
Leben, Filmen
Jonas Mekas und der Wert des lichten Augenblicks
Eva Kuhn(Author)
Brill Deutschland GmbH (Publisher)
1st Edition
Published on 13. June 2025
Book
Paperback/Softback
XII, 178 pages
978-3-7705-6935-9 (ISBN)
Description
Jonas Mekas (1922-2019) hat ein filmisches OEuvre hinterlassen, das den Begriff des Lebenswerks gleichermaßen verkörpert wie theoretisch herausfordert. Seit seiner Ankunft als litauischer Migrant in New York blieb der Mann mit seiner Kamera untrennbar verbunden. Angesichts des radikalen Schwindens der Zeit, das seine Filme sichtbar machen, kultiviert Mekas mit seinem filmischen Tagebuch eine Haltung zum Leben, die die Kamera selbst zum Vorbild nimmt: Er wendet sich der sinnlichen Gegenwart zu und setzt sich Licht und Farben aus. In einem Verfahren der spontanen Zerlegung und Synthetisierung des Sichtbaren verdichtet Mekas ausgewählte, unbeschwerte Augenblicke seines Alltags zu pointierten visuellen Ereignissen, wodurch das Gewöhnliche und Unscheinbare eine neue Evidenz gewinnt. Die lebenslange Feier dieser lichten Augenblicke ist politisch zu verstehen - als subversive Reaktion auf jene totalitären Ideologien, die das 20. Jahrhundert mit Gewalt und Krieg geprägt und kollektive wie individuelle Traumata hinterlassen haben. Anhand von drei ausgewählten Tagebuchfilmen untersucht dieses Buch das philosophische Programm von Mekas' Werk im Rahmen eines New American Cinema, das Film als Arbeit an der Wahrnehmung begreift und an die transformative Kraft bewegter Bilder glaubt.
More details
Series
Edition
2025
Language
German
Place of publication
Netherlands
Publishing group
Brill | Fink
Target group
Professional and scholarly
Product notice
Paperback (trade)
Unsewn / adhesive bound
Illustrations
86
15 s/w Abbildungen, 30 farbige Abbildungen
15 schwarz-weiße und 30 farbige Abbildungen
Dimensions
Height: 235 mm
Width: 155 mm
Thickness: 14 mm
Weight
332 gr
ISBN-13
978-3-7705-6935-9 (9783770569359)
Schweitzer Classification
Person
Eva Kuhn ist Kunst- und Filmwissenschaftlerin und arbeitet mit (queer-)feministischen und postkolonialen Perspektiven an den Schnittstellen von Kunst und Kino. Seit 2024 vertritt sie die Professur für moderne Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, zuvor war sie an der Universität der Künste Berlin, der Leuphana Universität Lüneburg und der Universität Basel tätig. Neuste Publikationen sind "Feministische Ökonomien und Zeitlichkeit" (Frauen und Film) sowie "Jeanne Dielman" (edition text+kritik).