Die wehrhafte Braut
Roman
Megan MacFadden(Author)
Heyne (Publisher)
Published on 4. January 2010
Book
Paperback/Softback
400 pages
978-3-453-77255-7 (ISBN)
Description
Wild, romantisch, unwiderstehlich
Als Ewan an den Hof des Clanführers Alister kommt, um zum Krieger ausgebildet zu werden, zeigt sich die schöne Rodena zunächst unbeeindruckt. Ewan jedoch entbrennt schon bald vor Leidenschaft für die temperamentvolle junge Frau. Aber Alister, ihr Ziehvater, will Rodena mit dem hinterhältigen Malcolm MacDonald verheiraten. Rodena ist entsetzt: Wird Ewan sie vor diesem Schicksal bewahren können?
Als Ewan an den Hof des Clanführers Alister kommt, um zum Krieger ausgebildet zu werden, zeigt sich die schöne Rodena zunächst unbeeindruckt. Ewan jedoch entbrennt schon bald vor Leidenschaft für die temperamentvolle junge Frau. Aber Alister, ihr Ziehvater, will Rodena mit dem hinterhältigen Malcolm MacDonald verheiraten. Rodena ist entsetzt: Wird Ewan sie vor diesem Schicksal bewahren können?
More details
Language
German
Place of publication
München
Germany
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 11.5 cm
ISBN-13
978-3-453-77255-7 (9783453772557)
Schweitzer Classification
Person
Megan MacFadden ist das Pseudonym einer Autorin, die bereits viele Erfolge im Bereich der Unterhaltungsliteratur vorweisen kann. Ihr Spektrum reicht von historischen Liebesromanen über erotische Literatur bis hin zu humorvollen Ratgebern.
Content
Das erste Morgenlicht schimmerte fahl durchs Geäst und gab den Grasbüscheln auf der Lichtung eine bläuliche Färbung. Ewan verharrte reglos, den Rücken gegen den Stamm einer knorrigen Kiefer gelehnt, sein Atem ging flach, alle Sinne waren aufs Äußerste angespannt.
Da! Zögerlich trat das erste Reh aus dem Wald, verharrte einen Augenblick, tat einen weiteren Schritt, blieb dann wieder stehen und prüfte witternd die Luft. Ewan konnte die großen, glänzenden Augen des Tieres sehen, die samtigen Nüstern der Ricke blähten sich ein wenig, wenn sie die Witterung einsog. Unruhig zuckten ihre Flanken.
Langsam und unhörbar zog er einen Pfeil aus dem Köcher, legte das gefiederte Pfeilende an die Sehne seines Bogens, spürte, wie der glatte Pfeil kühl auf seiner rechten Faust auflag.
Die alte Ricke hatte entschieden, dass keine Gefahr drohte, und schritt gemächlich auf die Mitte der Lichtung zu, wo die besten Grasbüschel zwischen dem Heidekraut emporwuchsen. Andere Tiere des Rudels folgten ihr, eine Prozession zierlicher, dunkler Leiber, Ricken mit Kitzen, junge Böcke, die sich noch nicht vom Rudel entfernt hatten und noch geduldet wurden. Auf sie hatte Ewan es abgesehen.
Er wählte sein Opfer sorgfältig aus. Die Spitze seines Pfeils zielte auf ein kräftiges, gesund aussehendes Böcklein, das ein wenig abseits von den anderen graste und ihm die linke Seite zuwandte. Ewans Armmuskeln schwollen an, als er nun ruhig und stetig den Bogen spannte, ohne dabei den Pfeil aus seiner Flugrichtung zu bewegen. Der Bock äste ahnungslos, rupfte gierig die taufeuchten Kräuter ab, hin und wieder hob er den Kopf, malmte vor sich hin, blickte um sich, dann fraß er weiter.
Der Jäger kniff das linke Auge zu und zielte genau, um das Tier nicht unnötig leiden zu lassen - da plötzlich knackte im Hintergrund trockenes Geäst, und die Rehe hoben erschrocken die Köpfe.
