
Die 101 häufigsten Fallen im Job - mit CD-ROM
Helga Krausser-Raether(Author)
Haufe-Lexware (Publisher)
1st Edition
Published on 8. March 2007
Book
176 pages
978-3-448-08021-6 (ISBN)
Description
Betriebssysteme: Windows® 98/ME/2000/XP oder höher Pentium-Prozessor oder Äquivalent ab 400 MHz, 64 MB RAM, CD-ROM-Laufwerk, 150 MB freier Festplattenspeicher (je nach Umfang/Art der Installation)
More details
Series
Edition
1., Auflage 2007
Language
German
Place of publication
Freiburg im Breisgau
Germany
ISBN-13
978-3-448-08021-6 (9783448080216)
Schweitzer Classification
Content
VORWORT
BERUFLICHE UND PERSöNLICHE FALLEN
- Strategische Fallen
1. Falle: Lebensjob statt lebenslanges Lernen
2. Falle: Man trifft sich nicht nur einmal im Leben
3. Falle: Netzwerke(n) ignorieren
4. Falle: Karriere "auf Teufel komm raus"
5. Falle: Kein Gefühl für Arbeits und Lebensbalance
- Fallen zu Beginn des Arbeitsverhältnisses und in der Probezeit
6. Falle: Erster Tag und erste Woche
7. Falle: Du oder Sie?
8. Falle: Die ersten 100 Tage
9. Falle: Beim alten Job war alles besser (oder schlechter)
10. Falle: Vorschneller Ausstieg während der Probezeit
- Fallen beim beruflichen Umstieg
11. Falle: Beim nächsten Job wird alles besser
12. Falle: Auslandseinsatz
13. Falle: Unstrategische Ungeduld
- Fallen bei Aufstieg und Ausstieg
14. Falle: Vom Kollegen zum Vorgesetzten
15. Falle: Junger Boss und "alte Hasen"
16. Falle: Nach mir die Sintflut
- Fallen in Ihrer Rolle als Mitarbeiter
17. Falle: "Falsche" Unternehmensgröße und kultur
18. Falle: Die Spielregeln nicht kennen
19. Falle: Gefährliche Nähe zum Chef
20. Falle: Kritik am Chef
21. Falle: Sägen am Chefstuhl
22. Falle: Nicht das Gespräch suchen
23. Falle: Rabattmarken kleben - alles aufstauen
24. Falle: Sich zum Knecht machen lassen
25. Falle: Heiß kochen und lauwarm essen
26. Falle: Misstrauen statt Vertrauen
27. Falle: Fehlende Kollegialität beziehungsweise Teamorientierung
28. Falle: Gefährliche Nähe zum Kunden
- Fallen in der Kommunikation
29. Falle: Den Empfänger außer Acht lassen
30. Falle: Den eigenen Kommunikationsstil nicht (er)kennen
31. Falle: Um den heißen Brei herumreden
32. Falle: Klatsch und Tratsch
33. Falle: Elektronische Kommunikation
- Fallen in Führungspositionen
34. Falle: Führen mit Kontrollieren gleichsetzen
35. Falle: Meine Tür steht immer offen
36. Falle: Die 80/20Regel (ParetoPrinzip)
37. Falle: Die Gefühlsebene missachten
38. Falle: Fehlende Fehlerkultur
- Taktische Fallen
39. Falle: Viel arbeiten und wenig leisten
40. Falle: Schweigende Akzeptanz und spätere Kritik
41. Falle: Warten auf Lob
42. Falle: "Wasch mich, aber mach mich nicht nass"
43. Falle: Die Gehaltsverhandlung
- Selbstmarketing (nicht nur für Frauen)
