
Panpokalypse
Notizen aus New York
Carley Moore(Author)
edition assemblage (Publisher)
1st Edition
Published in March 2024
Book
Paperback/Softback
288 pages
978-3-96042-181-8 (ISBN)
Description
Als klinisch depressive, be_hinderte Single-Mutter trifft der Lockdown Orpheus besonders. Frisch getrennt von Eurydike (der ersten Frau, in die Orpheus sich verliebt hat) kauft sie sich nach etlichen Jahren wieder ein Fahrrad, in der Hoffnung, durchs Radfahren auf den einsamen Straßen New Yorks die dringend benötigten Endorphine auszuschütten. Die Ich-Erzählerin schreibt über ihre Depressionen und die Schmerzen durch ihre Behinderung (auf Deutsch "Segawa-Syndrom", eine Krankheit, die mit einer Gangstörung beginnt), über ihre Suche nach Nähe und Verbundenheit, queeres Dating in Zeiten von Corona und die Black-Lives-Matter-Demos nach dem Mord an George Floyd. Auf einer geheimen queeren Party trifft sie ihren Doppelgänger Charlie und unternimmt eine Zeitreise ins Paris des Jahres 1935. Eine schonungslos offene, genreübergreifende Erzählung über die Erlebnisse einer pansexuellen, be_hinderten Frau auf der Suche nach Nähe und Verbundenheit zu Beginn der Corona-Pandemie.
Reviews / Votes
"At the intersection of disability, queerness, and the pandemic, one woman's meditation on loneliness and connection . . . At once timely and timeless." - Kirkus ReviewsMore details
Language
German
Place of publication
Münster (Westf.)
Germany
Target group
Young adult
Literaturbegeisterte Menschen
Product notice
Klappenbroschur
Dimensions
Height: 20.5 cm
Width: 14 cm
ISBN-13
978-3-96042-181-8 (9783960421818)
Schweitzer Classification
Persons
Author
Carley Moore ist Autorin und lehrt Writing and Creative Production an der New York University. Zu ihren veröffentlichten Werken gehören der Roman The Not Wives (nominiert für den LAMBDA Literary Award 2020), die Essaysammlung 16 Pills, der Gedichtband Portal Poem und das Jugendbuch The Stalker Chronicles. Panpocalypse stand auf der Longlist für den Brooklyn Public Library Book Prize 2022.
Ihre Essays und Interviews erschienen bereits in The American Poetry Review, Book Forum, The Brooklyn Rail, Electric Literature, Lit Hub, The Los Angeles Review of Books, The Journal of Popular Culture und The Rumpus. Carley Moore lebt mit ihrem Kind und ihrer Katze in Brooklyn.
Translation
Stefanie Frida Lemke übersetzt seit 2010 Literatur aus dem Englischen, am liebsten queerer Autor*innen, und wurde bereits durch mehrere Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds und zweimalige Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
Content
Die Tür geht zu und der Bus fährt ohne sie los.
Ich könnte heulen. Die anderen Leute im Bus glotzen mich an. Haben sie etwa noch nie ein Paar wie uns gesehen? Manchmal schäme ich mich für unseren Altersunterschied. Ich weiß, ich bin zu alt für Eurydike, aber sie hat auch schon ganz schön was durchgemacht. Sie ist viel abgebrühter als ich. Laut ihr bin ich die Hoffnungsvolle, Naive, die nicht versteht, wie die Welt funktioniert.
Deprimiert setze ich mich hin und starre aus dem Fenster. Und dann sehe ich sie, wie sie neben dem Bus herfährt, stehenbleibt, wenn der Bus stehenbleibt, und weiterfährt, wenn wir weiterfahren, und dabei behält sie mich die ganze Zeit im Blick. Ich fühle meinen Herzschlag in der Möse. Die Leute im Bus tauen auf, eine ältere Frau nickt mir lächelnd zu. Einen kurzen Moment befinden wir uns in einer Rom-Com und die Stadt spielt mit. Ich werde rot.
Ich habe noch nie eine Rom-Com über eine bisexuelle, be_hinderte cis Frau mittleren Alters und ihre trans Freundin gesehen.
Ich könnte heulen. Die anderen Leute im Bus glotzen mich an. Haben sie etwa noch nie ein Paar wie uns gesehen? Manchmal schäme ich mich für unseren Altersunterschied. Ich weiß, ich bin zu alt für Eurydike, aber sie hat auch schon ganz schön was durchgemacht. Sie ist viel abgebrühter als ich. Laut ihr bin ich die Hoffnungsvolle, Naive, die nicht versteht, wie die Welt funktioniert.
Deprimiert setze ich mich hin und starre aus dem Fenster. Und dann sehe ich sie, wie sie neben dem Bus herfährt, stehenbleibt, wenn der Bus stehenbleibt, und weiterfährt, wenn wir weiterfahren, und dabei behält sie mich die ganze Zeit im Blick. Ich fühle meinen Herzschlag in der Möse. Die Leute im Bus tauen auf, eine ältere Frau nickt mir lächelnd zu. Einen kurzen Moment befinden wir uns in einer Rom-Com und die Stadt spielt mit. Ich werde rot.
Ich habe noch nie eine Rom-Com über eine bisexuelle, be_hinderte cis Frau mittleren Alters und ihre trans Freundin gesehen.