aus erster Hand: Anschaulicher Unterricht
6
Disqualifizierte Geschichten: Verwelkte Ruhmesblätter
Durchaus nicht alle Einsendungen bekommen automatisch einen Darwin Award, und von den preisgekrönten werden einige nachträglich disqualifiziert, wenn neue Tatsachen ans Licht kommen oder 'mildernde Umstände' von Lesern aufgezeigt werden. In diesem Kapitel finden sich Berichte, die nominiert und dann doch wieder aus dem Rennen genommen wurden, weil sie gegen ein oder mehrere Kriterien der Darwin Awards verstoßen.
Kein Darwin Award: Menschliches Katapult
Kein Darwin Award: Bumerang-Effekt
Kein Darwin Award: Scharfschütze wider Willen
Kein Darwin Award: Beim nächsten Mal lieber per Taxi
Kein Darwin Award: Der Tod hängt am Billardstock
Kein Darwin Award: Mitternachts-Snack
Kein Darwin Award: Prioritäten beim Bergsteigen
Kein Darwin Award: Tot durch Kot
Kein Darwin Award: Holperschwelle
Weder Lob noch Anerkennung: Unzuverlässiges Gas
Weder Lob noch Anerkennung: Puter wie bei Mutter
Weder Lob noch Anerkennung: Pilzsammler-Geschichte
Anhang
1. Biografie der Website
2. Biografie der Autorin
Einleitung
Einen Darwin Award erhält nicht jeder x-Beliebige, nein, nur wenige Auserwählte verdienen es, mit dieser fragwürdigen Auszeichnung bedacht zu werden. Hier machen wir Sie noch einmal mit den Auswahlkriterien, Kategorien und evolutionären Begriffen vertraut, die den Darwin Awards zugrunde liegen.
Definition der Darwin Awards
Darwin Awards werden Menschen verliehen, die unseren Genpool dadurch verbessern, dass sie sich selbst daraus eliminieren - und zwar auf selten dämliche Weise! Sie bringen sich in Situationen, um die jeder, der nur ein Fünkchen gesunden Menschenverstand besitzt, einen großen Bogen machen würde, und nehmen dann, wie vorherzusehen, Abschied von diesem Leben. Auf diese Weise wird also ein Satz mangelhafter Vernunft-Gene aus dem Verkehr gezogen und somit das Überleben der Menschheit auf lange Sicht sicherer gemacht - es gehört ja nun ein Idiot weniger dazu. Jedes Mal, wenn sich ein Gewinner (in seltenen Fällen auch eine Gewinnerin) des Darwin-Preises durch eigenes Zutun von der Weltbevölkerung verabschiedet, können wir einen Seufzer der Erleichterung ausstoßen, denn unsere Nachkommen brauchen sich nun nicht mehr mit den Abkömmlingen dieses Blödmanns, dem die Fähigkeit abgeht, seine eigenen, erschreckend dummen Einfälle zu überleben, herumzuschlagen - oder sich womöglich mit ihnen fortzupflanzen. Ein Darwin Award kann logischerweise nur postum verliehen werden. Die einzige Ausnahme bilden die seltenen Fälle, in denen ein für den Preis Nominierter nur seiner Fortpflanzungsfähigkeit, nicht aber seinem Leben ein Ende setzt. Bei den Begebenheiten handelt es sich nicht einfach um tragische Unfälle, sondern um Fehlleistungen solchen Kalibers, dass der neutrale Beobachter nur noch mitleidig den Kopf schütteln kann angesichts der ausgleichenden Gerechtigkeit, die einem solchen Unglücksraben verdientermaßen vom Schicksal zuteil wird. So erweisen die Darwin Awards ein ehrendes Gedenken zum Beispiel dem nicht völlig überraschenden Ableben eines Holzdiebs, der von einem über ihm hängenden Ast erschlagen wurde, den er selbst zielstrebig durchgesägt hatte. Oder den beiden Männern, die wetteiferten, wer