
Atatürk
Description
Das Bild Atatürks ist bis heute in der Türkei allgegenwärtig. Schon zu seinen Lebzeiten setzte der Personenkult um den visionären und entscheidungsstarken Mann mit der Lammfellmütze ein, der westliche wie östliche Beobachter beeindruckte. Gegen den Widerstand der Sieger des Ersten Weltkriegs erkämpfte er die Unabhängigkeit und rief 1923 den ersten türkischen Nationalstaat aus. Atatürk verordnete einen beispiellosen Traditionsbruch: Das altehrwürdige Sultanat und das Kalifat wurden abgeschafft, Turbane, Fese und Gesichtsschleier aus der Öffentlichkeit verbannt. Die Hauptstadt wurde von Istanbul nach Ankara verlegt, die arabische Schrift durch die lateinische ersetzt und das islamische Bildungswesen rigoros unterdrückt. Europäische Gesetze sorgten für die Gleichstellung der Frauen. Wie konnte ein aus bescheidenen Verhältnissen stammender Berufssoldat zum Staatschef und Kulturrevolutionär werden?
Klaus Kreiser erzählt höchst anschaulich das Leben Mustafa Kemals und zeigt, wie die historischen Umstände und die richtigen Verbindungen, aber auch Machtbewusstsein und Charisma einen einzigartigen Aufstieg ermöglicht haben.
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Content
Vorbemerkung zu Umschrift und Namen
Vorwort
Der Mann mit den vielen Namen
1. Eine Kindheit und Jugend in Makedonien (1881-1896)
Saloniki, der Hafen Makedoniens - Schulwege - Endlich: Die
Uniform
2. Karriere und Konspiration (1896 -1905)
Garnison und Kadettenanstalt - Beinahe ein Poet - Die
osmanische Hauptstadt unter Abdulhamid II. - Ein preußisches Curriculum - Die
Generation von 1908 auf der Schulbank
3. Kampfe und Kampagnen (1905-1910)
Damaskus und die Drusen - Brennendes Makedonien - Die
jungtürkische Revolution: Eine Miltärrevolte? -
«Konterrevolution
äre
» in den Istanbuler Kasernen
- Herbstman
över in der Picardie
- Ein Flaneur im Luna-Park
4. An allen Fronten (1908-1915)
Als jungtürkischer Propagandist nach Tripolis - Italienische
Kriegsschiffe an der Küste Afrikas - Patrioten in der Wüste - Die griechische
Armee in Saloniki- Als Militärattaché in Sofia: Nicht nur Maskenballe - An
Madame Corinne Lütfü: Große Ambitionen - Gallipoli:
Die Verteidigung der Halbinsel (1915) - Die Schwachen der deutschen Armeeführer
und die Versprechungen des Paradieses - Arıburnu
und Anafartalar - Genugtuung in Edirne
5. Zwischen Kurdistan und Karlsbad (1915-1918)
Der neue alte Feind Russland - Mustafa Kemal in
Diyarbekir- Religionsphilosophische Lektüren im
Hauptquartier von Silvan - Zwei verehrte osmanische Dichter - Kurdische
Hilfswillige - Die Heeresgruppe F und Arger mit Falkenhayn -
«
Tribal management
»
eines bayerischen Offiziers -
Mit dem Thronfolger in Deutschland -
Eine unpassende Frage des Reichsstatthalters
- Der General überblickt
die Lage an der Vogesenfront -
Das Sanatorium des Dr. Zuckerkandl in Wien
- Ein gewissenhafter Kurgast in
Karlsbad -
«Ich mochte nicht wie die einfachen Leute werden,
sondern sie sollen werden wie ich
»
- Zurück
in Istanbul: Audienzen -
Waffenstillstand oder Kapitulation?
6. Vom Strategen zum Politiker (1919)
Istanbul: Die Verantwortlichen ergreifen die Flucht - Die
Griechen landen in Izmir - Der Versuch einer Entwaffnung anatolischer
Truppen - Samsun: Die historische Landung vom 19. Mai 1919 -
Havza: Warmbäder und Politik - Amasya
und der Telegraph - Das Amasya-Zirkular - Erzurum:
Zivilkleidung für den Pascha - Ein nächtliches Gespräch über die Zukunft des
Landes - Sivas: Zielstrebigin Richtung Republik
7. Die Zeit der Großen Nationalversammlung (1920 -1923)
Abgeordnete auf Schulbanken: Die Meclis
tritt zusammen - Turkiya und Turkiye
- Das Fetwa-Duell der Müftüs -
«Aufflammende
Feuer der Unruhen erfassten das ganze Land
»
- Die griechische Armee auf dem Vormarsch
- Knappe Ressourcen der
Nationalisten -
Sévres:
Der Vertrag ohne die Unterschrift Ankaras
- Mit Ochsenkarren in den Krieg - Inönü: Vorläufiger
Stopp des griechischen Vormarsches - Sakarya: Die
Abwehrschlacht - Großoffensive im Westen - Trikoupis
übergibt sein Schwert - Izmir brennt
8. Vater einer jungen Nation (1922-1930)
Mudanya - Die große
Orientkonferenz von Lausanne - Keine armenische
«Heimstatt
»
-
Mustafa Kemal und Anatolien -
Die neue Hauptstadt Ankara -
Cankaya, die Wohnung des Präsidenten
- Offizielle Besucher und
die Tafelrunde - Das System
Atatürk
- Nationale Musik
- Kunst und Kunstpolitik
- Die Republikanische Volkspartei
und ihre Prinzipien - Das jähe Ende der Fortschrittlichen Republikanischen
Partei - Auf der Suche nach Hintermännern - Die Prozesse von Izmir und
Ankara - Die Große Ansprache - Konkurrenz belebt das politische Geschäft
9. Ein türkischer Kulturrevolutionär (1922-1925)
Der Kalif wird abgesetzt - Die Debatte in der
Meclis - Die Bruderschaften - Der erste große
Kurdenaufstand - Menemen und ein republikanischer
Märtyrer - Mustafa Kemal beantwortet die Gretchenfrage - Staatsburgerkunde aus erster
Hand -
«Ist unsere Kleidung zivilisiert und
international?
»
10. Das neue Recht und die Lage der Frauen (1923-1935)
Die Reform des Rechts und des Gerichtswesens-
«Im
Leben ist die Wissenschaft der wahrste Führer
»
245 - Eine Kaderschmiede f
ür republikanische Juristen -
«
Profesör
»
statt
«M
üderris
»
- Schweizer Zivilrecht und italienisches Strafrecht
- Eine Blitzheirat
-
Der Prozess der Zivilisation -
Tochter einer zivilisierten Nation
11. Der Oberlehrer (1928-1935)
Von der arabischen zur
«t
ürkischen
» Schrift
- Die G
ülhane-Nacht der neuen
Buchstaben - Schulen der
Nation - Die
Institutionalisierung der Sprachreform -
Anatolische Anthropologie und Archäologie
- Sonnensprachtheorie und
Sumerologie
12. Krankheit und Tod (1936 -1938)
Ein Patient erster Klasse - Flaggezeigen
an der Grenze zu Syrien - Geldgeschichten - Die letzten Tage in
Dolmabahçe - Das Große Zeremoniell
Epilog
Anhang
Karten - Zeittafel - Literatur - Bildnachweis -
Personenregister - Geographisches Register