
Mohau Modisakeng: Selected Works
Snoeck (Publisher)
Published on 15. February 2017
Book
Paperback/Softback
128 pages
978-3-86442-186-0 (ISBN)
Description
About the history of the black body
This publication featuring impressive photo series by South African artist Mohau Modisakeng (* 1986 in Soweto) appears on the occasion of his first solo exhibition in Europe at the Kunstraum Innsbruck last year. Also last year, Modisakeng's video »Inzlo« (Mourning) was shown in the South African pavilion at the 56th Venice Biennale. As a starting point for his videos and photos he uses performances where he radically examines his identity as a South African the local political situation: »The main message behind my work has to do with the influence of the history of violence on how we understand our cultural, political, and social roles as human beings. My hope is to reveal how power is manipulated to change how we relate to our bodies.« The thesis of body memories results in strong images in Mohau Modisakeng's work; it is no coincidence that many viewers feel reminded of actions by Matthew Barney or even Joseph Beuys. The inherent poetics of these images and the slight trepidation they cause are, however, rooted in the very contemporary approach to the performative act, in the way Mohau Modisakeng knows how to focus the representation of man on his own person, and scenically charge the image so that the use of various items such as whips, machetes, harnesses might seem disturbing, but not preposterous. Materials such as sand and ash correspond to the more or less rhythmic movement of his body. »My work responds elementarily to the history of the black body within the (South) African context, which in most cases cannot be removed from the violence of the apartheid era and the early 90s. I think the work becomes mesmerizing because although we might recognize history as our past, the body is indifferent to social changes, so it remembers.«
Von der Geschichte schwarzer Körper
Anlässlich der ersten Einzelausstellung in Europa im Kunstraum Innsbruck im vergangenen Jahr erscheint die erste Publikation des südafrikanischen Künstlers Mohau Modisakeng (*1986 in Soweto), die beeindruckende Fotoserien präsentiert. Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde zudem Modisakengs Video »Inzlo« (Trauer) auf der 56. Biennale von Venedig im südafrikanischen Pavillon gezeigt. Jeweiliger Ausgangspunkt seiner Videos und Fotos sind Perfomances, in denen er sich radikal mit seiner Identität als Südafrikaner und der dortigen politischen Situation auseinandersetzt: »Die zentrale Botschaft meiner Arbeit gilt dem Einfluss der Gewalt auf unsere Geschichte und wie wir unsere kulturelle, politische und soziale Rolle als Menschen verstehen. Meine Hoffnung liegt darin zu enthüllen, wie Macht manipuliert, um dadurch unser Verhältnis zu unseren Körpern zu verändern.« Die These der Körpererinnerung führt im Werk Mohau Modisakengs zu starken Bildern, nicht von ungefähr fühlen sich viele Betrachter an die Aktionen von Matthew Barney oder gar Joseph Beuys erinnert. Die diesen Bildern eigene Poetik und der leichte Schauder, den sie erzeugen, rühren jedoch von einem sehr zeitgenössischen Ansatz im performativen Akt her, von Mohau Modisakengs Art und Weise, wie er die Darstellung des Menschen auf seine eigene Person konzentriert und szenisch so aufzuladen weiß, dass der Einsatz der diversen Utensilien wie Peitschen, Macheten, Pferdegeschirre zwar verstörend, aber nicht überzeichnet wirkt. Materialien wie Sand oder Asche korrespondieren mit den mal weniger, mal stärker rhythmisierten Bewegung seines Körpers. »Meine Arbeit antwortet auf einer elementaren Ebene auf die Geschichte der schwarzen Körper im südafrikanischen Kontext, eine Geschichte, die in vielerlei Hinsicht nicht von der Gewalt der Apartheid-Ära und den frühen 1990er Jahren zu trennen ist. Ich denke, diese Arbeit erzeugt eine ganz eigene Faszination, denn während wir Gewesenes als Vergangenheit zu erkennen vermögen, schert sich unser Körper nicht um den gesellschaftlichen Wandel, er erinnert sich und prolongiert das Gewesene.«
