
Tod eines Traders
Ein Investment-Krimi
Derrick Niederman(Author)
Campus (Publisher)
1st Edition
Published on 17. February 2003
Book
Hardback
255 pages
978-3-593-36779-8 (ISBN)
Description
Der verhasste Portfolio-Manager Kyle Hooperman wird erschossen in seinem Haus aufgefunden. Privatdetektiv Cliff Cavanaugh
übernimmt gemeinsam mit seiner exzentrischen Partnerin die Aufklärung des mysteriösen Mordfalls. Dieses spannende Buch, gewürzt mit schwarzem Humor, bietet einen vergnüglichen Einstieg in die Welt der Börse, die Geheimnisse der Aktienanlage und die Grundzüge des Day-Tradings.
"Tod eines Traders fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Intrigen, Einblicke und Leidenschaften verschmelzen zu packendem Lesestoff. Wäre Derrick Niederman eine Aktie, ich würde ihn kaufen." Keith Ablow, Bestsellerautor
übernimmt gemeinsam mit seiner exzentrischen Partnerin die Aufklärung des mysteriösen Mordfalls. Dieses spannende Buch, gewürzt mit schwarzem Humor, bietet einen vergnüglichen Einstieg in die Welt der Börse, die Geheimnisse der Aktienanlage und die Grundzüge des Day-Tradings.
"Tod eines Traders fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Intrigen, Einblicke und Leidenschaften verschmelzen zu packendem Lesestoff. Wäre Derrick Niederman eine Aktie, ich würde ihn kaufen." Keith Ablow, Bestsellerautor
Reviews / Votes
Lust an der Pointe"Faszinierend ist der Einblick in die Arbeit von Portfolio-Managern, Brokern und Analysten und was man über die kleinen Tricks der Branche erfährt." (changeX, 25.02.2003)
Von Mördern und Managern
"Niederman beweist, wie elegant es funktionieren kann, die Wirtschaft in publikumswirksame Stoffe zu betten." (Handelsblatt, 17.04.2003)
Wirtschaft kriminell und lehrreich
"Das buch unterhält und fesselt nicht nur wegen der Geschichte an sich, sondern auch deshalb, weil es Wirtschaftswissen vermittelt." (Oberösterreichische Nachrichten, 28.06.2003)
Investment lohnt sich
"Der US-Autor verknüpft sein Insider-Wissen mit einer durchaus unterhaltsamen Story." (VDI Nachrichten, 22.08.2003)
More details
Language
German
Edition type
New edition
Dimensions
Height: 21.5 cm
Width: 14 cm
Weight
470 gr
ISBN-13
978-3-593-36779-8 (9783593367798)
Schweitzer Classification
Persons
Derrick Niederman ist Mathematiker. In den letzten Jahren hat er sich der Wertpapieranalyse sowie dem Schreiben von Investment-
Büchern und Krimis zugewandt. Außerdem war er beitragender Herausgeber des Magazins Worth und ist Autor des Bestsellers The Inner Game of Investing.
Büchern und Krimis zugewandt. Außerdem war er beitragender Herausgeber des Magazins Worth und ist Autor des Bestsellers The Inner Game of Investing.
Content
Kapitel 2
Harrington's war ein Zwei-Sterne-Restaurant und würde es wohl auch bleiben, falls sich nicht ein Kritiker fand, für den eine gute Bratwurst alle übrigen Mängel aufwog. Dennoch herrschte reger Betrieb. Das Lokal lag zwei Blocks nördlich vom Dekanat der New Yorker Universität, kurz NYU genannt. Die Gäste gehörten größtenteils zum Typus junger Student, trugen übergroße graue Pullis und metallene Brillengestelle mit viel zu kleinen Gläsern. Als Cliff sich von seinem Ecktisch aus umsah, kam er sich unwillkürlich alt vor. Ein solches Publikum hätte er noch nicht einmal durch die Bekanntschaft mit der Fernsehikone Eddie Haskell beeindrucken können. Ignoranten, allesamt.
Als Cliff seinen visuellen Rundgang beendet hatte und sich wieder dem Glas vor ihm auf dem Tisch zuwandte, war ihm klar geworden, dass der Generationsunterschied drastischer war, als er befürchtet hatte. Möglicherweise hatte sich der eine oder andere angehende Daytrader hierher verirrt, doch ganz sicher gab es außer ihm niemanden mit so viel Lebenserfahrung, niemanden, der Black Sabbath live erlebt oder Spiro Agnew gesehen hatte. Seufz. Cliff saß da und schlürfte den dritten Eistee ohne Eis, der, in einem kleinen Glas serviert, aussah wie Jack Daniels pur. Niemand belästigte notorische Alkoholiker.
