Das Zauberer-Handbuch
Die magische Welt der Joanne K. Rowling von A bis Z - von Ioanne K. Rowling nicht autorisierte Ausgabe
Goldmann (Publisher)
Published on 1. June 2004
Book
Paperback/Softback
352 pages
978-3-442-45878-3 (ISBN)
Description
Wer war Nicolas Flamel? Und woher erhält der Stein der Weisen seine Kraft? Was sind Grindelohe? Und warum soll man Kräuter bei Vollmond ernten? Alphabetisch geordnet und mit vielen Illustrationen versehen - in diesem Nachschlagewerk findet sich alles Wissenswerte über die Welt des berühmten Zauberlehrlings.
More details
Series
Language
German
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 11.5 cm
ISBN-13
978-3-442-45878-3 (9783442458783)
Schweitzer Classification
Persons
Allen Zola Kronzek ist Zauberer und Autor des erfolgreichen Zauberbuchs 'The Secrets of Alkazar. A Book of Magic'. Er zeigt seine Zaubershows vor allem in Schulen, Colleges, Museen und öffentlichen Büchereien, wo er auch Vorträge über die Geschichte der Z
Content
Die meisten Harry-Potter-Fans wissen wahrscheinlich, dass Harrys wertvollster Besitz sein Besen ist. Hermines Lieblingsfach ist die Arithmantik, und ein wunderbares Wesen, der Hippogreif, half Sirius Black bei der Flucht. Aber wusstest du auch, dass man früher glaubte, Zauberer würden auf Mistgabeln fliegen, dass die Arithmantik eine alte Form des Wahrsagens ist und dass der Hippogreif zum ersten Mal von den legendären Rittern von Charlemagne geritten wurde? Oder dass Professor Dumbledores Freund Nicolas Flamel, der den Stein der Weisen erschaffen hat, tatsächlich gelebt hat?
Die außergewöhnlichen Abenteuer von Harry und seinen Freunden ziehen so schnell an uns vorüber, dass wir kaum Zeit haben, die Mythologie, den Volksglauben und die Geschichte, die unter der Oberfläche schimmern, in ihrer ganzen Vielfalt wahrzunehmen. Ein Grund, warum uns die Harry-Potter-Bücher so viel Freude bereiten, ist die in ihnen enthaltene magische Welt, deren Ursprung zum Teil in J. K. Rowlings scheinbar grenzenloser Fantasie liegt, zum Teil in den unzähligen Überlieferungen zum Thema Zauberei und Magie. Zaubertränke und Beschwörungsformeln, Riesen und Drachen, Kessel und Kristallkugeln - hinter all diesen Begriffen steckt eine faszinierende und oft überraschende Geschichte, die Hunderte, manchmal Tausende von Jahren zurückreicht. Zauberstäbe wie die, die in der Winkelgasse verkauft werden, wurden einst von Druiden aus dem Holz der heiligen Eibe geschnitzt. Das Brauen von Zaubertränken lässt sich bis zu den alten Griechen und Römern zurückverfolgen. Und Bücher mit Zaubersprüchen und Flüchen, deren Lektüre in der Schule für Hexerei und Zauberei von Hogwarts Pflicht ist, waren im Mittelalter äußerst beliebt (und wurden mit der gleichen Vehemenz abgelehnt).
In Das Zauberer-Handbuch kann der neugierige Leser alles 'Magische', das in den ersten vier Harry-Potter-Büchern erwähnt wird, nachschlagen und reichhaltige und überraschende Informationen finden. Woher bekam der Stein der Weisen seine Macht? Wie hießen die ersten Zauberworte? Hat sich J. K. Rowling den schrecklichen Basilisken, die verführerischen Veela oder den bösartigen Grindeloh nur ausgedacht? Und wenn nicht sie, wer dann? Das Zauberer-Handbuch gibt Antworten auf diese Fragen.
Die Geschichte der Zauberei ist unerschöpflich, und beim Schreiben dieses Buchs mussten wir viel mehr weglassen, als wir darin aufgenommen haben. Kaum Erwähnung fanden die Magie und Mythologie Chinas, Afrikas, Indiens, Japans, Australiens und Südamerikas. Vielmehr haben wir unseren Blick auf jene Überlieferungen beschränkt, die in der Welt von Harry Potter zu neuem Leben erweckt werden. Fast alle in Hogwarts gelehrten magischen Techniken gehen auf die magischen Traditionen der alten westlichen Welt des Vorderen Orients, Griechenlands und Roms zurück. Fantasiewesen wie Zentauren, der Mantikor und das Einhorn haben denselben Ursprung. Viele andere magische Wesen wie Elfen, Gnome, Kobolde, Hinkepanks oder Trolle haben ihre Wurzeln im Volksglauben Nordeuropas und Großbritanniens.
