Städtische Räume als kulturelle Identitätsstrukturen
Schlesien und andere Vergleichsregionen
Maria K. Lasatowicz(Editor)
trafo Wissenschaftsverlag
1st Edition
Published on 4. February 2008
Book
Paperback/Softback
392 pages
978-3-89626-620-0 (ISBN)
Description
Die Stadt ist seit dem Mittelalter der Ort, an dem sich die politischen, sozialen, kulturellen und religiösen Prozesse konzentrieren. Als Markplatz wird sie zum Ort des Austauschs im materiellen wie geistigen Sinne. Als politisches und juristisches Zentrum bestimmt sie die administrative Organisation einer Region. Als religiöser Sammelpunkt zeigt sich in ihr das Mit-, das Neben- oder das Gegeneinander von verschiedenen Religionen. Auf diese Weise stellt die urbane Topographie die historische Objektivierung einer geschichtlich gewordenen Identität dar, die auf einer kulturellen und sprachlichen Homogenität beruhen kann, aber auch auf kulturellen und sprachlichen Parallelwelten, die gleichwohl gezwungen sind, auf engstem Raum miteinander zu kommunizieren. Das gilt auch für schlesische Städte, gelegen an einem Fluss, an dessen Ufern der Klang vieler Sprachen und Kulturen sich mischen.
Der vorliegende Band dokumentiert Ergebnisse einer internationalen Tagung zum Thema "Städtische Räume als kulturelle Identitätsstrukturen", die auf Einladung der Germanistischen Institute der Universitäten Opole und Würzburg vom 9. bis 12. April 2006 in Kamien Slaski stattfand. Als dieses Projekt geplant wurde, beschrieb sich seine Zielstellung nicht anders als heute. Sinnvoll wurde eine solche Fragestellung besonders dadurch, dass eine gute Forschungslage vorlag, die aber mehr oder minder unter den Leitbildern der großen europäischen Metropolen und einer großstädtisch formierten Urbanität stand. Die Literatur der klassischen Moderne entstand vom Naturalismus bis zur Neuen Sachlichkeit in den großen Städten und Metropolen. Diese wurden Produktionsstätten und Schauplätze ihrer Literatur. In ihnen konzentrierten sich kulturelle, sprachliche und künstlerische Energien, und im Zuge so genannter Sogtheorien ging man davon aus, dass diese entwickelteren Vorläufer den Nachzüglern Energien entziehen würden. Eine Forschung, die lange auf den Zusammenhang von Urbanisierung und Modernisierung setzte und in der modernisierungstheoretischen Diskussion die okzidentale Kulturentwicklung im Sinne Max Webers mit dem Schlüsselwort 'Rationalisierung' belegte, nahm zwar zur Kenntnis, dass diese Entwicklung sich nicht in allen Teilen der Welt und städtischen Räumen ereignet hatte. Sie nahm auch zur Kenntnis, dass es Diskontinuitäten und nicht immer erfolgreiche Modernisierung gibt und lokale Ambitionen. Dennoch neigte auch die literarische Stadtforschung zu Modernisierungstheorien, die als Großtheorien evolutionäre und strukturelle Universalien zu erklären suchen und historisch-komparativ ausgerichtet sind. Sie blieb auf großstädtisch formierte Urbanität konzentriert und erschloss weniger eine dezentrale und dezentral bleibende Kulturlandschaft kleiner, vieler Mittelpunkte, die als faktische Realität Deutschlands Antlitz prägt. Infolgedessen war selbst zur Verfügung stehendes sprachliches und sozialgeschichtliches Material häufig unbeachtet geblieben. Der Vorsatz, mit dieser Konferenz dazu beizutragen, die kulturhistorische Topographie in Europa in ihrer Fülle zu rekonstruieren, war im Verständnis der Beiträger zu dieser Konferenz selbst Programm. Einige Beiträge setzten auf eine originelle Relektüre von kanonischen literarischen Texten, andere suchten durch Erschließung auch solcher Archivalien und Texte, die jenseits des Zitate-Kanons lagen, das Bild städtischer Räume als kultureller Identitätsstrukturen bestimmter auszuführen. Der Band lädt seine Leser ein, die vielen Perspektiven des Themas zu verfolgen und ihnen und im Dialog mit den einzelnen Beiträgen nachzugehen.
Der vorliegende Band dokumentiert Ergebnisse einer internationalen Tagung zum Thema "Städtische Räume als kulturelle Identitätsstrukturen", die auf Einladung der Germanistischen Institute der Universitäten Opole und Würzburg vom 9. bis 12. April 2006 in Kamien Slaski stattfand. Als dieses Projekt geplant wurde, beschrieb sich seine Zielstellung nicht anders als heute. Sinnvoll wurde eine solche Fragestellung besonders dadurch, dass eine gute Forschungslage vorlag, die aber mehr oder minder unter den Leitbildern der großen europäischen Metropolen und einer großstädtisch formierten Urbanität stand. Die Literatur der klassischen Moderne entstand vom Naturalismus bis zur Neuen Sachlichkeit in den großen Städten und Metropolen. Diese wurden Produktionsstätten und Schauplätze ihrer Literatur. In ihnen konzentrierten sich kulturelle, sprachliche und künstlerische Energien, und im Zuge so genannter Sogtheorien ging man davon aus, dass diese entwickelteren Vorläufer den Nachzüglern Energien entziehen würden. Eine Forschung, die lange auf den Zusammenhang von Urbanisierung und Modernisierung setzte und in der modernisierungstheoretischen Diskussion die okzidentale Kulturentwicklung im Sinne Max Webers mit dem Schlüsselwort 'Rationalisierung' belegte, nahm zwar zur Kenntnis, dass diese Entwicklung sich nicht in allen Teilen der Welt und städtischen Räumen ereignet hatte. Sie nahm auch zur Kenntnis, dass es Diskontinuitäten und nicht immer erfolgreiche Modernisierung gibt und lokale Ambitionen. Dennoch neigte auch die literarische Stadtforschung zu Modernisierungstheorien, die als Großtheorien evolutionäre und strukturelle Universalien zu erklären suchen und historisch-komparativ ausgerichtet sind. Sie blieb auf großstädtisch formierte Urbanität konzentriert und erschloss weniger eine dezentrale und dezentral bleibende Kulturlandschaft kleiner, vieler Mittelpunkte, die als faktische Realität Deutschlands Antlitz prägt. Infolgedessen war selbst zur Verfügung stehendes sprachliches und sozialgeschichtliches Material häufig unbeachtet geblieben. Der Vorsatz, mit dieser Konferenz dazu beizutragen, die kulturhistorische Topographie in Europa in ihrer Fülle zu rekonstruieren, war im Verständnis der Beiträger zu dieser Konferenz selbst Programm. Einige Beiträge setzten auf eine originelle Relektüre von kanonischen literarischen Texten, andere suchten durch Erschließung auch solcher Archivalien und Texte, die jenseits des Zitate-Kanons lagen, das Bild städtischer Räume als kultureller Identitätsstrukturen bestimmter auszuführen. Der Band lädt seine Leser ein, die vielen Perspektiven des Themas zu verfolgen und ihnen und im Dialog mit den einzelnen Beiträgen nachzugehen.
More details
Series
Edition
1., Aufl.
Language
German
Other
Target group
College/higher education
Professional and scholarly
Interessenten für das Thema der städtische Räume als kulturelle Identitätsstrukturen
Illustrations
zahl. Tab. und Abb.
Dimensions
Height: 24 cm
Width: 17 cm
Weight
600 gr
ISBN-13
978-3-89626-620-0 (9783896266200)
Schweitzer Classification