Feuer der Gefühle
Roman
Kate Lyon(Author)
Heyne (Publisher)
Published on 1. July 2008
Book
Paperback/Softback
416 pages
978-3-453-77219-9 (ISBN)
Description
Eine romantische Liebesgeschichte in den unendlichen Weiten der Prärie
Mithilfe der schönen und tapferen Caroline Whitley will Zach McCallister in das Lager der Cheyenne gelangen, denn er weiß, dass sie seinen Sohn entführt haben. Gemeinsam nehmen die beiden die beschwerliche Reise in einem Planwagen auf sich. Schon bald können sie sich nicht mehr gegen die Kraft ihrer Gefühle wehren. Doch Caroline ist die Frau des mächtigen Cheyenne-Häuptlings Little Wolf.
Mithilfe der schönen und tapferen Caroline Whitley will Zach McCallister in das Lager der Cheyenne gelangen, denn er weiß, dass sie seinen Sohn entführt haben. Gemeinsam nehmen die beiden die beschwerliche Reise in einem Planwagen auf sich. Schon bald können sie sich nicht mehr gegen die Kraft ihrer Gefühle wehren. Doch Caroline ist die Frau des mächtigen Cheyenne-Häuptlings Little Wolf.
More details
Language
German
Place of publication
München
Germany
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 11.5 cm
ISBN-13
978-3-453-77219-9 (9783453772199)
Schweitzer Classification
Persons
Kate Lyon ist eine erfolgreiche Autorin historischer Liebesromane. Mit ihrem Mann lebt sie im Norden von Alabama.
Content
Virginia, Juli 1878
'Wach auf, du Landstreicher!'
Ein jäher Schmerz in den Rippen holte Zach McCallister, der seit einer halben Ewigkeit nicht mehr richtig geschlafen hatte, aus den Träumen. Er riss die Augen auf und versetzte seinen Körper in Alarmbereitschaft.
'Steh auf, verdammt noch mal, und beweg deinen Hintern aus meinem Pferdestall.'
Zach machte einen Satz in die Höhe, schleuderte seinen Widersacher gegen die Holzwand der Pferdebox und presste ihm die schwach schimmernde Klinge seines Dolches an den Hals.
Wie hatte es dazu kommen können? Noch nie war er aus dem Hinterhalt überrumpelt worden. Was war nur los? Er schlief doch sonst nicht wie ein Murmeltier. Jetzt gab es nur noch eins zu tun: den Fremden töten, ehe dieser ihm zuvorkam. Warum in drei Teufels Namen zögerte er noch?
Tief in Zachs Innerem regte sich ein Gefühl, das ihm befahl, zu warten. Irgendetwas stimmte nicht.
'Zachariah?'
Zachs Blick richtete sich auf das Gesicht des Mannes. Das war nun schon die zweite Faustregel, die er gebrochen hatte: Sieh dem Feind niemals in die Augen. Wie vom Donner gerührt stellte er fest, dass das aufgebrachte Gesicht, in das er blickte, seinem eigenen sehr ähnlich sah.
Josh!
Er war zu Hause!
Eine Woge der Erleichterung riss ihn mit sich. Er hatte nur deshalb so tief und fest geschlafen, weil er gewusst hatte, dass er in Sicherheit war.
'Nimm endlich das verdammte Messer weg, es sei denn, du hast den Auftrag, deine Sippschaft auszulöschen.'
Zach, der seinen Bruder noch immer vollkommen entgeistert und regungslos anstarrte, riss die Hand nach hinten. 'Hallo Josh', murmelte er, drehte sich weg und steckte den Dolch in das Futteral an seinem Gürtel.
'Eine tolle Begrüßung, wenn man bedenkt, dass du deinen Bruder seit zwei Jahren nich mehr gesehen hast.' Josh lavierte sich mehr schlecht als recht an Zach vorbei und strich das Hemd glatt. 'Das mit der Heugabel tut mir leid. Hab dich nich gleich erkannt.' Dann deutete er mit dem Kinn auf den hellgrauen Hengst, der sich begierig über das Heu in der benachbarten Pferdebox hergemacht hatte. 'So klapprig, wie der Gaul ist, hätt' ich mir eigentlich denken können, dass du es bist. Der frisst ja, als hätte er sein Lebtag noch kein Heu gesehen.'
'Das ist Dämon. Ich dachte mir, er gäbe später mal einen guten Zuchthengst ab.' Zach ging schnell in die Hocke und rollte das Bettzeug zusammen, damit Josh nicht merkte, wie aufgewühlt er war. 'Wie geht es Abby?', erkundigte er sich so beiläufig wie möglich.
