Emotionale Intelligenz für Kinder und Jugendliche
Ein Übungsprogramm, um innere Stärke aufzubauen
Goldmann (Publisher)
Published on 19. January 2009
Book
Hardback
224 pages
978-3-442-33828-3 (ISBN)
Description
Das Praxisbuch für Kinder zum Bestseller "Emotionale Intelligenz"
Der 1995 erschienene Bestseller "Emotionale Intelligenz" von Daniel Goleman hat weltweit einen neuen Trend kreiert. Die Fähigkeit, intelligent mit den eigenen Gefühlen und denen anderer Menschen umzugehen, wird heute als ebenso wichtig angesehen wie rationales Denken. Wann erlernt man "EI" am besten? Die Antwort lautet: so früh wie möglich. Linda Lantieri und David Goleman haben ein Programm entwickelt, mit dem Kinder innere Ruhe und Konzentration erlernen und üben können - und damit die Voraussetzungen für emotional intelligentes Verhalten schaffen. Das Buch ist durch und durch praktisch ausgerichtet, mit Übungen für Kinder verschiedener Altersgruppen. Die Autoren zeigen, wie sich auf dem kürzesten Weg konkrete Verbesserungen bei Hyperaktivität, Konzentrationsschwächen und Stress erreichen lassen. Ein Buch, das Ritalin und Schulsorgen künftig überflüssig machen kann.
Der 1995 erschienene Bestseller "Emotionale Intelligenz" von Daniel Goleman hat weltweit einen neuen Trend kreiert. Die Fähigkeit, intelligent mit den eigenen Gefühlen und denen anderer Menschen umzugehen, wird heute als ebenso wichtig angesehen wie rationales Denken. Wann erlernt man "EI" am besten? Die Antwort lautet: so früh wie möglich. Linda Lantieri und David Goleman haben ein Programm entwickelt, mit dem Kinder innere Ruhe und Konzentration erlernen und üben können - und damit die Voraussetzungen für emotional intelligentes Verhalten schaffen. Das Buch ist durch und durch praktisch ausgerichtet, mit Übungen für Kinder verschiedener Altersgruppen. Die Autoren zeigen, wie sich auf dem kürzesten Weg konkrete Verbesserungen bei Hyperaktivität, Konzentrationsschwächen und Stress erreichen lassen. Ein Buch, das Ritalin und Schulsorgen künftig überflüssig machen kann.
More details
Series
Language
German
Product notice
With flaps
Dimensions
Height: 21.5 cm
Width: 13.5 cm
ISBN-13
978-3-442-33828-3 (9783442338283)
Schweitzer Classification
Persons
Linda Lantieri ist eine international bekannte Expertin für emotionales und soziales Lernen sowie Konfliktlösung und Krisenintervention. Sie ist Gründungsmitglied der auf Daniel Golemans Konzept der "Emotionalen Intelligenz" beruhenden Collaborative Acade
Content
Kürzlich habe ich mit einer Mutter über die schulischen Leistungen ihrer Tochter gesprochen. 'Nun ja', sagte sie, 'in Mathe ist sie gut, in Englisch ist sie besser - aber noch besser ist sie in emotionaler Intelligenz.'
Noch vor kurzem wäre eine solche Unterhaltung unmöglich gewesen. Wir schrieben das Jahr 1993, als Linda Lantieri und ich mit einer kleinen Gruppe gleichgesinnter Kollegen zusammenkamen, um die Collaborative for Academic, Social, and Emotional Learning (CASEL, dt. etwa 'Arbeitsgemeinschaft für schulisches, soziales und emotionales Lernen') zu gründen. Damals gab es nur eine Handvoll Programme, die als beispielhafte Modelle für 'soziales und emotionales Lernen' (SEL), für die systematische Vermittlung emotionaler Intelligenz im Unterricht, dienen konnten. Sie erweitern den regulären Schulalltag um einen Bereich, in dem die Schüler darin unterwiesen werden, wie man das Leben meistert: wie man seine Selbstwahrnehmung und sein Selbstvertrauen verbessert, wie man mit beunruhigenden Gefühlen und Impulsen umgeht, wie sich Mitgefühl und Zusammenarbeit fördern lassen.
Linda leitete eines dieser Programme mit der Bezeichnung Resolving Conflict Creatively ('Konflikte kreativ lösen'), das bereits als eine der Strategien im Kampf gegen die wachsende Gewalt seinen Weg in Hunderte von Schulen gefunden hatte. Viele der frühen schulischen Programme für soziales und emotionales Lernen (SEL) waren entstanden, um solchen Herausforderungen zu begegnen wie dem Konsum von Drogen und Alkohol, dem Abbruch der Schule, den unerwünschten Teenager-Schwangerschaften und anderen Fallstricken der Jugend. Als die W.T.-Grant-Stiftung eine Studie in Auftrag gab, die alle diese Programme prüfen und feststellen sollte, weshalb einige davon tatsächlich funktionierten (und andere nicht), entpuppte sich die Vermittlung sozialer und emotionaler Fähigkeiten als einer der entscheidenden Wirkfaktoren.
