
Der Musiker und sein Instrument
Studien zu einer besonderen Form der Bezogenheit
Karin Nohr(Author)
Psychosozial-Verlag
Published in February 2010
Book
Paperback/Softback
271 pages
978-3-8379-2032-1 (ISBN)
Description
Die Wahl eines Instruments ist für Musiker der Auftakt einer oft schicksalhaften Beziehung. Wie werden Instrumente erwählt? Wie empfinden Musiker ihre Bindung zum Instrument? Karin Nohr wertet 41 Instrumentalistenautobiografien aus und kommt zu überraschenden Ergebnissen, die auch für Laienmusiker Gültigkeit haben: Ob Zwilling, Partner, Schatten, Feind - immer wird das Instrument zum Spiegel des Selbst, enthält symbolische Vermächtnisse in Form elterlicher Werte, Ansprüche, Ideale, an denen die Musiker wachsen oder scheitern.
Das Spielen eines Instruments stellt so eine Herausforderung dar, das Eigene aus dem Aufgetragenen heraus zu entwickeln. Vier Einzelfallstudien (Casals, Kremer, Galway, Paderewski) veranschaulichen den theoretischen Bezugsrahmen, der die akademische Musikpsychologie mit der psychoanalytischen Kreativitätsforschung verbindet.
Reviews / Votes
»Ein sehr beeindruckender Beitrag und wunderbar in der Recherche von Frau Dr. Nohr. Diese Studie zur besonderen Form der Bezogenheit wird Beachtung finden.« Christian Döring auf www.buecherveraendernleben.de »Auf der Grundlage von 41 Autobiographien verschiedener Instrumentalisten wurden mit einfühlsamer, kritisch hinterfragender Haltung vielfältige Aspekte zum Beziehungsthema Musiker - Instrument untersucht und beschrieben. Vor dem Hintergrund herkömmlicher Forschung hebt sich diese Arbeit durch spannende Fragestellungen und differenzierte Methodik wohltuend ab.« Gerta Steinringer, Musikerziehung 2/2015More details
Series
Language
German
Place of publication
Gießen
Germany
Product notice
Paperback (trade)
Unsewn / adhesive bound
Dimensions
Height: 210 mm
Width: 148 mm
Thickness: 20 mm
Weight
401 gr
ISBN-13
978-3-8379-2032-1 (9783837920321)
Schweitzer Classification
Person
Karin Nohr ist Psychoanalytikerin (DPG) mit den Interessensschwerpunkten Arbeits- und Kreativitätsstörungen sowie Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse und Musik e.V.. Sie veröffentlichte zu den Themen Stimme, Selbstzustände beim aktiven Musizieren, Arbeit mit therapeutischen Imaginationen, Richard Wagner.
Stand: November 2018
Content
Inhalt
I. Annäherung an das Untersuchungsgebiet
Ein erster Blick auf die Musiker-Instrumenten-Beziehung: Der »Fall« Marina Zwetajewa
Anregungen aus dem »Fall« für das Forschungsvorhaben
II. Die Musiker-Instrumenten-Beziehung als Forschungsgegenstand
Herkömmliche Gegenstände der Musikpsychologie
Der Instrumentalist in der musikpsychologischen Forschung - ein Überblick
Psychoanalyse und Musiker
Beitrag der vorgestellten Forschungen zum Aufbau eines theoriegeleiteten Vorverständnisses von der Musiker-Instrumenten-Beziehung
III. Auswertung von Instrumentalisten-Autobiographien: Methodik
Differenzierung statt Generalisierung
Warum gerade Autobiographien?
Welche und wieviele Autobiographien?
Typen von Instrumentalisten-Autobiographien
Wie und in welchem Umfang behandeln die Musiker die Beziehung zu ihrem Instrument in ihren Autobiographien?
Beschreibung und Begründung des methodischen Vorgehens
IV. Vergleichende Auswertung von 41 Instrumentalisten-Autobiographien
Liebe auf den ersten Ton? Wie Musiker zu ihren Instrumenten kommen
»Der Kauf einer Geige ist wie eine Heirat« - Das Instrument als Lebenspartner
Hintergründe der Musiker-Instrumenten-Beziehung
- Prophezeiungen und Erfolgsverheißung
- Elternopfer und Erfolgspflichtung
- Leichtigkeit und Erfolgszuversicht
- »Es kommt darauf an, eins mit dem Instrument zu werden« - Instrument und Körperbild
Subjektive Theorien der Instrumentalisten über die Beziehungen zu ihren Instrumenten
Die Überdeterminiertheit des Instruments
Typen der Musiker-Instrumenten-Beziehung
V. Ergebnisse: Vier Einzelfälle
Pablo Casals (Cellist; 1876-1973)
James Galway (Flötist; geb 1939)
Gidon Kremer (Geiger; geb 1947)
Jan I. Paderewski (Pianist; 1860-1941)
Die Einzelfälle als Kontrolle der vergleichenden Untersuchung
VI. Schlussbemerkung
Literaturverzeichnis
Anhang