
Moderne Gewalten
Organisierte Kriminalität in Kolumbien und Italien
Ciro Krauthausen(Author)
Campus (Publisher)
2nd Edition
Published on 31. March 2013
Book
Paperback/Softback
374 pages
978-3-593-39874-7 (ISBN)
Description
Mafiöse Gruppen sind kein Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten. Organisierte Kriminalität kann zum »normalen« Gefüge moderner Gesellschaften gehören - wie etwa in Italien und Kolumbien. Doch auch dort gibt es keine Verbrechensimperien, höchstens Diktaturen innerhalb eines ansonsten lose organisierten illegalen Marktgeschehens. Denn Mafiosi und Drogenhändler sind, wie andere Menschen
auch, um ihr Image bemüht, und ihre Handlungsmuster sind vertrauter, als vielen lieb sein mag. Drei Jahre lang hat Ciro Krauthausen Mythen und Fakten rund um die organisierte Kriminalität erforscht.
Interviews, Zeugenaussagen, Gerichts- und Polizeiakten halfen ihm, die verborgenen Mechanismen der Illegalität aufzudecken. Seine Untersuchungsergebnisse dokumentieren, dass organisierte Kriminalität immer ein Spiegel der Gesellschaft ist, aus der sie hervorgeht. Die Neuauflage des Klassikers wurde um eine Einleitung von Peter Waldmann ergänzt. Die Ergebnisse der Studie haben bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren, denn Ciro Krauthausen nimmt nicht nur die Strukturen krimineller Verbände in den Blick, sondern auch ihre gesellschaftlichen, historischen und politischen Bedingungen. Damit hat er ein Handbuch der organisierten Kriminalität vorgelegt, das für den deutschsprachigen Raum einmalig ist.
auch, um ihr Image bemüht, und ihre Handlungsmuster sind vertrauter, als vielen lieb sein mag. Drei Jahre lang hat Ciro Krauthausen Mythen und Fakten rund um die organisierte Kriminalität erforscht.
Interviews, Zeugenaussagen, Gerichts- und Polizeiakten halfen ihm, die verborgenen Mechanismen der Illegalität aufzudecken. Seine Untersuchungsergebnisse dokumentieren, dass organisierte Kriminalität immer ein Spiegel der Gesellschaft ist, aus der sie hervorgeht. Die Neuauflage des Klassikers wurde um eine Einleitung von Peter Waldmann ergänzt. Die Ergebnisse der Studie haben bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren, denn Ciro Krauthausen nimmt nicht nur die Strukturen krimineller Verbände in den Blick, sondern auch ihre gesellschaftlichen, historischen und politischen Bedingungen. Damit hat er ein Handbuch der organisierten Kriminalität vorgelegt, das für den deutschsprachigen Raum einmalig ist.

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More details
Product info
KART
Series
Band 8
Edition
2., erweiterte Auflage 2013
Language
German
Place of publication
Frankfurt am Main
Germany
Edition type
Enlarged edition
Illustrations
8 sw Abb.
8 sw Abbildungen
Dimensions
Height: 213 mm
Width: 140 mm
Thickness: 25 mm
Weight
469 gr
ISBN-13
978-3-593-39874-7 (9783593398747)
Schweitzer Classification
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Ciro Krauthausen
Moderne Gewalten
Organisierte Kriminalität in Kolumbien und Italien 2., erweiterte Auflage
E-Book
03/2013
2nd Edition
Campus
€26.99
Available for download
Previous edition
Book
03/1997
1st Edition
Campus
€24.90
Article exhausted; check for reprint
Persons
Ciro Krauthausen ist Journalist und promovierter Soziologe. Er ist heute Chefredakteur der Mallorca Zeitung.