44. Falle: Das Gänseblümchenphänomen
45. Falle: Das muss mein Vorgesetzter doch merken!
46. Falle: Die Salamischeibchentaktik
47. Falle: Männerverhalten oder unprofessioneller Charme?
48. Falle: Männermacht und Frauensprache
49. Falle: Automatische Diskriminierungsfalle?
- Persönliche Fallen
50. Falle: Immer sind die anderen schuld
51. Falle: Alles persönlich nehmen
52. Falle: Nicht Nein sagen können
53. Falle: Wenn der Kragen platzt
54. Falle: Selbstinszenierung
55. Falle: Nicht auf das Bauchgefühl hören
ARBEITSRECHTLICHE FALLEN
- Fallen im Arbeitsvertrag
56. Falle: Per Handschlag zum neuen Job
57. Falle: Die Details im Vertrag nicht lesen
58. Falle: Nur allgemeine Umschreibung der Aufgaben
59. Falle: Arbeitsort und Versetzungsvorbehalt
60. Falle: Befristetes Probearbeitsverhältnis
61. Falle: Unklare Regelungen zur Arbeitszeit
62. Falle: Ungünstige Überstundenregelungen
63. Falle: Urlaubsanspruch in Werk statt in Arbeitstagen
64. Falle: Wettbewerbsverbot
65. Falle: Unerlaubte Nebentätigkeit
66. Falle: Befristung des Arbeitsvertrags
67. Falle: Teilzeitvertrag
68. Falle: Wiedereinstieg von Teilzeit in Vollzeit
69. Falle: Anspruch auf Teilzeit während/nach der Elternzeit
- Fallen im Arbeitsverhältnis
70. Falle: (Kein) Lohn ohne Arbeit
71. Falle: Sonderzahlungen und betriebliche Übung
72. Falle: Fehlende Fürsorge und Schutzpflicht
73. Falle: Ungleichbehandlung
74. Falle: Arbeitsverweigerung und Schlechtleistung
75. Falle: Rückzahlung von Sonderzahlungen
76. Falle: Unbekannte Treuepflicht des Arbeitnehmers
77. Falle: Private Nutzung von Internet und EMail am Arbeitsplatz
78. Falle: Privatnutzung von Arbeitsmaterialien, Diebstahl und Tricksen bei Reisekosten oder Privatpost
- Fallen bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
79. Falle: Mündliche Kündigung
80. Falle: Vorschnelles "Ich kündige!"
81. Falle: Kündigung per EMail oder SMS
82. Falle: Randbedingungen der betriebsbedingten Kündigung
83. Falle: Es gibt kein Recht auf Abfindung
84. Falle: Abfindung und Arbeitslosengeld
85. Falle: Außerordentliche Kündigung
86. Falle: Aufhebungsvertrag
87. Falle: Änderungskündigung
- Fallen im Arbeitszeugnis
88. Falle: Rechtliche Vorgaben nicht einhalten
89. Falle: Sie sollen Ihr Arbeitszeugnis selbst schreiben
90. Falle: Äußere Mängel
91. Falle: Inhaltliche Mängel
92. Falle: Geheimcodes und Geheimzeichen
93 Falle: Ausweichen auf Nebenschauplätze
94. Falle: Einschränkungen und Ausgrenzungen
95. Falle: Beredtes Schweigen