von ihnen der Tapferste sei, indem sie angezündete Feuerwerkskörper zwischen den Zähnen hielten. Oder dem Richter, der bei einer als Beweismittel vorgelegten, voll funktionsfähigen Handgranate den Zünder zog, sowie all den anderen hirnlosen Katastrophen, die von Leuten ausgelöst wurden, die uns schon öfter durch ihre Planlosigkeit verblüfft haben. Hätten Sie Lust, sich als Genie zu fühlen? Dann holen Sie das nächste Mal, wenn Sie sich selbst als Dussel, Depp oder Dumpfbacke beschimpfen möchten, einen Band der Darwin Awards aus dem Regal. Sie brauchen nur ein paar dieser Geschichten aus dem wahren Leben zu lesen, ob mit oder ohne tödlichen Ausgang, und umgehend wird Ihnen klar, welch brillanter Kopf Sie im Vergleich zu den hier vorgestellten Trotteln sind. Es könnte aber durchaus sein, dass Sie als Folge der Lektüre manch guten Vorsatz fassen, wie zum Beispiel: 'Ich will keine scharfen Metallgegenstände mit elektrischen Leitungen zusammenbringen', 'Ich will keinen Staubsauger benutzen, um ausgelaufenes Benzin zu beseitigen', 'Ich will nie einen Chinaböller in den Mund nehmen' oder 'Auf der Straße zu schlafen, kommt für mich nicht in Frage!' Eine ganz besondere Gefahr stellt die neueste Technik dar, denn sie bietet Herausforderungen, die so manchen Zeitgenossen vor nicht zu bewältigende Probleme stellt. So ist zum Beispiel ein zu Brei zerquetschter Handy-Benutzer typisch für den so leicht ablenkbaren Zweibeiner, der sich der Tücken seiner Umwelt nicht bewusst ist und sich auf dem direkten Weg in den Abgrund befindet. Handys sind heute weltweit verbreitet, doch der Mensch ist immer noch denkbar schlecht gerüstet, um damit sicher umzugehen. Obwohl wir seit langem fernmündlich kommunizieren, haben wir noch immer nicht die Fähigkeit ausgebildet, mehr als eine Sache zugleich zu tun (Multitasking heißt das heute), also während des Autofahrens per Handy zu telefonieren, ohne dass etwas passiert. Kaum hält sich der Durchschnittsfahrer eines dieser gefahrenträchtigen Instrumente ans Ohr, ist das Unglück nicht mehr fern. Die Folge: Verkehrsunfälle, bei denen ein Handy eine Rolle spielt, sind dermaßen häufig, dass sie für einen Darwin Award nicht mehr zur Debatte stehen - außer es kommt noch eine weitere Dummheit hinzu. 'Was ist das für ein Geräusch?' auf Seite 163 und 'Einarmiger Bandit' auf Seite 185 liefern dafür schöne Beispiele. Je mehr Leute beim Telefonieren mit dem Handy aus dem Genpool ausscheiden, desto eher wird die Spezies Mensch insgesamt schließlich dafür gewappnet sein, gefahrlos mit dieser neuen Technik zu leben. Während die Population der Handy-Idioten langsam, aber sicher ausgerottet wird, rückt der glorreiche Tag allmählich näher, an dem das Benutzen eines Handys als ebenso ungefährlich gilt wie das Bedienen eines Wasserhahns.
Nach einer Studie der Universität Harvard aus dem Jahr 2002 werden etwa sechs Prozent aller amerikanischen Verkehrsunfälle von Fahrern verursacht, die gerade ein Handy benutzen. Resultat: 2600 Tote und 330 000 Verletzte. Im Januar 2003 berichtete die kalifornische Highway Patrol, Handys seien die Unfallursache Nummer eins bei Unfällen, die auf abgelenkte Fahrer zurückzuführen sind. In diese Kategorie gehören 10 Prozent aller Verkehrsunfälle.
