
Labyrinth
Gedichte. Griechisch - Deutsch
Thanassis Lambrou(Author)
Elfenbein (Publisher)
1st Edition
Published in November 2014
Book
120 pages
978-3-941184-31-2 (ISBN)
Description
Thanassis Lambrou schlägt in seinem "Labyrinth" einen Bogen durch die Zeiten und die verschiedensten Kulturen: In seinen Gedichten berührt er nicht nur die antike griechische Geisteswelt von Heraklit, Parmenides und Empedokles - über Spinoza und Hölderlin, Yunus Emre, Li Tai Po und Konfuzius zeigt er die Verbindungslinien des Westens mit dem Osten. Lambrous lyrisches Ich wandelt und verwandelt sich dabei von Gedicht zu Gedicht und spricht durch immer wieder andere Masken mit demselben starken Atem, in der grundlegendsten aller Sprechweisen, die an den blinden Seher des Mythos gemahnen. Lambrous Gedichte sind wie vom Quellwasser gewaschen, durchsichtig-klar - unsichtbar, aber doch wie feiner Kristall, das Wesentliche sichtbar machend. In ihnen spricht die Zeit, der Wind über der Ebene, über wetterglatten Steinen oder winterkalten Quellen.
More details
Series
Language
German
Other
Place of publication
Berlin
Germany
Product notice
sewn/stitched
Dimensions
Height: 22 cm
Width: 15 cm
ISBN-13
978-3-941184-31-2 (9783941184312)
Schweitzer Classification
Persons
Thanassis Lambrou (geb. 1962) studierte Rechtswissenschaften in Thessaloniki sowie Philosophie, Klassische Philologie und Kunstgeschichte in Freiburg i. Br. In griechischer Sprache erschienen bisher fünf Gedichtbände, Essays, eine weitgreifende Studie zu Goethes "Faust", sowie Übersetzungen deutschsprachiger Literatur (u. a. von Angelus Silesius, Goethe, Schiller, Hölderlin und Rilke), die mehrfach ausgezeichnet wurden. In der deutschen Übersetzung Herbert Speckners erschienen Auszüge seines Gedichtbands "Labyrinth" kürzlich in den "horen" sowie in "Sinn und Form".
Author
ISNI: 0000 0000 4634 1469
Afterword
ISNI: 0000 0003 5615 2911
Translation
ISNI: 0000 0005 1536 1789
Content
SPINOZA
Indem ich Linsen schliff, schärfte ich den Blick,
Das innre dritte Auge,
Schneidender als Diamantenstein.
Ich sah die Geometrie Gottes,
Das Unendliche überschreitend
Und deutlicher als die Linien der Hand.
Ich wandre quer durch die Menge
Wie zwischen geschliffenen Messern hindurch.
Eine fremde Macht hat mich an der Hand.
Die Tugend ist der verlässliche Sockel
Und der vollendete Gleichklang.
Auf einer gläsernen Spitze ruht mein Leben.
Wir liegen in den Armen eines gewaltigen Meeres.
Die Luft, die wir atmen, ist göttlicher Atem.
Indem ich Linsen schliff, schärfte ich den Blick,
Das innre dritte Auge,
Schneidender als Diamantenstein.
Ich sah die Geometrie Gottes,
Das Unendliche überschreitend
Und deutlicher als die Linien der Hand.
Ich wandre quer durch die Menge
Wie zwischen geschliffenen Messern hindurch.
Eine fremde Macht hat mich an der Hand.
Die Tugend ist der verlässliche Sockel
Und der vollendete Gleichklang.
Auf einer gläsernen Spitze ruht mein Leben.
Wir liegen in den Armen eines gewaltigen Meeres.
Die Luft, die wir atmen, ist göttlicher Atem.