96. Falle: Fehlende Schlussformel mit Bedauern und Dank
97. Falle: Vermeintlich positive Formulierungen
98. Falle: Mängel im Zeugnis - was tun?
99. Falle: Arbeitgeber stellt kein Zeugnis aus
100. Falle: Sie versäumen, sich ein Zeugnis ausstellen zu lassen
101. Falle: Zeugnisse zu wichtig nehmen
ANHANG: ALLGEMEINES GLEICHBEHANDLUNGSGESETZ
STICHWORTVERZEICHNIS
BERUFLICHE UND PERSöNLICHE FALLEN
- Strategische Fallen
1. Falle: Lebensjob statt lebenslanges Lernen
2. Falle: Man trifft sich nicht nur einmal im Leben
3. Falle: Netzwerke(n) ignorieren
4. Falle: Karriere "auf Teufel komm raus"
5. Falle: Kein Gefühl für Arbeits und Lebensbalance
- Fallen zu Beginn des Arbeitsverhältnisses und in der Probezeit
6. Falle: Erster Tag und erste Woche
7. Falle: Du oder Sie?
8. Falle: Die ersten 100 Tage
9. Falle: Beim alten Job war alles besser (oder schlechter)
10. Falle: Vorschneller Ausstieg während der Probezeit
- Fallen beim beruflichen Umstieg
11. Falle: Beim nächsten Job wird alles besser
12. Falle: Auslandseinsatz
13. Falle: Unstrategische Ungeduld
- Fallen bei Aufstieg und Ausstieg
14. Falle: Vom Kollegen zum Vorgesetzten
15. Falle: Junger Boss und "alte Hasen"
16. Falle: Nach mir die Sintflut
- Fallen in Ihrer Rolle als Mitarbeiter
17. Falle: "Falsche" Unternehmensgröße und kultur
18. Falle: Die Spielregeln nicht kennen
19. Falle: Gefährliche Nähe zum Chef
20. Falle: Kritik am Chef
21. Falle: Sägen am Chefstuhl
22. Falle: Nicht das Gespräch suchen
23. Falle: Rabattmarken kleben - alles aufstauen
24. Falle: Sich zum Knecht machen lassen
25. Falle: Heiß kochen und lauwarm essen
26. Falle: Misstrauen statt Vertrauen
27. Falle: Fehlende Kollegialität beziehungsweise Teamorientierung
28. Falle: Gefährliche Nähe zum Kunden
- Fallen in der Kommunikation
29. Falle: Den Empfänger außer Acht lassen
30. Falle: Den eigenen Kommunikationsstil nicht (er)kennen
31. Falle: Um den heißen Brei herumreden
32. Falle: Klatsch und Tratsch
33. Falle: Elektronische Kommunikation
- Fallen in Führungspositionen
34. Falle: Führen mit Kontrollieren gleichsetzen
35. Falle: Meine Tür steht immer offen
36. Falle: Die 80/20Regel (ParetoPrinzip)
37. Falle: Die Gefühlsebene missachten
38. Falle: Fehlende Fehlerkultur
- Taktische Fallen
39. Falle: Viel arbeiten und wenig leisten
40. Falle: Schweigende Akzeptanz und spätere Kritik
41. Falle: Warten auf Lob
42. Falle: "Wasch mich, aber mach mich nicht nass"
43. Falle: Die Gehaltsverhandlung
- Selbstmarketing (nicht nur für Frauen)