Als wir anfingen, dieses Buch zu schreiben, fragten wir die Harry-Potter-Fans, welche Themen sie am meisten interessierten. Einige wollten mehr über Zaubersprüche, Beschwörungen und Flüche wissen, andere waren interessiert an Boggarts, Rotkappen oder dem Unterschied zwischen Vettel und Hexe. Wir gehen davon aus, dass auch du ein bestimmtes Interesse hast. Dieses Buch braucht nicht in alphabetischer Reihenfolge von vorne bis hinten gelesen zu werden, auch wenn dies durchaus möglich ist. Vielleicht möchtest du mit dem Eintrag Magie beginnen, als Einführung in dieses faszinierende Thema. Doch eigentlich kannst du überall anfangen - und es kann gut sein, dass du am Ende ganz woanders herauskommst.
Wir haben versucht, in den einzelnen Einträgen einen Überblick über das jeweilige Thema und dessen Wurzeln in der Mythologie, im Volksglauben und der Geschichte zu geben. Ein fett gedrucktes Wort bedeutet, dass es dazu einen eigenen Eintrag gibt. Jedem Eintrag folgt die Angabe einer Textstelle in den Harry-Potter-Büchern, an der das Thema vorkommt.
Bei unseren Nachforschungen zu dem Zauberer-Handbuch haben wir viele seltsame Dinge gelernt, die wir uns nicht hätten träumen lassen - wie werden Teeblätter gedeutet, wie schafft man sich einen Kobold vom Hals, wie werden Alraunen am sichersten aus dem Boden gezogen und wie kann ich mit Hilfe der Arithmantik mein Frühstücksmüsli auswählen? Unser Wissen gibt uns Sicherheit, weil wir jetzt einen Dämonen erkennen können und wissen, was wir tun müssen, wenn uns ein Ghul angreift (den man nie zweimal schlagen darf). Wir hoffen, all diese Informationen sind für euch genauso interessant wie für uns. Man weiß ja nie, wann man sie einmal braucht.
Alraune
Es ist sehr selten, dass eine Pflanze den Gärtner dazu zwingt, Ohrenschützer zu tragen. Auch wenn es bekloppt scheint, dass Professor Sprouts von seinen Schülern in Kräuterkunde verlangt, sich solche Dinger aufzusetzen, wenn sie mit Alraunen arbeiten, steckt dahinter doch ein jahrhundertealter Volksglaube. In ganz Europa hieß es, die Alraune würde einen Schrei ausstoßen, wenn man sie aus dem Boden zöge, und jeder, der ihn hört, müsste sterben. Alraunen zu ernten war dennoch das Risiko wert, weil die Pflanze über mehrere gut bekannte medizinische und angeblich auch magische Eigenschaften verfügt.
Man sagt, die dicke braune Wurzel der Alraune, die bis zu einen Meter tief in die Erde hinabreicht, sei am - wirksamsten. Die Wurzel ist oft gegabelt und sieht mit etwas Vorstellungskraft wie ein Mensch aus. In Pflanzen- und Kräuterbüchern wurde die Alraune (die zur Familie der Nachtschattengewächse gehört) oft mit menschlichen Zügen abgebildet - als Mann mit langem Bart oder als Frau mit buschiger Haarmähne. Diese Ähnlichkeit ließ sich noch erhöhen, wenn die Wurzel mit einem Messer zurechtgeschnitzt wurde. Das Aussehen erklärt natürlich, warum man glaubte, dass die Alraune schreit, wenn sie aus dem Boden gezogen wird - wie ein Mensch, der aus einem warmen Bett gerissen wird.
Trotz des Mitleids, das der Mensch mit einer entwurzelten Alraune verspüren mag, wurde sie recht häufig aus der Erde gezogen und zu einer Vielzahl von Zwecken benutzt. In der Antike diente sie als Schmerz- und Schlafmittel, und in großen Dosen ein genommen, löste sie beim Menschen angeblich Deliriumszustände oder sogar Wahnsinn aus. Sie wurde Patienten, die unter chronischen Schmerzen litten, zur Beruhigung verabreicht und auch zur Behandlung von Melancholie, Krämpfen und Rheuma empfohlen. Die Römer verwendeten die Alraune als Anästhetikum: Sie gaben dem Patienten vor einer Operation ein Stück der Wurzel, das er kauen sollte.
Unsere Vorfahren aus der Antike und ihre Nachkommen im mittelalterlichen Europa schätzten die Alraune auch wegen ihrer magischen Eigenschaften. Sie war eine beliebte Zutat bei Liebestränken (siehe Zaubertrank) und wurde angeblich von Circe verwendet, der bekanntesten Hexe der griechischen Mythologie, die damit ihre höchst wirkungsvollen Elixiere braute. Der angelsächsischen Überlieferung zufolge konnte die Alraune Dämonen austreiben, und viele Menschen glaubten, sie könnte, in getrockneter Form als Amulett getragen, das Böse abhalten. Andererseits hieß es in manchen Volkssagen, dass gerade in der Wurzel Dämonen hausten, und der Besitz einer geschnitzten Alraunenwurzel führte hin und wieder zu einer Anklage wegen Hexerei. Die ganz Misstrauischen behaupteten, die Alraune wachse am besten unter dem Galgen hingerichteter Mörder.