Seit Beginn unserer Zusammenarbeit wurde das soziale und emotionale Lernen in vielen zehntausend Schulen in aller Welt eingeführt, und seine Verbreitung nimmt immer weiter zu. Sein Bekanntheitsgrad wurde auch durch mein 1995 erschienenes Buch Emotionale Intelligenz (deutsch 1996) erhöht. Darin argumentiere ich, dass Schulen Kinder besser aufs Leben vorbereiten können, wenn der Lehrplan nicht nur die Vermittlung der schulischen Grundlagen, sondern auch die Einübung einer grundlegenden sozialen und emotionalen Kompetenz vorsähe. Eine verbesserte Selbstwahrnehmung, bessere Fähigkeiten im Umgang mit belastenden Gefühlen, eine höhere Sensibilität für die Gefühle anderer sowie ein gutes Beziehungsmanagement sind ein Leben lang von großer Bedeutung. Aber der Grundstein für diese Lebenskompetenzen wird in der Kindheit gelegt.
Wie wir aus der Hirnforschung wissen, durchläuft das kindliche Gehirn eine wichtige Wachstumsphase, die erst Mitte zwanzig abgeschlossen ist. Dieser Prozess wird von den Wissenschaftlern als Neuroplastizität bezeichnet und sorgt dafür, dass die Programmierung der Schaltkreise im Gehirn in dieser Phase des Hirnwachstums ganz erheblich von dem beeinflusst wird, was ein Kind in seinem Alltag erlebt. Während dieses Zeitfensters prägen Umwelteinflüsse das Wachstum des Gehirns und ganz besonders die Entstehung der sozialen und emotionalen neuronalen Schaltkreise. Werden Kinder gefördert und von ihren Eltern darin unterstützt, zu lernen, wie sie sich beruhigen können, wenn sie angstvoll oder aufgewühlt sind, stärkt das offenbar die Schaltkreise für den Umgang mit Belastungen. Junge Menschen, die von ihren Eltern vernachlässigt werden, lassen sich mit größerer Wahrscheinlichkeit von aggressiven Impulsen zum Handeln verleiten, oder es fällt ihnen schwer, sich zu beruhigen, wenn sie aufgeregt sind.
Gute Eltern sind wie gute Lehrer. Sie bieten eine sichere Basis und schaffen für ihre Kinder damit ein Umfeld, in dem ihr Gehirn optimal funktioniert. Diese Basis wird zu einem sicheren Hafen, einem Ort der Stärke. Von dort können sie sich hinauswagen, um die Welt zu erkunden, etwas Neues zu lernen und etwas zu leisten. Dieses sichere Fundament lässt sich verinnerlichen, wenn Kindern ein besserer Umgang mit ihren Ängsten vermittelt wird und sie lernen, sich besser zu konzentrieren. Es erhöht auch ihre Fähigkeit, die optimalen geistigen Lernbedingungen zu finden.
Eine der Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass jedes Kind die bestmögliche Herzensbildung erhält, besteht darin, diese sowohl zu einem Teil des Schulalltags als auch zu einem Teil des häuslichen Lebens zu machen. Wie bereits erwähnt, sind Linda und ich Gründungsmitglieder der Collaborative for Academic, Social, and Emotional Learning (CASEL) an der Universität von Illinois in Chicago, welche die Standards für soziales und emotionales Lernen (SEL) festlegt und Schulsystemen auf der ganzen Welt hilft, diese Programme in den Lehrplan zu integrieren. Die besten schulischen SEL-Programme fügen sich nahtlos in den Standardlehrplan für Kinder aller Altersstufen ein.
Die Frage ist, ob soziales und emotionales Lernen etwas im Leben der Kinder bewirkt. Inzwischen haben wir die Antwort: Eine maßgebliche Meta-Analyse von über hundert Studien verglich SEL-Schüler mit Gleichaltrigen ohne einen solchen Unterricht. Die Daten offenbarten bei den SEL-Schülern eine eindrucksvolle Verhaltensbesserung innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers. Sie meisterten nicht nur Strategien, um sich selbst zu beruhigen und besser mit anderen auszukommen, sondern lernten auch effektiver. Ihre Noten verbesserten sich, und bei schulischen Leistungstests erreichten sie eine um stattliche 14 Prozent höhere Punktzahl als vergleichbare Schüler ohne soziales und emotionales Lernprogramm.1 Indem man den Kindern hilft, ihre Gefühle und ihre Beziehungen zu meistern, steigert man auch ihre Lernfähigkeit.