44. Falle: Das Gänseblümchenphänomen
45. Falle: Das muss mein Vorgesetzter doch merken!
46. Falle: Die Salamischeibchentaktik
47. Falle: Männerverhalten oder unprofessioneller Charme?
48. Falle: Männermacht und Frauensprache
49. Falle: Automatische Diskriminierungsfalle?
- Persönliche Fallen
50. Falle: Immer sind die anderen schuld
51. Falle: Alles persönlich nehmen
52. Falle: Nicht Nein sagen können
53. Falle: Wenn der Kragen platzt
54. Falle: Selbstinszenierung
55. Falle: Nicht auf das Bauchgefühl hören
ARBEITSRECHTLICHE FALLEN
- Fallen im Arbeitsvertrag
56. Falle: Per Handschlag zum neuen Job
57. Falle: Die Details im Vertrag nicht lesen
58. Falle: Nur allgemeine Umschreibung der Aufgaben
59. Falle: Arbeitsort und Versetzungsvorbehalt
60. Falle: Befristetes Probearbeitsverhältnis
61. Falle: Unklare Regelungen zur Arbeitszeit
62. Falle: Ungünstige Überstundenregelungen
63. Falle: Urlaubsanspruch in Werk statt in Arbeitstagen
64. Falle: Wettbewerbsverbot
65. Falle: Unerlaubte Nebentätigkeit
66. Falle: Befristung des Arbeitsvertrags
67. Falle: Teilzeitvertrag
68. Falle: Wiedereinstieg von Teilzeit in Vollzeit
69. Falle: Anspruch auf Teilzeit während/nach der Elternzeit
- Fallen im Arbeitsverhältnis
70. Falle: (Kein) Lohn ohne Arbeit
71. Falle: Sonderzahlungen und betriebliche Übung
72. Falle: Fehlende Fürsorge und Schutzpflicht
73. Falle: Ungleichbehandlung
74. Falle: Arbeitsverweigerung und Schlechtleistung
75. Falle: Rückzahlung von Sonderzahlungen
76. Falle: Unbekannte Treuepflicht des Arbeitnehmers
77. Falle: Private Nutzung von Internet und EMail am Arbeitsplatz
78. Falle: Privatnutzung von Arbeitsmaterialien, Diebstahl und Tricksen bei Reisekosten oder Privatpost
- Fallen bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
79. Falle: Mündliche Kündigung
80. Falle: Vorschnelles "Ich kündige!"
81. Falle: Kündigung per EMail oder SMS
82. Falle: Randbedingungen der betriebsbedingten Kündigung
83. Falle: Es gibt kein Recht auf Abfindung
84. Falle: Abfindung und Arbeitslosengeld
85. Falle: Außerordentliche Kündigung
86. Falle: Aufhebungsvertrag
87. Falle: Änderungskündigung
- Fallen im Arbeitszeugnis
88. Falle: Rechtliche Vorgaben nicht einhalten
89. Falle: Sie sollen Ihr Arbeitszeugnis selbst schreiben
90. Falle: Äußere Mängel
91. Falle: Inhaltliche Mängel
92. Falle: Geheimcodes und Geheimzeichen
93 Falle: Ausweichen auf Nebenschauplätze
94. Falle: Einschränkungen und Ausgrenzungen
95. Falle: Beredtes Schweigen
96. Falle: Fehlende Schlussformel mit Bedauern und Dank
97. Falle: Vermeintlich positive Formulierungen
98. Falle: Mängel im Zeugnis - was tun?
99. Falle: Arbeitgeber stellt kein Zeugnis aus
100. Falle: Sie versäumen, sich ein Zeugnis ausstellen zu lassen
101. Falle: Zeugnisse zu wichtig nehmen
ANHANG: ALLGEMEINES GLEICHBEHANDLUNGSGESETZ
STICHWORTVERZEICHNIS
BERUFLICHE UND PERSöNLICHE FALLEN
Strategische Fallen
Strategie bedeutet grundsätzlich ein längerfristig ausgerichtetes, planvolles Anstreben einer vorteilhaften Lage oder eines Ziels. Im beruflichen Kontext gehen Sie strategisch vor, wenn Sie Ihr Handeln auf Ihren individuellen Plan, den Sie für Ihre berufliche Entwicklung im Sinn haben, ausrichten. Sie haben Ihre eigenen Vorstellungen über Ihr Berufsleben, über Ihre Fähigkeiten und auch über Ihre Rolle, die Sie darin spielen möchten.
Diese Vorstellungen verändern sich mit zunehmender Erfahrung und auch mit zunehmendem Lebensalter. Mit Ende 30 befindet man sich häufig in einer Phase der dauerhaften Beschäftigung und fühlt sich in seinem Arbeitsbereich sicher. Die Lern- und Konsolidierungsphasen sind abgeschlossen. In diesen ersten Phasen des Berufslebens wiederum hat man viele Erkenntnisse gewonnen: über den Beruf und die Unternehmenswelt
sowie über sich selbst als jemanden, der im Berufsleben steht und darin bestimmten informellen und formalen Regeln unterworfen ist. Dieser Lernprozess in den ersten Jahren der beruflichen Laufbahn beziehungsweise Karriere ist nicht immer mit positiven Erfahrungen
verbunden.