Ein schriller Ruf gellte durch den Wald, im gleichen Augenblick stob das Wild in panischer Flucht davon. Der junge Bock, Ewans auserkorene Beute, war einer der Ersten, der zwischen den niedrigen Kiefern und Wacholderbüschen verschwand. Ärgerlich und enttäuscht entspannte der junge Mann den Bogen und wandte sich um. Wer, zum Teufel, hatte ihm da die Jagd verdorben?
'Habe ich dich erwischt!', rief eine helle Stimme. 'Weißt du nicht, dass hier Alister MacBlairs Jagdgebiet ist?'
Ewan wusste das sehr gut - allerdings hatte er bisher immer einen Weg gefunden, trotz dieses Verbots zu seiner Beute zu kommen. Jetzt also hatte man ihn ertappt. Die Stimme klang jedoch nicht besonders bedrohlich. Ein Knabe, vermutlich ein Pächterskind aus den umliegenden Gehöften - den würde er leicht davon überzeugen, dass er das Maul zu halten habe.
'Komm raus aus deinem Versteck, du Angeber!', forderte Ewan und starrte angestrengt in die Dämmerung des Kiefernwaldes, ohne eine Bewegung wahrnehmen zu können.
'Verschwinde lieber von hier, bevor der Clan Chief und seine Männer dich erwischen!', schallte es ihm entgegen.
Die Drohung klang selbstbewusst und ziemlich anmaßend. Der Angeber musste irgendwo hinter einer Kiefer verborgen sein.
''Ich zittere schon an allen Gliedern', höhnte Ewan. ''Los, zeig dich, Kleiner. Ich will wissen, wer mir die Jagd versaut hat. Oder hast du etwa Angst vor mir?'
'Vor einem Bauernlümmel, der sich einbildet, ein Jäger zu sein?'
Spöttisches Gelächter erklang - dieser Mistkerl machte sich über ihn lustig. Ewan spürte, wie die Adern an seinem Hals vor Zorn anschwollen, denn er hasste nichts mehr, als ausgelacht zu werden.
'Zeig dich, wenn du kein jämmerlicher Feigling bist!', rief er wütend.
Ein Schatten löste sich vom Stamm einer Kiefer, und eine schmale Gestalt bewegte sich auf ihn zu. Die Schritte waren leicht und fast unhörbar, dann fiel das heller werdende Morgenlicht auf ein grünes Plaid, auf dem eine silberne Fibel glänzte. Der Bursche war ohne Zweifel kein armer Pächterssohn. Seine Füße steckten in zierlichen Schuhen aus gutem, weichem Kalbsleder, und auf dem Kopf trug er ein keckes Hütchen, das mit einer bunten Feder geschmückt war.
Er blieb nur wenige Schritte vor Ewan stehen und musterte den jungen Bauern mit schmalen, sehr dunklen Augen.
'Wenn die Jäger des Clan Chiefs dich erwischen, werden sie dich prügeln, dass du monatelang weder sitzen noch liegen kannst', sagte er spöttisch. 'Also lass besser niemanden deinen Bogen sehen.'
Ewans Faust umschloss den Bogen, den er selbst in langwieriger Arbeit hergestellt hatte. Er hatte viele Versuche gebraucht, um die Waffe so zielgenau und perfekt zu bauen, dass sein Pfeil nun fast immer ins Schwarze traf.
'Das "Wild gehört allen - nicht nur dem Clan Chief', gab er trotzig zurück. 'So ist es immer gewesen - Alister MacBlair hat kein Recht, uns das Jagen zu verbieten.'
Die energische Feststellung bewirkte jedoch nur, dass der junge Bursche überlegen grinste und die Arme vor der Brust verschränkte. Dabei hob sich sein Plaid ein wenig an, und Ewan konnte sehen, dass in dem ledernen Gürtel, den er um die Mitte geschlungen hatte, nur ein kurzes Jagdmesser steckte.
'Du gehörst also auch zu denen, die gern mit dem Kopf gegen Steinblöcke rennen!', sagte der Knabe herablassend. 'Armer Kerl, du tust mir leid, denn du wirst dir eine blutige Nase holen.'
Ewan konnte sich jetzt nicht mehr beherrschen. Wer auch immer dieser Hänfling war - er hatte keine Lust, sich von ihm belehren zu lassen.