Mit einem aufgebrachten Schnauben ließ Josh die Hände in die Hosentaschen gleiten. 'Dieses verschrobene Weibsstück. Ist mir schleierhaft, was die noch bei mir hält.'
'Das liegt vermutlich an deinem unwiderstehlichen Charme.'
'Wieso kommst du erst jetzt?', fragte Josh und wechselte damit das Thema. Er sah seinen Bruder mit funkelnden Augen an.
Zach hielt seinem Blick stand, ehe er sich an ihm vorbeischob und durch die geöffnete Stalltür in den rötlichen Schein der Abenddämmerung trat. Die Hände in die Hüften gestemmt, tat er einen tiefen Atemzug und sog die vertrauten und geliebten Gerüche ein. 'Sieht alles prächtig aus.'
Während Zach den Blick umherschweifen ließ, angelte Josh sich seine Krücke und gesellte sich halb hinkend, halb hüpfend zu Zach. 'Du hast gut reden. Warst ja nich hier, um halb leere Pferdekoppeln nach dem Bürgerkrieg zu hüten', brummte er.
'Was ist, macht dir dein Bein wieder mal zu schaffen?', fragte Zach, der am liebsten in die Knie gegangen wäre, um Joshs Stumpf zu untersuchen, der oberhalb des linken Knies endete.
'Meinst wohl den kümmerlichen Rest, der noch übrig is?', zischte Josh mürrisch. 'Nein.'
'Du kannst von Glück reden, dass du lebst.'
'Spar dir deine scheinheiligen Floskeln. An deinen Händen klebt schließlich genug fremdes Blut.'
Zach schleuderte seinem Bruder einen finsteren Blick zu. 'Wenn dir irgendetwas nicht passt, dann red nicht um den heißen Brei herum.
'Wo warst du?'
'Das kann ich dir nicht sagen.' 'Kannst du oder willst du nich?' 'Sowohl als auch.'
'Verstehe. Behalt von mir aus deine gottverdammten Geheimnisse für dich', fuhr Josh ihn an, 'aber wunder dich nich, wenn du zu spät kommst.'
Wie so oft schluckte Zach gegen seine Wut an. Er war es leid, mit Josh über Dinge zu diskutieren, die sich nicht ändern ließen. Selbst wenn er wollte, konnte er nicht rückgängig machen, dass er im Krieg getötet hatte. Hastig wischte er sich die verschwitzten Hände an der Hose ab und steckte sie in die Taschen. Der Krieg mochte eine halbe Ewigkeit vorbei sein, doch Zach brachte es noch immer nicht übers Herz, seinem Bruder von den Schreckensbildern zu erzählen, die ihn tagtäglich verfolgten, während er nichts Besseres zu tun hatte, als in Selbsthass und Selbstmitleid zu zerfließen. Doch wie auch immer, er liebte seinen Bruder fast genauso wie seinen Sohn Luke und war, unmittelbar nachdem er Joshs Nachricht erhalten hatte, wie der Teufel losgeritten. Seine Auftraggeber würden sich fürs Erste in Geduld üben müssen, ob es ihnen passte oder nicht. Luke war das Wichtigste in seinem Leben.
Gedankenverloren hob Zach einen Stein auf und schleuderte ihn in der untergehenden Sonne entgegen. 'Wann ist Patricia weggeritten?'
Josh rümpfte die Nase. 'Ich werd nie verstehen, warum du dieses Weibsbild geehelicht hast.'
'Wann?', wiederholte Zach genervt, weil Josh haargenau wusste, wie diese ihrer Ehe zustande gekommen war.
'Am selben Tag, an dem ich dir die Nachricht geschickt habe. Vor zwei Monaten.'
Zach hatte das Gefühl, ihn träfe eine Faust in den Magen. Zwei Monate! Die Fährte war längst verwischt.
'Und du bist dir ganz sicher, dass sie nach Westen aufgebrochen ist?' Sein Verstand raste, im Geiste studierte er bereits sämtliche Landkarten der Umgebung.
'So sicher wie das Amen in der Kirche. Früher oder später musste es ja so kommen. Hast dich ja kaum noch um sie gekümmert. Bis dieser Nichtsnutz John ihr schöne Augen gemacht und ihr einen Floh ins Ohr gesetzt hat. Hat ständig was von tausend Hektar Land und Viehzucht gefaselt. Tja, und als wir eines Morgens aufwachten, waren die beiden fort - zusammen mit Luke und zwei unserer besten Pferde.'
Eiskalte Wut streckte die Fühler nach Zachs Herz aus. Patricia würde es noch bitterlich bereuen, dass sie seinen Sohn verschleppt hatte.
Josh blinzelte in den Abendhimmel. 'Aber das ist noch nicht alles. Seit letzter Woche wissen wir mehr.'
'Raus mit der Sprache', zischte Zach und hielt schneidend die Luft an.