»Hi, Cliffie!«
Niemand außer Trace.
Trace hieß mit vollem Namen Tracy de Grandpre. Sie war so pünktlich wie Godot, doch davon abgesehen die ideale Partnerin zur
Aufklärung von Verbrechen. Tagsüber war sie damit beschäftigt, ihr Studium der darstellenden Kunst an der Tisch School der NYU zu Ende zu bringen. Langfristig plante sie eine Theaterkarriere am Broadway. Die Natur hatte es gut mit ihr gemeint. Sie hatte nicht nur einen Namen, den man unwillkürlich wiederholte -- wie Roseanne Roseanadanna oder Hohokus, New Jersey --, sie war darüber hinaus mit einem Erscheinungsbild gesegnet, bei dem jeder Mann einen zweiten Blick riskieren musste. Ihr zartgrüner Pulli unterstrich vorteilhaft den lebhaften Haselnussschimmer ihrer Augen. Die volle, rötlich braune Mähne fiel ihr gepflegt bis auf die Schultern. Als Cliff sie zuletzt gesehen hatte, hatte sie das Haar ein wenig kürzer getragen. Es hatte toll ausgesehen, doch die neue Länge stand ihr mindestens ebenso gut. Als er ihr aus dem Mantel half, nahm er einen Hauch von Parfum wahr. Er kannte den Duft, nur der Name wollte ihm nicht einfallen. Auf jeden Fall war es ihr Duft. Was die übrige Kundschaft von Harrington's anging, so machte er jede Wette, dass hier sonst niemand Parfum trug.
Die beiden hatten sich ziemlich genau vor einem Jahr kennen gelernt, auf dem Wege einer fünfzeiligen Stellenanzeige in The New York Review of Books. Cliff hatte damals eine Assistentin gesucht. Sich bei Harrington's zu verabreden war Trace' Idee gewesen. Mit seiner aufdringlichen Beleuchtung und der Masse an Studenten wurde es im Studentenratgeber sicherlich als die Kneipe Manhattans geführt, wo man sich bedenkenlos mit einem Wildfremden verabreden konnte.
Für das Vorstellungsgespräch hatte sich Cliff von Admiral Hyman Rickover inspirieren lassen. Der empfing angeblich jeden
Stellenanwärter zunächst mit einem Kompliment zu seiner Krawatte -- ob sie nun breit, schmal, getupft oder im Paisleymuster gehalten war. Dann ging Rickover zum Frontalangriff über: »Sagen Sie, würden Sie mir die Krawatte überlassen?« Wer mit »ja« antwortete, büßte nicht nur seinen Halsschmuck ein, sondern auch jede Aussicht auf eine Anstellung. Doch Trace trug keine Krawatte, und Cliff bezweifelte, ob ihr in Silber gefasster Jadearmreif den gewünschten Effekt erzielen würde. Also stellte er ihr ein paar einfache Fragen, und sie gab ihm ein paar einfache Antworten.
Frage 1: »Was verstehen Sie unter dem Begriff KGV?«
Antwort 1:»Kaninchen- und Geflügelzüchterverein?«
Frage 2: »Wenn Sie sich selbst mit einem Eigenschaftswort beschreiben sollten, welches würden Sie wählen?«
Antwort 2:»Enttäuscht. Ich hatte auf eine bessere Frage gehofft.«
Cliff engagierte sie vom Fleck weg, verschwieg jedoch geflissentlich, dass sie die Einzige gewesen war, die sich auf sein Inserat gemeldet hatte.
Harrington's war ein Zwei-Sterne-Restaurant und würde es wohl auch bleiben, falls sich nicht ein Kritiker fand, für den eine gute Bratwurst alle übrigen Mängel aufwog. Dennoch herrschte reger Betrieb. Das Lokal lag zwei Blocks nördlich vom Dekanat der New Yorker Universität, kurz NYU genannt. Die Gäste gehörten größtenteils zum Typus junger Student, trugen übergroße graue Pullis und metallene Brillengestelle mit viel zu kleinen Gläsern. Als Cliff sich von seinem Ecktisch aus umsah, kam er sich unwillkürlich alt vor. Ein solches Publikum hätte er noch nicht einmal durch die Bekanntschaft mit der Fernsehikone Eddie Haskell beeindrucken können. Ignoranten, allesamt.