Wenn man Kindern hilft, ihre innere Welt und ihre Beziehungen besser zu bewältigen, lässt sich ihre gesteigerte Lernfähigkeit auch damit erklären, wie sich SEL auf die in der Entwicklung befindlichen kindlichen Nervenschaltkreise auswirkt. Ein Gehirnbereich, den Kindheitserfahrungen besonders stark prägen, ist der präfrontale Cortex - das Steuerzentrum des Gehirns. Hier befinden sich die Schaltkreise für die Hemmung störender emotionaler Impulse und für die Aufmerksamkeit - also für Beruhigung und Konzentration. Wenn Kinder nicht wissen, wie sie ihre Angst lindern sollen, steht ihnen weniger Aufmerksamkeit zur Verfügung, um zu lernen, Probleme zu lösen und neue Ideen zu verstehen. Ein Kind, das zum Beispiel bei einer Stegreifaufgabe in Panik gerät, wird sich die Reaktion selbst stärker einprägen als die Einzelheiten des in diesem Test abgefragten Stoffes. Angst und Sorgen zerstören die Lernfähigkeit. Wissenschaftler glauben inzwischen, dass ein Kind dann die besten geistigen Voraussetzungen zum Lernen hat, wenn Konzentration und Merkfähigkeit erhöht werden und das Denken von Impulsivität und Besorgnis befreit wird. SEL, das soziale und emotionale Lernen, tut genau das.
Noch vor kurzem wäre eine solche Unterhaltung unmöglich gewesen. Wir schrieben das Jahr 1993, als Linda Lantieri und ich mit einer kleinen Gruppe gleichgesinnter Kollegen zusammenkamen, um die Collaborative for Academic, Social, and Emotional Learning (CASEL, dt. etwa 'Arbeitsgemeinschaft für schulisches, soziales und emotionales Lernen') zu gründen. Damals gab es nur eine Handvoll Programme, die als beispielhafte Modelle für 'soziales und emotionales Lernen' (SEL), für die systematische Vermittlung emotionaler Intelligenz im Unterricht, dienen konnten. Sie erweitern den regulären Schulalltag um einen Bereich, in dem die Schüler darin unterwiesen werden, wie man das Leben meistert: wie man seine Selbstwahrnehmung und sein Selbstvertrauen verbessert, wie man mit beunruhigenden Gefühlen und Impulsen umgeht, wie sich Mitgefühl und Zusammenarbeit fördern lassen.
Linda leitete eines dieser Programme mit der Bezeichnung Resolving Conflict Creatively ('Konflikte kreativ lösen'), das bereits als eine der Strategien im Kampf gegen die wachsende Gewalt seinen Weg in Hunderte von Schulen gefunden hatte. Viele der frühen schulischen Programme für soziales und emotionales Lernen (SEL) waren entstanden, um solchen Herausforderungen zu begegnen wie dem Konsum von Drogen und Alkohol, dem Abbruch der Schule, den unerwünschten Teenager-Schwangerschaften und anderen Fallstricken der Jugend. Als die W.T.-Grant-Stiftung eine Studie in Auftrag gab, die alle diese Programme prüfen und feststellen sollte, weshalb einige davon tatsächlich funktionierten (und andere nicht), entpuppte sich die Vermittlung sozialer und emotionaler Fähigkeiten als einer der entscheidenden Wirkfaktoren.
Seit Beginn unserer Zusammenarbeit wurde das soziale und emotionale Lernen in vielen zehntausend Schulen in aller Welt eingeführt, und seine Verbreitung nimmt immer weiter zu. Sein Bekanntheitsgrad wurde auch durch mein 1995 erschienenes Buch Emotionale Intelligenz (deutsch 1996) erhöht. Darin argumentiere ich, dass Schulen Kinder besser aufs Leben vorbereiten können, wenn der Lehrplan nicht nur die Vermittlung der schulischen Grundlagen, sondern auch die Einübung einer grundlegenden sozialen und emotionalen Kompetenz vorsähe. Eine verbesserte Selbstwahrnehmung, bessere Fähigkeiten im Umgang mit belastenden Gefühlen, eine höhere Sensibilität für die Gefühle anderer sowie ein gutes Beziehungsmanagement sind ein Leben lang von großer Bedeutung. Aber der Grundstein für diese Lebenskompetenzen wird in der Kindheit gelegt.