Content
Inhalt
Vorwort zur zweiten Auflage I
Einleitung zur zweiten Auflage III
»Macht« und »Markt« als Grundprinzipien organisierter Kriminalität:
Zur Aktualität von Moderne Gewalten
Vorwort
Gewalttätige Welten, nah und fern 11
Einleitung
Organisierte Kriminalität 16
1. Die »satanische Allianz« 16
2. malavita, ihre Spiele und Mannschaften 24
Kapitel I
Zwischen Macht und Markt 39
1. Illegale Mächte39
2. Mafiose Kontinuität 55
3. Die Entfaltung 73
4. Im Zentrum illegaler (Welt-)Märkte 89
5. Kleine Frühgeschichte des Narcotráfico 98
6. Kokainmillionäre 113
7. Übergänge 121
Kapitel II
Die Strukturen125
1. Illegale Organisationen 125
2. Die famiglia der Cosa Nostra 130
3. Die commissioni: Rotary Club oder Diktatur? 144
4. Kokainhandel oder die unsichtbare Hand des Marktes 156
5. Pokern um die Ordnung: Das Medellín-Kartell 170
6 Geheimbünde und Netzwerke 184
Kapitel III
Das Umfeld 189
1. »L'intreccio« - die Verflechtung 189
2. Eine mörderische Disjunktive 192
3. Hüter der öffentlichen Ordnung 201
4. Von kleinen und großen Politikern 210
5. Unternehmer lassen nicht lange bitten 224
6. Gefestigte Beziehungsnetze und ihr Zusammenbruch 234
Kapitel IV
Soziale Herkunft und Herrschaft 247
1. Begräbnisse 247
2. Männer, nicht nur vom Bau 250
3. Neureiche 259
4. Ein willkürlicher Konsens 266
5. Die ideologische Verklärung 276
Kapitel V
Die Gesellschaften 292
1. Voraussetzungen organisierter Kriminalität 292
2. Gewaltmonopole, Staatsbildung, Legitimität 296
3. Klientelismus 301
4. Moderne Gelegenheiten und soziale Ungleichheiten 306
5. Rechtsbrüche und ihre Hintergründe 310
6. Vertrauen 316
Schlusswort
Moderne Gewalten 320
Quellen- und Literaturverzeichnis 326
Erläuterungen zu Abkürzungen, Quellen, Literatur 326
a)Kronzeugenaussagen 327
b)Interviews 328
c)Dokumente 329
d)Literaturverzeichnis333
Vorwort zur zweiten Auflage I
Einleitung zur zweiten Auflage III
»Macht« und »Markt« als Grundprinzipien organisierter Kriminalität:
Zur Aktualität von Moderne Gewalten
Vorwort
Gewalttätige Welten, nah und fern 11
Einleitung
Organisierte Kriminalität 16
1. Die »satanische Allianz« 16
2. malavita, ihre Spiele und Mannschaften 24
Kapitel I
Zwischen Macht und Markt 39
1. Illegale Mächte39
2. Mafiose Kontinuität 55
3. Die Entfaltung 73
4. Im Zentrum illegaler (Welt-)Märkte 89
5. Kleine Frühgeschichte des Narcotráfico 98
6. Kokainmillionäre 113
7. Übergänge 121
Kapitel II
Die Strukturen125
1. Illegale Organisationen 125
2. Die famiglia der Cosa Nostra 130
3. Die commissioni: Rotary Club oder Diktatur? 144
4. Kokainhandel oder die unsichtbare Hand des Marktes 156
5. Pokern um die Ordnung: Das Medellín-Kartell 170
6 Geheimbünde und Netzwerke 184
Kapitel III
Das Umfeld 189
1. »L'intreccio« - die Verflechtung 189
2. Eine mörderische Disjunktive 192
3. Hüter der öffentlichen Ordnung 201
4. Von kleinen und großen Politikern 210
5. Unternehmer lassen nicht lange bitten 224
6. Gefestigte Beziehungsnetze und ihr Zusammenbruch 234
Kapitel IV
Soziale Herkunft und Herrschaft 247
1. Begräbnisse 247
2. Männer, nicht nur vom Bau 250
3. Neureiche 259
4. Ein willkürlicher Konsens 266
5. Die ideologische Verklärung 276
Kapitel V
Die Gesellschaften 292
1. Voraussetzungen organisierter Kriminalität 292
2. Gewaltmonopole, Staatsbildung, Legitimität 296
3. Klientelismus 301
4. Moderne Gelegenheiten und soziale Ungleichheiten 306
5. Rechtsbrüche und ihre Hintergründe 310
6. Vertrauen 316
Schlusswort
Moderne Gewalten 320
Quellen- und Literaturverzeichnis 326
Erläuterungen zu Abkürzungen, Quellen, Literatur 326
a)Kronzeugenaussagen 327
b)Interviews 328
c)Dokumente 329
d)Literaturverzeichnis333
Einleitung zur zweiten Auflage
»Macht« und »Markt« als Grundprinzipien organisierter Kriminalität: Zur Aktualität von Moderne Gewalten
Peter Waldmann
Die Herausgeber der Reihe »Mikropolitik der Gewalt« danken dem Campus Verlag für seine Bereitschaft, den vergriffenen Band von Ciro Krauthausen neu aufzulegen und in unsere Reihe aufzunehmen. Diese wird durch die vor rund 15 Jahren erstmals erschienene Studie wesentlich bereichert, handelt es sich doch um eine Thematik, die nichts von ihrer Aktualität verloren hat und zu der es keine jüngere deutschsprachige Publikation gibt, die sich methodisch, systematisch und in ihrer Gründlichkeit mit der Arbeit von Krauthausen messen könnte.