Die Alraune wurde auch zum Wahrsagen verwendet. Wahrsager meinten, die puppenähnliche Wurzel würde als Antwort auf Fragen über die Zukunft mit dem Kopf nicken. In Deutschland umsorgten die Bauern ihre geschnitzten Alraunenpuppen, befestigten Getreidekörner als Augen, kleideten sie an und legten sie nachts in winzige Betten - alles, um sie bei Laune zu halten, wenn sie eine wichtige Frage beantworten sollten.
Schutz vor der Alraune
Geschichten über den tödlichen Schrei der Alraune waren in ganz Europa bekannt, und so mancher, der die Wurzeln zu magischen oder medizinischen Zwecken verwenden wollte, muss gezögert haben aus Angst, was wohl passieren könnte, wenn er die Pflanze aus dem Boden zog. In diesem Fall griff er vielleicht zu einem Kräuterbuch mit Informationen über die Verwendung von Pflanzen im Haushalt und in der Medizin. Dort fand er schließlich die Lösung für sein Dilemma. Die meisten Bücher empfahlen das Gleiche, nämlich das eine Ende eines Seils an die Alraune, das andere um den Hals eines Hundes zu binden. Dann sollte man sich in sicheren Abstand begeben, sich die Ohren zuhalten und den W Hund rufen, damit dieser auf einen zulaufen und so die Alraune ausreißen würde.
Amulett
Bist du anfällig für Erkältungen und Infektionen? Neigst du dazu, die falsche Aufmerksamkeit auf dich zu ziehen? Bist du vom Pech verfolgt? Ist die Antwort auf diese Fragen ein Ja, könnte ein Amulett vielleicht das Richtige für dich sein. Amulette waren nämlich das, was Ärzte vor ein paar Jahrhunderten verordneten, um vor Krankheiten zu schützen, Unglück abzuwehren oder böse Geister zu vertreiben.
Ein Amulett (vom lateinischen amuletum, was so viel heißt wie 'Mittel zur Verteidigung') ist ein Gegenstand, der seinen Besitzer auf magische Weise vor Schaden bewahren sollte. Es gibt sie aus allen Materialien, in allen Formen oder Größen. Als zum Beispiel Hogwarts von einer Versteinerungsepidemie heimgesucht wird, versucht Neville Longbottom, sich mit einem Amulett aus einer stinkenden grünen Zwiebel zu schützen. Amulette können kleine Anhänger und Kräutersäckchen sein (die zur Abwehr von Krankheiten um den Hals getragen werden), aber auch schwere Statuen und an der Wand befestigte Gegenstände, die eine Wohnung, ein Gebäude oder ein Dorf schützen sollen. Die alten Babylonier trugen gerne kleine, mit Juwelen verzierte Tonzylinder, mit denen sie böse Geister fern hielten. Die Römer sammelten Skulpturen von Priapus, dem Gott des Glücks und der Fruchtbarkeit, und in Amerika hängen über vielen Türen noch heute Hufeisen, mit denen Unglück und unwillkommene Besucher fern gehalten werden sollen.
Amulette kommen seit dem Beginn der Geschichte praktisch in jeder Gesellschaft vor. Die frühesten Amulette waren möglicherweise einfach nur Metall- oder Steinstücke, denen auf Grund ihrer leuchtenden Farben oder ungewöhnlichen Form magische Eigenschaften zugeschrieben wurden. (In Indien und Thailand dienen rosafarbene Korallen immer noch als Schutz vor dem bösen Blick.) Mit der Zeit jedoch ging man dazu über, Amulette in Tierfiguren, als Statuen von Göttern und Göttinnen und in Form magischer Symbole herzustellen. Bilder von Hörnern und Händen (als Symbole für Fruchtbarkeit und Leben) und Zeichnungen oder Gravierungen des menschlichen Auges (als Symbole der ewigen Wachsamkeit) tauchen überall auf der Welt auf. Auf vielen Amuletten befinden sich auch Zauberworte, ein kurzer Zauberspruch oder die Namen von Gottheiten.
Auch wenn Amulette beinahe überall vorkommen, werden sie am ehesten mit den alten Ägyptern in Verbindung gebracht, die sie bei jeder Gelegenheit trugen - selbst im Grab. Mumien erhielten gewöhnlich Dutzende von Amuletten in Form eines Käfers, Skarabäus genannt, als Grabbeigabe. Diese kleinen Steinfiguren, die ihren Namen dem echten ägyptischen Käfer verdanken, sollten die Seele des Verstorbenen davor bewahren, von Ammit, der Totenesserin, verspeist zu werden, einer Furcht erregenden Dämonin, die vorne wie ein Krokodil, in der Mitte wie eine Raubkatze und hinten wie ein Nilpferd aussah und im ägyptischen Jenseits die Waagschalen der Gerechtigkeit bewachte. Offenbar nahm der Tote umso mehr Skarabäen mit ins Jenseits, je wichtiger er war. Als vor etwa achtzig Jahren König Tutanchamuns Grab entdeckt wurde, fand man mehr als hundertvierzig Amulette in den Tüchern, die um seine Mumie gewickelt waren! Andere gebräuchliche Amulette wie das ankh (eine ägyptische Hieroglyphe als Symbol für das Leben) und das wadjet (üblicherweise bekannt als das Auge des Horus) dienten mehr weltlichen Zwecken - sie schützten die Ägypter vor Tod, Leiden und dem bösen Blick.