Mit heiserer Stimme fuhr Josh fort: 'Es gehen Gerüchte um, sie wären den Rothäuten zum Opfer gefallen. Soldaten haben sie und ihren Liebhaber angeblich aufgefunden. Mausetot, splitterfasernackt und von unzähligen Pfeilen durchbohrt.'
'Was ist mit Luke?'
Josh zog die Schultern hoch, ließ sie wieder sinken und räusperte sich. 'Von Luke fehlt jede Spur.'
Sogleich brach ein erbittertes Duell zwischen Verzweiflung und Hoffnung in Zachs Innerem los. Er presste die Kiefer aufeinander, ballte die Hände zu Fäusten und schwor sich, jeden gottverdammten Stein im Land umzudrehen, um Luke zu finden.
'Wach auf, du Landstreicher!'
Ein jäher Schmerz in den Rippen holte Zach McCallister, der seit einer halben Ewigkeit nicht mehr richtig geschlafen hatte, aus den Träumen. Er riss die Augen auf und versetzte seinen Körper in Alarmbereitschaft.
'Steh auf, verdammt noch mal, und beweg deinen Hintern aus meinem Pferdestall.'
Zach machte einen Satz in die Höhe, schleuderte seinen Widersacher gegen die Holzwand der Pferdebox und presste ihm die schwach schimmernde Klinge seines Dolches an den Hals.
Wie hatte es dazu kommen können? Noch nie war er aus dem Hinterhalt überrumpelt worden. Was war nur los? Er schlief doch sonst nicht wie ein Murmeltier. Jetzt gab es nur noch eins zu tun: den Fremden töten, ehe dieser ihm zuvorkam. Warum in drei Teufels Namen zögerte er noch?
Tief in Zachs Innerem regte sich ein Gefühl, das ihm befahl, zu warten. Irgendetwas stimmte nicht.
'Zachariah?'
Zachs Blick richtete sich auf das Gesicht des Mannes. Das war nun schon die zweite Faustregel, die er gebrochen hatte: Sieh dem Feind niemals in die Augen. Wie vom Donner gerührt stellte er fest, dass das aufgebrachte Gesicht, in das er blickte, seinem eigenen sehr ähnlich sah.
Josh!
Er war zu Hause!
Eine Woge der Erleichterung riss ihn mit sich. Er hatte nur deshalb so tief und fest geschlafen, weil er gewusst hatte, dass er in Sicherheit war.
'Nimm endlich das verdammte Messer weg, es sei denn, du hast den Auftrag, deine Sippschaft auszulöschen.'
Zach, der seinen Bruder noch immer vollkommen entgeistert und regungslos anstarrte, riss die Hand nach hinten. 'Hallo Josh', murmelte er, drehte sich weg und steckte den Dolch in das Futteral an seinem Gürtel.
'Eine tolle Begrüßung, wenn man bedenkt, dass du deinen Bruder seit zwei Jahren nich mehr gesehen hast.' Josh lavierte sich mehr schlecht als recht an Zach vorbei und strich das Hemd glatt. 'Das mit der Heugabel tut mir leid. Hab dich nich gleich erkannt.' Dann deutete er mit dem Kinn auf den hellgrauen Hengst, der sich begierig über das Heu in der benachbarten Pferdebox hergemacht hatte. 'So klapprig, wie der Gaul ist, hätt' ich mir eigentlich denken können, dass du es bist. Der frisst ja, als hätte er sein Lebtag noch kein Heu gesehen.'
'Das ist Dämon. Ich dachte mir, er gäbe später mal einen guten Zuchthengst ab.' Zach ging schnell in die Hocke und rollte das Bettzeug zusammen, damit Josh nicht merkte, wie aufgewühlt er war. 'Wie geht es Abby?', erkundigte er sich so beiläufig wie möglich.
Mit einem aufgebrachten Schnauben ließ Josh die Hände in die Hosentaschen gleiten. 'Dieses verschrobene Weibsstück. Ist mir schleierhaft, was die noch bei mir hält.'
'Das liegt vermutlich an deinem unwiderstehlichen Charme.'
'Wieso kommst du erst jetzt?', fragte Josh und wechselte damit das Thema. Er sah seinen Bruder mit funkelnden Augen an.
Zach hielt seinem Blick stand, ehe er sich an ihm vorbeischob und durch die geöffnete Stalltür in den rötlichen Schein der Abenddämmerung trat. Die Hände in die Hüften gestemmt, tat er einen tiefen Atemzug und sog die vertrauten und geliebten Gerüche ein. 'Sieht alles prächtig aus.'