Manchmal müssen Sie Ihre ursprünglichen Pläne und Einstellungen ändern, da sie der Arbeitswelt und auch den anderen wirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen nicht standhalten. Erst nach langen Jahren der eigenen Karriere entdecken Sie, dass Sie bestimmte Entscheidungen mit dem Wissen von heute anders getroffen
hätten. Sie sind unbewusst und ungeplant in Fallen geraten, aus denen Sie sich heute (fast) nicht befreien können. Sie haben versucht, persönliche, berufliche und familiäre Bedürfnisse miteinander in Einklang zu bringen. Nicht immer haben Sie dabei aus heutiger individueller Sicht richtig entschieden, sondern sich vielmehr den Bedürfnissen anderer angepasst.
In diesem Kapitel finden Sie wichtige strategischen Fallen, die Ihnen als
Denkanstöße dienen sollen.
1. Falle: Lebensjob statt lebenslanges Lernen
PRAXIS-BEISPIEL
Kündigung nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit
Herr Broder ist bereits seit fast 30 Jahren in einem kleinen Handwerksbetrieb beschäftigt. Nun eröffnet ihm sein Chef, dass der Betrieb aufgrund der schlechten Auftragslage schließen muss und er Herrn Broder daher leider kündigen muss. Hat Broder als fast Fünfzigjähriger nun überhaupt noch eine Chance auf einen Arbeitsplatz?
Gerade in den letzten zehn Jahren haben die Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmern zugenommen. Sie leisten angeblich nicht mehr so viel wie jüngere Mitarbeiter und seien gegenüber innovativen Prozessen und Methoden nicht aufgeschlossen. Hinzu kommt die weltwirtschaftliche und technologische Entwicklung, die Unternehmen und in der Konsequenz
auch die Mitarbeiter zwingt, sich den globalen Geschwindigkeiten anzupassen. Unternehmen verändern ihre Strukturen und Prozesse, sie müssen schließen, sie betreiben Downsizing, Outsourcing oder sie fusionieren, um nur einige Schlagworte zu nennen. Die Mitarbeiter
müssen Schritt halten.
Noch vor 20 Jahren war mit dem Eintritt in das Berufsleben die Ausbildung beendet. Das erlernte Wissen und die in den ersten Berufsjahren erworbenen beruflichen Fähigkeiten genügen heute allerdings nicht mehr, um eine 30 bis 40 Jahre lange konsequente Berufslaufbahn in demselben Unternehmen zu durchlaufen. Die Realitäten sind andere:
häufigere Jobwechsel zu unterschiedlichen Branchen, ständige Veränderung und viele neue Situationen, denen man sich dann stellen muss.
Das heißt für Sie: Trennen Sie sich von der Vorstellung, dass Sie sich nur einmal in Ihrem Leben bewerben und bei diesem Arbeitgeber oder in einer bestimmten Branche Ihre gesamte berufliche Entwicklung durchleben oder sogar in dem von Ihnen einmal erlernten Beruf tätig
sein können. Die Patchwork-Karrieren nehmen zu. Berufliche Wechsel, kürzere Verweildauern in den Unternehmen und Zeiten der Arbeitssuche sind üblich. Die Anforderungen an Sie ändern sich rasant, selbst Unternehmen mit langer Tradition bieten keine lebenslange Jobgarantie mehr.
Um mithalten zu können, sind die selbstkritische Reflexion in Bezug auf das Erreichte sowie die Überprüfung und Aktualisierung des eigenen Kompetenzprofils in regelmäßigen Zeitabständen von Vorteil, auch wenn sie mit Energie und Arbeit neben der eigentlichen Arbeitszeit verbunden sind.