'Pass nur auf, dass ich dir nicht den blanken Hintern gerbe, du Schönling mit diesem albernen kleinen Hut!', rief er und packte den jungen Burschen bei den Schultern.
'Wage es nicht, mich anzufassen, dreckiger Bauer!', keifte der Junge und verpasste Ewan einen gut gezielten Tritt gegen das rechte Knie. Doch der viel Stärkere stieß ihn mit dem Rücken gegen einen Baumstamm, wich dann lachend vor den verzweifelten Fußtritten seines jungen Gegners zurück, wobei seine Hände ein wenig tiefer glitten. Dann jedoch spürte Ewan etwas unter seinen Fingern, das ihn entsetzt zurückfahren ließ.
Das war kein Knabe. Unter dem Plaid hatte Ewan zwei weiche, elastische Rundungen gefühlt - die Brüste einer jungen Frau. Im gleichen Moment war auch das kecke Hütchen vom Kopf seines Gegners gerutscht, und eine Flut seidiger, hellbrauner Haare breitete sich über dessen Schultern.
Da! Zögerlich trat das erste Reh aus dem Wald, verharrte einen Augenblick, tat einen weiteren Schritt, blieb dann wieder stehen und prüfte witternd die Luft. Ewan konnte die großen, glänzenden Augen des Tieres sehen, die samtigen Nüstern der Ricke blähten sich ein wenig, wenn sie die Witterung einsog. Unruhig zuckten ihre Flanken.
Langsam und unhörbar zog er einen Pfeil aus dem Köcher, legte das gefiederte Pfeilende an die Sehne seines Bogens, spürte, wie der glatte Pfeil kühl auf seiner rechten Faust auflag.
Die alte Ricke hatte entschieden, dass keine Gefahr drohte, und schritt gemächlich auf die Mitte der Lichtung zu, wo die besten Grasbüschel zwischen dem Heidekraut emporwuchsen. Andere Tiere des Rudels folgten ihr, eine Prozession zierlicher, dunkler Leiber, Ricken mit Kitzen, junge Böcke, die sich noch nicht vom Rudel entfernt hatten und noch geduldet wurden. Auf sie hatte Ewan es abgesehen.
Er wählte sein Opfer sorgfältig aus. Die Spitze seines Pfeils zielte auf ein kräftiges, gesund aussehendes Böcklein, das ein wenig abseits von den anderen graste und ihm die linke Seite zuwandte. Ewans Armmuskeln schwollen an, als er nun ruhig und stetig den Bogen spannte, ohne dabei den Pfeil aus seiner Flugrichtung zu bewegen. Der Bock äste ahnungslos, rupfte gierig die taufeuchten Kräuter ab, hin und wieder hob er den Kopf, malmte vor sich hin, blickte um sich, dann fraß er weiter.
Der Jäger kniff das linke Auge zu und zielte genau, um das Tier nicht unnötig leiden zu lassen - da plötzlich knackte im Hintergrund trockenes Geäst, und die Rehe hoben erschrocken die Köpfe.
Ein schriller Ruf gellte durch den Wald, im gleichen Augenblick stob das Wild in panischer Flucht davon. Der junge Bock, Ewans auserkorene Beute, war einer der Ersten, der zwischen den niedrigen Kiefern und Wacholderbüschen verschwand. Ärgerlich und enttäuscht entspannte der junge Mann den Bogen und wandte sich um. Wer, zum Teufel, hatte ihm da die Jagd verdorben?
'Habe ich dich erwischt!', rief eine helle Stimme. 'Weißt du nicht, dass hier Alister MacBlairs Jagdgebiet ist?'
Ewan wusste das sehr gut - allerdings hatte er bisher immer einen Weg gefunden, trotz dieses Verbots zu seiner Beute zu kommen. Jetzt also hatte man ihn ertappt. Die Stimme klang jedoch nicht besonders bedrohlich. Ein Knabe, vermutlich ein Pächterskind aus den umliegenden Gehöften - den würde er leicht davon überzeugen, dass er das Maul zu halten habe.
'Komm raus aus deinem Versteck, du Angeber!', forderte Ewan und starrte angestrengt in die Dämmerung des Kiefernwaldes, ohne eine Bewegung wahrnehmen zu können.