Leider haben Amulette ihre Grenzen. Sie können zum Beispiel nur vor der Gefahr schützen, für die sie gedacht sind. Ein Skarabäus kann Ammit der Totenesserin vielleicht Angst einflößen, aber gegen Vampire, Hinkepanks und schatzgierige Archäologen ist er wirkungslos. Und wer gegen die Mächte des Bösen antritt, muss wissen, dass er Amulette nicht mit ihrem nahen Verwandten, dem Talisman, verwechseln darf. Anders als Zauberschwerter, Tarnumhänge und andere klassische Talismane verleihen Amulette dem Träger keine neuen magischen Fähigkeiten. Ein Amulett kann nicht als Waffe eingesetzt werden, sondern nur als Schild. Wenn du also ein heldenhaftes Abenteuer planst - zum Beispiel einen Drachen zu töten -, solltest du deine Glück bringende Hasenpfote lieber gegen das Schwert von Sir Godric Gryffindor eintauschen. Ziehst du es jedoch vor, lieber gemütlich zu Hause zu bleiben, ist ein Amulett unschlagbar, wenn feindliche Kräfte in Schach gehalten werden sollen.
Der böse Blick
Fast in jeder Zivilisation ging man davon aus, dass ein Blick töten kann. Dies trug zur Verbreitung von Amuletten und anderen Verteidigungsmöglichkeiten gegen übernatürliche böse Mächte bei. Vom bösen Blick, mit dem man Unglück, Krankheit oder selbst den Tod auf sich zog, wird sowohl im Alten und im Neuen Testament als auch in den Texten der alten Sumerer, Babylonier und Assyrer geredet. Im Mittelalter wurde behauptet, Hexen würden jeden mit dem bösen Blick anschauen, der ihnen über den Weg lief, so dass ihr Opfer krank wurde oder ihm die Geliebte fortlief oder es dadurch sein ganzes Geld verlor.
Kleine Kinder und Tiere galten als besonders anfällig für die schädlichen Einflüsse des bösen Blicks. In Ländern, in denen der Glaube an den bösen Blick noch stark ist, wird Eltern oft geraten, nicht von der Schönheit ihres Kindes zu reden, damit es nicht von jemandem, der den bösen Blick hat, eifersüchtig angeschaut wird.
Das Auge des Horus war das beliebteste Amulett im alten Ägypten und schützte offenbar vor Unglück und Verletzungen.
Die wichtigste Verteidigung gegen den bösen Blick ist das Amulett - oft in Form eines Frosches, eines Horns oder, - wie im Falle der alten Ägypter, eines Auges, dem 'Auge des Horus'. Die Ägypter verwendeten auch Lidschatten und Lippenstift, um zu verhindern, dass der böse Blick durch ihre Augen und den Mund eindrang. Steht kein Amulett zur Verfügung, wenn man vom bösen Blick bedroht wird, wird empfohlen, ganz schnell die Hand mit ausgestrecktem Zeige- und kleinem Finger (als Symbol für Hörner) zu heben. Andere Schutzmöglichkeiten sind Zauberzeichen, Kleeblätter (in Irland), Knoblauch (in Griechenland) und Gerste (in Indien). Auch Glocken oder rote Bänder, die an Tieren oder der Kleidung von Kindern befestigt werden, sollen vor dem bösen Blick schützen.
Arithmantik
Es scheint seltsam, dass Hermine, die sich über das Deuten von Teeblättern und Wahrsagen aus Kristallkugeln mokiert, eine Freundin der in Hogwarts gelehrten Nummerologie oder Zahlenmagie (die dort 'Arithmantik' genannt 'wird) sein soll, einer Möglichkeit zur Schicksalsdeutung auf der Grundlage von Namen und Zahlen. Auch wenn es sich bei der Nummerologie um eine Form des Wahrsagens handelt, gehört diese älteste Geheimwissenschaft trotzdem zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Das könnte daran liegen, dass anders als bei anderen Techniken zum Vorhersagen der Zukunft, die Nummerologie nicht auf der Deutung wirrer Bilder oder zufälliger Formen und Kritzeleien beruht, sondern auf strengen Regeln und mathematischen Berechnungen - genau die Art von Kopfarbeit, an der Hermine Gefallen findet.