Während Zach den Blick umherschweifen ließ, angelte Josh sich seine Krücke und gesellte sich halb hinkend, halb hüpfend zu Zach. 'Du hast gut reden. Warst ja nich hier, um halb leere Pferdekoppeln nach dem Bürgerkrieg zu hüten', brummte er.
'Was ist, macht dir dein Bein wieder mal zu schaffen?', fragte Zach, der am liebsten in die Knie gegangen wäre, um Joshs Stumpf zu untersuchen, der oberhalb des linken Knies endete.
'Meinst wohl den kümmerlichen Rest, der noch übrig is?', zischte Josh mürrisch. 'Nein.'
'Du kannst von Glück reden, dass du lebst.'
'Spar dir deine scheinheiligen Floskeln. An deinen Händen klebt schließlich genug fremdes Blut.'
Zach schleuderte seinem Bruder einen finsteren Blick zu. 'Wenn dir irgendetwas nicht passt, dann red nicht um den heißen Brei herum.
'Wo warst du?'
'Das kann ich dir nicht sagen.' 'Kannst du oder willst du nich?' 'Sowohl als auch.'
'Verstehe. Behalt von mir aus deine gottverdammten Geheimnisse für dich', fuhr Josh ihn an, 'aber wunder dich nich, wenn du zu spät kommst.'
Wie so oft schluckte Zach gegen seine Wut an. Er war es leid, mit Josh über Dinge zu diskutieren, die sich nicht ändern ließen. Selbst wenn er wollte, konnte er nicht rückgängig machen, dass er im Krieg getötet hatte. Hastig wischte er sich die verschwitzten Hände an der Hose ab und steckte sie in die Taschen. Der Krieg mochte eine halbe Ewigkeit vorbei sein, doch Zach brachte es noch immer nicht übers Herz, seinem Bruder von den Schreckensbildern zu erzählen, die ihn tagtäglich verfolgten, während er nichts Besseres zu tun hatte, als in Selbsthass und Selbstmitleid zu zerfließen. Doch wie auch immer, er liebte seinen Bruder fast genauso wie seinen Sohn Luke und war, unmittelbar nachdem er Joshs Nachricht erhalten hatte, wie der Teufel losgeritten. Seine Auftraggeber würden sich fürs Erste in Geduld üben müssen, ob es ihnen passte oder nicht. Luke war das Wichtigste in seinem Leben.
Gedankenverloren hob Zach einen Stein auf und schleuderte ihn in der untergehenden Sonne entgegen. 'Wann ist Patricia weggeritten?'
Josh rümpfte die Nase. 'Ich werd nie verstehen, warum du dieses Weibsbild geehelicht hast.'
'Wann?', wiederholte Zach genervt, weil Josh haargenau wusste, wie diese ihrer Ehe zustande gekommen war.
'Am selben Tag, an dem ich dir die Nachricht geschickt habe. Vor zwei Monaten.'
Zach hatte das Gefühl, ihn träfe eine Faust in den Magen. Zwei Monate! Die Fährte war längst verwischt.
'Und du bist dir ganz sicher, dass sie nach Westen aufgebrochen ist?' Sein Verstand raste, im Geiste studierte er bereits sämtliche Landkarten der Umgebung.
'So sicher wie das Amen in der Kirche. Früher oder später musste es ja so kommen. Hast dich ja kaum noch um sie gekümmert. Bis dieser Nichtsnutz John ihr schöne Augen gemacht und ihr einen Floh ins Ohr gesetzt hat. Hat ständig was von tausend Hektar Land und Viehzucht gefaselt. Tja, und als wir eines Morgens aufwachten, waren die beiden fort - zusammen mit Luke und zwei unserer besten Pferde.'
Eiskalte Wut streckte die Fühler nach Zachs Herz aus. Patricia würde es noch bitterlich bereuen, dass sie seinen Sohn verschleppt hatte.
Josh blinzelte in den Abendhimmel. 'Aber das ist noch nicht alles. Seit letzter Woche wissen wir mehr.'
'Raus mit der Sprache', zischte Zach und hielt schneidend die Luft an.
Mit heiserer Stimme fuhr Josh fort: 'Es gehen Gerüchte um, sie wären den Rothäuten zum Opfer gefallen. Soldaten haben sie und ihren Liebhaber angeblich aufgefunden. Mausetot, splitterfasernackt und von unzähligen Pfeilen durchbohrt.'
'Was ist mit Luke?'
Josh zog die Schultern hoch, ließ sie wieder sinken und räusperte sich. 'Von Luke fehlt jede Spur.'
Sogleich brach ein erbittertes Duell zwischen Verzweiflung und Hoffnung in Zachs Innerem los. Er presste die Kiefer aufeinander, ballte die Hände zu Fäusten und schwor sich, jeden gottverdammten Stein im Land umzudrehen, um Luke zu finden.