This publication featuring impressive photo series by South African artist Mohau Modisakeng (* 1986 in Soweto) appears on the occasion of his first solo exhibition in Europe at the Kunstraum Innsbruck last year. Also last year, Modisakeng's video »Inzlo« (Mourning) was shown in the South African pavilion at the 56th Venice Biennale. As a starting point for his videos and photos he uses performances where he radically examines his identity as a South African the local political situation: »The main message behind my work has to do with the influence of the history of violence on how we understand our cultural, political, and social roles as human beings. My hope is to reveal how power is manipulated to change how we relate to our bodies.« The thesis of body memories results in strong images in Mohau Modisakeng's work; it is no coincidence that many viewers feel reminded of actions by Matthew Barney or even Joseph Beuys. The inherent poetics of these images and the slight trepidation they cause are, however, rooted in the very contemporary approach to the performative act, in the way Mohau Modisakeng knows how to focus the representation of man on his own person, and scenically charge the image so that the use of various items such as whips, machetes, harnesses might seem disturbing, but not preposterous. Materials such as sand and ash correspond to the more or less rhythmic movement of his body. »My work responds elementarily to the history of the black body within the (South) African context, which in most cases cannot be removed from the violence of the apartheid era and the early 90s. I think the work becomes mesmerizing because although we might recognize history as our past, the body is indifferent to social changes, so it remembers.«
Von der Geschichte schwarzer Körper
Anlässlich der ersten Einzelausstellung in Europa im Kunstraum Innsbruck im vergangenen Jahr erscheint die erste Publikation des südafrikanischen Künstlers Mohau Modisakeng (*1986 in Soweto), die beeindruckende Fotoserien präsentiert. Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde zudem Modisakengs Video »Inzlo« (Trauer) auf der 56. Biennale von Venedig im südafrikanischen Pavillon gezeigt. Jeweiliger Ausgangspunkt seiner Videos und Fotos sind Perfomances, in denen er sich radikal mit seiner Identität als Südafrikaner und der dortigen politischen Situation auseinandersetzt: »Die zentrale Botschaft meiner Arbeit gilt dem Einfluss der Gewalt auf unsere Geschichte und wie wir unsere kulturelle, politische und soziale Rolle als Menschen verstehen. Meine Hoffnung liegt darin zu enthüllen, wie Macht manipuliert, um dadurch unser Verhältnis zu unseren Körpern zu verändern.« Die These der Körpererinnerung führt im Werk Mohau Modisakengs zu starken Bildern, nicht von ungefähr fühlen sich viele Betrachter an die Aktionen von Matthew Barney oder gar Joseph Beuys erinnert. Die diesen Bildern eigene Poetik und der leichte Schauder, den sie erzeugen, rühren jedoch von einem sehr zeitgenössischen Ansatz im performativen Akt her, von Mohau Modisakengs Art und Weise, wie er die Darstellung des Menschen auf seine eigene Person konzentriert und szenisch so aufzuladen weiß, dass der Einsatz der diversen Utensilien wie Peitschen, Macheten, Pferdegeschirre zwar verstörend, aber nicht überzeichnet wirkt. Materialien wie Sand oder Asche korrespondieren mit den mal weniger, mal stärker rhythmisierten Bewegung seines Körpers. »Meine Arbeit antwortet auf einer elementaren Ebene auf die Geschichte der schwarzen Körper im südafrikanischen Kontext, eine Geschichte, die in vielerlei Hinsicht nicht von der Gewalt der Apartheid-Ära und den frühen 1990er Jahren zu trennen ist. Ich denke, diese Arbeit erzeugt eine ganz eigene Faszination, denn während wir Gewesenes als Vergangenheit zu erkennen vermögen, schert sich unser Körper nicht um den gesellschaftlichen Wandel, er erinnert sich und prolongiert das Gewesene.«
More details
Language
English
German
Place of publication
Köln
Germany
Illustrations
70
70 Farbfotos bzw. farbige Rasterbilder
70 colour ills
Dimensions
Height: 20.5 cm
Width: 17 cm
ISBN-13
978-3-86442-186-0 (9783864421860)
Schweitzer Classification