Die Einleitung dient einem dreifachen Zweck. Zunächst sollen kurz die Vorzüge von Moderne Gewalten skizziert werden, die eine Neuauflage rechtfertigen. Zweitens sollen die Ergiebigkeit und Nützlichkeit einiger von Krauthausen herauspräparierter Ergebnisse und Unterscheidungen, vor allem die Differenzierung von »Macht« und »Markt« als bestimmende Prinzipien organisierter Kriminalität, anhand eines weiteren Beispiels - des Drogenhandels in Mexiko - untermauert werden. Die mexikanischen Rauschgiftkartelle haben inzwischen ihre kolumbianischen Konkurrenten als wichtigste Exporteure von lateinamerikanischem Kokain in die USA vom Markt verdrängt. Drittens wird erneut die alte Frage aufzuwerfen sein, was unternommen werden kann, um das Problem des illegalen Drogenschmuggels, samt den damit verbundenen unheilvollen Nebenfolgen (wie hohe Korruption, steigende Gewalt, politische Destabilisierung der in den Handel involvierten Länder) wenn schon nicht zu lösen, so doch wenigstens besser unter Kontrolle zu bekommen.
I.
Um die Qualitäten von Krauthausens Arbeit aufzuzeigen, bietet es sich an, zunächst auf einige Probleme aufmerksam zu machen, die er bei der Bearbeitung seiner Fragestellung zu bewältigen hatte. Da organisierte Kriminalität sich im illegalen Raum abspielt, ist die erste Frage die des Zugangs zu den einschlägigen Quellen. Krauthausen hat zwar keine direkten Kontakte zu italienischen Mafiosi und kolumbianischen Rauschgifthändlern geknüpft (was vermutlich gefährlich gewesen wäre), im Übrigen jedoch alle Informationsquellen ausgeschöpft, derer er habhaft werden konnte: Von Gesprächen mit Experten aus dem Polizeiapparat und der Justiz über die Auswertung von Gerichtsprotokollen und Presseartikeln bis hin zur Aufarbeitung der besonders im italienischen Fall reichlich vorhandenen Sekundärliteratur. Im Falle der italienischen Mafia standen in Form der Aussagen der »Pentiti« (das sind ehemalige Mafiamitglieder, die der Organisation den Rücken gekehrt haben) zudem Auskünfte aus erster Hand zur Verfügung; in Kolumbien, seiner ehemaligen Heimat, stützte sich der Autor verstärkt auf Interviews mit auf die Drogenproblematik spezialisierten Angehörigen der Sicherheitsbehörden.
Alles in allem war es eine gewaltige Datenmenge, die erhoben wurde und die zu verarbeiten war. Dabei ist zu bedenken, dass die Untersuchung sich nicht nur auf zwei »Fälle«, den italienischen und den kolumbianischen, erstreckte, sondern jeder derselben wiederum in separat zu behandelnde Unterfälle zerfiel. Was Italien betrifft, so galt es zwischen der sizilianischen Cosa Nostra, der 'Ndrangheta Kalabriens und der Camorra in Kampanien mit dem Schwerpunkt Neapel zu differenzieren. In Kolumbien war der Rivalität zwischen den verschiedenen Rauschgiftkartellen, insbesondere den Kartellen von Medellín und Cali, Rechnung zu tragen.