Quelle: San Jose Mercury News
In Deutschland ist übrigens das Telefonieren im Auto seit Februar 2001 nur noch über Freisprechanlagen erlaubt, was die Doppelbelastung des Fahrers etwas reduzieren sollte.
Die Auswahlkriterien
Nachdem wir erläutert haben, worum es bei den Darwin Awards geht, könnte eine Vorstellung der Auswahlkriterien nicht nur Licht auf die Entstehungsgeschichte, sondern auch auf einige weniger einleuchtende Fragen werfen, die sich bei der Beurteilung der nominierten Storys ergeben.
Folgende fünf Bedingungen müssen erfüllt sein:
Fortpflanzungsfähigkeit: nicht mehr im Genpool
Originalität: mehr als die übliche Blödheit
Eigenes Verschulden: nur Eigentor-Schützen
Reife: keine Kinder und geistig Behinderte
Richtigkeit: bestätigt oder zumindest plausibel
Fortpflanzungsfähigkeit
Der Kandidat ist nicht mehr in der Lage, einen Beitrag zum Genpool zu leisten.
Die klassische Methode, um diese Anforderung zu erfüllen, bedeutet, dass man seinen eigenen Tod herbeiführt. Gelegentlich gibt es jedoch Abweichler, die sich für eine Kastration entscheiden - was ihnen die Gelegenheit gibt, die traurige Berühmtheit als Darwin-Award-Gewinner ein bisschen länger zu genießen.
Falls bereits Nachkommen des Kandidaten existieren, stellt dies zwar eine potenzielle Gefahr für den Genpool dar, doch der Kandidat wird dadurch nicht disqualifiziert. Kinder erben schließlich nur die Hälfte des genetischen Materials beider Eltern und haben daher - wenn zum Beispiel das 'Spielt-gern-mit-Feuer'-Gen vererbt wurde - ihre eigene Chance, zu überleben oder sich um die Ecke zu bringen. Wenn sie dieses Gen tatsächlich geerbt haben, zugleich aber auch ein 'Vorsicht-beim-.'-Gen, dann handelt es sich bei ihnen um potenzielle Erneuerer und eventuelle Aktivposten für die Menschheit. Daher wird jeder Kandidat danach beurteilt, ob er (oder sie) die eigenen Gene ausgeschaltet hat, ungeachtet eventuell bereits vorhandener Nachkommen oder, im Falle eines schon älteren Gewinners, der Wahrscheinlichkeit - unabhängig vom vorzeitigen Ableben -, noch Nachkommen zu zeugen.
Originalität
Dem Kandidat mangelte es in verblüffender Weise an folgerichtigem Denken.
Es bedarf schon eines phänomenalen Versagens des gesunden Menschenverstands, um mit einem Darwin Award ausgezeichnet zu werden. Gewöhnliche Torheiten - wie russisches Roulette zu spielen, bei einer Bootsfahrt über Bord zu gehen oder mit einer brennenden Zigarette einzuschlafen - genügen nicht, um diese fragwürdige Ehrung zu erlangen. Wenn man jedoch russisches Roulette mit Handgranaten spielt, als Nichtschwimmer in haiverseuchte Gewässer springt oder mit einer glimmenden Zigarette unter einem Sauerstoffzelt einschläft, könnte das für einen Darwin Award gerade ausreichen! Es gab Stimmen, die für eine stärkere Gewichtung der Dummheit an sich und eine geringere Rolle ihrer Extremwerte eintraten. Schließlich sei der Mensch - angeblich - imstande, aus seinen Fehlern zu lernen, aber trotzdem passiere es uns immer wieder, dass wir die Treppe hinunterfallen oder das Radio in die Badewanne plumpsen lassen. Dieser Einwand hat schon seine Berechtigung, da die natürliche Auslese das 'Schlechter-Autofahrer'-Gen zweifellos schneller eliminiert als das Gen mit der Vorliebe für das Granaten-Jonglieren.