Die Nummerologie wurde mehr als zweitausend Jahre lang von Magiern und Hexenmeistern verwendet, um Menschen dabei zu helfen, ihre Stärken und Talente zu ergründen und zu entwickeln, Hindernisse zu überwinden und ihre Zukunft besser zu planen. Nummerologie basiert auf zwei sehr alten Theorien: zum einen, dass der Name einer Person wichtige Hinweise auf ihren Charakter und ihr Schicksal enthält, zum anderen, dass alle Zahlen zwischen 1 und 9 eine einzigartige Bedeutung haben und zum Verständnis aller Dinge beitragen. Diese Theorie wurde vor mehr als zweitausend Jahren von dem griechischen Weisen Pythagoras entwickelt. Nummerologen haben diese beiden Theorien kombiniert und im Laufe der Jahrhunderte viele komplexe Systeme entwickelt, um Namen in Zahlen zu übertragen und die Ergebnisse zu deuten. Bei einem der beliebtesten Systeme werden drei zentrale Zahlen herausgearbeitet, und zwar die Charakterzahl, die Gefühlszahl und die Gemeinschaftszahl. Das Ergebnis wird anhand einer Reihe festgelegter Bedeutungen interpretiert. Dieses System, das offenbar in Hogwarts gelehrt wird, war im Mittelalter weit verbreitet und wird auch heute noch verwendet. Dazu braucht man nur einen Stift und Papier, und man muss zusammenzählen und buchstabieren können.
Die außergewöhnlichen Abenteuer von Harry und seinen Freunden ziehen so schnell an uns vorüber, dass wir kaum Zeit haben, die Mythologie, den Volksglauben und die Geschichte, die unter der Oberfläche schimmern, in ihrer ganzen Vielfalt wahrzunehmen. Ein Grund, warum uns die Harry-Potter-Bücher so viel Freude bereiten, ist die in ihnen enthaltene magische Welt, deren Ursprung zum Teil in J. K. Rowlings scheinbar grenzenloser Fantasie liegt, zum Teil in den unzähligen Überlieferungen zum Thema Zauberei und Magie. Zaubertränke und Beschwörungsformeln, Riesen und Drachen, Kessel und Kristallkugeln - hinter all diesen Begriffen steckt eine faszinierende und oft überraschende Geschichte, die Hunderte, manchmal Tausende von Jahren zurückreicht. Zauberstäbe wie die, die in der Winkelgasse verkauft werden, wurden einst von Druiden aus dem Holz der heiligen Eibe geschnitzt. Das Brauen von Zaubertränken lässt sich bis zu den alten Griechen und Römern zurückverfolgen. Und Bücher mit Zaubersprüchen und Flüchen, deren Lektüre in der Schule für Hexerei und Zauberei von Hogwarts Pflicht ist, waren im Mittelalter äußerst beliebt (und wurden mit der gleichen Vehemenz abgelehnt).
In Das Zauberer-Handbuch kann der neugierige Leser alles 'Magische', das in den ersten vier Harry-Potter-Büchern erwähnt wird, nachschlagen und reichhaltige und überraschende Informationen finden. Woher bekam der Stein der Weisen seine Macht? Wie hießen die ersten Zauberworte? Hat sich J. K. Rowling den schrecklichen Basilisken, die verführerischen Veela oder den bösartigen Grindeloh nur ausgedacht? Und wenn nicht sie, wer dann? Das Zauberer-Handbuch gibt Antworten auf diese Fragen.
Die Geschichte der Zauberei ist unerschöpflich, und beim Schreiben dieses Buchs mussten wir viel mehr weglassen, als wir darin aufgenommen haben. Kaum Erwähnung fanden die Magie und Mythologie Chinas, Afrikas, Indiens, Japans, Australiens und Südamerikas. Vielmehr haben wir unseren Blick auf jene Überlieferungen beschränkt, die in der Welt von Harry Potter zu neuem Leben erweckt werden. Fast alle in Hogwarts gelehrten magischen Techniken gehen auf die magischen Traditionen der alten westlichen Welt des Vorderen Orients, Griechenlands und Roms zurück. Fantasiewesen wie Zentauren, der Mantikor und das Einhorn haben denselben Ursprung. Viele andere magische Wesen wie Elfen, Gnome, Kobolde, Hinkepanks oder Trolle haben ihre Wurzeln im Volksglauben Nordeuropas und Großbritanniens.
Als wir anfingen, dieses Buch zu schreiben, fragten wir die Harry-Potter-Fans, welche Themen sie am meisten interessierten. Einige wollten mehr über Zaubersprüche, Beschwörungen und Flüche wissen, andere waren interessiert an Boggarts, Rotkappen oder dem Unterschied zwischen Vettel und Hexe. Wir gehen davon aus, dass auch du ein bestimmtes Interesse hast. Dieses Buch braucht nicht in alphabetischer Reihenfolge von vorne bis hinten gelesen zu werden, auch wenn dies durchaus möglich ist. Vielleicht möchtest du mit dem Eintrag Magie beginnen, als Einführung in dieses faszinierende Thema. Doch eigentlich kannst du überall anfangen - und es kann gut sein, dass du am Ende ganz woanders herauskommst.
Wir haben versucht, in den einzelnen Einträgen einen Überblick über das jeweilige Thema und dessen Wurzeln in der Mythologie, im Volksglauben und der Geschichte zu geben. Ein fett gedrucktes Wort bedeutet, dass es dazu einen eigenen Eintrag gibt. Jedem Eintrag folgt die Angabe einer Textstelle in den Harry-Potter-Büchern, an der das Thema vorkommt.
