
Die dunklen Jahre
Friederike Manner(Author)
Evelyne Polt-Heinzl(Editor)
Edition Atelier (Publisher)
3rd Edition
Published on 22. February 2021
Book
424 pages
978-3-99065-044-8 (ISBN)
Description
Die Ehe von Klara und Ernst ist zu Ende, längst haben sich die Lektorin und der Arzt entfremdet. Doch 1938 ändert sich alles. Die NS-Truppen marschieren in Österreich ein, und Klara will ihren jüdischen Noch-Ehemann nicht im Stich lassen. Für sie, Ernst und die beiden Kinder beginnt ein bitterer Kampf ums Überleben, der sie in die Schweiz und ins von den Nazis besetzte Belgrad führt. Klara beschreibt die Härten dieses Alltags genauso wie die seltenen Momente kleiner Freuden und bewahrt sich dabei einen unbestechlichen Blick auf die politischen und menschlichen Verwerfungen rundum.
Friederike Manners schonungsloser Exilroman ist ein beispielloses Stück Erinnerungsliteratur über eine starke, kämpferische Frau in einer unmenschlichen Zeit.
Friederike Manners schonungsloser Exilroman ist ein beispielloses Stück Erinnerungsliteratur über eine starke, kämpferische Frau in einer unmenschlichen Zeit.
Reviews / Votes
»Friederike Manners Roman >Die dunklen Jahre< ist vieles in einem: Roman der Selbstfindung und Selbstbehauptung einer Frau, Roman von Verfolgung, Flucht und Widerstand, Exilroman, Politthriller, Tagebuch einer Mutter, Chronik der laufenden Ereignisse.Ein Roman auch über das Versäumnis - und die Folgen dieses Versäumnisses -, nicht rechtzeitig für, sondern nur gegen etwas gekämpft zu haben. Also einer über uns und unsere Gegenwart. Einer der besten Romane überhaupt.« - Erich Hackl
More details
Language
German
Place of publication
Wien
Austria
Edition type
New edition
Product notice
Klappenbroschur
sewn/stitched
Dimensions
Height: 20.5 cm
Width: 12.5 cm
ISBN-13
978-3-99065-044-8 (9783990650448)
Schweitzer Classification
Other editions
Previous edition

Friederike Manner | Evelyne Polt-Heinzl
Die dunklen Jahre
Book
02/2019
2nd Edition
Edition Atelier
€28.00
Article exhausted; check for reprint
Persons
Author
Friederike Manner (1904-1956 in Wien). Studium an der Universität Wien, verheiratet mit dem Arzt Hans Brauchbar, zwei Kinder. Erste Gedichtveröffentlichung im Februar 1938, kurz vor der Emigration nach Jugoslawien. Nach 1945 arbeitete sie als Literaturkritikerin und Lektorin. 1948 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Martha Florian ihren autobiografischen Roman »Die dunklen Jahre«, der nun erstmals wiederaufgelegt wird. Mit dem Schweigekonsens der Wiederaufbauzeit konnte sie sich nicht abfinden und setzte am 6. Februar 1956 ihrem Leben ein Ende.
ISNI: 0000 0004 8496 7568 GND: 116733829
ISNI: 0000 0004 8496 7568 GND: 116733829
Editor
Evelyne Polt-Heinzl wurde 2017 mit dem Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik ausgezeichnet. Als Literaturhistorikerin hat sie immer wieder auf zu Unrecht vergessene Autorinnen und Autoren aufmerksam gemacht und eine Reihe von Büchern neu herausgegeben, etwa von Joe Lederer, Annemarie Selinko, Walter Toman oder zuletzt von Oskar Jan Tauschinski, Hans Flesch-Brunningen und Martina Wied.
ISNI: 0000 0001 0874 9751 GND: 13132277X
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Content
»An Stellas Schule hängt eine riesengroße Hakenkreuzfahne. Wo sie die bloß herhaben - so schnell über Nacht? Und ein Mann mit Hakenkreuzarmbinde, davor, ein SA-Mann! Das ist nun aber schnell gegangen, schneller, als sonst etwas in Österreich zu gehen pflegt; alle Achtung!
Eine Patientin von Ernst kommt des Weges, sieht mich und geht rasch auf die andere Straßenseite; das fängt ja gut an. Ich muß an der Papierhandlung vorbei, der Inhaber schiebt gerade den Rollbalken hoch, dreht sich um und grüßt mit Schwung: «Heil Hitler!« - Und er hat immer so sehr auf die Vaterländischen geschimpft - ich habe geglaubt, er ist ein Roter - ach ja, er ist in SA-Verkleidung, und er schmückt das Schaufenster mit Hakenkreuzen!«
Eine Patientin von Ernst kommt des Weges, sieht mich und geht rasch auf die andere Straßenseite; das fängt ja gut an. Ich muß an der Papierhandlung vorbei, der Inhaber schiebt gerade den Rollbalken hoch, dreht sich um und grüßt mit Schwung: «Heil Hitler!« - Und er hat immer so sehr auf die Vaterländischen geschimpft - ich habe geglaubt, er ist ein Roter - ach ja, er ist in SA-Verkleidung, und er schmückt das Schaufenster mit Hakenkreuzen!«