'Verschwinde lieber von hier, bevor der Clan Chief und seine Männer dich erwischen!', schallte es ihm entgegen.
Die Drohung klang selbstbewusst und ziemlich anmaßend. Der Angeber musste irgendwo hinter einer Kiefer verborgen sein.
''Ich zittere schon an allen Gliedern', höhnte Ewan. ''Los, zeig dich, Kleiner. Ich will wissen, wer mir die Jagd versaut hat. Oder hast du etwa Angst vor mir?'
'Vor einem Bauernlümmel, der sich einbildet, ein Jäger zu sein?'
Spöttisches Gelächter erklang - dieser Mistkerl machte sich über ihn lustig. Ewan spürte, wie die Adern an seinem Hals vor Zorn anschwollen, denn er hasste nichts mehr, als ausgelacht zu werden.
'Zeig dich, wenn du kein jämmerlicher Feigling bist!', rief er wütend.
Ein Schatten löste sich vom Stamm einer Kiefer, und eine schmale Gestalt bewegte sich auf ihn zu. Die Schritte waren leicht und fast unhörbar, dann fiel das heller werdende Morgenlicht auf ein grünes Plaid, auf dem eine silberne Fibel glänzte. Der Bursche war ohne Zweifel kein armer Pächterssohn. Seine Füße steckten in zierlichen Schuhen aus gutem, weichem Kalbsleder, und auf dem Kopf trug er ein keckes Hütchen, das mit einer bunten Feder geschmückt war.
Er blieb nur wenige Schritte vor Ewan stehen und musterte den jungen Bauern mit schmalen, sehr dunklen Augen.
'Wenn die Jäger des Clan Chiefs dich erwischen, werden sie dich prügeln, dass du monatelang weder sitzen noch liegen kannst', sagte er spöttisch. 'Also lass besser niemanden deinen Bogen sehen.'
Ewans Faust umschloss den Bogen, den er selbst in langwieriger Arbeit hergestellt hatte. Er hatte viele Versuche gebraucht, um die Waffe so zielgenau und perfekt zu bauen, dass sein Pfeil nun fast immer ins Schwarze traf.
'Das "Wild gehört allen - nicht nur dem Clan Chief', gab er trotzig zurück. 'So ist es immer gewesen - Alister MacBlair hat kein Recht, uns das Jagen zu verbieten.'
Die energische Feststellung bewirkte jedoch nur, dass der junge Bursche überlegen grinste und die Arme vor der Brust verschränkte. Dabei hob sich sein Plaid ein wenig an, und Ewan konnte sehen, dass in dem ledernen Gürtel, den er um die Mitte geschlungen hatte, nur ein kurzes Jagdmesser steckte.
'Du gehörst also auch zu denen, die gern mit dem Kopf gegen Steinblöcke rennen!', sagte der Knabe herablassend. 'Armer Kerl, du tust mir leid, denn du wirst dir eine blutige Nase holen.'
Ewan konnte sich jetzt nicht mehr beherrschen. Wer auch immer dieser Hänfling war - er hatte keine Lust, sich von ihm belehren zu lassen.
'Pass nur auf, dass ich dir nicht den blanken Hintern gerbe, du Schönling mit diesem albernen kleinen Hut!', rief er und packte den jungen Burschen bei den Schultern.
'Wage es nicht, mich anzufassen, dreckiger Bauer!', keifte der Junge und verpasste Ewan einen gut gezielten Tritt gegen das rechte Knie. Doch der viel Stärkere stieß ihn mit dem Rücken gegen einen Baumstamm, wich dann lachend vor den verzweifelten Fußtritten seines jungen Gegners zurück, wobei seine Hände ein wenig tiefer glitten. Dann jedoch spürte Ewan etwas unter seinen Fingern, das ihn entsetzt zurückfahren ließ.
Das war kein Knabe. Unter dem Plaid hatte Ewan zwei weiche, elastische Rundungen gefühlt - die Brüste einer jungen Frau. Im gleichen Moment war auch das kecke Hütchen vom Kopf seines Gegners gerutscht, und eine Flut seidiger, hellbrauner Haare breitete sich über dessen Schultern.