EXPERTEN-TIPP
Kontinuierlich weiterbilden
Nichts ist hinderlicher für eine sinnvolle berufliche Laufbahn als das Beharren auf einmal erworbenem, aber veraltetem Wissen. Sie müssen sich kontinuierlich fachlich und methodisch in Ihrem Berufsgebiet weiterbilden und diesbezügliche Angebote Ihres Arbeitgebers annehmen.
Sie sollten zudem offen und neugierig sein und sich von gewohnten persönlichen und beruflichen Mustern verabschieden und sich auch in fortgeschrittenem Alter noch als Lernenden sehen.
Und dies ist schwierig genug. Denn die gern zitierten und auch immer
wieder in der Realität bestätigten Argumente, dass man ab einem bestimmten
Lebensalter ohnehin nicht mehr für Unternehmen interessant sei, sind Ihnen sicherlich bestens bekannt.
Und trotzdem: Erfahrene Mitarbeiter mit aktuellen berufsspezifischen Kompetenzen werden zukünftig gesucht. Sehen Sie also Ihren jetzigen Job nicht als unumstößlich gesichert. Gelegentlich über den Tellerrand zu schauen und gleichzeitig mit unvorhersehbaren Veränderungen auch im Job zu rechnen und dann zu wissen, dass Sie sich auch in einem anderen Umfeld behaupten können, gibt Ihnen die Energie, sich vom Lebensjob
leichter verabschieden zu können.
Strategische Fallen
Strategie bedeutet grundsätzlich ein längerfristig ausgerichtetes, planvolles Anstreben einer vorteilhaften Lage oder eines Ziels. Im beruflichen Kontext gehen Sie strategisch vor, wenn Sie Ihr Handeln auf Ihren individuellen Plan, den Sie für Ihre berufliche Entwicklung im Sinn haben, ausrichten. Sie haben Ihre eigenen Vorstellungen über Ihr Berufsleben, über Ihre Fähigkeiten und auch über Ihre Rolle, die Sie darin spielen möchten.
Diese Vorstellungen verändern sich mit zunehmender Erfahrung und auch mit zunehmendem Lebensalter. Mit Ende 30 befindet man sich häufig in einer Phase der dauerhaften Beschäftigung und fühlt sich in seinem Arbeitsbereich sicher. Die Lern- und Konsolidierungsphasen sind abgeschlossen. In diesen ersten Phasen des Berufslebens wiederum hat man viele Erkenntnisse gewonnen: über den Beruf und die Unternehmenswelt
sowie über sich selbst als jemanden, der im Berufsleben steht und darin bestimmten informellen und formalen Regeln unterworfen ist. Dieser Lernprozess in den ersten Jahren der beruflichen Laufbahn beziehungsweise Karriere ist nicht immer mit positiven Erfahrungen
verbunden.
Manchmal müssen Sie Ihre ursprünglichen Pläne und Einstellungen ändern, da sie der Arbeitswelt und auch den anderen wirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen nicht standhalten. Erst nach langen Jahren der eigenen Karriere entdecken Sie, dass Sie bestimmte Entscheidungen mit dem Wissen von heute anders getroffen
hätten. Sie sind unbewusst und ungeplant in Fallen geraten, aus denen Sie sich heute (fast) nicht befreien können. Sie haben versucht, persönliche, berufliche und familiäre Bedürfnisse miteinander in Einklang zu bringen. Nicht immer haben Sie dabei aus heutiger individueller Sicht richtig entschieden, sondern sich vielmehr den Bedürfnissen anderer angepasst.
In diesem Kapitel finden Sie wichtige strategischen Fallen, die Ihnen als
Denkanstöße dienen sollen.
1. Falle: Lebensjob statt lebenslanges Lernen
PRAXIS-BEISPIEL
Kündigung nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit
Herr Broder ist bereits seit fast 30 Jahren in einem kleinen Handwerksbetrieb beschäftigt. Nun eröffnet ihm sein Chef, dass der Betrieb aufgrund der schlechten Auftragslage schließen muss und er Herrn Broder daher leider kündigen muss. Hat Broder als fast Fünfzigjähriger nun überhaupt noch eine Chance auf einen Arbeitsplatz?