Bei unseren Nachforschungen zu dem Zauberer-Handbuch haben wir viele seltsame Dinge gelernt, die wir uns nicht hätten träumen lassen - wie werden Teeblätter gedeutet, wie schafft man sich einen Kobold vom Hals, wie werden Alraunen am sichersten aus dem Boden gezogen und wie kann ich mit Hilfe der Arithmantik mein Frühstücksmüsli auswählen? Unser Wissen gibt uns Sicherheit, weil wir jetzt einen Dämonen erkennen können und wissen, was wir tun müssen, wenn uns ein Ghul angreift (den man nie zweimal schlagen darf). Wir hoffen, all diese Informationen sind für euch genauso interessant wie für uns. Man weiß ja nie, wann man sie einmal braucht.
Alraune
Es ist sehr selten, dass eine Pflanze den Gärtner dazu zwingt, Ohrenschützer zu tragen. Auch wenn es bekloppt scheint, dass Professor Sprouts von seinen Schülern in Kräuterkunde verlangt, sich solche Dinger aufzusetzen, wenn sie mit Alraunen arbeiten, steckt dahinter doch ein jahrhundertealter Volksglaube. In ganz Europa hieß es, die Alraune würde einen Schrei ausstoßen, wenn man sie aus dem Boden zöge, und jeder, der ihn hört, müsste sterben. Alraunen zu ernten war dennoch das Risiko wert, weil die Pflanze über mehrere gut bekannte medizinische und angeblich auch magische Eigenschaften verfügt.
Man sagt, die dicke braune Wurzel der Alraune, die bis zu einen Meter tief in die Erde hinabreicht, sei am - wirksamsten. Die Wurzel ist oft gegabelt und sieht mit etwas Vorstellungskraft wie ein Mensch aus. In Pflanzen- und Kräuterbüchern wurde die Alraune (die zur Familie der Nachtschattengewächse gehört) oft mit menschlichen Zügen abgebildet - als Mann mit langem Bart oder als Frau mit buschiger Haarmähne. Diese Ähnlichkeit ließ sich noch erhöhen, wenn die Wurzel mit einem Messer zurechtgeschnitzt wurde. Das Aussehen erklärt natürlich, warum man glaubte, dass die Alraune schreit, wenn sie aus dem Boden gezogen wird - wie ein Mensch, der aus einem warmen Bett gerissen wird.
Trotz des Mitleids, das der Mensch mit einer entwurzelten Alraune verspüren mag, wurde sie recht häufig aus der Erde gezogen und zu einer Vielzahl von Zwecken benutzt. In der Antike diente sie als Schmerz- und Schlafmittel, und in großen Dosen ein genommen, löste sie beim Menschen angeblich Deliriumszustände oder sogar Wahnsinn aus. Sie wurde Patienten, die unter chronischen Schmerzen litten, zur Beruhigung verabreicht und auch zur Behandlung von Melancholie, Krämpfen und Rheuma empfohlen. Die Römer verwendeten die Alraune als Anästhetikum: Sie gaben dem Patienten vor einer Operation ein Stück der Wurzel, das er kauen sollte.
Unsere Vorfahren aus der Antike und ihre Nachkommen im mittelalterlichen Europa schätzten die Alraune auch wegen ihrer magischen Eigenschaften. Sie war eine beliebte Zutat bei Liebestränken (siehe Zaubertrank) und wurde angeblich von Circe verwendet, der bekanntesten Hexe der griechischen Mythologie, die damit ihre höchst wirkungsvollen Elixiere braute. Der angelsächsischen Überlieferung zufolge konnte die Alraune Dämonen austreiben, und viele Menschen glaubten, sie könnte, in getrockneter Form als Amulett getragen, das Böse abhalten. Andererseits hieß es in manchen Volkssagen, dass gerade in der Wurzel Dämonen hausten, und der Besitz einer geschnitzten Alraunenwurzel führte hin und wieder zu einer Anklage wegen Hexerei. Die ganz Misstrauischen behaupteten, die Alraune wachse am besten unter dem Galgen hingerichteter Mörder.
Die Alraune wurde auch zum Wahrsagen verwendet. Wahrsager meinten, die puppenähnliche Wurzel würde als Antwort auf Fragen über die Zukunft mit dem Kopf nicken. In Deutschland umsorgten die Bauern ihre geschnitzten Alraunenpuppen, befestigten Getreidekörner als Augen, kleideten sie an und legten sie nachts in winzige Betten - alles, um sie bei Laune zu halten, wenn sie eine wichtige Frage beantworten sollten.
Schutz vor der Alraune
Geschichten über den tödlichen Schrei der Alraune waren in ganz Europa bekannt, und so mancher, der die Wurzeln zu magischen oder medizinischen Zwecken verwenden wollte, muss gezögert haben aus Angst, was wohl passieren könnte, wenn er die Pflanze aus dem Boden zog. In diesem Fall griff er vielleicht zu einem Kräuterbuch mit Informationen über die Verwendung von Pflanzen im Haushalt und in der Medizin. Dort fand er schließlich die Lösung für sein Dilemma. Die meisten Bücher empfahlen das Gleiche, nämlich das eine Ende eines Seils an die Alraune, das andere um den Hals eines Hundes zu binden. Dann sollte man sich in sicheren Abstand begeben, sich die Ohren zuhalten und den W Hund rufen, damit dieser auf einen zulaufen und so die Alraune ausreißen würde.