Als Cliff seinen visuellen Rundgang beendet hatte und sich wieder dem Glas vor ihm auf dem Tisch zuwandte, war ihm klar geworden, dass der Generationsunterschied drastischer war, als er befürchtet hatte. Möglicherweise hatte sich der eine oder andere angehende Daytrader hierher verirrt, doch ganz sicher gab es außer ihm niemanden mit so viel Lebenserfahrung, niemanden, der Black Sabbath live erlebt oder Spiro Agnew gesehen hatte. Seufz. Cliff saß da und schlürfte den dritten Eistee ohne Eis, der, in einem kleinen Glas serviert, aussah wie Jack Daniels pur. Niemand belästigte notorische Alkoholiker.
»Hi, Cliffie!«
Niemand außer Trace.
Trace hieß mit vollem Namen Tracy de Grandpre. Sie war so pünktlich wie Godot, doch davon abgesehen die ideale Partnerin zur
Aufklärung von Verbrechen. Tagsüber war sie damit beschäftigt, ihr Studium der darstellenden Kunst an der Tisch School der NYU zu Ende zu bringen. Langfristig plante sie eine Theaterkarriere am Broadway. Die Natur hatte es gut mit ihr gemeint. Sie hatte nicht nur einen Namen, den man unwillkürlich wiederholte -- wie Roseanne Roseanadanna oder Hohokus, New Jersey --, sie war darüber hinaus mit einem Erscheinungsbild gesegnet, bei dem jeder Mann einen zweiten Blick riskieren musste. Ihr zartgrüner Pulli unterstrich vorteilhaft den lebhaften Haselnussschimmer ihrer Augen. Die volle, rötlich braune Mähne fiel ihr gepflegt bis auf die Schultern. Als Cliff sie zuletzt gesehen hatte, hatte sie das Haar ein wenig kürzer getragen. Es hatte toll ausgesehen, doch die neue Länge stand ihr mindestens ebenso gut. Als er ihr aus dem Mantel half, nahm er einen Hauch von Parfum wahr. Er kannte den Duft, nur der Name wollte ihm nicht einfallen. Auf jeden Fall war es ihr Duft. Was die übrige Kundschaft von Harrington's anging, so machte er jede Wette, dass hier sonst niemand Parfum trug.
Die beiden hatten sich ziemlich genau vor einem Jahr kennen gelernt, auf dem Wege einer fünfzeiligen Stellenanzeige in The New York Review of Books. Cliff hatte damals eine Assistentin gesucht. Sich bei Harrington's zu verabreden war Trace' Idee gewesen. Mit seiner aufdringlichen Beleuchtung und der Masse an Studenten wurde es im Studentenratgeber sicherlich als die Kneipe Manhattans geführt, wo man sich bedenkenlos mit einem Wildfremden verabreden konnte.
Für das Vorstellungsgespräch hatte sich Cliff von Admiral Hyman Rickover inspirieren lassen. Der empfing angeblich jeden
Stellenanwärter zunächst mit einem Kompliment zu seiner Krawatte -- ob sie nun breit, schmal, getupft oder im Paisleymuster gehalten war. Dann ging Rickover zum Frontalangriff über: »Sagen Sie, würden Sie mir die Krawatte überlassen?« Wer mit »ja« antwortete, büßte nicht nur seinen Halsschmuck ein, sondern auch jede Aussicht auf eine Anstellung. Doch Trace trug keine Krawatte, und Cliff bezweifelte, ob ihr in Silber gefasster Jadearmreif den gewünschten Effekt erzielen würde. Also stellte er ihr ein paar einfache Fragen, und sie gab ihm ein paar einfache Antworten.
Frage 1: »Was verstehen Sie unter dem Begriff KGV?«
Antwort 1:»Kaninchen- und Geflügelzüchterverein?«
Frage 2: »Wenn Sie sich selbst mit einem Eigenschaftswort beschreiben sollten, welches würden Sie wählen?«
Antwort 2:»Enttäuscht. Ich hatte auf eine bessere Frage gehofft.«
Cliff engagierte sie vom Fleck weg, verschwieg jedoch geflissentlich, dass sie die Einzige gewesen war, die sich auf sein Inserat gemeldet hatte.