Die eingehende Beschäftigung mit den in Italien und Kolumbien operierenden kriminellen Organisationen setzte eine fließende Beherrschung beider Sprachen voraus. Ohne des Englischen mächtig zu sein lässt sich, wie ein Blick in das Literaturverzeichnis der Arbeit lehrt, die Thematik ohnehin nicht behandeln. Berücksichtigt man weiterhin, dass die Arbeit, die in einem sehr gewandten Deutsch geschrieben ist, am ethnologischen Ins
»Macht« und »Markt« als Grundprinzipien organisierter Kriminalität: Zur Aktualität von Moderne Gewalten
Peter Waldmann
Die Herausgeber der Reihe »Mikropolitik der Gewalt« danken dem Campus Verlag für seine Bereitschaft, den vergriffenen Band von Ciro Krauthausen neu aufzulegen und in unsere Reihe aufzunehmen. Diese wird durch die vor rund 15 Jahren erstmals erschienene Studie wesentlich bereichert, handelt es sich doch um eine Thematik, die nichts von ihrer Aktualität verloren hat und zu der es keine jüngere deutschsprachige Publikation gibt, die sich methodisch, systematisch und in ihrer Gründlichkeit mit der Arbeit von Krauthausen messen könnte.
Die Einleitung dient einem dreifachen Zweck. Zunächst sollen kurz die Vorzüge von Moderne Gewalten skizziert werden, die eine Neuauflage rechtfertigen. Zweitens sollen die Ergiebigkeit und Nützlichkeit einiger von Krauthausen herauspräparierter Ergebnisse und Unterscheidungen, vor allem die Differenzierung von »Macht« und »Markt« als bestimmende Prinzipien organisierter Kriminalität, anhand eines weiteren Beispiels - des Drogenhandels in Mexiko - untermauert werden. Die mexikanischen Rauschgiftkartelle haben inzwischen ihre kolumbianischen Konkurrenten als wichtigste Exporteure von lateinamerikanischem Kokain in die USA vom Markt verdrängt. Drittens wird erneut die alte Frage aufzuwerfen sein, was unternommen werden kann, um das Problem des illegalen Drogenschmuggels, samt den damit verbundenen unheilvollen Nebenfolgen (wie hohe Korruption, steigende Gewalt, politische Destabilisierung der in den Handel involvierten Länder) wenn schon nicht zu lösen, so doch wenigstens besser unter Kontrolle zu bekommen.
I.
Um die Qualitäten von Krauthausens Arbeit aufzuzeigen, bietet es sich an, zunächst auf einige Probleme aufmerksam zu machen, die er bei der Bearbeitung seiner Fragestellung zu bewältigen hatte. Da organisierte Kriminalität sich im illegalen Raum abspielt, ist die erste Frage die des Zugangs zu den einschlägigen Quellen. Krauthausen hat zwar keine direkten Kontakte zu italienischen Mafiosi und kolumbianischen Rauschgifthändlern geknüpft (was vermutlich gefährlich gewesen wäre), im Übrigen jedoch alle Informationsquellen ausgeschöpft, derer er habhaft werden konnte: Von Gesprächen mit Experten aus dem Polizeiapparat und der Justiz über die Auswertung von Gerichtsprotokollen und Presseartikeln bis hin zur Aufarbeitung der besonders im italienischen Fall reichlich vorhandenen Sekundärliteratur. Im Falle der italienischen Mafia standen in Form der Aussagen der »Pentiti« (das sind ehemalige Mafiamitglieder, die der Organisation den Rücken gekehrt haben) zudem Auskünfte aus erster Hand zur Verfügung; in Kolumbien, seiner ehemaligen Heimat, stützte sich der Autor verstärkt auf Interviews mit auf die Drogenproblematik spezialisierten Angehörigen der Sicherheitsbehörden.
Alles in allem war es eine gewaltige Datenmenge, die erhoben wurde und die zu verarbeiten war. Dabei ist zu bedenken, dass die Untersuchung sich nicht nur auf zwei »Fälle«, den italienischen und den kolumbianischen, erstreckte, sondern jeder derselben wiederum in separat zu behandelnde Unterfälle zerfiel. Was Italien betrifft, so galt es zwischen der sizilianischen Cosa Nostra, der 'Ndrangheta Kalabriens und der Camorra in Kampanien mit dem Schwerpunkt Neapel zu differenzieren. In Kolumbien war der Rivalität zwischen den verschiedenen Rauschgiftkartellen, insbesondere den Kartellen von Medellín und Cali, Rechnung zu tragen.
Die eingehende Beschäftigung mit den in Italien und Kolumbien operierenden kriminellen Organisationen setzte eine fließende Beherrschung beider Sprachen voraus. Ohne des Englischen mächtig zu sein lässt sich, wie ein Blick in das Literaturverzeichnis der Arbeit lehrt, die Thematik ohnehin nicht behandeln. Berücksichtigt man weiterhin, dass die Arbeit, die in einem sehr gewandten Deutsch geschrieben ist, am ethnologischen Ins