
Myrina
Revelation of Darkness
Karen A. Moon(Author)
Karen A. Moon(Editor)
Nova MD (Publisher)
1st Edition
Published on 23. June 2022
Book
Hardback
440 pages
978-3-98595-355-4 (ISBN)
Description
"Früher war das anders gewesen, da war ich spontan und furchtlos in die Welt hinausgezogen, hatte mich vom Wind treiben lassen und dem Schicksal mit manch einer unüberlegten Entscheidung ins Handwerk gepfuscht."
Eine Welt, in der Krieg, Hunger und Krankheit eine neue Zukunft geschaffen haben.
Eine Bruderschaft, die verhindern will, dass die Menschheit endet
und sich das nächste biblische Siegel offenbart.
Frauen, die ihre Freiheit und Rechte verloren haben, gefangen in ihrer eigenen Geschichte.
Das ist die Wirklichkeit, in der sich die junge Myrina
der Dunkelheit dieser neuen Welt stellen muss.
Wird sie ein Licht der Hoffnung finden? Kann sie ihre Träume verwirklichen?
Die Ketten der Gesellschaft nehmen ihr die Luft zum Atmen,
doch in ihrem Herzen brennt das unzerstörbare Feuer der Freiheit.
Mutig folgt sie dem Pfad ihres Schicksals immer tiefer hinein in die Wirren der Mächte
und dem, was hinter dem Sichtbaren liegt.
Das neue phantastische Buch der Magical Lights Autorin Karen A. Moon!
More details
Series
Language
German
Place of publication
Vachendorf
Germany
Target group
Young adult
Dimensions
Height: 20.5 cm
Width: 14.8 cm
Thickness: 4.4 cm
Weight
741 gr
ISBN-13
978-3-98595-355-4 (9783985953554)
Schweitzer Classification
Persons
Karen A. Moon wurde 1980 geboren. Beruflich hat sich die Autorin zunachst fur die Fotografie entschieden und einen Bachelor- und einen Masterabschluss im Fach Fotografie gemacht. Heute ist sie außerdem Mutter von drei Kindern. Nach vielen Streifzugen im kulturellen, kunstlerischen und auch geschaftlichen Bereich, hat sich Karen A. Moon in 2021 mit der Magical Lights Trilogie einen langersehnten Herzenswunsch erfullt und ihr erstes Buch geschrieben. Das Reich der Fantasie ist fur die Autorin unendlich groß und so werden sicher noch viele magische Geschichten folgen.
Content
Missmutig griff ich nach dem erstbesten braunen Kleid und schlüpfte, wie von Gott geschaffen, hinein. Mein eigener kleiner Akt der Rebellion. Auch wenn es niemandem auffallen würde, dass ich keine Unterwäsche trug. Allein dass ich es wusste, war schon befriedigend genug. Vielleicht steckte in mir doch eine winzige Amazone? Zudem würde es mir hoffentlich ein wenig Abkühlung verschaffen. Dieser Frühling war einer der wärmsten, die New York je erlebt hatte, und bereits jetzt war es bei den steigenden Temperaturen außerhalb eines klimatisierten Raumes kaum auszuhalten. Wohlweislich wählte ich einen Fächer aus einer der Kommoden. Mit flinken Fingern flocht ich mein feuchtes schwarzes Haar zu einem Pferdeschwanz, den ich dann zu einem Dutt hochsteckte. Die einzige Erinnerung an meine frühere Hingabe zum Ballett.
Ein letzter Blick in den Spiegel zeigte mir genau die Person, die man von mir erwartete zu sein, und die ich immer mehr hasste. So oft fragte ich mich, wie lange ich mich noch in diese Form zwingen lassen würde? Wie lange ich es in meinem goldenen Käfig aushielt?
Direkt zu Beginn der neuen Weltordnung hatte es viele Aufstände und Proteste gegeben. Männer und Frauen gingen gemeinsam auf die Straße, lehnten sich gegen die neuen Regierungen auf. Es kam zu vielen Kriegen und sogar heute, fünf Jahre später, beherrschte Gewalt unseren Alltag.
Irgendwann hatte man begonnen, an Frauen, die sich gegen die Ritter Zions auflehnten, Exempel zu statuieren. Sie wurden wie die Hexen des Mittelalters öffentlich gefoltert und anschließend auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Ich war Zeugin solcher Hinrichtungen gewesen, und die Schreie der brennenden Frauen verfolgten mich bis heute in meine Albträume. Im ersten Jahr sogar in jeder Nacht.
Der Tod, wie schmerzhaft er auch sein würde, konnte eine willkommene Flucht aus den Fesseln dieses Daseins sein. Angst vor dem Sterben hatte ich keine. Aber nach der Hinrichtung einer Rebellin nahm man ihrer ganzen Familie alles, was sie besaß. Die Angehörigen wurden geschändet, aus der Gesellschaft verstoßen. Ohne Dach über dem Kopf, ohne Geld und ohne eine Zukunft folgten sie der Toten meist schon im nächsten Winter, wenn Hunger und Kälte überhandnahmen. Das war es, was mich bisher immer von einer Rebellion abgehalten hatte, mich jedes Mal erneut in die Schranken verwies, die meinen Käfig abgrenzten. So etwas konnte ich meiner Familie nicht antun. Mein Vater war nicht mehr der Jüngste und meine Brüder, sie hatten sich ein Leben aufgebaut oder versuchten es zumindest so gut wie möglich. Wie könnte ich ihnen das alles nehmen? Es käme mir egoistisch vor.
Darum schluckte ich wieder einmal meine Wut und mein Sehnen nach Freiheit herunter. Verdrängte die Amazone, die noch immer hinter meinen grünen Augen aufzublitzen schien. Es hatte in den ganzen Jahren davor funktioniert, also warum sollte es dann nicht auch in den nächsten Jahren weiterhin klappen? Weil es einem die Luft zum Atmen nimmt, wenn die Haut zu eng ist, wisperte eine kleine Stimme tief in mir und ein Schaudern lief über meinen Körper.