Wie wir aus der Hirnforschung wissen, durchläuft das kindliche Gehirn eine wichtige Wachstumsphase, die erst Mitte zwanzig abgeschlossen ist. Dieser Prozess wird von den Wissenschaftlern als Neuroplastizität bezeichnet und sorgt dafür, dass die Programmierung der Schaltkreise im Gehirn in dieser Phase des Hirnwachstums ganz erheblich von dem beeinflusst wird, was ein Kind in seinem Alltag erlebt. Während dieses Zeitfensters prägen Umwelteinflüsse das Wachstum des Gehirns und ganz besonders die Entstehung der sozialen und emotionalen neuronalen Schaltkreise. Werden Kinder gefördert und von ihren Eltern darin unterstützt, zu lernen, wie sie sich beruhigen können, wenn sie angstvoll oder aufgewühlt sind, stärkt das offenbar die Schaltkreise für den Umgang mit Belastungen. Junge Menschen, die von ihren Eltern vernachlässigt werden, lassen sich mit größerer Wahrscheinlichkeit von aggressiven Impulsen zum Handeln verleiten, oder es fällt ihnen schwer, sich zu beruhigen, wenn sie aufgeregt sind.
Gute Eltern sind wie gute Lehrer. Sie bieten eine sichere Basis und schaffen für ihre Kinder damit ein Umfeld, in dem ihr Gehirn optimal funktioniert. Diese Basis wird zu einem sicheren Hafen, einem Ort der Stärke. Von dort können sie sich hinauswagen, um die Welt zu erkunden, etwas Neues zu lernen und etwas zu leisten. Dieses sichere Fundament lässt sich verinnerlichen, wenn Kindern ein besserer Umgang mit ihren Ängsten vermittelt wird und sie lernen, sich besser zu konzentrieren. Es erhöht auch ihre Fähigkeit, die optimalen geistigen Lernbedingungen zu finden.
Eine der Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass jedes Kind die bestmögliche Herzensbildung erhält, besteht darin, diese sowohl zu einem Teil des Schulalltags als auch zu einem Teil des häuslichen Lebens zu machen. Wie bereits erwähnt, sind Linda und ich Gründungsmitglieder der Collaborative for Academic, Social, and Emotional Learning (CASEL) an der Universität von Illinois in Chicago, welche die Standards für soziales und emotionales Lernen (SEL) festlegt und Schulsystemen auf der ganzen Welt hilft, diese Programme in den Lehrplan zu integrieren. Die besten schulischen SEL-Programme fügen sich nahtlos in den Standardlehrplan für Kinder aller Altersstufen ein.
Die Frage ist, ob soziales und emotionales Lernen etwas im Leben der Kinder bewirkt. Inzwischen haben wir die Antwort: Eine maßgebliche Meta-Analyse von über hundert Studien verglich SEL-Schüler mit Gleichaltrigen ohne einen solchen Unterricht. Die Daten offenbarten bei den SEL-Schülern eine eindrucksvolle Verhaltensbesserung innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers. Sie meisterten nicht nur Strategien, um sich selbst zu beruhigen und besser mit anderen auszukommen, sondern lernten auch effektiver. Ihre Noten verbesserten sich, und bei schulischen Leistungstests erreichten sie eine um stattliche 14 Prozent höhere Punktzahl als vergleichbare Schüler ohne soziales und emotionales Lernprogramm.1 Indem man den Kindern hilft, ihre Gefühle und ihre Beziehungen zu meistern, steigert man auch ihre Lernfähigkeit.
Wenn man Kindern hilft, ihre innere Welt und ihre Beziehungen besser zu bewältigen, lässt sich ihre gesteigerte Lernfähigkeit auch damit erklären, wie sich SEL auf die in der Entwicklung befindlichen kindlichen Nervenschaltkreise auswirkt. Ein Gehirnbereich, den Kindheitserfahrungen besonders stark prägen, ist der präfrontale Cortex - das Steuerzentrum des Gehirns. Hier befinden sich die Schaltkreise für die Hemmung störender emotionaler Impulse und für die Aufmerksamkeit - also für Beruhigung und Konzentration. Wenn Kinder nicht wissen, wie sie ihre Angst lindern sollen, steht ihnen weniger Aufmerksamkeit zur Verfügung, um zu lernen, Probleme zu lösen und neue Ideen zu verstehen. Ein Kind, das zum Beispiel bei einer Stegreifaufgabe in Panik gerät, wird sich die Reaktion selbst stärker einprägen als die Einzelheiten des in diesem Test abgefragten Stoffes. Angst und Sorgen zerstören die Lernfähigkeit. Wissenschaftler glauben inzwischen, dass ein Kind dann die besten geistigen Voraussetzungen zum Lernen hat, wenn Konzentration und Merkfähigkeit erhöht werden und das Denken von Impulsivität und Besorgnis befreit wird. SEL, das soziale und emotionale Lernen, tut genau das.