Gerade in den letzten zehn Jahren haben die Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmern zugenommen. Sie leisten angeblich nicht mehr so viel wie jüngere Mitarbeiter und seien gegenüber innovativen Prozessen und Methoden nicht aufgeschlossen. Hinzu kommt die weltwirtschaftliche und technologische Entwicklung, die Unternehmen und in der Konsequenz
auch die Mitarbeiter zwingt, sich den globalen Geschwindigkeiten anzupassen. Unternehmen verändern ihre Strukturen und Prozesse, sie müssen schließen, sie betreiben Downsizing, Outsourcing oder sie fusionieren, um nur einige Schlagworte zu nennen. Die Mitarbeiter
müssen Schritt halten.
Noch vor 20 Jahren war mit dem Eintritt in das Berufsleben die Ausbildung beendet. Das erlernte Wissen und die in den ersten Berufsjahren erworbenen beruflichen Fähigkeiten genügen heute allerdings nicht mehr, um eine 30 bis 40 Jahre lange konsequente Berufslaufbahn in demselben Unternehmen zu durchlaufen. Die Realitäten sind andere:
häufigere Jobwechsel zu unterschiedlichen Branchen, ständige Veränderung und viele neue Situationen, denen man sich dann stellen muss.
Das heißt für Sie: Trennen Sie sich von der Vorstellung, dass Sie sich nur einmal in Ihrem Leben bewerben und bei diesem Arbeitgeber oder in einer bestimmten Branche Ihre gesamte berufliche Entwicklung durchleben oder sogar in dem von Ihnen einmal erlernten Beruf tätig
sein können. Die Patchwork-Karrieren nehmen zu. Berufliche Wechsel, kürzere Verweildauern in den Unternehmen und Zeiten der Arbeitssuche sind üblich. Die Anforderungen an Sie ändern sich rasant, selbst Unternehmen mit langer Tradition bieten keine lebenslange Jobgarantie mehr.
Um mithalten zu können, sind die selbstkritische Reflexion in Bezug auf das Erreichte sowie die Überprüfung und Aktualisierung des eigenen Kompetenzprofils in regelmäßigen Zeitabständen von Vorteil, auch wenn sie mit Energie und Arbeit neben der eigentlichen Arbeitszeit verbunden sind.
EXPERTEN-TIPP
Kontinuierlich weiterbilden
Nichts ist hinderlicher für eine sinnvolle berufliche Laufbahn als das Beharren auf einmal erworbenem, aber veraltetem Wissen. Sie müssen sich kontinuierlich fachlich und methodisch in Ihrem Berufsgebiet weiterbilden und diesbezügliche Angebote Ihres Arbeitgebers annehmen.
Sie sollten zudem offen und neugierig sein und sich von gewohnten persönlichen und beruflichen Mustern verabschieden und sich auch in fortgeschrittenem Alter noch als Lernenden sehen.
Und dies ist schwierig genug. Denn die gern zitierten und auch immer
wieder in der Realität bestätigten Argumente, dass man ab einem bestimmten
Lebensalter ohnehin nicht mehr für Unternehmen interessant sei, sind Ihnen sicherlich bestens bekannt.
Und trotzdem: Erfahrene Mitarbeiter mit aktuellen berufsspezifischen Kompetenzen werden zukünftig gesucht. Sehen Sie also Ihren jetzigen Job nicht als unumstößlich gesichert. Gelegentlich über den Tellerrand zu schauen und gleichzeitig mit unvorhersehbaren Veränderungen auch im Job zu rechnen und dann zu wissen, dass Sie sich auch in einem anderen Umfeld behaupten können, gibt Ihnen die Energie, sich vom Lebensjob
leichter verabschieden zu können.