Amulett
Bist du anfällig für Erkältungen und Infektionen? Neigst du dazu, die falsche Aufmerksamkeit auf dich zu ziehen? Bist du vom Pech verfolgt? Ist die Antwort auf diese Fragen ein Ja, könnte ein Amulett vielleicht das Richtige für dich sein. Amulette waren nämlich das, was Ärzte vor ein paar Jahrhunderten verordneten, um vor Krankheiten zu schützen, Unglück abzuwehren oder böse Geister zu vertreiben.
Ein Amulett (vom lateinischen amuletum, was so viel heißt wie 'Mittel zur Verteidigung') ist ein Gegenstand, der seinen Besitzer auf magische Weise vor Schaden bewahren sollte. Es gibt sie aus allen Materialien, in allen Formen oder Größen. Als zum Beispiel Hogwarts von einer Versteinerungsepidemie heimgesucht wird, versucht Neville Longbottom, sich mit einem Amulett aus einer stinkenden grünen Zwiebel zu schützen. Amulette können kleine Anhänger und Kräutersäckchen sein (die zur Abwehr von Krankheiten um den Hals getragen werden), aber auch schwere Statuen und an der Wand befestigte Gegenstände, die eine Wohnung, ein Gebäude oder ein Dorf schützen sollen. Die alten Babylonier trugen gerne kleine, mit Juwelen verzierte Tonzylinder, mit denen sie böse Geister fern hielten. Die Römer sammelten Skulpturen von Priapus, dem Gott des Glücks und der Fruchtbarkeit, und in Amerika hängen über vielen Türen noch heute Hufeisen, mit denen Unglück und unwillkommene Besucher fern gehalten werden sollen.
Amulette kommen seit dem Beginn der Geschichte praktisch in jeder Gesellschaft vor. Die frühesten Amulette waren möglicherweise einfach nur Metall- oder Steinstücke, denen auf Grund ihrer leuchtenden Farben oder ungewöhnlichen Form magische Eigenschaften zugeschrieben wurden. (In Indien und Thailand dienen rosafarbene Korallen immer noch als Schutz vor dem bösen Blick.) Mit der Zeit jedoch ging man dazu über, Amulette in Tierfiguren, als Statuen von Göttern und Göttinnen und in Form magischer Symbole herzustellen. Bilder von Hörnern und Händen (als Symbole für Fruchtbarkeit und Leben) und Zeichnungen oder Gravierungen des menschlichen Auges (als Symbole der ewigen Wachsamkeit) tauchen überall auf der Welt auf. Auf vielen Amuletten befinden sich auch Zauberworte, ein kurzer Zauberspruch oder die Namen von Gottheiten.
Auch wenn Amulette beinahe überall vorkommen, werden sie am ehesten mit den alten Ägyptern in Verbindung gebracht, die sie bei jeder Gelegenheit trugen - selbst im Grab. Mumien erhielten gewöhnlich Dutzende von Amuletten in Form eines Käfers, Skarabäus genannt, als Grabbeigabe. Diese kleinen Steinfiguren, die ihren Namen dem echten ägyptischen Käfer verdanken, sollten die Seele des Verstorbenen davor bewahren, von Ammit, der Totenesserin, verspeist zu werden, einer Furcht erregenden Dämonin, die vorne wie ein Krokodil, in der Mitte wie eine Raubkatze und hinten wie ein Nilpferd aussah und im ägyptischen Jenseits die Waagschalen der Gerechtigkeit bewachte. Offenbar nahm der Tote umso mehr Skarabäen mit ins Jenseits, je wichtiger er war. Als vor etwa achtzig Jahren König Tutanchamuns Grab entdeckt wurde, fand man mehr als hundertvierzig Amulette in den Tüchern, die um seine Mumie gewickelt waren! Andere gebräuchliche Amulette wie das ankh (eine ägyptische Hieroglyphe als Symbol für das Leben) und das wadjet (üblicherweise bekannt als das Auge des Horus) dienten mehr weltlichen Zwecken - sie schützten die Ägypter vor Tod, Leiden und dem bösen Blick.
Leider haben Amulette ihre Grenzen. Sie können zum Beispiel nur vor der Gefahr schützen, für die sie gedacht sind. Ein Skarabäus kann Ammit der Totenesserin vielleicht Angst einflößen, aber gegen Vampire, Hinkepanks und schatzgierige Archäologen ist er wirkungslos. Und wer gegen die Mächte des Bösen antritt, muss wissen, dass er Amulette nicht mit ihrem nahen Verwandten, dem Talisman, verwechseln darf. Anders als Zauberschwerter, Tarnumhänge und andere klassische Talismane verleihen Amulette dem Träger keine neuen magischen Fähigkeiten. Ein Amulett kann nicht als Waffe eingesetzt werden, sondern nur als Schild. Wenn du also ein heldenhaftes Abenteuer planst - zum Beispiel einen Drachen zu töten -, solltest du deine Glück bringende Hasenpfote lieber gegen das Schwert von Sir Godric Gryffindor eintauschen. Ziehst du es jedoch vor, lieber gemütlich zu Hause zu bleiben, ist ein Amulett unschlagbar, wenn feindliche Kräfte in Schach gehalten werden sollen.
Der böse Blick
Fast in jeder Zivilisation ging man davon aus, dass ein Blick töten kann. Dies trug zur Verbreitung von Amuletten und anderen Verteidigungsmöglichkeiten gegen übernatürliche böse Mächte bei. Vom bösen Blick, mit dem man Unglück, Krankheit oder selbst den Tod auf sich zog, wird sowohl im Alten und im Neuen Testament als auch in den Texten der alten Sumerer, Babylonier und Assyrer geredet. Im Mittelalter wurde behauptet, Hexen würden jeden mit dem bösen Blick anschauen, der ihnen über den Weg lief, so dass ihr Opfer krank wurde oder ihm die Geliebte fortlief oder es dadurch sein ganzes Geld verlor.
Kleine Kinder und Tiere galten als besonders anfällig für die schädlichen Einflüsse des bösen Blicks. In Ländern, in denen der Glaube an den bösen Blick noch stark ist, wird Eltern oft geraten, nicht von der Schönheit ihres Kindes zu reden, damit es nicht von jemandem, der den bösen Blick hat, eifersüchtig angeschaut wird.
Das Auge des Horus war das beliebteste Amulett im alten Ägypten und schützte offenbar vor Unglück und Verletzungen.
Die wichtigste Verteidigung gegen den bösen Blick ist das Amulett - oft in Form eines Frosches, eines Horns oder, - wie im Falle der alten Ägypter, eines Auges, dem 'Auge des Horus'. Die Ägypter verwendeten auch Lidschatten und Lippenstift, um zu verhindern, dass der böse Blick durch ihre Augen und den Mund eindrang. Steht kein Amulett zur Verfügung, wenn man vom bösen Blick bedroht wird, wird empfohlen, ganz schnell die Hand mit ausgestrecktem Zeige- und kleinem Finger (als Symbol für Hörner) zu heben. Andere Schutzmöglichkeiten sind Zauberzeichen, Kleeblätter (in Irland), Knoblauch (in Griechenland) und Gerste (in Indien). Auch Glocken oder rote Bänder, die an Tieren oder der Kleidung von Kindern befestigt werden, sollen vor dem bösen Blick schützen.
Arithmantik
Es scheint seltsam, dass Hermine, die sich über das Deuten von Teeblättern und Wahrsagen aus Kristallkugeln mokiert, eine Freundin der in Hogwarts gelehrten Nummerologie oder Zahlenmagie (die dort 'Arithmantik' genannt 'wird) sein soll, einer Möglichkeit zur Schicksalsdeutung auf der Grundlage von Namen und Zahlen. Auch wenn es sich bei der Nummerologie um eine Form des Wahrsagens handelt, gehört diese älteste Geheimwissenschaft trotzdem zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Das könnte daran liegen, dass anders als bei anderen Techniken zum Vorhersagen der Zukunft, die Nummerologie nicht auf der Deutung wirrer Bilder oder zufälliger Formen und Kritzeleien beruht, sondern auf strengen Regeln und mathematischen Berechnungen - genau die Art von Kopfarbeit, an der Hermine Gefallen findet.
Die Nummerologie wurde mehr als zweitausend Jahre lang von Magiern und Hexenmeistern verwendet, um Menschen dabei zu helfen, ihre Stärken und Talente zu ergründen und zu entwickeln, Hindernisse zu überwinden und ihre Zukunft besser zu planen. Nummerologie basiert auf zwei sehr alten Theorien: zum einen, dass der Name einer Person wichtige Hinweise auf ihren Charakter und ihr Schicksal enthält, zum anderen, dass alle Zahlen zwischen 1 und 9 eine einzigartige Bedeutung haben und zum Verständnis aller Dinge beitragen. Diese Theorie wurde vor mehr als zweitausend Jahren von dem griechischen Weisen Pythagoras entwickelt. Nummerologen haben diese beiden Theorien kombiniert und im Laufe der Jahrhunderte viele komplexe Systeme entwickelt, um Namen in Zahlen zu übertragen und die Ergebnisse zu deuten. Bei einem der beliebtesten Systeme werden drei zentrale Zahlen herausgearbeitet, und zwar die Charakterzahl, die Gefühlszahl und die Gemeinschaftszahl. Das Ergebnis wird anhand einer Reihe festgelegter Bedeutungen interpretiert. Dieses System, das offenbar in Hogwarts gelehrt wird, war im Mittelalter weit verbreitet und wird auch heute noch verwendet. Dazu braucht man nur einen Stift und Papier, und man muss zusammenzählen und buchstabieren können.